Für ihre Schulfreundinnen ist Madonna eine »lesbische Schlampe« – für die 11-jährige Reyhan Şahin ist sie das größte Vorbild. Dass wir Reyhan heute als Lady Bitch Ray kennen, als unkonventionelle Künstlerin, promovierte Sprachwissenschaftlerin, als kluge und meinungsstarke Feministin, hat viel mit der Queen of Pop zu tun. Sie erzählt uns davon – und von der Macht von Popmusik.
Dr. phil. Reyhan Şahin a.k.a. Lady Bitch Ray gives us a musical memoir illustrating how Madonna has influenced her work as a feminist rapper and artist. We do not only learn about Şahin's life as the child of Turkish immigrants in Northern Germany, her experiences as a linguist and her reception in the media, but also about intersectional feminism, sex positivity, and female empowerment. While the author relates all of this to the important role Madonna's portrayal of female agency and sexuality has played for her own empowerment, she also points out the many questionable aspects of Madonna's work and decisions - and the fact that Şahin is a specialist researching the language of youth cultures and the semiotics of fashion certainly helps.
Just like the other installments of the KiWi music library, this small book is radically subjective, and as its author has plenty of stories to tell, it's also highly entertaining. I'm curious to check out the new books of the series that have just been announced for October.
Als "Vorhang Auf!" erschien war ich 13 Jahre alt. Ich lernte Reyhan Şahin als wütende Rapperin "Lady Bitch Ray" kennen mit dem Song "Ich hasse Dich". Auch ich habe 2007 vieles gehasst und schon sehr früh dagegen rebelliert, als weiblich gelesene Person anders behandelt zu werden als männliche. Reyhan Şahins Musikkarriere habe ich nach einiger Zeit nicht mehr verfolgt (ich hing zu sehr auf pop punk und alternative rock fest), jedoch fand ich die damalige Rapperin auf Twitter wieder und zu meinem positiven Erstaunen hat sie sich zur leidenschaftlichen Feministin und Antirassistin entwickelt. Ich wurde von einer streng katholischen Mutter großgezogen, die allerdings auch ein großer Fan von Popmusik ist. Auch ich kenne jegliche Madonna Skandale, aber auch Ihre heutige Stellung als Ikone, ihren Einfluss auf die heutige Popszene und viele Musikerinnen, die mich auch heute noch inspirieren. Reyhan Şahins Anekdoten zu der frauenverachtenden Ungleichbehandlung und Misogynie spricht Themen an, dessen Diskussion längst überfällig ist. Wie so viele Bereiche, in denen es um Erfolg und Geld geht, ist auch die Musikszene nicht frei von Frauenhass. Şahins kurze Abhandlung gibt einen Einblick in genau diese Industrie und Misogynie aus persönlicher Sicht, die nachdenklich macht. Besonders gelungen finde ich die nicht nur positive Auseinandersetzung mit Madonna als Fan, sondern auch die Kritik gegen Ende des Buches, die eben auch das Thema Rassismus aufnimmt.
Hab’s zur Hälfte als physisches Buch gelesen und die andere Hälfte mir als Hörbuch über den VÖBB ausgeliehen und wünschte, ich hätte es komplett als Hörbuch gehört, eingelesen von der Autorin selbst. Kleines, feines Büchlein über popkulturellen Feminismus und feministische Popkultur am Beispiel Madonna mit einer ordentlichen autobiografischen Prise von Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray. Fand’s sehr angenehm und bin, wie die Autorin selbst, froh dass sie sich auf diese Weise mit Madonna auseinandersetzt hat. ✨
Dieses Buch der Rapsängerin Lady Bitch Ray besitzt eine große Intensität, die auch den ganzen Text über aufrechterhalten bleibt. Das ist schon eine Qualität. Über Madonna erfährt man nicht viel neues. Vielmehr spricht Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray über ihre Kindheit und Karriere und wie sie von Madonna beeinflusst wurde. Das bezieht sich aber weniger auf musikalischer Einfluß, da glatte Popmusik und provokanter Rap wenig gemeinsam haben. Es ist Madonnas selbstbewusstes Auftreten und ihre religiösen wie sexuellen Themen, die auch die Sängerin aus Bremen-Gröpelingen interessierte. Aber auch kritische Aspekte werden nicht ausgespart. Die feministischen Aspekte greifen!
Reyhan Şahin schreibt überaus ehrlich über ihre Empfindungen und Schwierigkeiten im Musik- und Kulturbetrieb, etwa auch ihr Rauswurf bei Radio Bremen oder wie sie wenig Geld verdiente, da ihr Ansehen bei vielen gering war oder sie auf ihre türkische Herkunft oder ihre akademische Leistung reduziert wurde. Sie hat´s nicht leicht gehabt, ihr wurde es schwer gemacht. Es war, interessant, einmal einen Einblick nehmen zu können.
Nur wenige Sätze des Textes wirken konstruiert, ansonsten ist das Buch ehrlich und kann als gelungen bezeichnet werden.
Leser, die nur Madonna-Fans sind und Lady Bitch Ray vielleicht nicht einmal kennen, sind bei diesem Buch vermutlich falsch.
Richtig, richtig gut. Ich habe zwar keines der anderen Bücher aus dieser Reihe gelesen, nehme aber doch stark an, dass dieses das beste ist. Vor allem, dass das Hörbuch von ihr selbst eingesprochen wurde, ist super. Sie verbindet ihre Entwicklung als Künstlerin, als Woman of Colour, als Feministin und vieles mehr mit der Entwicklung von Madonna. Dabei zieht sie einerseits viele Parallelen, kritisiert allerdings problematische Aussagen, Verhaltensweise und Reproduktionen von Machtverhältnissen zugunsten von ihr als weißer, erfolgreicher, reicher, konventionell attraktiver cis Frau auch eindeutig. Finde es super lesenswert, eigentlich fast besser als Yalla, Feminismus, weil es fast genauso viel "Gehaltvolles" enthält, das aber in diesem eher unkonventionellen Rahmen.
Auch wieder sehr lesenswert, wenn auch sehr anders als die meisten Titel dieser Reihe. Am ehesten noch vergleichbar mit Sophie Passmanns Buch über Frank Ocean, insofern die Autorin hier mehr als über Madonna über ein ihr wichtiges Thema schreibt, inklusive der Bedeutung, die Madonna und ihre Kunst für sie, für dieses Thema und vor allem ihren Zugang zum Thema haben. Dieses Thema würde ich mit Feminismus im weitesten, Feminismus in Kunst und (Pop)Kultur im etwas engeren und weiblicher bzw. nicht cis männlicher Sexualität, ihrer Performativität und ihre Verwobenheit mit Popkultur, insbesondere Pop- sowie Rapmusik grob umreißen - ohne Anspruch, es völlig zu treffen. Die Autorin legt zudem viel ihrer eigenen Geschichte offen, vom Hintergrund ihrer öffentlichen Persona Lady Bitch Ray und ihrem Anliegen damit. Daher hier und da etwas sperrig, ganz sicher unerwartet (wobei dann auch wieder nicht unbedingt, wenn man Lady Bitch Ray ein bisschen kennt), aber definitiv lesenswert!
In eigenwilliger und authentischer Art und Weise erzählt Rap-Künstlerin Lady Bitch Ray von ihrer Bewunderung für die Queen of Pop. Madonna ist seit jungen Jahren eine ihre Inspirationsquellen.
So erfährt man in diesem Buch zwar einiges über Madonna, vorrangig ist es aber ein autobiographisches Werk der Bremer Rapperin und Sprachwissenschaftlerin.
Die Autorin ermöglicht einen unangepassten Blick auf unsere Musiklandschaft - sie gibt unverfälscht ihre Meinung und Erlebnisse wider.
Die Kiwi Musikbibliothek ist eine Reihe, die man sich als Musikfan merken sollte.
Ein sehr interessantes Buch, das einen guten Einblick sowohl in Madonnas als auch in LBRs Schaffen gibt. Ich werde mich in Zukunft mit LBRs weiterer Arbeit auseinander setzen. Einen Stern Abzug gibt es, weil sie sehr oft den Begriff des "Kan*ken" verwendet und ich der Meinung bin, dass man diesen Begriff nicht weiter nutzen sollte - auch nicht in Form der Eigenbezeichnung, da das Volk der Kanaken weiterhin in Neukaledonien lebt und seine eigene tragische Kolonialgeschichte mit sich trägt; da muss der Begriff nicht von einer weiteren marginalisierten Gruppe verwendet werden.
Dies ist keine Madonna-Biografie, sondern eine queerfeministische, wütende Abhandlung über die Ausbeutung weiblicher und queerer Künstler'innen in der von weißen cis-Männern dominierten Musikindustrie. Lady Bitch Ray erzählt, wie sie von Madonna beeinflusst wurde und welche Gemeinsamkeiten sie haben. Sie übt aber auch Kritik z.B. an der kulturellen Aneignung und der Ausbeutung z.B. der Tänzer. Ich fand das Buch sehr erfrischend, gerade weil es nicht so gefällig geschrieben ist.
Als Hörbuch gehört. Feiere Lady Bitch Ray ziemlich, ihre Analysen und Einblicke in die akademische und deutschrap Welt sind super interessant und aufschlussreich. Allerdings komme ich mit ihrer Art irgendwie nicht zurecht, die Vermischung von persönlichen Anekdoten und Analysen find ich irgendwie schwierig - aber halt Geschmackssache
Ah. Dr. Phil. Bitch Ray. A goddess. A voice of reason. A great mind. I really enjoyed these short little books about people's favourite musicians, and this was no different. It was funny and witty and consequential and so, so smart. If you like perspectives on queerfeminism, and hearing voices of WOC, and jabs at cishet men, this is for you.
Man erfährt mehr über Lady Bitch Ray als über Madonna. Was das Buch keinesfalls uninteressant macht. Die Autorin versucht außerdem viele Facetten darzustellen und macht auch vor kritischen Themen in Bezug auf Madonna nicht halt.
Nette Gesellschaftskritik, aber stellenweise werden die Gesellschaftsprobleme etwas zu unkritisch nur auf irgendwelche "cis Schwänze" (ihre Worte, nicht meine) geschoben.
Als ich zuerst gesehen habe, dass in der KiWi Musikbibliothek Lady Bitch Ray über Madonna schreibt, konnte ich das in meinem Kopf überhaupt nicht zusammenbringen: eine offensive Feministin und promovierte Sprachwissenschaftlerin und eine Sängerin, die ich irgendwie immer als eine Figur wahrgenommen habe, die sich nur durch Darstellung als "Sex-Symbol" hervortut. Tatsächlich hat Reyhan Şahin es geschafft, mir Madonna in einem völlig neuen Licht zu präsentieren. Als eine Feministin, die genau wie Lady Bitch Ray selbst, versucht mit weiblicher Sexualität zu provozieren, um aufzuzeigen dass ein großer Teil der Öffentlichkeit große Probleme hat, wenn Frauen ihre Sexualität so offen zeigen. Auch, dass sie so offen mit ihren eigenen Kämpfen und ihrer Depression umgeht, finde ich unglaublich mutig. Ich glaube, sie hat ein wichtiges Thema, für das sie kämpft (sowohl als Wissenschaftlerin als auch als "Pornorapperin") und das immer noch nicht genug Präsenz im öffentlichen Diskurs hat. Viel Liebe für Dr. Bitch Ray <3
ist schon cool und so, aber ich habe immer das gefühl, dass die berühmten personen immer mehr über sich selber schreiben als über die künstler*innen, was ich persönlich nicht so feier.
Schwierig. Interessante Mischung aus Lady Bitch Ray und Fr. Dr. Sahin, die über ihre Karriere und wie Madonna sie inspiriert hat. Vermischt mit provokantem Sextalk a la Bitch Ray und wissenschaftlichen Analyse der Wissenschaftlerin. Nette Abwechslung in der Reihe, aber sicher nicht der beste Band der Reihe.