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Die Todgeweihte

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Eine dramatische Liebe in dunkler Zeit

Basel im Jahr 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. - Ein üppiger historischer Roman nach einer wahren Begebenheit: Packend und berührend erzählt Titus Müller von großer Liebe, wahrer Freundschaft, religiöser Intoleranz und verheerenden Schicksalsschlägen.

378 pages, Paperback

First published January 1, 2005

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Community Reviews

5 stars
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4 stars
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3 stars
15 (29%)
2 stars
7 (13%)
1 star
2 (3%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Saskia.
354 reviews43 followers
March 15, 2017
Das hier wird eine verärgerte "ich mach mir Luft" Rezension, die leider auch einige Spoiler enthalten wird. Bitte seid gewarnt und lest sie nur, wenn euch das nicht stört.

Ich glaube, dass hier meine persönlichen Vorlieben und eben auch Abneigungen eine große Rolle bei meiner Bewertung spielen. Denn es ist nun einmal so, dass ich Romane in erster Linie der Charaktere wegen lese. Es fasziniert mich, wie sie leben und welche Entscheidungen sie treffen, welche "Fehler" sie haben und wie sie an Aufgaben wachsen. Sie sollen also, besonders anfangs aber auch später, keineswegs perfekt sein. Sie sollen aber auch nicht so schrecklich naiv, dumm und lernunwillig sein, dass ich den Glauben an die Menschheit verliere. Saphira, Christian und zu einem gewissen Grad auch Tam, waren aber leider genau das.

Dabei hat mich die Hintergrundgeschichte des Buches mich wirklich interessiert: Wie machthungrige Personen Situationen geschickt einfädeln, sich Vorurteile zu Nutze machen und leichtgläubige Menschen manipulieren, um Schritt für Schritt ihre selbstsüchtigen Ziele zu erreichen. Leider waren die Hauptcharaktere und insbesondere dieses gekünstelte Liebesdreieck im Vordergrund kaum zu ertragen.

Anfangs ist Saphira angeblich schrecklich verliebt in Tam und macht sich viele, unüberwindbar große Sorgen, weil sie Jüdin und er Christ ist. Eine Heirat ist also, aus religiösen Gründen und weil die Eltern ohnehin dagegen wären, ausgeschlossen. Vorehelichen Sex wünscht sie sich zwar, schließt ihn aber auch aus, weil es ja eine Sünde wäre. Sie hat sich also gerade dazu durchgerungen, die Sache zu beenden, als ihr Tams bester Freund Christian, den sie nie zuvor getroffen hat, einen Brief von Tam überbringt. Sie unterhalten sich fünf Minuten lang, Christian tröstet sie ein wenig und sofort wirft sie sich ihm an den Hals, lässt sich von ihm küssen und schläft dann plötzlich mit ihm. Und er mit ihr, der Frau in die sein bester Freund unsterblich verliebt ist und die er geschworen hat nicht anzurühren, die er dann aber küsst und umarmt, denn
Ihre Unerfahrenheit reitzte ihn

ja so sehr. Dafür wirft man natürlich eine jahrelange Freundschaft sofort über Bord und mit dazu alles Vertrauen und so weiter, das man aufgebaut hat. Und die eigene Zukunft und die des anderen gleich mit. Man kann sich ja eine neue besorgen, oder etwa nicht? Unpraktisch nur, wenn es gerade der günstige Augenblick im Monat war und eine Schwangerschaft folgt. Da lässt sich der Fehltritt dann nicht mehr so gut verheimlichen.

Es folgt, worauf der Klappentext wohl anspielt, wenn er von "einer dramatischen Liebe in dunkler Zeit" spricht:

...

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber so etwas frustriert mich eher, als das es mich bewegt und von wahrer Freundschaft zeugt das auch nicht. Bis auf die Henkersfamilie, die Saphira als Magd aufnimmt und leider nur als Beiwerk dient, sind alle Charaktere in diesem Buch weit entfernt davon "gut" oder auch nur ansatzweise sympathisch zu sein.

Sie treffen falsche, kurzsichtige Entscheidungen und jammern dann herum, wenn sie sich negativ auf ihr Leben auswirken. Aber statt daraus zu lernen, stürzen sie sich auf die nächste Gelegenheit, das zu wiederholen oder ihre Situation auf andere Art und Weise noch schlimmer zu machen.

Warum tat er ihr das an? Er liebte sie, wenn sie hilflos war. Das war der Grund.


Es mag Leute geben, die das anders sehen, aber ich finde das grässlich. Besonders, weil Saphira am Ende dann noch einmal das Bedürfnis verspürt, einen auf Kriemhild zu machen und alles in Gefahr bringt, was Tam für sie erreicht hat.

Mehr noch als alle anderen Charaktere zusammen ist sie naiv, dumm, leichtsinnig und untreu -- vor allem sich selbst aber auch den Menschen, die sie angeblich liebt, am Anfang der Geschichte genauso wie am Ende. Und dann wird sie dafür belohnt und darf ihren Traum leben und von allen bewundert werden. Weil das Buch uns sagen möchte, dass die Welt eben ungerecht ist, nehme ich an.

1.5 Sterne, einen, weil man nicht 0 geben kann und einen halben, weil die Henkersfamilie so freundlich und loyal und die Geschichte der Stadt wirklich interessant war. Leider hätte ich sie gerne ohne die Hauptcharaktere und das erzwungene, "dramatische" Liebesdreieck gelesen.
1,116 reviews9 followers
May 28, 2025
Historischer Roman. 1348 in Basel: Jüdin Saphira in einer unmöglichen Liebe: sie kann Tam, den Sohn des Bürgermeisters und Ritters Bärenfels, unmöglich heiraten, denn er ist Christ. Als Tam ihr seinen besten Freund Christian vorbeischickt, um ihr einen Brief zu bringen, verführt der sie. Nun ist ihr Leben völlig ruiniert.
An historischen Romanen intressiert mich vor allem, mich vom Autoren in die Lage eines normalen Bürgers der Zeit versetzen zu lassen. Könige und ihre Feldzüge interessieren mich kaum. Das Buch liefert in dieser Hinsicht ganz ordentlich. Dass das Buch in Basel spielt, einer Stadt, die ich gut kenne, macht das ganze noch interessanter. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es spannend ist, zu verfolgen, wie sich die Hetzkampagne des Bürgermeisters gegen die Juden entwickelt. Der Autor hat sich eine der spektakulärsten Zeiten in der Basler Geschichte ausgesucht. Juden-Progrom, Pestausbruch und Erdbeben fanden tatsächlich innerhalb eines kurzen Zeitraums statt.

Andere Elemente des Buchs gefallen mir hingegen nicht, vor allem das zentrale Element: das unglückliche Liebsdreieck. Es gibt noch weitere Klischees: Der sensible junge Mann, der seinen grobschlächtigen Vater enttäuscht. Der Freund, der ein Frauenheld ist und den Protagonisten hintergeht usw.
Summa summarum nicht so ganz das Wahre.
2.5/5
Profile Image for Kirsten.
3,118 reviews8 followers
December 22, 2024
Gerade, was die Personen angeht, hätte ich mir mehr Ausführlichkeit gewünscht. Bis auf Saphira kamen mir die Menschen, denen ich im Buch begegnet bin eher flach vor. Und auch bei ihr habe ich die Motive nicht immer erkannt. Da wären ein paar Seiten mehr gut gewesen.

Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen. Die Geschichte war spannend erzählt und auch ohne Vorwissen über die geschichtlichen Hintergründe konnte ich gut folgen.
14 reviews2 followers
December 16, 2021
Ein Buch, in dem alles drin steckt: Spannung, Liebe, Romantik und vor allem Geschichte mit Details. Ich wurde entführt in eine andere Zeit und werde die Stadt Basel beim nächsten Besuch sicher mit anderen Augen sehen.
Profile Image for Feodora.
538 reviews2 followers
November 3, 2019
Ein Schlechtwetterwochenende und schon ist so ein, knapp, 400 Seiten Schmöker gelesen.
Nette Geschichte und gute Mischung zwischen historischen Fakten und Fiktion. Kommt auf den Meetupstapel
Profile Image for Ela Aglaia.
8 reviews
August 16, 2016
Eine leichte und unterhaltsame Geschichte, welche zwischen den mittelalterlichen Mauern der Stadt Basel spielt. Trotz einiger korrekter historischer Angaben, sollte das Buch nicht vordergründig als historisches Dokument gelesen werden - einige Stellen weisen Eindeutige Ungenauigkeiten auf.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, da es mir zu den vielen wissenschaftlichen Texten, die ich für die Uni lesen muss (und will), einen schönen Ausgleich geschaffen hat.
Profile Image for Alexa.
236 reviews7 followers
June 3, 2023
Wunderbare Zeitreise ins mittelalterliche Basel in Zeiten von Pest, Pogromen und dem verheerenden Erdbeben 1356.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

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