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Das andere Ende der Geschichte: Über die Große Transformation

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1989 erschien der Westen als der alleinige Sieger der Geschichte. Heute klingt der damalige Triumphalismus mehr als schal. Was ist schiefgelaufen? In einer Reihe thematisch verflochtener Essays sucht der vielfach ausgezeichnete Historiker Philipp Ther nach einer Antwort. Er befasst sich u. a. mit wirtschaftspolitischen Irrwegen seit der Wiedervereinigung (von der Treuhand bis zu Hartz IV), analysiert die Entwicklung der USA ab den Clinton-Jahren und fragt, warum Russland und die Türkei sich vom Westen abgewandt haben. Anknüpfend an Karl Polanyis bahnbrechendes Buch The Great Transformation, rekapituliert Ther die rasanten Veränderungen der letzten drei Jahrzehnte, die westlich des ehemaligen Eisernen Vorhangs nicht minder dramatische Folgen hatten als östlich davon.

200 pages, Paperback

Published September 30, 2019

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Philipp Ther

36 books5 followers

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Profile Image for Gavin Armour.
617 reviews130 followers
January 8, 2020
1992 legte der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama sein Buch DAS ENDE DER GESCHICHTE vor und postulierte den globalen und endgültigen Siegeszug der Demokratie im Einklang mit einem entsprechendem Liberalismus, gestützt durch die Marktwirtschaft als eingehegter Form des Kapitalismus. Autoritäre Systeme – worunter Fukuyama sozialistische/kommunistische Ideologien ebenso subsumierte, wie faschistische/nationalsozialistische – hätten als eine Art Antithese, im Hegel´schen Sinne, zum extremen Liberalismus, wie ihn das 19. Jahrhundert vor allem mit der Industrialisierung hervorgebracht habe, ausgedient. Nun breche ein posthistorisches Zeitalter der liberalen, marktwirtschaftlichen Demokratie an. Für Historiker schon damals eine eher seltsam anmutende These, mag Fukuyama im Überschwang jener Jahre, in denen der Kommunismus als real existierendes ideologisches Staatssystem zusammenbrach und nahezu komplett aus der europäischen Wirklichkeit verschwand, wirklich geglaubt haben, daß es ein „Ende der Geschichte“ geben könne.

Nun, dreißig Jahre nach dem Wendejahr 1989 und 28 Jahre nach Fukuyamas Erläuterungen, steht der Westen vor der Frage, wieso es so anders kommen konnte, als viele es erwartet hatten? Daß die Geschichte einer Zwangsläufigkeit folgt, konnte schon früher als reines teleologisches Wunschdenken widerlegt werden. Dennoch erstaunt es sowohl Historiker, als auch Soziologen und Politikwissenschaftler, wie sich das Haupt des Nationalismus wieder erhebt, wie sich „völkisches Denken“ und offenbar auch der Glaube an autoritäre Führung und ebensolche Systeme zunehmender Beliebtheit erfreuen und in Teilen Europas – vor allem Osteuropas, aber auch in Italien und teilweise, wenn auch noch ohne Regierungsbeteiligung, auch in Westeuropa – bereits sogenannte „illiberale“ Demokratien herausgebildet haben. Polen und Ungarn sind die dafür deutlichsten Beispiele. Aber auch in Slowenien, ansatzweise in Tschechien und auf dem Balkan scheinen autoritäre und offen rechtsgerichtete Regierungen auf dem Vormarsch zu sein.

Nun sind in den vergangenen drei, vier Jahren etliche Bücher und Studien erschienen, die sich genau dieses Problems annehmen, einige eher redundant, andere von herausstechender Klarheit und Weitsichtigkeit. Der Historiker Philipp Ther legt mit DAS ANDERE ENDE DER GESCHICHTE. ÜBER DIE GROSSE TRANSFORMATION (2019) eine essayistisch angelegte Übersichtsstudie zur Entwicklung vor allem in Europa und den USA vor, die noch einmal gebündelt die Entwicklungen – beileibe nicht nur ökonomischer Natur – und Bruchstellen der vergangenen dreißig Jahre nachzeichnet und dem Leser verständlich vermittelt, wie und, vielleicht, warum es diesen Pendelschlag gen rechts gegeben hat.

Ther untersucht in sechs Kapiteln die Entwicklung seit 1989 in den USA, in Deutschland („Einheitskrise“), in einem langen Kernkapitel den Abstieg Italiens als „Menetekel für Europa“ und die Entfremdung zwischen dem Westen, Russland und der Türkei. Ein Einführungskapitel und ein Nachwort zur Pendelbewegung nach rechts runden die Studie ab. Da das Werk als Essay angelegt ist, was es gut lesbar macht, darf man natürlich keine erschöpfende wissenschaftliche Studie erwarten, doch mit einem Anhang von 20 Seiten wird ein sehr guter Überblick über die Quellenlage geboten.

Der Untertitel des mit knapp 200 Seiten eher schmalen Bandes verweist auf jenes Standardwerk, auf das Thers Untersuchungen, Überlegungen und Thesen beruhen: THE GREAT TRANSFORMATION, jenes Werk, das der Soziologe Karl Polanyi 1944 veröffentlichte und in welchem er die Entwicklung hin zu sogenannten „Marktgesellschaften“ nachvollzog, die im 19. Und frühen 20. Jahrhundert zur Umformung der westlichen Gesellschaften geführt hatte. Dabei lag sein Hauptaugenmerk auf der Bildung von Marktwirtschaften und Nationalstaaten, die in seinen Augen eng miteinander verknüpft waren. Im Kern marxistisch geprägt, war Polanyi jedoch kein Determinist, glaubte nicht an geschichtlichen Telos, sondern an das dialektische Wechselspiel unterschiedlicher Kräfte in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Auf den radikalen Kapitalismus des 19. Jahrhunderts folgten mit Gewerkschaften und Sozialgesetzgebung einhegende Bewegungen und Maßnahmen; dennoch folgerte Polanyi, wie viele linke Historiker und Politologen, daß es ökonomische Verwerfungen waren, die zum Ersten Weltkrieg, den darauf folgenden Wirtschaftskrisen und schließlich den faschistischen Bewegungen vor allem in Europa geführt hatten. Er sah jedoch den Faschismus nicht zwangsläufig als Zwilling des Kapitalismus. Viel mehr hielt er es für möglich und plädierte dafür, daß bestimmte Güter – Arbeit, Boden, Geld bspw. – den Märkten zu entziehen seien und der Kapitalismus in starke staatliche Strukturen eingebettet werden müsse, um so gezähmt, eben eingehegt, seine Vorteile ausspielen zu können.

Genau diese Einbettung hat es nach Philipp Ther eben nicht gegeben, als sich die kommunistischen Staaten ab 1989 auf ihren Weg in den Kapitalismus machten. Nach einer langen, nahezu vierzigjährigen Sozialdemokratisierung westlicher Gesellschaften, vor allem in Europa, fiel der große weltpolitisch so einschneidende Umbruch in Eins mit jener Zeit, in der die Neoliberalen vom Schlage eines Milton Friedman sich anschickten, die Wirtschaftssysteme nach ihren Vorstellungen umzuformen. Privatisierung, Deregulierung und das „freie Spiel der Märkte“, das dann im Laufe der 90er Jahre zu einer Entfesselung des reinen Finanzkapitalismus führte, galten als Gebot der Stunde. Sie hatten ihre vorbereitenden Vorläufer bereits unter Ronald Reagan in den USA und vor allem Margaret Thatcher in Großbritannien erlebt. In Folge dieser Entwicklungen kam es zu den großen Krisen der Nuller- und Zehnerjahre des neuen Jahrtausends, inklusive der sogenannten „Dot-Com-Blase“, die sich bereits Ende der 90er abzeichnete und im Jahr 2000 schließlich platzte.

All diese Krisen – zudem schon jene harte Rezession, die 1992 vor allem die USA traf – hätten jeweils dazu führen können, daß es einen Wandel im Sinne Polanyis hätte geben können. Spätestens 2008, nach dem Crash der Lehman-Brothers-Bank, der das Platzen einer übel spekulative Immobilien-Blase folgte, meinte man, daß der ungebremste Finanzkapitalismus dringend staatlicher Aufsicht und klarer Regeln bedurfte. Doch wie in den Krisen zuvor, wurde auch in diesem Moment nicht gehandelt. Obwohl die Sozialdemokratie nicht nur in Deutschland zumindest Teilhabe an der Macht hatte und trotz der Nachkriegsjahrzehnte, die eine zunehmende Sozialdemokratisierung des Kapitalismus, in Deutschland vor allem in der vielbeschworene „Soziale Marktwirtschaft“, erlebt hatten, erwies sie sich als zu schwach, vielleicht auch nicht Willens, weil selbst von den neoliberalen Verheißungen geblendet, um entsprechende Maßnahmen durchzusetzen. So verloren vermeintlich linke Parteien die Bindung an ihre klassischen Milieus, bzw. lösten sich diese Milieus langsam auf, transformierten, fragmentierten.

Eben diese Auflösung klassischer Milieus, die Herausbildung eines „Dienstleistungsproletariats“, auf das die Sozialdemokratie keinen Zugriff mehr fand, die gesellschaftliche Fragmentierung bei gleichzeitig zunehmender Zersplitterung der Medienlandschaft, die Digitalisierung und eine deutliche Umverteilung des Wohlstands von unten nach oben, können also als Voraussetzungen dafür gesehen werden, weshalb sich seit Beginn der Nullerjahre, spätestens seit den Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts, Rechtspopulisten wieder zunehmend Gehör verschaffen konnten. Als Vorläufer dieser Entwicklung, wenn auch noch nicht wirklich ideologischer Prägung, sieht Ther Silvio Berlusconi. Gleichsam prototypisch nahm er schon in den 90er Jahren vorweg, was sich nun mit der Wahl und Präsidentschaft eines Donald Trump in den USA zu erfüllen scheint: Den Siegeszug von im Kern entpolitisierten Populisten, die das Blaue vom Himmel herunter versprechen, sich als „Anwalt des kleinen Mannes“ ausgeben, gegen ein wirkliches oder auch nur behauptetes Establishment, dem sie meist selbst entstammen, hetzen und dabei die demokratischen Regeln nutzen, um demokratische Systeme auszuhöhlen, wenn nicht gar zu überwinden, bzw. zurückzudrängen.

Manche gehen dabei weiter – lauscht man manchen Vertretern der AfD, scheint ein wirklicher „Systemwechsel“ fort von der parlamentarischen Demokratie das eigentliche Ziel dieser Partei zu sein – andere sprechen ganz offen von der „illiberalen Demokratie“, in der eine starke Partei (mindestens) die Geschicke des Landes, meist „des Volks“ lenkt und dabei über Recht und Gesetz steht. Dafür stehen, wenn auch nicht unbedingt sich gleichend, Polen unter der Fuchtel der PiS-Partei und Ungarn unter Viktor Orbans Fidesz-Partei. Wieder andere, wie der Italiener Matteo Salvini, sind schwerer einzuschätzen, wirkt er doch wie ein Populist nach Trump´schem Muster, bedenkt man hingegen seine Vergangenheit in der protofaschistischen Lega Nord und seine gelegentlich sich an Mussolini orientierenden Auftritte, muß man davon ausgehen, daß der Mann durchaus ein ideologisches Ziel verfolgt.

Vieles von dem, was Philipp Ther darlegt, ist dem aufmerksamen Leser nicht unbekannt. Wer die Entwicklungen anhand von Tagespresse, einschlägigen Magazinen, aber auch Büchern und Schriften verfolgt, weiß um einiges dessen, was hier dargelegt wird. Dennoch ist es dem Band hoch anzurechnen, noch einmal, gebündelt, eine konzentrierte Übersicht über diese Entwicklungen zu bieten, die bei Bedarf schnell Auskunft zu wesentlichen Entscheidungen und Geschehnissen gibt. So hat man hier ein Handbuch, das es lohnt, gelesen zu werden, um sattelfest gewisse Zeitläufte zu verstehen. Ganz sicher versteht man nach diesen 200 Seiten noch besser, weshalb Denker wie Francis Fukuyama so deutlich daneben lagen, als sie ihre optimistischen Zukunftsaussichten formulierten. Und ganz nebenbei macht Thers Buch große Lust, sich Polanyis Standardwerk noch einmal zu Gemüte zu führen. Manchmal haben uns die Alten eben doch noch einiges zu sagen.
Profile Image for Anna.
627 reviews40 followers
July 27, 2022
When did it start, this feeling that our time is in fundamental crises? What is the origin of our modern problems? Where does the success of Johnson, Trump and Putin come from? How are neoliberalism, social security and populism connected? And what unpleasant truths must the Western world accept about itself?

Philipp Ther, Professor of Eastern European History, seeks answers to all these questions in his volume of essays "The Other End of History" - and finds them in entertaining, clever and engaging ways. He takes his audience through six reflections that focus primarily on developments in and between the USA, Germany, Italy, Russia and Turkey after 1989. He manages to incorporate an extensive theoretical framework while keeping the text accessible and easy to follow, even for laypeople. This works well, because Ther does not want to lecture. Rather than being an academic know-it-all, he confronts his own perplexity about current political changes, and draws on his own life experience to make sense of them. At the same time, he has a keen eye for the losers and victims of the stories he tells.

The starting point of his deliberations is "The Great Transformation" by the economic historian Karl Polanyi, whose theory he introduces to his readers in the first essay. Polanyi wrote as early as 1944 that unrestrained capitalism had contributed to the rise of fascism by ignoring people's basic need for social and financial security. This ultimately destroyed and displaced social communities, opening the door for fascism. But Ther is not trying to bore us, or to make us care about economic history: instead, he uses this nearly 80-year-old theory in the four following essays to analyse late 20th century neoliberalism and to explain what is happening today.

In the second essay, he outlines the development of the US after the Cold War, showing how early the radicalisation of the conservative right began. Ther goes on to the election of Trump, illustrating how fundamental structural problems came to a head in the 1990s under neoliberal policies, even though most didn’t realise it yet.

In the third essay, he asks about the price the Federal Republic of Germany payed for its unity. Ther challenges his readers to question the narrative of the West that the GDR was to blame for the multitude of problems connected with unification. Instead, he focuses on political alternatives to and the failings of neoliberal policies. This is all the more important because it ties in with a still active debate within Germany that often treats the East as a recalcitrant child.

He then turns to the descent of Italy, embedding this story in a critical examination of the apparent lack of alternatives to neoliberalism. Instead of dismissing the rise of Italian populists as a purely national problem, he weighs long-term and short-term, national and European factors. He analyses the role of the European Union and asks his readers to put their own house in order before pointing the finger at others.

His fifth essay asks about the alienation between the West, Russia and Turkey. Again, he refrains from simple attributions of blame and instead analyses the interplay of different factors in the context of neoliberal ideology. This brings into focus broken promises and the power imbalance between the East and the West without negating or excusing troubling developments in Russia or Turkey.

So, when did they begin, the crises of our time? Philipp Ther finds ambivalent, open answers to his questions and refers to long-term historical developments. He emphasises the 1989 caesura and the consequences of neoliberalism's perceived lack of alternatives. Not everything he writes is new. But anyone who has read Ther's book will certainly understand our present better than before – and that is all short book of essays can hope for.
Profile Image for David.
71 reviews8 followers
September 8, 2021
Eine Büchlein aus dem Jahre 2019 mit Essays jeweils zum Zustand und der jüngeren Geschichte der den GUS-Staaten, USA, Deutschland, Italien und Türkei & Russland. Da die Texte 2019 recht aktuell waren, ist es teilweise bereits angestaubt, insgesamt aber immer noch sehr lesenswert. Insbesondere weil Ther nicht in der Tagespolitik verstrickt bleibt, sondern auf die Geschichte seit Anfang der 90er und teilweise darüber hinaus zurückgreift und dadurch viele Dinge in einen Kontext setzt, den man sonst gerne übersieht, wenn man einfach den heutigen politischen Diskussionen folgt. Besonders interessant fand ich den Text zu Türkei und Russland, hier wurden besonders viele Aspekte gestreift, die mir nicht bekannt waren.

"Meinen Kindern wünsche ich eine bessere Zukunft, als sich derzeit erkennen lässt." (im Dank, S. 199)
12 reviews10 followers
October 14, 2020
Sehr locker zu lesene Essaysammlung, die das Konzept Essay ernst nimmt. Interessante historische Erläuterungen vor dem Hintergrund Polanyis mit links-sozialdemokratischem Einschlag.
Profile Image for Iamthesword.
334 reviews24 followers
June 6, 2023
In 1992, neo-conservative political scientist Francis Fukuyama proclaimed "The End of History". The Cold War was over, the American model of (neo-)liberal capitalism had triumphed, and we lived happily ever after.

Well, we obviously didn't. On the contrary, there is more than one imminent crisis we have to deal with. The regular breakdowns of the economic and financial system. Rising antidemocratic senttiments all over Europe and the USA. Authoritairan leaders in Turkey and Russia (the latter with some recent explorations into imperialist wars). The list goes on. And Austrian historian Philip Ther makes a convincing argument to link those crisis to the reordering of the world after 1989 - the "other end of history".

His frame of reference is "The Great Transformation", the central work of Karl Polanyi, an important theorist of social democracy. In his 1944 book, he argues that unrestrained capitalism deprived too many people of their basic economic and social needs and hence assisted the rise of facism. And while the situation of today is quite different for many reasons, he sees similar processes at work which he lays out in the following essays. In turn, he addresses the post-Cold War USA and the rise of the alt-right, German reunification and the social costs of implementing neoliberal ideals in the formerly socialist societies of the Eastern bloc, Italy's long descent, and Russia's and Turkey's alienation from Europe and the USA.

Ther's main argument revolves around the dominance of neoliberal economic and social policies that dismantled social securities and increased inequalities in European and U.S. societies. Above all, the framing of neoliberalism as the "natural" solution/being without alternatives, fed by the experience of 1989/90 and pushed by conservative elites (including Francis Fukuyama), generated frustrations in the long run, which in turn benefited anti-democratic forces that staged themselves as carriers of an alternative (and still do so, from the Donald Trump to Georgia Meloni). Ther succeeds in combining the specifics of his case studies with transnational processes and overarching arguments and thus creates a compellingly complex picture of the world post 1990. He refuses any easy answers or open attacks on certain policies, but it is still a political book, because it shows - based on evidence - how the world got less save, less equal and less democratic in the past three decades. It helps us to understand our present better AND makes you angry. And I think that's an excellent combination.


Profile Image for Otto.
750 reviews50 followers
April 26, 2020
Aufbauend auf Polanyis Thesen analysiert Theo 2019 die Weltsituation und erkennt: Das Pendel bewegt sich nach rechts. Ein nicht eingehegter Kapitalismus, ein Staat, der seiner Fähigkeiten beraubt ist führt zu sozialer Ungleichheit, zu wirtschaftlicher Zerrüttung und zu Abstiegsängsten eines großen Teils der Bevölkerung. Die Linke hat darauf keine adäquaten Antworten, hat sich doch die Soziademokratie zu sehr den Chicagoern angedient. Eine spannende, gut geschriebene essayistische Analyse der Zeit - vor Corona.
36 reviews
August 10, 2022
Sehr gut lesbare interessante Darstellung, insbesondere der Essay über die Türkei und Russland hat mir geholfen das ein oder andere zu verstehen.
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