Island ist die Nation der Powerfrauen, alljährlich zählt es zu den Ländern mit der höchsten Frauenpräsenz. Anne Siegel porträtiert zehn dieser starken Isländerinnen, sie erzählt von ihren spannenden Biografien und ihrer tiefen Verbundenheit zur Natur. Ob pfiffige Bierbrauerin, engagierte Abenteurerin oder Ausnahmetalent Björk – Anne Siegel stellt unterschiedliche Lebensentwürfe vor, beschreibt, wie alte Rituale und modernes Leben miteinander harmonieren, und besucht die Kraftorte, an denen diese Frauen ihre unbändige Stärke aus der einzigartigen Natur Islands schöpfen.
Ein interessantes Buch mit wirklich schönen Einblicken in das Leben und die Lebensgeschichten isländischer Frauen. Ganz besonders toll fand ich hier die Kraftorte und Koordinaten, die das Ganze sogar ein bisschen interaktiv machen.
Die Geschichten der in diesem Buch vorgestellten Isländerinnen sind auf jeden Fall inspirierend. Sicherlich haben mich nicht alle gleich stark interessiert, aber gelangweilt hat mich keine der Frauen. Obwohl das Buch nur 250 Seiten hat, stecken dort nicht nur unterschiedliche Biografien darin, sondern auch ein Stück isländische Kultur und Geschichte.
Zuerst habe ich etwas anderes erwartet, irgendwie, dass der Fokus mehr auf die Stärke der Frauen liegt aber dann habe ich mir den Titel noch einmal angeguckt und gemerkt, dass es so genau richtig ist, wie es ist. Die Autorin erzählt nicht nur von der Begegnung mit den Frauen, sondern auch von ihren eigenen Erlebnissen von vorherigen Reisen auf die Vulkaninsel. So gibt es eine angenehme Mischung aus Erzählungen der Autorin, einen historischen Exkurs zur Einordnung und der Lebensgeschichte der Frauen. Zum Abschluss jeden Kapitels wird der Kraftort der jeweiligen Frau beschrieben mit GPS Koordinaten. Das fand ich eine echt schöne Idee, nur wirkt das Wort "Kraftort" auf mich recht esoterisch, weswegen ich immer ein mulmiges Gefühl ihm Bauch hatte. Ebenso schön war am Anfang jeden Kapitels die Islandkarte, in der der Ort eingetragen wurde. So konnte man ganz schnell einordnen, wo man sich für die nächsten Seiten geografisch auf der Insel befindet. Sowas hätte ich sehr gerne öfters! Auch die Bilder im Anhang sind ein nettes Extra.
Nochmal ein Highlight zum Jahresende. Ich dachte erst, dass das Buch in Interview Form aufgebaut ist. Das ist aber nicht so. Die Autorin erzählt von ihren Gesprächen mit 10 Isländerinnen. Es werden interessante Fakten über Island berichtet, die entweder zur Region oder zum Beruf der Interviewten passen. Außerdem erfahren wir die Kraftorte der Frauen sogar mit Koordinaten. Die ausgeübten Berufen fand ich alle sehr spannend. Auch die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern wurde an einigen Stellen geschildert. Hier können wir in Deutschland noch einiges lernen. Auch beim Thema Umweltschutz scheint Island fortschrittlicher zu sein. Ich kann das Buch sehr empfehlen.
-war zunächst skeptisch, ob es nur eine Aneinanderreihung von unterschiedlichen Lebensläufen ist (unbegründet) -toll geschrieben, mit informativen und humorvollen Überleitungen über Islands Kultur und den Weg zur Gleichstellung der Frau und den fortlaufenden Kampf darum (Island ist die Symbolgesellschaft mit der größten Geschlechtergleichstellung) -man versteht, warum sich alles (in der Kultur, in der Politik, in der Kunst) etwas "schneller" entwickelt in dem Land, mehr gewagt wird und mehr ausprobiert wird -das Buch macht Mut, stärkt das Selbstvertrauen und macht Lust auf Veränderung
Nach der Lektüre dieses Buches habe ich wieder Reiselust. Ich war zwar schon in Island, aber das Buch hat mir neue Perspektiven und Gedankenanstöße gegeben, neue Facetten gezeugt, die es zu entdecken gibt und gleichzeitig Mut viel Hintergrundwissen Land und Leute vorgestellt. Alle Frauen haben beeindruckende Lebensläufe, machen spannende Dinge und sind interessante Persönlichkeiten. Einige waren mir schon zuvor bekannt, von anderen las ich hier zum ersten Mal, eine gute Mischung. Schade fand ich nur, dass die Kraftorte teilweise etwas lieblos eingearbeitet bzw. an das Ende des jeweiligen Kapitels geklatscht wurden, obwohl die GPS Nennung am Schluss wegen der leichteren Auffindbarkeit schon Sinn macht. Insgesamt vier Sterne von mir.
Ein interessanter Einblick in eine Gesellschaft, die uns in vielen Dingen weit voraus ist. In Island hat man begriffen, dass man langfristig denken und an einem Strang ziehen muss. Hier wird Nachhaltigkeit und Naturschutz groß geschrieben und genauso Gleichberechtigung. Klar war es dahin ein harter Weg und die Frauen mussten sich ihre Rechte auch erkämpfen, wie in jedem anderen Land, aber es hat ziemlich gut geklappt. Beneideswert. Zusammen mit den schönen Beschreibungen der Landschaft und den inspirierenden Frauen über die Anne Siegel hier berichtet, ergibt das ein richtiges Sehnsuchtsbuch. Hach Island, zu dir will ich auch mal reisen... und vielleicht eine Weile bleiben.
Nach dem Lesen dieses Buches bin ich nicht nur von Islands rauher Natur fasziniert, sondern auch von seiner starken Gesellschaft. Stark, weil das Ideal der Geschlechter-Gleichbehandlung eine kulturelle Grundlage zu sein scheint. Anne Siegel spricht mit verschiedenen Frauen über deren spannende Berufe, ihr natürliches Selbstbewusstsein und die historische Entwicklung hin zum Verständnis, dass Frauen und Männer gleichberechtigt ihren Alltag gestalten, von Berufswahl bis Erziehungsstil. So gibt es z.B. gleich viele männliche wie weibliche Ranger:innen auf der Insel, was in neueren Berufen wie diesem praktischerweise im Gesetzt verankert ist. Auch ist das Modell der alleinerziehenden und/oder geschiedenen Mutter üblich und nicht negativ konnotiert. Islands Regierung ermöglicht Eltern ein ausgeprägtes Unterstützungssystem, sodass Frauen in der Regel sehr früh Nachwuchs bekommen und trotzdem ihren Ausbildungs- und Karriereweg nicht aus den Augen verlieren. Dazukommend harmonieren Kindererziehung und väterliches Verantwortungsbewusstsein sehr gut, da laut einer Interviewten ansonsten schlecht über den Vater gesprochen werden würde, wenn dieser sein Kind nicht aus der KITA abholt oder im Kinderwagen schiebt. "In Island wollen die Männer Frauen, die selbstständig sind, Frauen, die ihren Mann verteidigen können und die auch alleine, ohne ihn, in der Wildnis und auf dem Meer zurechtkommen. Das ist hier kein Problem, denn Mädchen lernen früh, anzupacken und für sich selbst zu stehen. Vermutlich weist kein anderes Land der Welt eine so hohe Quote an fliegenfischenden Frauen auf wie Island, wo die Frauen Abenteurerinnen sein dürfen und ihre Taschen selber tragen, während der Mann die Kinder auf dem Arm hat." Welch wunderbares Selbstverständnis!
Darüber hinaus finde ich diese beschriebenen Eigenheiten der Isländer:innen sympathisch: - Entspannung & Toleranz: gemütliche Schlafpausen während Freundes- und Familienfeiern über Weihnachten und Neujahr. Sich einfach vom Esstisch mit Schokolade, Heißgetränk und Buch entfernen, ein paar Stunden allein im Bett verbringen und später wieder zur Gruppe und Gesprächsdebatte dazustoßen. Alles kann, nichts muss. - Vertrauen & Solidarität: Schlafende Babys werden in Kinderwagen vor Cafés stehen gelassen, während die Eltern drinnen Kaffee trinken und sich unterhalten. Die klare Polarluft verhilft zu einem ruhigen, gesunden Schlaf und solang aufsteigende Atemlüftchen aus den Wagen zu sehen sind, sind alle entspannt. - Flexibilität & Profession: viele Menschen haben verschiedene Funktionen bzw. mehrere Berufe - "Der Postbote ist oft gleichzeitig Bibliothekar oder der Fußballtrainer Zahnarzt."
Sehr anschaulicher Einblick in die isländische Natur und Kultur
Schon allein das Vorwort ist sehr spannend und weckte in mir große Lust auf das Buch. Und Wow, ich erhielt so viel interessante und anschauliche Infos über die isländische Kultur, die Geschichte, die Natur und den Alltag, das habe ich gar nicht erwartet. Zehn Frauen werden hier vorgestellt: eine Rangerin, Seefrau, Bierbrauerin, Designerin, Musikerin, Abenteurerin, Islandpferdesportlerin, Schlafforscherin, Geothermalwissenschaftlerin und Museumsleiterin. Man erfährt etwas aus ihrer Biographie, ihrem aktuellen Leben sowie ihrem aktuellen Lebensort mitsamt ihres persönlichen Kraftortes.
Während der Portraits schweift die Autorin immer wieder ab, um erhellende und sehr interessante Beobachtungen und Informationen über Island zu teilen. Letztlich verbleiben die Portraits deshalb vielleicht ein wenig oberflächlich, aber absolut ausreichend, um ein aussagekräftiges und berührendes Bild zu zeichnen. Hier und da gibt es kleine Redundanzen, aber das störte mich kaum.
Man erhält Einblicke, inwiefern sich hier eine besondere (Gleich-)Stellung der Frau etabliert hat, wie die weibliche Premierministerin das Land prägte, welche Verbindungen es zur DDR gab, wie es zum Streik, dem sogenannten „Frauenruhetag“ kam, wie Island mit der recht einschneidenden Finanzkrise umging und wie Island von der Klimakrise aktuell betroffen ist (schmelzende, verschwindende Gletscher!) und noch vieles mehr. Das Volk wird als debattierfreudig, als sehr flexibel und kreativ – sich stets neu erfindend, oft mehrere Berufe habend charakterisiert. Als stark, tapfer, offenen Herzens und frei, geprägt von heftigen Naturgewalten, die man sich kaum vorstellen kann. Das Wetter ändert sich mehrmals am Tag – waagerechter Regen, Vulkanausbrüche, aber auch kalbende Gletscher und Polarnächte sind erfahrbar.
Die Autorin ist Islandkennerin. Sie war schon unzählige Male dort und liebt dieses Land. Voller Respekt und Bewunderung schreibt sie, so dass ich schon fast neidisch wurde, nicht in Island geboren worden zu sein..:) Ihre Faszination schwappte über und entfachte in mir große Lust, noch mehr über dieses Land zu erfahren. Ich strich mir eine Vielzahl von Stellen an, die ich spannend und faszinierend fand. Es gab auch immer wieder berührende und auch humorvolle Szenen. Sie erzählt im Plauderton, der sich sehr unterhaltsam las.
Fazit: Ein sehr anschaulicher, unterhaltsamer und äußerst interessanter Einblick in ein mir vorher fast unbekanntes Land. Dies berührte mich so sehr, dass „Frauen, Fische, Fjorde. Deutsche Einwanderinnen in Island“, ein schon früher erschienendes Buch der Autorin, nun bereit zum Weiterlesen liegt..:)
Die Lebensgeschichten der verschiedenen Frauen haben mich total motiviert! Es war toll zu lesen, wie unterschiedlich sie ihre Wege gefunden haben hin zu dem Leben, das zu ihnen passt und ihnen Freude bereitet. Auch die eindrückliche Natur, die Wildheit, Freiheit, Schönheit, Gemeinschaft und Eigensinnigkeit sind zwischen den Zeilen immer wieder durchgekommen.
Mich, die selbst Ende 20 auf der Suche ist, hat das Buch sehr inspiriert und den Wunsch nach Island zu reisen verstärkt.
Inspirierende Geschichten! Ich habe mir Notizen zu ein paar Frauen und historischen Events gemacht, um diese genauer zu recherchieren. Dort liegt jedoch auch die große Schwachstelle des Buches: es ist eine Sammlung von Anekdoten, wie ein Gespräch auf einem Nachbarschaftsfest, doch nichts wird in der ausführlicher oder wirklich quellenbasiert vertieft.
3,5⭐️ ich habe das Buch nach meiner Island Reise im Sommer gekauft und mich gefreut viel über die Westfjorde zu lesen und wieder zu erkennen. Dieses Buch war eher eine Geschichts-, Politik- und Kulturgeschichte Islands als ein tiefgründiges Portrait der einzelnen Frauen. Dies war zwar auch super interessant und lehrreich, aber nicht das was der Titel und Klappentext implizieren.