I was recommended this book by a youtube video. Seeking the dubious macabre titillation of a halloween seasonal read, I was instead treated to a nuanced discussion on corporal punishment as retribution vs rehabilitation, and a stern rebuke of the very attitude that led me to the book in the first place.
The 18th century Europeans who spread word (and ghoulish pictures) of the Chinese capital punishment known as Linchi, the lingering death, the brutal punishment of death through cutting and dismembering a criminal while still alive. They saw the practice as proof that the Chinese, and indeed all Asians, were morally inferior to white Europeans, and that they required far more brutal punishments to “stay in line.” This view allowed them to justify horrific brutality of native peoples during their sorted imperialist enterprises in the next centuries. It is also ironic, as Europeans were putting people to death under even more brutal means merely a century before they judged these proceedings, to many more people, even as the brutal practice was in it’s last legal days in China.
The book is quite academic, and not an easy read, but a worthwhile one. It highlights the dubious orientalist attitudes that lead the Europeans to their hypocritical judgement, the very attitudes that leas them to judge the punishment all wrong, seeing it through Christian eyes as victims experiencing ecstasy through extreme torment, an interpretation which the writers (and I) find repugnant, despite the sadistic impulse that draws people to contemplate this spectacle, one which in critical examination, I’m ashamed to see in my own attraction to this book. This sadism has attracted Europeans and poisoned their view on asian cultures, a bias that continues to this day. It was Europeans, after all, who circulated photos of these grim proceedings with relish, inspiring a genre of thought in people like Georges Bataille, who, obsesses with these photos, convinced themselves that they saw ecstasy in the victim that couldn’t possibly be there, based on an old Christian bias to see ecstasy in suffering. They also highlight some very poor scholarship that propelled these views.
In the end, the practice was unimaginably cruel for the commiter of any crime, but not as cruel as is imagined. Most victims were dead in seconds, and the goal was not performative as European executions were at the time to elicit an emotional response from an audience, and a sense of redemption of the victim. It was just brutal and swift justice from the state.
Dark stuff to contemplate, but ultimately a necessary exorcise. We lose track of just how quickly our own views on brutal, tormented punishment have changes in advanced societies. As an American, I’m left realizing that my nation is still one of the last in the advanced world that executes criminals.
If we judge other cultures for their perceived brutality, perhaps we should examine our own history, and indeed, current practices first, and wonder how they will be perceived in a hundred years time.
Das Verhältnis zwischen China und Europa war immer schwankend. Zunächst geprägt von Unkenntnis, die sich in Mystifizierung äußerte, dann von Halbwissen, das im politisch aufgeheizten Weltklima des 19.Jh. zu Abgrenzungs- und Kolonialisierungszwecken mißbraucht wurde, und schließlich heute von fast ausschließlich wirtschaftlichen Betrachtungen, ist China trotzdem noch ein Geheimnis für viele Europäer. Ein Thema, das immer schon für Spannungen sorgte, war die unterschiedliche Bestrafungskultur, oder zumindest die unterschiedliche Wahrnehmung derselben. Um dieses Thema dreht sich dieser Band, der als Aufhänger für die Diskussion ein spektakuläres Beispiel heranzieht: Den Tod durch Zerschneidung des Körpers in Einzelteile, chinesisch "lingchi".
Die Geschichte dieser Todesstrafe wird von ihrem wohl mongolischem Ursprung durch die Ming- und Qing-Dynastien erzählt, doch in diesem Buch geht es um mehr als nur diese Strafe an sich: Die Hintergründe, warum gerade das lingchi als schlimmer erachtet wurde als das Köpfen oder Erwürgen, die gegenseitige Beeinflussung der diesseitigen Justiz mit religiösen Nachweltbeschreibungen wie dem Yuli chaozhuan, sowie die Rezeption der chinesischen Bestrafungskultur im Westen, die sich durch einen extremen voyeuristischen Fetischismus auszeichnet, werden ausführlich beleuchtet - das Buch gibt daher eine detaillierte Einführung in die Geschichte der Rechtsexekutive des kaiserlichen China.
Leider hält der Schreibstil des Autorentrios manchmal nicht mit dem äußerst interessanten Inhalt mit. Ich als Lektor hätte gerade bei der Einleitung jeden dritten Satz ersatzlos gestrichen - die Autoren haben die Neigung, alles dreimal zu sagen, nur mit anderen Worten, und das ermüdet sehr. Ebenso wenig gelungen finde ich die extrem übertriebenen, andauernden, ständig wiederholten Hinweise darauf, dass man doch nicht so erschrocken sein darf, so entsetzt, und dass die Leser nicht so panikartig auf die in den Methoden zur Schau gestellte Grausamkeit reagieren dürfen. Ganz ehrlich - ich glaube nicht, dass jemand heutzutage so auf Illustrationen oder sogar Fotos von abgeschnittenen Körperteilen reagiert, insbesondere, wenn man die Zielgruppe des Buchs in Betracht zieht. Das hätten sich die Autoren echt sparen können, ja sogar müssen. Glücklicherweise legt sich das mit Fortschreiten des Buchs, und gerade die mittleren Kapitel sind distanzierter und gleichzeitig spannender geschrieben, doch man kann anhand des Schreibstils die drei Autoren recht klar unterscheiden. Die Kapitel über George Bataille's "Les Larmes d'Éros" und die Diskussion über die Textgeschichte wirken allerdings unabhängig davon wie ein Fremdkörper.
Die Reproduktionsqualität der Schwarzweißfotos und der Holzschnittillustrationen ist durchweg gut, ebenso die Bindung. Das Papier ist unangenehm grob, fühlt sich sehr rauh an. Die Gestaltung des Schutzumschlags, passend zur Thematik in Blutrot gehalten, gefällt. Ein ausführlicher Index, eine ebensolche Literaturliste sowie eine Zeittafel komplettieren das Werk.
Allen Lesern, die mehr erfahren wollen über die Bestrafungen des kaiserlichen China, sei es ausgehend von Literatur oder auch Geschichtskunde, ist dieses Buch ans Herz zu legen, trotz der Minuspunkte in der B-Note.
在圖書館中見到「卜正民」的名字,便將這本《殺千刀︰中西視野下的凌遲處死(Death by a Thousand Cuts)》給借回來看。或許是先前閱讀《維梅爾的帽子》與《塞爾登先生的中國地圖》那種暢快淋漓所帶給我的印象太深了,因此在相較之下,《殺千刀》便更像是一本標準正經的學術著作。當然,本書還有另外兩外作者,並不是卜氏的個人之作。