Das Buch soll in erster Linie dazu dienen, sich dem blinden Treuhand-Bashing entgegenzustellen und die Debatte über die Treuhand mit Fakten anzureichern.
Die ganze Zeit schwingt da in gewisser Weise dieses "So schlimm war es ja auch nicht." mit. Meines Erachtens kam dadurch auch so in gewisser Weise die Problematisierung und kritische Beleuchtung der Treuhand zu kurz.
Würde sich das Buch allein als Debattenbeitrag verstehen, wäre das sicherlich in Ordnung, aber dadurch dass auch der Anspruch da ist, ein differenziertes Bild der Treuhand abzuliefern, fand ich das stellenweise auch etwas zu mager, ehrlich gesagt.
Was ich dagegen positiv fand, war der Ansatz, auch die ostdeutschen Erfolgsgeschichten zu erzählen. Denn diese könnten eigentlich auch der Grundstein für ein großes feministisches Narrativ legen.
So waren es in erster Linie, die ostdeutschen Frauen, die ihr eigenes Schicksal in die Hand nahmen, um sich nach der Wende komplett neu zu erfinden, während die ostdeutschen Manner verbittert einem untergegangen Staat nachtrauerten.
Etwas problematisch an dem Buch fand ich tatsächlich auch, dass Thilo Sarrazin als Quelle sehr unkritisch und kontextlos verwendet wurde, was ich aufgrund seines höchst problematischen Gedankenguts eigentlich für unverantwortbar halte.