Berlin 1917: Edith, Margot und Luise könnten unterschiedlich nicht sein, als sie sich bei der Hebammenausbildung kennenlernen. Was sie jedoch verbindet, ist ihr Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit – als Flucht vor dem dominanten Vater, vor der Armut der Großfamilie oder den Schatten der Vergangenheit. In einer Zeit, in der die Welt im Kriegs-Chaos versinkt, ist die Sehnsucht nach Frieden genauso groß wie das Elend, mit dem die drei Frauen täglich konfrontiert sind. Aber sie geben nicht auf, denn sie wissen, dass sie jeden Tag aufs Neue die Chance haben, Leben zu schenken …
Dieses Buch ist der erste Band einer vierteiligen Reihe. Wir lernen Margot, Edith und Luise kennen. Drei junge Frauen, die alle der Wunsch eint, Hebamme zu werden. Dabei spielt die Geschichte in Berlin im Jahr 1917, also im Ersten Weltkrieg. Edith ist Jüdin und kommt aus einer reichen Familie. Gegen den Willen ihrer Eltern möchte sie ihren Berufswunsch verwirklichen. Luise kommt aus Ostpreußen und hat schon Erfahrungen als Hebamme sammeln können, da ihre Oma auch Hebamme ist und Luise sie schon oft begleiten und helfen durfte. Margot schließlich kommt aus ärmlichen Verhältnissen und kann sich die Ausbildung zur Hebamme nur leisten, weil sie entsprechend eine Förderung bekommen hat. Drei ganz unterschiedliche junge Mädchen, die sich bald anfreunden und die wir in diesem Buch begleiten dürfen. Es dreht sich hauptsächlich um das Leben als Hebamme zu der damaligen Zeit und natürlich um das Leben im Ersten Weltkrieg. Die Not, Armut und die Angst hat die Autorin mir gut vermitteln können. Es gibt wirklich einige ans Herz gehende Episoden im Buch. Mich konnte dieser erste Band überzeugen. Die Geschichte hat mich sowohl berührt als auch unterhalten. Ich freue mich auf den zweiten Band!
Die reiche Edith, die arme Margot und Luise vom Land treffen sich in der Neuköllner Hebammen-Schule, um sich den Traum Hebamme zu werden, zu erfüllen.
Jede der drei Charaktere hat unterschiedliche Motivationen, die sie antreiben in ihrem Bestreben Hebamme zu werden und so unterschiedlich sind sie sich auch charakterlich. Es hat mich dabei wenig gestört, dass die Kombination der Charaktere aus anderen bekannten Büchern des gleichen Genres übernommen wurde - es hat sich bewährt und war gut. Wieso soll es nicht nochmal funktionieren? Doch leider schafft es die Autorin nicht diese funktionierende Kombination und das interessante Setting so spannend und lesenswert zu machen, wie ich es bspw. aus "Call the midwife" oder "Die Nightingale-Schwestern" kenne.
Woran liegt das? Der Fokus liegt hier weniger bei den Hauptcharakteren sondern viel mehr bei ihrer Arbeit. Aber so wird nicht eine Schwangere in den Fokus gerückt, sondern die Seiten fliegen dahin, Personen kommen und gehen und mir ging dabei die Tiefe verloren. Ich hätte lieber eine Entwicklung verfolgt und nicht so viele Schicksale hintereinander angerissen bekommen.
Die gleiche Tiefe fehlt mir auch bei der Charaktererzählung. Die drei Frauen werden ganz am Anfang skizzenhaft dargestellt. Sofort freunden sich die drei an, einen Verlauf davon bekommt man als Leser nicht mit und dann werden deren Probleme innerhalb einer Seite aufgebaut und gelöst. Mir ging das alles viel zu schnell. Aber vielleicht habe ich einfach eine charakterbasierte Geschichte erwartet, so dass meine Voreinstellung in Enttäuschung umschlug. Mich konnte das Buch so leider gar nicht überzeugen.
Die Geschichte plätscherte vor sich hin, die Erzählperspektive empfand ich wie bei 1813 von Sabine Ebert sehr seltsam: flach, aufgesetzt und als würden einem Menschen von damals Worte in den Mund gelegt, die jemand sagen würde, der von heute auf die Zeit guckt. Alle Gedanken waren schon fertig interpretiert.
Dieses Buch habe ich eher zufällig entdeckt. Aber da es im ersten Weltkrieg in Berlin spielt, war meine Neugier geweckt. Insbesondere dass es um die Arbeit von Hebammen in Neukölln geht. Meine Oma wurde 1916 in Berlin geboren. Ihre Mutter war nicht verheiratet, was überall ein Skandal war, aber in Berlin nicht ganz so schlimm geächtet wurde wie in katholischen Regionen. Das Elend in Neukölln, das damals noch nicht zu Berlin gehörte, wird im Roman sehr eindrücklich beschrieben. Der Hunger, der Dreck, die Läuse, die Enge in den Kellerwohnungen, die Kriegsversehrten an jeder Straßenecke, die Gewalt, ich war mehrfach den Tränen nahe. Das Buch soll laut Nachwort der Autorin auf die Wichtigkeit und die aktuelle Lage der Hebammen aufmerksam machen. Ich fand die Beschreibungen der Schwangerschaftsvorsorge, der Geburten und der Säuglingsfürsorge sehr interessant. Leider gab es hier aber ein paar Details, die mich gestört haben. So werden z.B. ungeborene und neugeborene Kinder konsequent als "Baby" bezeichnet. Meiner Meinung nach sagte man damals "Säugling", vor allem im medizinischen Bereich. Außerdem werden die Gebärenden immer in die Rückenlage gebracht, als müsse das so sein. Ich kann mir zwar vorstellen, dass das in der Hebammenschule der Frauenklinik in Neukölln so praktiziert wurde. Aber die Hauptfigur Luise hat ihre Großmutter in Ostpreußen seit ihrer Kindheit bei ihrer Arbeit begleitet und ich denke, dort wusste man damals nichts von den "modernen Methoden", die für Ärzte und Hebammen die Arbeit rückenfreundlicher gestalten sollten. Und selbst wenn, dann hat die patente, erfahrene Oma sicher eine andere Meinung dazu gehabt. Da hätte ich erwartet, dass Luise sich mindestens wundert, wenn nicht sogar widerspricht. Dann ist zwar immer wieder die Rede von der Sterilisation von Geräten, aber nicht ein einziges Mal wäscht sich jemand die Hände, bevor der Muttermund abgetastet wird. Nach der Geburt wird die Nabelschnur durchgeschnitten, das Kind wird in ein Tuch gewickelt. Aber kein einziges Mal wird beschrieben, dass das Kind an den Füßen kopfüber hochgehoben wurde und man ihm einen Klaps auf den Po gab, um den ersten Schrei auszulösen. Erst seit sich Frédérick Leboyer 1974 für die sanfte Geburt eingesetzt hat, wird das nicht mehr praktiziert. Dazu kommen weitere Fehler, wie z.B. dass aus Rixdorf auch mal "Ritzdorf" wird. Wenn die Figuren irgendwo hin fahren, nehmen sie immer die Ringbahn, ob nach Potsdam, zur Friedrichstraße oder zum Schlesischen Bahnhof (heute Ostbahnhof). Schade nur, dass das alles keine Ringbahnhöfe sind. Dabei wäre gerade das heute so einfach zu recherchieren! Dann wird jemand als "Frau mittleren Alters" bezeichnet, aber auf der nächsten Seite ist sie plötzlich eine "junge Frau". Da wird ein Kind "Margarethe, nach ihrer Großmutter" genannt, aber ein paar Seiten weiter ist es die Großmutter der Vaters, also die Urgroßmutter des Neugeborenen. Es mag sein, dass manche Menschen sagen: "ihre Schicht auf Station beginnt", aber nicht in Berlin. Und man sagt hier auch nicht: "Wir sind hier nicht in Unter den Linden." Dass eine Hebamme mal eben ein Foto der Familie macht, wundert mich dann auch nicht mehr. (Gebt doch mal "Fotoapparat 1918" in die Suchmaschine Eures geringsten Misstrauens ein und schaut Euch die Bilder an. So ein Gerät hat man nicht mal eben ohne Vorkenntnisse benutzt.) Das ist so schade, denn das Buch wäre nicht nur in Bezug auf die Lage der Hebammen wichtig, sondern der Umgang mit der spanischen Grippe ist eine wunderbare Parallele zur aktuellen Corona-Pandemie. Ein ordentliches Lektorat und Korrektorat wäre hier extrem wichtig gewesen.
Zum Buch Das Licht der Welt. Berlin 1917: Edith, Margot und Luise könnten unterschiedlicher nicht sein, als sie sich bei der Hebammenausbildung kennenlernen. Was sie jedoch verbindet, ist ihr Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit – als Flucht vor dem dominanten Vater, vor der Armut der Großfamilie oder den Schatten der Vergangenheit. In einer Zeit, in der die Welt im Kriegs-Chaos versinkt, ist die Sehnsucht nach Frieden genauso groß wie das Elend, mit dem die drei Frauen täglich konfrontiert sind. Aber sie geben nicht auf, denn sie wissen, dass sie jeden Tag aufs Neue die Chance haben, Leben zu schenken …
Die große Hebammen-Saga: historisch fundiert, atmosphärisch und voller liebenswerter Figuren.
Ich liebe die Bücher von Linda Winterberg, umso mehr hab ich mich natürlich auf diese Hebammen Saga gefreut, auch weil ich selbst grad ein Baby bekommen habe.
Die Geschichte beginnt in Berlin, im Jahr 1917. Edith, Margot und Luise lernen sich kennen. Edith, aus gutem Haus aber ohne Unterstützung ihrer Eltern, Margot, welche aus ärmsten und einfachen Verhältnissen kommt und Luise, die bei ihrer Oma aufgewachsen ist und schon viel unterschiedliche Hebammenerfahrungen sammeln konnte. Alle drei beginnen ihre Ausbildung zur Hebamme und genau damit beginnt diese wunderbare Saga.
Mitten im Krieg holen die 3 jungen Frauen viele Babys auf die Welt und absolvieren mit großem Eifer ihre Ausbildung. Mitten im Krieg erlebt man in dieser Saga das Wunder eines neuen Lebens und gleichzeitig das bittere Elend des Krieges. Eindrucksvoll wurden von der Autorin die verschiedenen Facetten des Krieges lebhaft beschrieben, ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, selbst mittendrin zu sein und habe mit jeder Person und jeder Familie mitgefühlt. Schicksalsschläge, Hunger, Gleichgültigkeit und Elend erleben Edith, Luise Tag für Tag, vor allem bei den von ihnen betreuten Frauen, aber auch in den eigenen Familien. Auch der Tot ist ihr ständiger Begleiter. Trotzdem strotzt jede Seite ebenso von Hoffnung, Liebe und kleinen Wundern.
Mich haben vor allem die unterschiedlichsten Schicksale der schwangeren Frauen fasziniert und gleichzeitig oft auch unendlich traurig gemacht, denn die meisten dieser Geschichten hat der Krieg fast ganz alleine geschrieben. Auch wenn Traurigkeit nicht unbedingt dieses Buch dominiert, gehen ganz viele dieser Schicksale unendlich zu Herzen. Unglaublich toll ist auch die Weiterentwicklung dieser 3 jungen Frauen, auch wenn es bei jeder ganz eigene Schicksale und Zerwürfnisse gibt. Aber es gibt ebenso ganz viel Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung und ich habe jede Seite dieses spannenden Buches geliebt. Das Ende hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es kurz vorher einen ganz schlimmen Schockmoment gab. Ich freue mich jetzt riesig auf das zweite Buch, welches hoffentlich ganz schnell erscheint und kann diese Saga jedem empfehlen!
Edith, Margot und Luise haben nur eines gemeinsam, ihre Ausbildung zur Hebamme und den Wunsch, Kindern auf die Welt zu helfen. Edith kommt aus reichem Hause und ist gegen den Willen der Eltern an der Schule in Neu-Kölln. Margot kommt aus den Armenvierteln der Stadt und die Familie kann es sich kaum erlauben sie eine Ausbildung machen zu lassen, da damit ein Verdiener fehlt. Louise wiederum kommt vom Land und hat bei ihrer Großmutter schon vieles aus der Ausbildung gelernt, möchte aber die offizielle Zulassung zur Hebamme machen.
Wir begleiten die drei durch die 18 Monate ihrer Ausbildung, 1917 und 1918. Das Leben ist hart so inmitten des Krieges und um sie herum herrscht meistens Hunger und Not. Und doch schöpfen die drei immer wieder Mut und Kraft aus ihrer Tätigkeit. Margot trifft einen Jugendfreund wieder, der sich politisch engagiert, Edith muss sich gegen ihre Eltern durchsetzen, die sie lieber mit einem passenden Mann verheiratet sehen und Louise muss sich entscheiden, wo sie ihre Zukunft verbringen soll, in Berlin oder auf dem Land, wo sie groß geworden ist.
Das Buch besticht durch seine liebenswürdigen Charaktere. Nicht nur die drei Hauptfiguren, sondern auch die Nebenfiguren begleitet man wirklich gerne durch ihr Leben. Der Schreibstil der Autorin lässt das Leben in Neu-Kölln und Berlin mitten im ersten Weltkrieg vor den Augen des Lesers entstehen.
Ich habe mit den drei Frauen mitgelitten und mich mitgefreut. Das Buch war das erste, das ich von Linda Winterberg gelesen habe, aber es wird sicher nicht das letzte bleiben. Ich habe es in zwei Tagen regelrecht verschlungen.
Es wird noch weitere Bände um Edith, Margot und Louise geben, auf die ich mich schon sehr freue. Am Ende fiel es mir nämlich sehr schwer die drei wieder zu verlassen.
Von mir daher eine Leseempfehlung für dieses toll geschriebene Buch!
Mit "Aufbruch in ein neues Leben" startet Linda Winterberg ihre neue Trilogie rund um drei junge Frauen, die sich in Berlin, Neukölln, des Jahres 1917 als Hebammen ausbilden lassen möchten. Luisa, Edith und Margot kommen aus sehr unterschiedlichen Schichten, haben aber denselben Berufswunsch.
Luisa hat früh ihre Eltern verloren und ist bei ihrer Großmutter in Ostpreußen aufgewachsen. Schon als Kind begleitete sie die Landhebamme zu den Hausgeburten und ging ihr dabei zur Hand. Damit sie selbst einmal praktizieren darf, benötigt sie allerdings eine fundierte Ausbildung mit Zeugnis. Margot kommt aus ärmlichen Verhältnissen und bekommt durch die Fürsorge die Möglichkeit eine bezahlte Ausbildung zu erhalten. Sie hofft damit ihrer Mutter und den Geschwistern finanziell unter die Arme zu greifen. Ebenfalls möchte sie ihrem Leben eine neue Richtung geben. Edith hingegen kommt aus einer reichen jüdischen Unternehmerfamilie. Für eine Frau aus der Oberschicht ist ein Beruf nicht erwünscht, doch Edith möchte die Ausbildung ohne dem Einverständis ihrer Eltern durchziehen.
Linda Winterberg hat mit dem Auftakt ihrer Trilogie rund um die drei Hebammenschülerinnen ein sehr interessantes Thema aufgegriffen. Mit Begeisterung habe ich bereits die Reihe rund um die Nightingale Schwestern von Donna Douglas gelesen. Noch habe ich mir ein paar Bände davon aufgehoben und deshalb habe ich mich sehr gefreut eine ähnliche Thematik in Linda Winterbergs neuem Roman zu finden. Während man bei Donna Douglas in London kurz vor dem Zweiten Weltkrieg Schwesternschülerinnen begleitet, ist man hier in Berlin während des Ersten Weltkrieges. Die Ausbildung zur Hebamme steht ebenfalls im Kontrast zu derjeningen als allgemeine Krankenschwester. In diesem Roman steht vorallem die Geburtshilfe und die medizinische Versorung der Mütter und der Neugeborenen im Mittelpunkt, denn die Säuglingssterblichkeit liegt zu dieser Zeit bei 18%.
Die drei sehr unterschiedlichen Frauen freunden sich im Laufe der Ausbildung immer mehr an. Während man zu Beginn jede von ihnen besser kennenlernt, verfolgt man gespannt ihren gemeinsamen Weg. In den Wirren des Krieges werden sie mit allerlei Leid konfrontiert, aber auch eigene Schicksalschläge muss die eine oder andere am eigenen Leib erfahren. Hunger, Not und Kälte sind im letzten Kriegsjahr allgegenwärtig. Die Spanische Grippe findet ebenso Erwähnung, wie den Versuch durch die politische Umwälzungen den Krieg zu beenden. Die Charaktere sind sehr individuell und lebendig beschrieben. Man bangt, leidet und freut sich mit den Frauen mit. Hier entsteht sofort Kino im Kopf.
Während mich der Beginn und das Ende fesseln konnten, hatte der Mittelteil für mich manchmal einige Längen. Ich hatte des öfteren das Gefühl, dass vieles zu glatt geht und die Aneinanderreihung der Geburten hatten den Charakter einer Aufzählung. Hier hätte ich mir etwas weniger Geburten, dafür auch ein bisschen mehr drumherum gewünscht, wie mehr Alltag aus der Hebammenausbildung. Doch schon bald war ich wieder gefangen in der Geschichte. Vorallem im letzten Drittel wird der Roman genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte...voller Intensität und Dramatik, die fesselt und berührt.
Die Handlung wird sehr realitätsnah erzählt, wobei man leider auch den einen oder anderen liebgewonnen Charakter loslassen muss. Ich sage nur: Taschentücher bereithalten! Und auch das Ende hat einen bittersüßen Beigeschmack, wenn man weiß wie es geschichtlich weitergehen und was den drei Frauen noch bevorstehen wird. Ich freue mich schon auf Band 2, der im Januar erscheinen wird.
Schreibstil: Der Schreibstil, der unter Pseudonym schreibenden Autorin, ist sehr lebendig, bildgewaltig und emotional. Ihre Figuren sind authentisch und individuell. Innerhalb kurzer Zeit habe ich mich mit den drei Freundinnen mitgelitten und mitgefreut. Das Kopfkino kommt sehr schnell in Fahrt. Linda Winterberg alias Nicole Steyer hat wie gewohnt wieder vortrefflich recherchiert. Im Nachwort erfahren wir noch einige Fakten zur Gründung der ersten Hebammenlehranstalt in Neukölln und einen kleinen Einblick in die Zeit des Ersten Weltkrieges.
Fazit: Ein gelungener Auftakt der Hebammenreihe, der mich unterhalten und in das letzte Kriegsjahr des ersten Weltkrieges mitgenommen hat. Obwohl mir die Reihe rund um die Nightingale Schwestern von Donna Douglas noch immer besser gefällt, liest sich Band 1 rund um Margot, Edith und Luise wirklich sehr gut. Neben der Ausbildung und der Freundschaft der drei Frauen wird ebenso auf die politischen Hintergründe eingegangen. Ich freue mich schon auf den Nachfolgeband.
Diese Geschichte bewegte mich sehr. Wir begegnen mehreren Frauen aus verschiedenen Schichten, die im 1917 eine Hebammen Ausbildung machen.
Es war alles sehr bildlich dargestellt und man konnte sich in die Welt hineinversetzten.
Die Hebammenschüler sind mir schnell ans Herz gewachsen und auch die ein oder andere Dame die sie betreut haben.
Man erlebt als Leser viele Schicksalsschläge die einzelnen Damen erreichen, die einen bewegen und mit schaudern an die damalige Zeit denken lässt.
Es ist viel passiert und nicht immer schöne Sachen ich musste auch ab und an weinen. Da es mich so getroffen hat und habe das Buch mit Wehmut geschlossen. Dies ist ein Buch was ich immer wieder lesen werde und freue mich schon auf die Fortsetzung.
Interessanter, historischer (Liebes-)Roman zum Geburtswesen in der Kriegszeit…
Der historische Roman „Aufbruch in ein neues Leben“ Band 1 der Hebammen-Saga von Linda Winterberg ist am 12. Juli 2019 in der 2. Auflage im Aufbau Digital-Verlag erschienen und spielt in Berlin.
Edith, Margot und Luise treffen sich mit dem Beginn der Ausbildung zur Hebamme in Berlin und sind von Grund auf verschieden. Doch gemeinsam starten sie in ihr großes Abenteuer und geben sich gegenseitig Kraft und Halt, wobei jede ihr eigenes Päckchen zu tragen hat. Und auch wenn sie füreinander da sind, liegt vor ihnen eine schwierige Zeit, die geprägt ist von Elend und Armut, der Hoffnung auf Frieden und ihrem inneren Konflikt, ob es der richtige Weg ist, den sie gehen.
Zwei Tage habe ich für dieses Buch gebraucht, das mich am Ende zwar traurig, aber auch zuversichtlich zurücklässt.
Das Cover gefällt mir sehr. Es passt wunderbar zu dieser Geschichte und in dieses Genre.
Auch der Klappentext ist sehr gelungen. Er führt die Hauptfiguren und den Hauptkonflikt ein und vermittelt eine erste Stimmung. Mein Interesse wurde damit sofort geweckt und ich wollte das Buch unbedingt lesen.
Luise ist eine selbstbewusste, junge Frau, die in die Fußstapfen ihrer Oma treten und als Hebamme arbeiten will. Zwar hat sie schon jede Menge Erfahrung, doch möchte sie es noch weiter professionalisieren und dann als ausgebildete Hebamme zurück in ihre Heimat gehen. Doch dann kommt ihr die Liebe dazwischen und auch wenn sie weiß, dass sie damit ihre Ausbildung gefährdet, geht sie das Risiko ein und genießt die neuen Erfahrungen. Im Vordergrund steht aber immer die Ausbildung. Sehr schnell merkt man, wie viel Luise an diesem Job liegt und wie sie darin aufgeht. Luise ist Margot und Edith eine wirklich gute Freundin, redet ihnen gut zu und unterstützt sie. Dabei strahlt sie immer eine gewisse Zuversicht aus. Bis sie dann kurz nacheinander zwei eigene schwere Schicksalsschläge in die Tiefe reißen. Luise hat ein klares Ziel und arbeitet sehr aktiv darauf hin, nimmt alle Hürden, die ihr in den Weg gelegt werden und macht eine gelungene Entwicklung durch. Mir war sie sehr sympathisch und am Ende habe ich mit ihr mitgelitten.
Margot ist genau das Gegenteil zu Luise. Sie ist sehr ängstlich und pessimistisch. Durch eine Empfehlung darf sie ihren Traumberuf als Hebamme erlernen, doch schon den ersten Tag schafft sie nur mit Luises Hilfe. Man spürt sehr deutlich, dass Luise sich geborgen fühlen möchte und sich Liebe wünscht, doch genau dieses Need lässt sie ein Stück weit labil wirken und treibt sie in sehr unbedachte Situationen. Doch trotzdem empfand ich sie als aktiv und manchmal sogar kämpferisch, wenn es darum ging ihr Ziel zu erreichen. Gerade wenn es um ihre Familie ging bzw. deren Schutz ist sie über sich hinausgewachsen. Auch Luise entwickelt sich im Laufe der Handlung und wird deutlich selbstbewusster.
Edith ist von den Dreien die Selbstbewussteste. Durch eine ganz besondere Situation entscheidet sich Edith für die Ausbildung und nimmt dafür sogar in Kauf, von ihrer reichen Familie verstoßen zu werden. Sie weiß sehr genau, was sie will und lässt sich da auch nicht reinreden. Auch ihr Ziel ist klar und sie arbeitet sehr aktiv an dessen Erreichung. Edith macht ebenfalls eine Entwicklung durch, jedoch ist die für meinen Geschmack nicht so ausgeprägt wie bei den anderen Protagonistinnen.
Auch alle anderen Figuren mochte ich. Jede hatte ein Ziel und eine eigene Motivation. So haben alle in ihrer besonderen Art ein gelungenes Ganzes ergeben. Sie haben sich gegenseitig ergänzt und das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet.
Bei den drei Frauen (Hauptfiguren) hätte ich mir aber insgesamt noch mehr Tiefe gewünscht. Ein Großteil des Buches wird durch die Handlung bestimmt. Da hätte man der Figurenentwicklung noch mehr Raum geben können.
Meine Lieblingsfigur war aber trotzdem Luise. Sie ist einfach sehr natürlich und echt.
Die Handlung fand ich im Großen und Ganzen auch gut. Es ist eine ansteigende Spannungskurve entwickelt worden, mit kleinen und größeren Konflikten. Für meinen Geschmack gab es aber auch Längen im Buch und die Szenen sind zum Teil recht monoton, d.h. die Handlung kommt nicht voran. Das habe ich insbesondere bei der sehr detaillierten Darstellung der vielen Geburten empfunden. Die Lebensumstände, die Einzelschicksale und die Zeit sind dagegen sehr eindrücklich thematisiert worden und strahlen eine gewisse Bedrücktheit/Schwere aus. Zum Ende hin nimmt die Handlung dann wieder an Fahrt auf und hat mich auch wieder gepackt. Dabei ist mir insbesondere Luisa’s Schicksal nahe gegangen. Das Ende hat mir gut gefallen. Auch wenn es recht traurig ist, endet es doch hoffnungsvoll.
Ganz besonders gefallen hat mir, wie die Frauen zusammengehalten haben und füreinander da waren, sich aber auch ehrlich die Meinung gesagt haben.
Die Settings fand ich gut. Insgesamt gesehen waren sie sehr abwechslungsreich und die Orte haben sehr gut zur Geschichte gepasst. Vor allem die krassen Gegensätze (Edith’s und Margot’s Zuhause) haben die Handlung verstärkt.
Aber wie liest sich das Buch nun?
Es sind 41 längere Kapitel, die in der 3. Person Singular im Präteritum in der personalen Erzählform geschrieben sind. Das hat mir gut gefallen, weil man so immer wusste, was in den verschiedenen Figuren vorging.
Der Schreibstil hat insgesamt meinen Geschmack getroffen. Die Geschichte ist sehr flüssig und bildreich geschrieben. Die Dialoge sind vom Ausdruck her passend zum Genre, jedoch könnten sie für mich persönlich noch etwas realistischer und umgangssprachlicher sein. Manche Dialoge sind schon noch sehr ausformuliert und wirken für mich dann mitunter etwas gestelzt, weil man so in der Regel nicht spricht. Die emotionale Ebene hätte ich mir auch noch etwas intensiver gewünscht, um noch mehr von der Handlung und den Figuren gefesselt zu sein. Dafür haben mir die Beschreibungen der Settings und die atmosphärischen Beschreibungen um so besser gefallen. Ich hatte immer ein Bild vor meinem inneren Auge und konnte mich gut in die Situationen hineindenken.
Mein Fazit nach 381 Seiten:
„Aufbruch in ein neues Leben“ zeigt sehr eindrucksvoll, welche verheerenden Folgen Krieg hatte, wie viel Menschen furchtbare Schicksale erleiden mussten und in welcher Armut und wie verwahrlost viele Bürger leben mussten. Es zeigt aber auch, dass die Hoffnung auf ein besseres Leben nie aufgegeben wurde und man sich an den kleinen positiven Momenten erfreut hat.
Wer einen interessanten, historischen (Liebes-)Roman sucht, der ab dem Jahr 1917 in Berlin spielt und die Themen „der Beruf der Hebamme in der vorherrschenden Zeit“ und „die Kriegszeit in Berlin“ verarbeitet, der dürfte mit diesem Roman gut beraten sein.
Von mir erhält dieses Buch eine Kaufempfehlung (4/5 Sternen), weil mich der Roman bewegt und zum Nachdenken angeregt hat. Die Schicksale dieser Zeit sind sehr eindrucksvoll dargestellt und die Verzweiflung der Menschen in dieser Zeit ist förmlich zu spüren. Ein halbes Sternchen ziehe ich ab für die durch mich empfundenen Längen/ monotone Geburtsszenen. Ein weiteres halbes Sternchen ziehe ich ab, weil das Potenzial der emotionalen Ebene meines Erachtens nicht gänzlich ausgeschöpft wurde.
Trotzdem ist es ein sehr gelungener Roman, den ich nur weiterempfehlen kann.
Vielen Dank an Linda Winterberg für diese Geschichte.
Ich wusste nicht, dass man im Jahr 1918 als Hebamme schon einfach mal schnell Fotos von den Müttern mit den Babys gemacht hat. Mehrere Fehler, vertauschte Informationen über Charaktere und etwas ungenaue historische Arbeit. Die Figuren und Geschichte bleibt flach, kaum Entwicklung und man hat das Gefühl, dass sich alles einfach immer wiederholt, alle Geburten sind super ähnlich und gleichzeitig zu ungenau beschrieben.
Ich liebe mehrteilige, sich über die Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts ziehende Geschichten (z.B. Carmen Korn), diese Reihe hat meine Erwartungen aber nicht erfüllt. Die Figuren und die Geschichte bleiben flach und ohne emotionalen ode3 historischen Tiefgang , es gibt wenig Charakterentwicklung, vieles wiederholt sich immer und immer wieder. Leider keine Empfehlung.
Super geschrieben, wieder einiges über die Zeit im 1. Weltkrieg erfahren, was mir so nicht bewusst war. Ob die liebgewonnenen Personen so alles sterben mussten, weiß ich nicht. Aber immerhin hat das Ende versöhnt.
Leider sehr seichte Kost. Immer dieselben Geschichten, wenig bis kein Tiefgang und die meisten Probleme lösen sich in Luft auf. Die Nachfolgebände werde ich nicht lesen.
Kurz zum Inhalt: Berlin 1917. Die neue Hebammenschule in Neukölln bei Berlin hat vor Kurzem eröffnet, und die drei jungen Frauen Edith Stern, Margot Bach und Luise Mertens beginnen eine Ausbildung zur Hebamme. Die drei stammen aus unterschiedlichen Verhältnissen, und doch werden sie beste Freundinnen: Luise wohnte mit ihrer Großmutter auf dem Land und half ihr schon seit vielen Jahren bei der Arbeit als Hebamme. Die Ausbildung macht sie nur, um eine Diplom zu erhalten, damit sie dann offiziell die Nachfolge ihrer Oma antreten darf. Margot stammt aus armen Verhältnissen und hat ein Stipendium erhalten. Und Edith stammt aus einer wohlhabenden jüdischen Familie und hat sich gegen den Willen ihres Vaters zur Hebammenausbildung entschlossen. In Zeiten des Krieges kämpfen die drei jungen Frauen um Selbständigkeit und Freiheit, und um das Leben jedes einzelnen Kindes...
Meine Meinung: "Aufbruch in ein neues Leben" ist der Auftakt der dreiteiligen Hebammen-Saga und ist sehr emotional und nahegehend geschrieben. Dieser erste Band spielt von Juli 1917 bis Dezember 1918. Man lernt die Vergangenheit von Margot, Edith und Luise kennen sowie deren persönliche Schicksale. Es wird viel über die Hebammen-Ausbildung geschildert und vor allem über die Geburt der Babys, die Nachsorge der Mütter und Kinder, und leider auch über die hohe Sterblichkeitsrate. Nicht nur einmal kamen mir die Tränen... Die drei jungen Frauen sind emotional sehr stark, und halten immer zusammen. So fand ich beeindruckend, wie die aus wohlhabendem Hause stammende Edith Margot Geld für die Miete ihrer Familie leiht - denn sonst hätte Margot die Ausbildung abbrechen müssen. Ein wunderschönes Zitat von Edith aus dieser Szene (S. 63): "...Aber mit Geld kann man kein Glück kaufen, kein Leben, das einen erfüllt. Ich lief zu Haus wie ein gefangenes Tier durch die vielen Räume unserer Villa und hatte oftmals das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Jetzt jedoch bekomme ich Luft. Unmengen davon. Ich fühle mich frei, hab mein neues Leben gefunden, und es macht mich glücklich. Und du bist ein Teil davon und sollst es bleiben. Du sollst auch frei atmen und glücklich sein dürfen."
Besonders gut gefällt mir, dass man viel aus der damaligen Zeit erfährt; es werden die Zustände und Lebensverhältnisse der Bevölkerung beschrieben, über das Kaiserreich, den Krieg, und die Stellung der Frauen, welche in typischen Männerberufen arbeiten mussten, auch in Munitionsfabriken, da die Männer ja an der Front waren. Die meisten Frauen wohnten mit ihren Kindern in kalten dreckigen Kellerlöchern und hatten nichts zu essen und keine anständige Kleidung; für die Lebensmittelmarken musste man sich stundenlang anstellen und bekam trotzdem oft nichts. Alle waren unterernährt. Die Kriegswitwen bekamen nur eine minimale Rente, die vorne und hinten nicht ausreichte; und nicht nur eine Frau prostituierte sich, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder bestreiten zu können. Streiks der Arbeiter, Heldentod, sterbende Säuglinge und Wucherpreise gehörten damals zum Bild der damaligen Zeit. So viel Not und Elend galt es damals zu überleben. Und die drei starken Frauen helfen, wo es geht - nicht nur bei der Geburt und Nachsorge der Kinder, obwohl sie selbst auch furchtbare Schicksale erleiden mussten.
Das Cover zeigt das Gebäude der Frauenklinik sowie das auf jedem Band abgebildete Foto der drei jungen Frauen, woran man die Bücher sofort als zusammengehörig erkennt. Ansonsten leider zu unscheinbar für diese starke Geschichte.
Fazit: Emotionaler und historisch fundierter Roman über die Ausbildung und Arbeit der Hebammen zur Zeit des Ersten Weltkriegs, mit drei starken Protagonistinnen. Gespickt mit vielen Details aus der damals schrecklichen und schweren Zeit.
Authentische Darstellung der Lebensumstände von Hebammen während des ersten Weltkriegs
Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Ich wollte früher selbst mal Hebamme werden und war neugierig auf die Situation im ersten Weltkrieg.
Cover: Das Cover lässt auf den ersten Blick nicht auf eine Hebammen-Saga schließen, allerdings erkennt man gleich, es handelt sich um einen historischen Roman. Ich mag das Cover sehr gerne, weil mir das Frauenhaus darauf sehr gut gefällt. Es hat mich gleich neugierig auf den Inhalt gemacht.
Inhalt: Während der erste Weltkrieg tobt, finden sich im Jahre 1917 drei Grund auf verschiedene Frauen in Berlin ein um für ein Ziel zu kämpfen: Freiheit und Unabhängigkeit. Mit einer Ausbildung zur Hebamme versuchen sie dieses Ziel zu erreichen. Margot, Luise und Edith kommen aus verschiedenen Verhältnissen, werden aber bald zu Freundinnen. Die Herausforderungen die sie als Hebammen-Lehrlinge erleben schweißen sie immer fester zusammen.
Handlung und Thematik: Da mich der Hebammenberuf von klein auf sehr begeistert, bin ich natürlich auch von der Handlung mega-begeistert. Ich konnte mich richtig gut in den Alltag der Frauen hineinversetzen und die Situationen waren gut beschrieben. Es passierte sehr viel, sodass es nie langweilig wurde. Auch die Einschübe vom ersten Weltkrieg finde ich super passend und überzeugend. Respekt was die Menschen zu dieser Zeit alles durchstehen mussten! Der Überlebenskampf wurde authentisch beschrieben und ich befand mich auf einer Zeitreise. Das Ende war nicht direkt ein Cliffhanger, jedoch macht es neugierig auf eine Fortsetzung.
Charaktere: Sowohl Luise und Margot als auch Edith konnten mich begeistern. Alle drei (und noch viele andere Charaktere) konnten mich wirklich überzeugen. Sie wurden nicht nur oberflächlich beschrieben, sondern hatten eine gut eingebrachte Vergangenheit und handelten authentisch. Sie wuchsen mir schnell durch verschiedene Punkte ans Herz, wie z.B. Luises Liebe zu ihrer Großmutter und Margots ausgeprägter Kampf um ein besseres Leben, weil sie aus so armen Verhältnissen stammt.
Schreibstil: Ich habe mich gleich in Linda Winterbergs Schreibstil verliebt. Ich mag es, wie sie die Personen und Orte beschreibt. Ich hatte ständig Kopfkino und es war, als ob ich eine Zeitreise gemacht habe. Auch die Geburtssituations-Beschreibungen haben mir gut gefallen. Es war nicht zu viel und nicht zu wenig. Durch ständige Wendungen und neue Probleme wurde es nie langweilig. Auch die Kriegssituation wurde passend beschrieben, so kann man sich als junger Mensch die Situationen damals besser vorstellen. Das Buch ist einfach geschrieben und die Kapitellängen waren ideal. Die Seiten flogen nur so dahin und ich freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung!
Persönliche Gesamtbewertung: Leseempfehlung für Fans von Hebammen und historischen Romanen. Ich hatte absolutes Kopfkino und war entsetzt von den Lebensumständen im ersten Weltkrieg. Das Buch lies sich schnell lesen und ich bin begeistert von den Charakteren.
Berlin 1917: Trotz ihrer unterschiedlichen familiären Verhältnisse haben Edith, Margot und Luise nur einen Traum, sie wollen Hebamme werden. Als sie sich zu Beginn ihrer Hebammenausbildung durch einen Zufall kennenlernen, ahnen sie noch nicht, dass sie bald viel mehr sind als nur Kolleginnen. Verbunden durch ein scheinbar untrennbare Band der Freundschaft meistern die jungen Frauen neben ihrer anspruchsvollen und teilweise auch sehr belastenden Ausbildung auch noch allerlei private Probleme. Ob bittere Armut, ein zerrüttetes Elternhaus oder der Verlust einer geliebten Person, jede der drei Frauen weiß, auf ihre Freundinnen ist Verlass. Gemeinsam stellen sie sich der anspruchsvollen Ausbildung, welche sie immer wieder bis an ihre persönlichen Grenzen treibt. Doch neben all dem kriegsbedingten Elend gibt es auch immer wieder helle Momente, wie die Geburt eines weiteren kleinen Erdenbürgers. Dies sind die Momente, für die sich all die Entnerungen und der Schmerz der jungen Frauen lohnt. Wird jede von ihnen ihr ganz persönliches Glück finden Und sich dem Traum des Berufes der Hebamme erfüllen können?
Linda Winterberg ist mit "Aufbruch in ein neues Leben" ein großartiger und packender Auftakt zur großen Hebammen-Saga gelungen, welcher mich oft nicht nur erschüttert sondern zugleich auch sehr berührt hat. Wortgewaltig und detailreich schildert sie mit einem sehr angenehmen Erzählstil die Schicksale ihrer Protagonistinnen und deren Erlebnisse, welche sich nicht nur durch den hart erkämpften Traum der Hebammenausbildung kämpfen müssen sondern zugleich auch noch ebenso wie der Rest der Bevölkerung von die Härte des ersten Weltkriegs getroffen sind. Kummer, Leid, Tod und Hoffnungslosigkeit sind ebenso wie Liebe, Glück, Verbundenheit und Freude essenzielle Bestandteile der Handlung, welchen den Leser auf eine stetige Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt. In fließenden Übergängen erfährt der Leser immer im stetigen Wechsel mehr über die Gefühle und auch Handlungen von Luise, Margot und auch Edith, welche hierdurch noch authentischer und zugleich nachvollziehbarer werden. Unnötige Längen konnte ich während der gesamten Lektüre keine feststellen, vielmehr haben mich unerwartete Wendungen und Tragik immer wieder an die Handlung fesseln können, weshalb ich diese rund 382 Seiten starke Geschichte innerhalb eines Tages ausgelesen habe. Die Covergestaltung wirkt sehr ansprechend und auch passend zum Inhalt, obwohl die Handlung nicht immer nur die Sonnenseiten des Lebens vermittelt. Die Länge der einzelnen Kapitel war stetig sehr angenehm, welche für eine bessere Nachvollziehbarkeit der Handlung zusätzlich durch Zeitangaben gegliedert waren. Insgesamt ist Linda Winterberg ein starker Reihenauftakt gelungen, welcher mich von Anfang bis Ende für sich einnehmen konnte.
In diesem Buch geht es um Luise, Margot und Edith, die in Berlin 1917 eine Ausbildung zur Hebamme machen. Luise hat das Handwerk schon von ihrer Oma gelernt, sie braucht aber ein Zeugnis, das sie vorweisen kann. Margot sehnt sich nach einem besseren Leben, raus aus dem Kellerlos im Hinterhof in dem sie mit ihrer Familie haust. Edith möchte die Ausbildung machen, obwohl ihre Eltern dagegen sind. Alle drei jungen Frauen vereint die Liebe zu Menschen, die Liebe zu Babys und diesen auf die Welt zu Helfen. Sie werden alle drei immer wieder vor Herausforderungen gestellt, die sie irgendwie lösen müssen. Alle drei leiden darunter, das Elend und die Armut zu sehen, die der Krieg mit sich bringt. Und immer wieder müssen sie es schaffen, mit Verlust umzugehen.
Meinung
Da ich historische Romane sehr gerne lese und selbst auch einmal Hebamme werden wollte, habe ich mich schon sehr auf diesen Roman gefreut. Wir begleiten drei junge Frauen, deren Leben sich durch die Ausbildung zur Hebamme grundlegend verändert. Es sind sehr unterschiedliche Frauen, doch sehr bald verbindet sie eine sehr tiefe Freundschaft und sie sind immer für einander da und helfen einander, wo sie nur können. Jedes mal, wenn ein Baby das Licht der Welt erblickt, spürt man selbst die Freude, die die Eltern und auch die Hebammen empfinden. Genauso spürt man aber auch die Trauer, wenn ein Baby stirbt. Leider passiert das in dieser Zeit ziemlich oft. Alle leiden unter dem Krieg, der Unterernährung, der Kälte und natürlich auch an den Nachrichten von der Front. Praktisch in jeder Familie gibt es mindestens einen Gefallenen und sehr oft bringen Frauen Babys auf die Welt, ohne überhaupt zu wissen, ob ihr Mann noch lebt. Und dann kommt 1918 auch noch die Spanische Grippe, die sehr viele Menschen dahinrafft.
In diesem Buch bekommt man sehr gut mit, wie die damaligen Verhältnisse waren. Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen. Aber es gibt auch viele positive Ereignisse in dem Buch. Unter anderem natürlich viele geglückte Geburten. Und was gibt es schöneres als ein Baby, das das Licht der Welt erblickt?
Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es gab mir einen Einblick in das Leben von damals.
Titel. Aufbruch in ein neues Leben Autorin: LInda Winterberg Erscheinungstermin: 12.07.2019 Seitenanzahl: 400 Seiten Verlag: Aufbau
Inhalt: Berlin 1917: Edith, Margot und Luise könnten unterschiedlicher nicht sein, als sie sich bei der Hebammenausbildung kennenlernen. Was sie jedoch verbindet, ist ihr Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit – als Flucht vor dem dominanten Vater, vor der Armut der Großfamilie oder den Schatten der Vergangenheit. In einer Zeit, in der die Welt im Kriegs-Chaos versinkt, ist die Sehnsucht nach Frieden genauso groß wie das Elend, mit dem die drei Frauen täglich konfrontiert sind. Aber sie geben nicht auf, denn sie wissen, dass sie jeden Tag aufs Neue die Chance haben, Leben zu schenken …
Meinung: Die Autorin schreibt leicht und flüssig und lässt die LeserInnen in die Zeiten des Krieges eintauchen. Alle drei Hauptpersonen und ihr Hintergrund sind vielfältig beschrieben. Dies macht die ganze Geschichte sympathisch. Durch das Kennenlernen der drei Hebammen taucht man wirklich in die Geschichte ein. Auch die ganze Geschichte um die damalige Ausbildung zur Hebamme wurde glaubhaft beschrieben. Man merkt, dass die Autorin dazu recherchiert hat.
Zum Buch: Mir hat es wirklich sehr gut gefallen und ich freue mich, dass es weitere Bände gibt. Man fiebert mit den drei Mädchen mit, die alle private Schicksale meistern müssen. Auch die Arbeit im Krankenhaus ist nicht einfach, man wird mit alleinerziehenden Müttern konfrontiert, denen auch die Schande am Rücken klebt, man erlebt die Seuchen der damaligen Zeit mit und die damit verbundene Hilflosigkeit und man spürt auch das Glück, das eine Geburt mit sich bringen kann.
Fazit: Volle 5 Punkte von mir! Danke an den Aufbau Verlag und netgalley für das Rezi-Exemplar. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.
Klappentext: Berlin 1917: Edith, Margot und Luise könnten unterschiedlich nicht sein, als sie sich bei der Hebammenausbildung kennenlernen. Was sie jedoch verbindet, ist ihr Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit – als Flucht vor dem dominanten Vater, vor der Armut der Großfamilie oder den Schatten der Vergangenheit. In einer Zeit, in der die Welt im Kriegs-Chaos versinkt, ist die Sehnsucht nach Frieden genauso groß wie das Elend, mit dem die drei Frauen täglich konfrontiert sind. Aber sie geben nicht auf, denn sie wissen, dass sie jeden Tag aufs Neue die Chance haben, Leben zu schenken…
Meine Meinung: Ab Seite 1 war ich abgetaucht. Abgetaucht ins Berlin von 1917, abgetaucht zu meinen neuen Freundinnen, den Hebammenschülerinnen. Linda Winterberg schafft es mit tollen Charakteren, nachvollziehbaren Gefühlen und einer packenden Geschichte all das in ein Buch zu packen, was ich mag, Das Buch war toll recherchiert, man merkt, dass die Autorin sich wirklich reingefühlt hat in die Sorgen und Nöte der Generation um den 1. Weltkrieg herum. In diese jungen, emanzipierten Frauen, die oft gegen den Willen Ihrer Familien Hebammen werden wollten. Die drei Freundinnen, deren Geschichten erzählt werden, Edith, Margot und Luise, könnten unterschiedlicher nicht sein. Weder in ihrem Charakter noch in ihrem Leben vor der Hebammenschule. Und doch, oder vielleicht gerade deshalb, finden sie zueinander. Ihr Geschichten sind tragisch, romantisch und auch komisch. Das ist dem Stil von Linda Winterberg zu verdanken, der sich flüssig liest und mich oft auch zum Lachen gebracht hat.
Edith, Margot und Luise beginnen in Berlin eine Ausbildung zur Hebamme. Wir schreiben das Jahr 1917, der 1. Weltkrieg hat schon viele Opfer gefordert und das Elend der Hinterbliebenen ist an jeder Ecke zu spüren. Auch die drei sehr unterschiedlichen jungen Frauen haben neben ihren Träumen eine geprüfte Hebamme zu werden, schwerwiegende Gründe die Ausbildung doch nicht abzuschließen. Doch sie stehen einander zur Seite und helfen sich gegenseitig auch in schwersten Situationen. Der historische Hintergrund der Kriegsjahre in den ärmeren Vierteln von Berlin ist gut und überzeugend geschildert, die Arbeit der Hebammen wird immer nur gerade soweit detailliert geschildert, dass auch zartere Gemüter damit zurecht kommen. Das Elend wird dafür deutlich dargestellt.
Was mich in dem Buch gestört hat, war der episodenhafte Schreibstil. Das Buch begleitete im Wechsel unterschiedliche Personen, gab jeweils den Monat an, aber verfolgte viele Ansätze nicht weiter. Mir persönlich hat dieser Erzählstil nicht so gut gefallen. Ebenso hat mich als große Freundin des HappyEnd der dramaturgisch absolut unnötige Todesfall am ersten Friedensabend gestört. Dieser wird auch nicht wirklich aufgearbeitet. Durch den merkwürdigen Erzählstil und die unnötige Grausamkeit den dargestellten Personen gegenüber, hat mir dieses Buch leider deutlich weniger gefallen.
Berlin 1917: Die drei jungen Frauen Edith, Margot und Luise lernen sich bei der Hebammenausbildung kennen. Obwohl sie sehr unterschiedlich sind, verbindet sie der Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit. Während um sie herum das Kriegs-Chaos herrscht und sie mit dem täglichen Elend konfrontiert werden, geben Sie nicht auf, denn sie haben jeden Tag die Chance, Leben zu schenken.
Dieser Roman, der den Auftakt zu der großen Hebammen-Saga bildet, hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil war flüssig zu lesen und konnte bei mir richtige Bilder im Kopf entstehen lassen. Die Beschreibungen der Umgebungen, der Personen und der kriegsgebeutelten Umstände waren äußerst bildhaft. Die Charaktere wurden toll beschrieben und samt spezieller Eigenschaften prima herausgearbeitet. Die drei jungen Frauen waren sehr unterschiedlich, doch alle mochte ich sofort sehr gerne. Ich fand es toll zu lesen, wie sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen entwickelt hat. Dennoch musste jede von ihnen mit ihrem eigenen Schicksal und ihren eigenen Problemen klarkommen, was ich sehr gerne verfolgt habe. Die damalige Zeit und die Umstände wurden sehr gut eingefangen und transportiert. Auch die Einblicke in das Hebammenhandwerk fand ich sehr gelungen. Ich fühlte mich während des Lesens direkt in die damalige Zeit versetzt und konnte die ganze Geschichte hautnah miterleben und auch richtiggehend mitfiebern.
Ein toller Auftakt, der mich der Fortsetzung entgegenfiebern lässt. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Die Geschichte der neuen Trilogie von Linda Winterberg spielt in Berlin im Jahr 1917 und der Hauptschauplatz ist eine Hebammenschule in Neukölln. Drei Frauen die unterschiedlicher nicht sein können beginnen hier ihre eigene Geschichte zu schreiben. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges ist die Situation der Frauen nicht gerade die Beste. Viele haben ihre Männer im Krieg verloren und müssen nun alleine für sich und ihre Familien sorgen. Dabei bietet die Hebammenschule viele neuen Möglichkeiten. Die Handlungsstränge um die unterschiedlichen Geschichten der drei Hauptprotagonistinnen greifen ineinander und der geschichtliche Hintergrund wird sehr gut in die Handlung eingebaut. Jede Frau muss mit ihren eigenen Problemen kämpfen ob privat oder beruflich.
Beim Lesen hatte ich große Freude und trotz des Genres "Historisch", welches eigentlich nicht so mein Fall ist, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil war flüssig und gut verständlich. Einzig das Cover finde ich etwas altbacken, passt aber gut in die zur Zeit angesagte Gestaltung in den Buchregalen.
Berufswunsch Hebamme Die Autorin Linda Winterberg beschreibt in ihrem Roman „Aufbruch in ein neues Leben“ den Werdegang dreier jungen Frauen, Edith, Margot und Luise, die die Hebammenschule in Berlin Neukölln besuchen. Die Geschichte beginnt 1917. Die Männer sind im Krieg und die Frauen müssen ihre Kinder ernähren. Ediths Vater besitzt ein Kaufhaus und sie muss für ihren Berufswunsch kämpfen. Margot hat einen Freiplatz in der Schule bekommen, sie kommt aus der ärmeren Bevölkerung. Luise stamm- aus Ostpreußen, sie halt schon Erfahrung als Hebamme, da sie ihre Großmutter begleitet hat. Die Drei werden gute Freundinnen.
Die Autorin hat die Atmosphäre der Zeit gut aufgegriffen. Die Ereignisse werden bis ins Detail gut erzählt. Man leidet mit den Frauen und ist oft entsetzt. Man kann sich gut in die Zeit hinein versetzen.
Der Roman fesselt und berührt. Er ist ein perfektes Stück Zeitgeschichte, mit guter Unterhaltung.
Zum Inhalt: Edith, Margot und Luise lernen sich in Berlin im Jahr 1917 bei der Hebammenausbildung kennen und sie könnten kaum unterschiedlich sein z.b. in Bezug auf ihre Herkunft. Aber sie verbindet der Wunsch nach Selbständigkeit. Und die Ausbildung gibt ihnen dazu die Chance, auch wenn dieses in der Kriegszeit nicht einfach ist. Meine Meinung: Das Buch hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte ist irgendwie ungeheuer stimmig erzählt, so dass das Geschriebene fast filmisch vorbei zieht. Die Protagonistinnen haben mir in ihrer Ausarbeitung sehr gut gefallen und ich könnte mir durchaus eine Fortsetzung mit den dreien vorstellen. Der Schreibstil war sehr gut und ungeheuer gut lesbar, so dass das Buch in Windeseile zu Ende gelesen war- Das ist für mich immer ein Indiz, dass ein Buch gut war, wenn es gefühlt kaum begonnen schon zu Ende war. Fazit: Sehr stimmiger Roman.
Zum Inhalt: Edith, Margot und Luise lernen sich in Berlin im Jahr 1917 bei der Hebammenausbildung kennen und sie könnten kaum unterschiedlich sein z.b. in Bezug auf ihre Herkunft. Aber sie verbindet der Wunsch nach Selbständigkeit. Und die Ausbildung gibt ihnen dazu die Chance, auch wenn dieses in der Kriegszeit nicht einfach ist. Meine Meinung: Das Buch hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte ist irgendwie ungeheuer stimmig erzählt, so dass das Geschriebene fast filmisch vorbei zieht. Die Protagonistinnen haben mir in ihrer Ausarbeitung sehr gut gefallen und ich könnte mir durchaus eine Fortsetzung mit den dreien vorstellen. Der Schreibstil war sehr gut und ungeheuer gut lesbar, so dass das Buch in Windeseile zu Ende gelesen war- Das ist für mich immer ein Indiz, dass ein Buch gut war, wenn es gefühlt kaum begonnen schon zu Ende war. Fazit: Sehr stimmiger Roman.