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656 pages, Hardcover
First published January 1, 1982
God Stalk
God Stalk wirft den Leser direkt ins Geschehen. Jame flieht vor den Haunts, einer Art Zombies, und kommt so nach Tai-Tastigon, die Stadt, in der alle lebenden Götter einen Tempel haben und die toten Götter durch die Straßen irren. Dort wird sie zum Lehrling eines Diebes und erlebt verschiedene Abenteuer.
Außergewöhnlich ist dabei die Struktur des Buchs. Die Geschichte hat kaum einen roten Faden und schweift weit von der „Hauptstory“ ab. Sie wird durch die verschiedenen „Subgeschichten“, die nur wenig Zusammenhänge untereinander besitzen, erzählt, und wirkt so etwas episodenhaft wie eine Fernsehserie (z.B. Avatar – Der Herr der Elemente). Durch diese einzelnen „Episoden“ blieb das Buch für mich stets spannend und die Geschichte(n) fesselte(n) mich.
Die Protagonistin, Jame, wirkt real. Sie hat ihre eigenen Sorgen – unter anderem die Tatsache ihrer vergessenen Erinnerungen –, lässt sich aber doch nie unterkriegen. Bisweilen wirkt sie etwas naiv, aber nicht übermäßig. Trotz ihrer Probleme bewegt sie sich doch recht elegant und mutig durch eine Welt und eine Geschichte, die ihr alle möglichen Widrigkeiten entgegenwirft. Ein gut gelungener Charakter und eine starke Frau.
Auch das Worldbuilding ist eine Stärke des Buchs. Tai-Tastigon steckt voller interessanter Orte und Charaktere. Mit den Gildenkriegen, den vielen Gottheiten und den verwinkelten Straßen, die einem Labyrinth gleichen, erinnert mich Tai-Tastigon stark an Ankh-Morporkh – eine der besten Städte der Fantasy-Literatur. Im Verlaufe des Buchs lernt der Leser die Stadt zusammen mit Jame immer besser kennen und so entwickelte ich selbst eine Bindung zu der Stadt.
Interessant war für mich außerdem das Volk der Kencyrath, zu dem auch die Protagonistin gehört. Zunächst hielt ich es für eine weitere Variante von Elfen, doch nach mehr Ausführungen wurde mir klar, dass es sich hier viel mehr um einzigartige Kreation handelt. Mit den verschiedenen (Adels-)Häusern und den „Kasten“ klang das Volk der Kencyrath für mich direkt interessant. Offensichtlich ist auch, dass es eine ausführliche Hintergrundgeschichte zu dem Volk gibt. Auf weitere Ausführungen in den Folgebänden bin ich schon sehr gespannt.
Der Anhang war außerdem sehr nützlich, da er einige Informationen zu den Kencyrath und Tai-Tastigon zusammenfasst.
Insgesamt ist God Stalk für mich der perfekte Reihenstart. Die Einführung in die Welt funktioniert enorm gut, Jame ist eine gute Protagonistin und noch dazu wirkt die Welt bereits hier, als hätte sie ordentlich Tiefgang. 5 von 5 Sternen.
Dark of the Moon
Jame verlässt Tai-Tastigon und macht sich gemeinsam mit Marc und Jorin auf die Suche nach ihrem Bruder. Dabei durchstreift sie Rathilien und reist so durch die verschiedensten Orte. Währenddessen muss Torisen, Herrscher der Kencyrath, sein Volk zusammenhalten und die Bedrohung der Horde ausschalten.
Anders als God Stalk ist Dark of the Moon eher ein stereotypisches Fantasy-Buch. Es gibt ein Ziel, das die Charaktere verfolgen, und auf die Erfüllung dieses Ziels wird das ganze Buch über hingearbeitet. Die Episodenstruktur fällt hier weg, was ich persönlich etwas schade fand. Dadurch startet das Buch erst langsam und braucht etwas bis es wirklich in Fahrt kommt. Die letzten 200 Seiten sind dafür Spannung pur.
Zusätzlich zu James POV enthält dieses Buch auch POVs aus der Sicht ihres Bruders Torisen. Dieser ist ein guter Charakter mit seinen eigenen charakterlichen Schwächen und Stärken. Anfangs haben mich seine POVs zwar nicht sonderlich interessiert, doch mit der Zeit wurde ich mit ihm warm und empfand so die Hinzufügung seiner Sicht schlussendlich als Pluspunkt.
Rathillien (die Welt der Reihe) wird hier deutlich weiter ausgebaut. Auf der Suche nach ihrem Bruder durchquert Jame die verschiedensten Gegenden, die sich häufig geradezu märchenhaft und mysteriös anfühlen. Mit jeder neuen Offenbarung ergeben sich dabei neue Fragen und so bleibt die Welt stets geheimnisvoll, ohne aufgrund mangelnder Informationen zu nerven. Auch die Hintergründe der Kencyrath werden immer weiter ausgeführt. Deren Kultur und Vergangenheit fühlen sich somit immer realer an.
Auch hier gibt es wieder einen Anhang mit Informationen zu den Kencyrath. Dieser Anhang ist nicht derselbe wie im ersten Teil, sondern wurde an den zweiten Teil angepasst. Hier werden die Adelshäuser der Kencyrath und ein Stammbaum dargestellt.
Alles in allem konnte mich auch der zweite Teil sehr begeistern. Die einzige Schwäche war für mich der langsame Anfang des Buchs. Hier habe ich nach dem ersten Teil einfach etwas mehr erwartet. Nichts destotrotz waren die Geschichte und die Welt extrem spannend und somit gebe ich dem zweiten Buch 4 von 5 Sternen.
Mit meiner Ausgabe des Buchs habe ich jedoch ein Problem: die Tinte scheint nicht die beste zu sein. Schlechte Tinte fällt mir gerade bei englischsprachigen Büchern immer wieder auf. Die Tinte verwischt bei Berührung manchmal minimal und auf einigen Seiten ist sie auch einfach extrem blass, allerdings ist meine Ausgabe auch bereits gebraucht, weshalb letzteres auch eine Alterserscheinung sein kann. Das Buch ist zwar komplett leserlich, aber das Verwischen der Tinte sieht doch etwas unschön aus.
Da ich die Qualität der Ausgabe allerdings nicht in die Bewertung einfließen lassen möchte – das Cover finde ich übrigens ziemlich lahm und nicht gerade ansprechend – gebe ich insgesamt 4,5 Sterne, die ich mit Freude auf 5 Sterne aufrunde.