»Entzauberung« ist ein Schlüsselbegriff im Selbstverständnis der Moderne. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich? Was genau meinte Max Weber damit? Und sind seine kanonisch gewordenen Vorstellungen überhaupt haltbar beziehungsweise: Sind sie alternativlos?
Die Macht des Heiligen ist der Versuch, »Entzauberung« zu entzaubern. Dazu widmet sich Hans Joas zunächst exemplarischen Fällen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Religion seit dem 18. Jahrhundert. In direkter Auseinandersetzung mit Weber entfaltet er sodann den Grundriss einer Theorie, die dem machtstützenden Potenzial von Religion ebenso gerecht werden kann wie dem machtkritischen. An die Stelle des Geschichtsbilds vom unaufhaltsam fortschreitenden Prozess der Entzauberung tritt die Konzeption eines Spannungsfelds zwischen Dynamiken der Sakralisierung, ihrer reflexiven Brechung und den Gefahren ihrer Aneignung in Prozessen der Machtbildung. Das beinhaltet Zumutungen – für Gläubige ebenso wie für säkulare Geister.
Das ist ein sehr gutes Buch für alle, die sich entweder mit der Rede von Säkularisierung, Rationalisierung und Entzauberung als DIE Kennzeichen der Moderne schon immer schwer getan haben, oder denen das letzte Jahrzehnt doch sehr zu denken gegeben hat, ob sich hier die Soziologie nicht vielleicht doch massiv etwas vor macht. Das Buch ist dabei null aktualistisch, sondern Joas rekonstruiert, wo die Rede von der Säkularisierung und Rationalisierung überhaupt herkommt, und welche Funktionen sie hat, v.a. im Werk von Max Weber. Am Schluss gibt Joas auch eine relativ knappe Skizze zu einer positiven Konzeptualisierung der Rolle und Funktion des Heiligen in einer Gesellschaft, v.a. so genannter moderner Gesellschaften. Positiv heißt hier: Im Sinne von Anerkennung, dass das Heilige in ganz unterschiedlichen Formen in Gesellschaften eine Rolle spielt, diese Rolle nicht als defizitärer Rückfall ins Reaktionäre oder Vormoderne geframet werden sollte, weil man dadurch null analytischen Zugang zum jeweiligen Phänomen gewinnt. Damit ist aber nicht gemeint, dass es das Heilige (als was auch immer) jenseits von menschlichen oder gesellschaftlichen Praktiken existiert, aber eben auch nicht, dass es nicht existiert. Bonus: Das Buch ist auch für religionsphilosophische und soziologische Laien sehr gut zu lesen, wenn man ein bisschen Erfahrung mit dem Lesen theoretischer Text hat.
ამ წიგნის მოკლედ და ერთი სიტყვით შეფასება შეუძლებელია. იოასის ცოდნის ამოუწურავი რესურსი, მისი ინტერესი რელიგიებისა და საკრალურის გამოვლინებებისადმი, მისი სიფრთხილე ინტერპრეტაციასა და გამოცდილებას შორის ურთიერთობაში არსებული კონტინგენტურობისადმი, ვებერისა და დურკჰაიმია დაღეჭვაში, ტროელჩის წინ წამოაევაში - ეს ყველაფერი, უბრალოდ, ნაწილია იმ დიდი თავგადასავლისა, რომელსაც იოასი მიუყვება მკითხველთან ერთად და რელიგიის სოციოლოგიური კვლევის ახალ გზებს კაფავს.
ნამდვილად იშვიათია ასეთი ავტორი, ასეთი თვალსაწიერი და რაც მთავარია - ამ მცდელობის ასეთი დახვეწილი განხორციელება. რა თქმა უნდა, სურვილი გამიჩნდა, მისი სულ ახლად გამოცემული წიგნი წავიკითხო მორალურ უნივერსალიზმზე.