(English review below)
Schwarzer Nachtschatten: Die Apothekerin ermittelt ist ein deutscher Thriller, der zumindest in der ersten Hälfte die richtigen Punkte getroffen hat. Er bereitet die Szene eines grausamen Mordes, der etwas mit pflanzlichen Giften zu tun hat, vor, stellt dem Leser eine interessante Protagonistin (Maja, eine Apothekerin, die zufällig Erfahrung mit pflanzlichen Giften hat) vor und präsentiert viele potentielle Spuren und Verdächtige.
Die zweite Hälfte des Buchs scheint nicht zu wissen, was man plötzlich mit all diesen Böcken tun sollte, und hat sie dann einfach alle geschossen.
Für mich war der schwächste Punkt des Buchs die Wirkung. Die Handlung selbst war spannend, aber deren Wirkung fiel etwa aufs Kreuz. Im Grunde genommen ging es um eine Gruppe unsympathischer Leute, die mit anderen unsympathischen Leuten fremdgehen und so in Schwierigkeiten landen/gar sterben. Mir war wichtiger, herauszufinden, wie Maja ihren guten Ruf wiederherstellt, als die Tatsache, dass unsympathische Leute sterben.
Der Grund, warum ich mich nicht mit den meisten Charakteren identifizieren konnte, war (abgesehen von diesem Fremdgehen-Gedöns), weil sie dem gleichen schädlichen Gedankenmuster folgten. Ich meine, bitte: So viele intelligente, attraktive Frauen, die mit furchtbaren, fremdgehenden Partnern zusammen sind, und ihre Lösung ist, sich nicht von ihnen zu trennen, sondern sich hübscher/fitter zu machen, damit die Männer sie nicht verlassen? Was ist das denn für eine Fantasie?
Zum Beispiel: Einer der weiblichen Charaktere vermutet, dass ihr Ehemann eine Affäre hat: "Bis dahin würde sie ihm gezeigt haben, wie fit sie war. Und wie wenig er eine andere brauchte".
Nein, gute Frau, Sie sollten ihm auf jeden Fall seine Eier auf einem Tablett servieren, und nicht aufgeben und sich an ihn heranschmeißen, damit er Sie mehr begehren würde. Ich verstehe, dass einem sowas im Leben passieren kann, aber jeder weibliche Charakter denkt/verhält sich so. Das finde ich ehrlich gesagt geschmacklos und - für dieses Jahrhundert, zumindest - eine gefährliche Botschaft.
Lange Rede, kurzer Sinn: Für ein Buch über Charaktere, die getötet wurden, waren mir die Charaktere, die getötet wurden, relativ unwichtig. Außer Maja fand ich niemanden sympathisch; das ist eben kein gutes Zeichen für einen Thriller. Ich mag die erste Hälfte des Buchs sehr: Der Autor erschafft eine interessante und spannende Stimmung, aber die zweite Hälfte hätte viel besser sein können. Sollen. Und nicht nur, was die Handlung angeht.
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Schwarzer Nachtschatten: Die Apothekerin vermittelt is a German thriller that, in the first half of the book, hits all the right spots. It creates the setting for a horrific crime involving rare, plant-based poisons, introduces us to a unique protagonist (Maja, a pharmacist with experience in rare, plant-based poisons), and presents a lot of potential leads and suspects.
The second half of the book didn't really know what to do with all that, so it sort of dropped all the balls. All of them.
I think the weakest part of the book for me was the impact. The story itself was fun to read, but its impact fell a bit flat. At it's core, it's about a bunch of unlikable people cheating on each other with a bunch of other unlikable people and getting in trouble/dying. I was more invested in seeing Maja clear her name than the fact that unlikable people were dying.
The reason why most of the characters don't quite resonate with me (aside from the whole cheating thing) is because they all follow the same harmful thought pattern. Like c'mon, you have these intelligent, attractive women with terrible, cheating partners, and their solution is not to drop them, but to get even fitter so the men won't want to leave? What kind of message is that?
For example, one of the female characters has literally been suspecting her husband of having an affair: "She'll show him. By then, she'll show him how fit she is. And how he doesn't need another woman."
No, lady, you should absolutely be handing this man his arse on a platter, not killing yourself to make him want you more. I get it, this sort of thing happens, but every female character thinks/behaves like this. And frankly, that's bad form and an even worse message. Books written in this century should know better by now.
So for a book about characters getting murdered, I didn't really care about the characters who got murdered. I had no sympathy for anyone except Maja, which isn't a great sign in a murder mystery thriller. I do give the first half of the book points for creating an interesting and suspenseful atmosphere, but the second half could have been better. Much better. And not just in terms of story.