Ich muss später nochmal mehr schreiben, aber das Buch hat mich in sich hineingezogen und ich habe Redebedarf. Ich freu mich schon auf den Büchermontag zum Reden.
Ich habs gut lesen können, aber die Motivation für das Buch nicht ganz verstehen...warum tut Elvira das, was sie tut?
Edit (11.6.25):
So, mit ein bisschen Abstand auch zur Diskussion am Büchermontag jetzt mal eine längere Review.
Wie schon oben beschrieben habe ich das Buch super schnell gelesen. Ich habe nicht das Gefühlt gehabt, dass ich mich zwingen musste, das Buch zu lesen. Ich mochte den Schreibstil sehr. Das Einzige, was mich etwas gestört hat, war die Sexszene am Ende, die war einfach...nicht meines.
Zur Geschichte: Ich finde den Ansatz des Buches toll, diese Aufarbeitung von "Helenes Leben", wie Elvira es wahrgenommen hat, bzw. wie Elvira meint, dass Helenes Leben war. Elvira ist einfach eine alternde Frau, die mit dem Tod einer "Freundin" konfrontiert wird und dabei bemerkt, dass sie selbst eigentlich nichts hat (außer eine Eigentumswohnung) und dass ihre Freundin zwar etwas hatte bzw. haben hätte können, was mit den Jugendjahren, die sie gemeinsam verbracht haben, zusammenpasst, aber dieses HÄTTE mit dem Tod zusammenfällt.
Elvira reagiert zuerst mit ... nichts tun und dann kommt plötzlich ein Umschwung, den ich nicht super gut nachvollziehen kann, aber okay, sonst würde das Buch ja auch keine Handlung haben. Der Aktivismus von Elvira ist halt super unkoordiniert - sie hat eigentlich gar keinen Plan, aber sie organisiert sich zumindest Hilfe in Form von Adrian? Auch irgendwie unlogisch, aber wer reagiert in so eine Situation auch logisch.
Dass bei Elvira dann auch noch eine sehr altmodische Auffassung von Feminismus mitspielt, kann man irgendwie schon verstehen und passt zu einer Charakter, der so unreflektiert durch das Leben gleitet. In Elvira hat sich gefühlt zwischen der WG Zeit in den 70ern und dem Jetzt nichts getan. Das dies vermutlich den Feminismus der Autorin widerspiegelt macht es nicht besser.
Adrian ist dabei wirklich nicht ein ... Helfer ohne Eigenschaften, selbst in den Kapiteln aus seiner Sicht hat er nicht wirklich eine Tiefe. Wobei das Elvira auch nicht hat.
Fazit: Ich habe das Buch nicht ungerne gelesen, weiß aber am Ende nicht, was mir das Buch sagen will. Also Geschichte ist es nett zu lesen. Als Feministisches Werk eher weniger.
Ich würde das Buch durchaus jemanden weiterempfehlen, aber nachdem man Werk und Autorin schlecht trennen kann, dann eher doch nicht.