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Briefwechsel: Maxim Gorki, Stefan Zweig
Perfect Paperback
Published January 1, 1973
About the author
Maxim Gorky
1,729 books1,833 followersRussian writer Aleksei Maksimovich Peshkov (Russian: Алексей Максимович Пешков) supported the Bolshevik revolution of 1917 and helped to develop socialist realism as the officially accepted literary aesthetic; his works include
The Life of Klim Samgin
(1927-1936), an unfinished cycle of novels.
This Soviet author founded the socialist realism literary method and a political activist. People also nominated him five times for the Nobel Prize in literature. From 1906 to 1913 and from 1921 to 1929, he lived abroad, mostly in Capri, Italy; after his return to the Soviet Union, he accepted the cultural policies of the time.
This Soviet author founded the socialist realism literary method and a political activist. People also nominated him five times for the Nobel Prize in literature. From 1906 to 1913 and from 1921 to 1929, he lived abroad, mostly in Capri, Italy; after his return to the Soviet Union, he accepted the cultural policies of the time.
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September 11, 2026
Das Werk besticht weniger als klassische schöngeistige Lektüre, sondern vielmehr als eindrückliches historisch-literarisches Zeitdokument. Eine herkömmliche ästhetische Bewertung oder Benotung greift hier zu kurz: Der Wert dieses Bandes liegt nicht in einer gewählten, auf Wirkung bedachten Sprache, sondern in der ungestellten Dokumentation einer außergewöhnlichen Beziehung. Der Briefwechsel gewährt einen intimen Einblick in die emotionale und intellektuelle Auseinandersetzung zwischen Maxim Gorki und Stefan Zweig — im Vordergrund steht der aufrichtige Ausdruck gegenseitiger Zuneigung und des intellektuellen Respekts zweier Giganten der Weltliteratur vor dem Hintergrund einer sich zunehmend politisch aufladenden Epoche.
Das Vorwort war für mich zwar streckenweise zäh — als dichtes, historisches Fachkapitel mit vielen Fachbegriffen und Metaphern fehlte mir anfangs stellenweise der Kontext. Umso erlösender war der Einstieg in die eigentlichen Briefe: Über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt hinweg entfaltet sich ein intimer Dialog von rund 40 Schreiben. Inhaltlich lebt der Briefwechsel von scharfsinnigen literarischen Analysen. Ursprünglich aus völlig konträren Welten stammend, reflektieren die beiden das Schaffen ihrer Zeitgenossen. Besonders faszinierend ist Gorkis Rolle als sprachgewaltiges Sprachrohr des einfachen, armen Volkes — ein starker Kontrast zu adligen Giganten wie Tolstoi oder Turgenew. Zugleich wird die schöpferische Absolutheit beider Autoren greifbar: Wenn monatelang Schweigen herrschte, dann nicht aus Desinteresse, sondern weil ihr eigenes literarisches Schaffen sie vollkommen vereinnahmte. Ein Brief an den anderen war kein beiläufiges Beiwerk, sondern verlangte ungeteilte Aufmerksamkeit.
Den Höhepunkt bilden zweifellos die Würdigungen im Nachwort. Hier zeigt sich Zweigs grandiose Wortgewandtheit, wenn er Gorki als nobelpreiswürdigen Vertreter des russischen Proletariats zeichnet. Im Gegenzug beschreibt Gorki Zweig als den Meister der Liebe — als denjenigen, der sich mutig dem komplexesten und schwersten Thema der Menschheit widmet und es wie kein anderer in Geschichten zu fassen vermag.
Zusammenfassend hat mir das Buch auf seinen gut 100 Seiten sehr gut gefallen; es bietet einen wunderbaren, intim-historischen Einblick. Dass es am Ende dennoch nicht für eine Spitzenbewertung reicht, liegt vor allem an zwei Punkten: Die Einleitung geriet für mein Empfinden etwas zu trocken-chronologisch, während die Briefe selbst inhaltlich stellenweise wenig Dichte aufwiesen und sich primär um gegenseitige Ehrerbietung und Zuneigung drehten. Aufgrund dieser Schwächen sowie des recht überschaubaren Umfangs verfehlt der Band knapp die Vier-Sterne-Marke und landet bei soliden 3 von 5 Sternen (Tendenz 3,5). Das ist wohlgemerkt keine schlechte Kritik — es ist ein wirklich gutes Buch, dem für den Einzug in die Hall of Fame schlicht das letzte Quäntchen Tiefe fehlt.
Das Vorwort war für mich zwar streckenweise zäh — als dichtes, historisches Fachkapitel mit vielen Fachbegriffen und Metaphern fehlte mir anfangs stellenweise der Kontext. Umso erlösender war der Einstieg in die eigentlichen Briefe: Über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt hinweg entfaltet sich ein intimer Dialog von rund 40 Schreiben. Inhaltlich lebt der Briefwechsel von scharfsinnigen literarischen Analysen. Ursprünglich aus völlig konträren Welten stammend, reflektieren die beiden das Schaffen ihrer Zeitgenossen. Besonders faszinierend ist Gorkis Rolle als sprachgewaltiges Sprachrohr des einfachen, armen Volkes — ein starker Kontrast zu adligen Giganten wie Tolstoi oder Turgenew. Zugleich wird die schöpferische Absolutheit beider Autoren greifbar: Wenn monatelang Schweigen herrschte, dann nicht aus Desinteresse, sondern weil ihr eigenes literarisches Schaffen sie vollkommen vereinnahmte. Ein Brief an den anderen war kein beiläufiges Beiwerk, sondern verlangte ungeteilte Aufmerksamkeit.
Den Höhepunkt bilden zweifellos die Würdigungen im Nachwort. Hier zeigt sich Zweigs grandiose Wortgewandtheit, wenn er Gorki als nobelpreiswürdigen Vertreter des russischen Proletariats zeichnet. Im Gegenzug beschreibt Gorki Zweig als den Meister der Liebe — als denjenigen, der sich mutig dem komplexesten und schwersten Thema der Menschheit widmet und es wie kein anderer in Geschichten zu fassen vermag.
Zusammenfassend hat mir das Buch auf seinen gut 100 Seiten sehr gut gefallen; es bietet einen wunderbaren, intim-historischen Einblick. Dass es am Ende dennoch nicht für eine Spitzenbewertung reicht, liegt vor allem an zwei Punkten: Die Einleitung geriet für mein Empfinden etwas zu trocken-chronologisch, während die Briefe selbst inhaltlich stellenweise wenig Dichte aufwiesen und sich primär um gegenseitige Ehrerbietung und Zuneigung drehten. Aufgrund dieser Schwächen sowie des recht überschaubaren Umfangs verfehlt der Band knapp die Vier-Sterne-Marke und landet bei soliden 3 von 5 Sternen (Tendenz 3,5). Das ist wohlgemerkt keine schlechte Kritik — es ist ein wirklich gutes Buch, dem für den Einzug in die Hall of Fame schlicht das letzte Quäntchen Tiefe fehlt.
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