Für mich ein ganz anderes Buch, als ich es erwartet hatte. Von Stadt zu Stadt folgt man Zaza, begleitet ihn auf einer kleinen, tragischen Liebesgeschichte, erfährt am Rande etwas über den Kaukasuskonflikt zwischen Russland und Georgien und natürlich über die 99 anderen Schriftsteller, über deren Eigenheiten, Stärken und vor allem Schwächen.
Von vorn bis hinten sehr angenehm zu lesen.
Lieblingsstellen:
"Die Flieger gen Europa starten bei uns regelmäßig im Morgengrauen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass der Nachthimmel billiger ist als der Taghimmel. Dieser Grund wiederum reicht vollkommen aus, dass unsere Vampir-Fluggesellschaften das Tageslicht so leidenschaftlich meiden."
"In Tbilissi hätte Zwiad auf keinen Fall solch einen Regenschirm in die Hand genommen, denn für heute gilt es für georgische Männer als beschämend, mit einem Regenschirm gesehen zu werden. Es ist nicht so, dass es untersagt wäre, aber wir meiden sie - lieber werden wir nass und krank, bekommen eine Lungenentzündung, aber ein Regenschirm kommt nicht in Frage. Hier in Malbork nahmen wir sie an, denn hier bestand für uns keine Gefahr, für schwul gehalten zu werden."
"Ich wusste, ich musste anfangen Helena zu hassen. Wenn man nicht anfängt zu hassen, dann kann man auch nicht aufhören zu lieben!"