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Der unsichtbare Roman

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Wer ist schuld am Ersten Weltkrieg? Im Jahr 1918 wird die Frage immer drängender. Da erhält der Bestsellerautor Gustav Meyrink in seiner Villa am Starnberger See ein Angebot vom Auswärtigen Amt: Ob er – gegen gutes Honorar – bereit wäre, einen Roman zu schreiben, der den Freimaurern die Verantwortung für das Blutvergießen zuschiebt. Der ganz und gar unpatriotische Schriftsteller und Yogi kassiert den Vorschuss – und bringt sich damit in Teufels Küche.

272 pages, Hardcover

First published September 25, 2019

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About the author

Christoph Poschenrieder

12 books7 followers
Christoph Poschenrieder, geboren 1964 bei Boston, studierte Philosophie in München und Journalismus in New York. Seit 1993 arbeitet er als freier Journalist und Autor von Dokumentarfilmen. Heute konzentriert er sich auf das literarische Schreiben. Sein Debüt ›Die Welt ist im Kopf‹ wurde vom Feuilleton gefeiert und war auch international erfolgreich. Mit ›Das Sandkorn‹ war er 2014 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Christoph Poschenrieder lebt in München.

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Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for Steffi.
1,123 reviews273 followers
December 19, 2019
Gustav Meyrink war vieles in seinem Leben: Bankier, Okkultist, Spiritualist, Schriftsteller, Scharlatan, Gefängnisinsasse, Yoga-Anhänger…

Deshalb – und weil er lange in Prag lebte und dort viele seiner Romane ansiedelte – liegt schon eine ganze Weile Hartmut Binders Biografie Gustav Meyrink : ein Leben im Bann der Magie bei mir rum (der vorliegende Roman spielt überwiegend in München). Da die Biografie recht umfangreich ist, habe ich sie noch immer nicht ganz gelesen, sondern schaue nur hin und wieder mal rein.

Dazu gab Poschenrieders Roman ausreichend Anlass. Dass ausgerechnet diese verrückte,hier ausgebreitete Idee keine pure Fiktion ist, klingt noch unglaublicher als manch Meyrinksches okkultes Setting: Das Auswärtige Amt beauftragte 1917 Meyrink damit, einen Roman zu schreiben, der erklären sollte, wer Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges war. Die Zeit drängte, der Roman sollte vor dem Kriegsende erscheinen. Verantwortlich gemacht werden sollten die Freimaurer.

Meyrink willigt ein, da er große Geldsorgen hat, nimmt den üppigen Vorschuss und … prokrastiniert.

Okay, er trifft sich mit Erich Mühsam, der sich weit mehr für Politik interessiert als er, lässt sich von ihm sogar zu einem Vortrag Kurt Eisners schleppen. Die Räterepublik kündigt sich an. Aber von der Politik hat sich Meyrink immer schon ferngehalten. (Dass Poschenrieder hier Mühsam ins Gedächtnis zurückholt hat mir besonders gefallen – noch so ein Vergessener. Natürlich will ich jetzt gleich Träumer - Als die Dichter die Macht übernahmen lesen)

So nebenbei erfährt der Leser, wie aus Gustav Meyer Gustav Meyrink wurde, dass es die Rückenschmerzen waren, die ihn zum Schreiben brachten und gewinnt den Eindruck, dass die kürzeren Geschichten von Meyrink vielleicht zu Unrecht in Vergessenheit gerieten. So löste die Novelle Saturnring einen Skandal aus, weil er sich darin gründlich über sächsische „Pastorenweibsen“ lustig machte. Diese Respektlosigkeit vor allem Deutschen, überhaupt vor deutschen Werten in Verbindung mit der Annahme, er habe jüdische Wurzeln, brachte ihm in diesen nationalistischen Zeiten heftige Kritik ein.

Für mich war das eine unterhaltsame Lektüre, die weitere Lektüren nach sich ziehen wird. Endlich will ich mal wieder den ein oder anderen Meyrink-Roman auf meine Leseliste setzen, dabei aber auch die Kurzgeschichten nicht ignorieren. Und Poschenrieder schreibt so wunderbar leicht und amüsant, dass ich seine anderen Romane auch lesen möchte.
Profile Image for Gavin Armour.
615 reviews130 followers
December 12, 2019
Literatur über Literatur birgt zumeist die Gefahr der Redundanz und der Reduktion. Man kann die Originale lesen, sich literaturwissenschaftlich oder populärwissenschaftlich mit einem Thema oder Autoren beschäftigen, ein Roman über Romane, bzw. Autoren, kann hingegen leicht ins Oberflächliche abgleiten, an einem Gegenstand haften bleiben, der nicht wirklich durchdrungen wird, möglicherweise schon deshalb, weil der Autor des neueren Werkes schlicht nicht über die literarische Kraft seines Vorbildes, seines Objekts, verfügt. Ein wenig erging es so vor einigen Jahren Hans Pleschinski mit KÖNIGSALLEE (2013), der einen Besuch Thomas Manns im Jahr 1954 in Düsseldorf behandelte, dabei Realität und Fiktion munter durcheinanderwirbelte und doch den Geruch des Trivialen nicht ganz abschütteln konnte, obwohl Pleschinski durchaus ernsthafte Momente des Mann´schen Lebens behandelte. Es ist also Vorsicht geboten, wenn gegenwärtige Autoren sich früherer Kollegen annehmen.

Leider ist auch Christoph Poschenrieders DER UNSICHTBARE ROMAN (2019) nicht ganz von solchen Oberflächlichkeiten freizusprechen. Er nimmt sich einer ebenfalls wahren, vom Autor auch genauestens recherchierten, leider aber nur auf magerer Faktenlage beruhenden Begebenheit an, die sich Ende des 1. Weltkriegs in Bezug auf einen nie geschriebenen Roman von Gustav Meyrink zutrug. Der in Wien geborene Autor, Verfasser des GOLEM (1913/14), war ein scharfzüngiger und oftmals auch verletzender Satiriker, der sich früh dem Okkulten zugewandt hatte, dabei aber eine scharfe Trennlinie zwischen der zeitgenössisch beliebten Verehrung für das Übernatürliche, die Geisterbeschwörung und andere Jenseitserfahrungen und seinem ernsthaften Interesse an fernöstlichen Philosophien und vor allem der Yoga-Lehre zog. Er stand den ideologischen Bewegungen seiner Zeit eher distanziert gegenüber und lebte, auch während der November-Revolution, die schließlich München ergriff, in einem besseren Haus in Starnberg und hielt, trotz seines Umgangs mit Vertretern der sozialistischen Bewegung wie Erich Mühsam, einen gehörigen Abstand zu allem Revolutionärem. Dies vorweg zum Verständnis des Folgenden.

Ende des Krieges – und hier setzt Poschenrieders im Ton dem Vorbild durchaus gewachsener Roman ein – wird Meyrink vom Auswärtigen Amt angefragt, ob er bereit sei, ein Werk über die Kriegsschuld als Auftragsarbeit zu schreiben. Dabei wird ihm die Vorgabe gemacht, daß es die Freimaurer sein müssten, denen diese Schuld zugeschrieben wird. Meyrink, immer an Geld interessiert, nimmt den Auftrag eher widerwillig an und tut dann – nichts. Er beschäftigt sich kaum mit dem, was er zu schreiben hätte und reflektiert in Reaktion auf die Unfähigkeit, zu schreiben, womit er beauftragt wurde, sein bisheriges Leben und wie er überhaupt dazu gekommen war, zu schreiben. Das ist vor allem lustig, weil Poschenrieder seinen Meyrink mit eben jener ätzenden Schärfe auch sich selbst reflektieren lässt, mit der der Autor auch andere überzog.

In kurzen Kapiteln wird uns Meyrinks Leben und schriftstellerisches Werden als Ergebnis einer gewissen Unwilligkeit zur bürgerlich verantwortungsvollen Arbeit geschildert. In seinen jungen Jahren war er an Bankgeschäften in Prag beteiligt, wo er mit einem Partner ein Geldhaus betreibt, dabei aber vor allem am Vermehren eigenen Vermögens, weniger an dem seiner Kunden interessiert ist. Als die Geschäfte – laut Meyrink ist sein Kompagnon dafür verantwortlich – den Bach runtergehen, beschäftigt er sich ernsthaft mit Alchemie, in der Hoffnung, das „Goldmachen“ zu erlernen. Sein Interesse fürs Okkulte entspringt hingegen dem Wunsch, über die herkömmlichen Glaubenssysteme hinaus tiefere Wahrheiten zu erkennen, da Meyrink, der entgegen allgemeiner Annahmen eben kein Jude war, in keiner der monotheistischen Religionen Halt findet. Eine Sinnkrise führt ihn bis an den Selbstmord, dann hin zu Yoga und den daraus resultierenden Lehren.

Von all dem berichtet uns der Roman-Meyrink wie gesagt in ironischem, manchmal ätzendem Ton und das hat für den Leser den Vorteil, es auf den meisten dieser gerade einmal 268 Seiten mit einem wirklich humorvollen und oft auch hintersinnigen Text zu tun zu haben. Der allgegenwärtige Krieg, dessen Opfer Meyrink auf Berlinreisen und später einer Demonstration sieht, sorgt allerdings für einen bitteren und eher düsteren Hintergrund. Diese Bilder entbehren dann auch aller Komik oder Ironie. Meyrink, der selber jedwedem Kriegsdienst entgeht, für die Front allemal zu alt gewesen wäre, und dank seines Erfolgs mit dem GOLEM ein Leben führen kann, wie es während des Krieges nur wenigen vergönnt gewesen ist, nimmt die Verheerungen des Krieges sehr genau wahr und hat dafür keine Worte mehr übrig. Lediglich seinem Auftraggeber im Auswärtigen Amt gegenüber lässt er seine Schärfe aufblitzen. Wie unmöglich die Aufgabe ist, einen Roman zu schreiben, der die Schuldfrage am Krieg klärt, indem er sie verschwörungstheoretisch den Freimaurern zuschiebt, wird Meyrink jedoch schnell klar. Was er zunächst für eine Schreibblockade hält, trägt dann eben zu der ernsthaften und ehrlichen, auch schmerzhaften Selbstbefragung bei, die den Großteil des Romans ausmacht.

Poschenrieder fügt etliche Recherchenotizen sowohl zu Meyrinks Leben, wie auch diesem speziellen Auftrag in seinen Fließtext ein und ordnet diesen damit ebenso, wie er ihn auch immer wieder unterbricht und zu einem gewissen Maß auch unterläuft. Die wenigen Ergebnisse zu dem Auftrag, die der Autor auch thematisiert, nicht zuletzt in einem fiktiven, von ihm geführten Interview mit Gustav Meyrink, zeugen auch von der Schwierigkeit, einen Roman wie den vorliegenden überhaupt zu schreiben. Und genau das spürt der Leser zwischen den Zeilen und zwischen den Seiten. So flechtet Poschenrieder eine zweite Ebene in seinen Text, die die Rivalität zwischen Erich Mühsam und Kurt Eisner betrifft, zugleich das Bohèmeleben all dieser späteren Revoluzzer thematisiert und sich zugleich über deren Aufstand auch ein wenig lustig macht. München erscheint hier – und natürlich evoziert dies Gedanken an den Hitler-Putsch und den Marsch auf die Feldherrenhalle 1923, den wiederum Herbert Rosendorfer als Anlaß für seinen satirischen, wie eine Farce anmutenden Roman DIE NACHT DER AMAZONEN (1989) nahm, der seinerseits in DER UNSICHTBARE ROMAN mitschwingt, mindestens in der Formulierlust des Autors – wie das Zentrum von Schmalspurrevolutionären, Schmalspurliteraten und Schmalspurbohèmiens, die alle dem Lebensgefühl einer eher beschaulichen, gemächlichen Stadt erliegen.

Die Engführung des sich allen revolutionären Gebarens enthaltenden Meyrink, seines Auftrags und den Revolutionären um Eisner, Mühsam und Toller (der seinerseits nur in einem Gespräch zwischen Mühsam und Meyrink erwähnt wird) wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen, nicht wirklich zwingend. Da Meyrink sich selbst im Roman als faul beschreibt und das Schreiben als bloßen Broterwerb darstellt, könnte die Diskrepanz, ja Entfernung, zwischen ihm und einem als Getriebenen dargestellten wie Mühsam kaum größer sein. Obwohl es am Ende Mühsam ist, der Meyrink aus dem Dilemma mit dem Roman, den er nicht schreiben will – und auch nicht schreibt – hinaushilft.

Für den Leser bleibt dies ein vor allem erheiterndes, manchmal nachdenklich stimmendes, allerdings nie wirklich in die Tiefe der Geschehnisse dringendes Lesererlebnis, das trotz seines schmalen Umfangs zum Ende hin ein wenig – Achtung, Wortspiel – mühsam wird. Die Grundidee scheint reizvoll, doch wie die Recherchebelege eben zeigen, auch nicht wirklich romanfüllend. So bleibt der Eindruck, daß hier ein Anriss, eine Skizze, vorliegt, eine gelegentlich etwas wahllos zwischen psychologischer Erklärung, politischer Bewertung und persönlicher Betroffenheit changierende Behauptung – und eben Redundanz – vorliegt. Zwingend und folgerichtig ist das allerdings nicht. Unterhaltsam allemal.

Als Nachtrag sei erwähnt: Das Kriegsschuldbuch verfasste schließlich Friedrich Wichtl. Unter dem Namen WELTFREIMAUREREI – WELTREVOLUTION – WELTREPUBLIK (1919) erfreute es sich – als „Sachbuch“ gehandelt – größter Beliebtheit bis weit in modernere Zeiten hinein und funktioniert wohl nach wie vor einwandfrei für alle, die den großen Verschwörungstheorien anhängen…
Profile Image for Torsten.
101 reviews41 followers
February 28, 2022
Unterhaltsames Gedankenspiel über einen Auftrag des auswärtigen Amtes an Gustav Meyrink, den Autor des Bestsellers "der Golem", einen Roman zu schreiben, der die eigentlichen Schuldigen des 1. Weltkrieges benennen soll. Das deutsche Reich soll entlastet werden - als Verursacher hat das AA an die Freimaurer gedacht.

Das Ganze spielt sich in 1918 und somit in den Endtagen des Krieges ab und ist ein amüsanter und interessanter Spaß, ein Spiel mit Fiktion und Fakten. Poschenrieder schiebt immer wieder Notizen ein, in denen es um die Recherche in Sekundärliteratur, Archiven, Briefwechseln etc. geht. Anscheinend hat es diesen Auftrag wirklich gegeben, der Verlauf der Geschichte ist also zu Teilen Wahrheit, zu anderen Teilen Fiktion. Das allein, diese Geschichte ausgegraben und in ein so gut lesbares und unterhaltsames Buch gegossen zu haben, ist schon großartig.

Außerdem treten viele Personen der Zeitgeschichte auf, von einigen hat man im Geschichtsunterricht gehört (Erich Mühsam, Kurz Eisner), andere, wie Kurt (von) Hahn, laden zum selbst recherchieren ein. Auch ist die hier amüsant ausgebreitete Vita des Gustav Meyrink selbst schon eine weitere Beschäftigung mit diesem damals wohl recht bekannten und erfolgreichen Autor wert.

Am Schluß gibt es noch eine treffende und für alle Seiten akzeptable Pointe, nachdem Meyrink über große Teile des Buches prokrastiniert und kaum eine Zeile zu Papier bringt.

Rein technisch hat es mir auch sehr gut gefallen, der (Vor)leser Stefan Kaminsky trägt das Buch gut und verständlich in angenehmen Tempo vor, auch die verschiedenen Charaktere & wörtliche Sprache bringt er gut rüber. Einzig die vielen Recherchenotizen machen es beim Hören manchmal schwer, diese von der eigentlichen Handlung zu unterscheiden.
Profile Image for JoBerlin.
359 reviews40 followers
December 9, 2019
Bücher über Bücher gefallen mir grundsätzlich gut. Natürlich – und das gilt für jede Lektüre - sie müssen interessant, gut geschrieben, außergewöhnlich sein – all diese Kriterien erfüllt Christophs Poschenrieders neues Buch mit einer Leichtigkeit, die seine Leserschaft von Kapitel zu Kapitel eilen lässt und schließlich mitreißt in einen brillanten FaktFiktionStrudel ….. und dabei erzählt er doch einen „Unsichtbaren Roman“, schreibt über ein Buch, das nie erschienen ist.
Gustav Meyrink erhält 1918 von hohen Staatsbeamten den Auftrag, einen Roman über die Kriegstreiber, die wahren Kriegsinitiatoren zu schreiben. Der Weltkrieg dauert lange, zu lange für das murrende Volk, wem könnte man daran die Schuld zuschieben? Das Auswärtige Amt in Berlin hat dazu das internationale Freimaurertum auserkoren. Meyrink nimmt an – er hat ein schönes Haus in Starnberg und hegt einen gepflegten Lebensstil, das gilt es zu erhalten und zu mehren ---- die Herren in Berlin bieten ein lukratives Honorar.
Das Buch um die wahnwitzige Geschichte eines anderen Buches gelingt Christoph Poschenrieder deshalb so besonders gut, weil er uns zum einen an seinen Recherchen teilhaben lässt, so finden sich Fundstücke in Meyerinks Nachlass - Notizen, Gesprächsaufzeichnungen, Materialien - die die Grundlage des „Unsichtbaren Romans“ bilden; zum anderen ist sein Buch aber auch eine wunderbare Hommage an den einstigen Bestsellerautor Meyrink, heute eher in der zweiten Reihe stehend, sollten wir ihn unbedingt wieder lesen!
Profile Image for Gijs Zandbergen.
1,069 reviews27 followers
June 4, 2020
Ik kende Gustav Meyrink tot voor kort alleen van naam, en zou het niet als een gebrek ervaren als dat zo gebleven was. Rare, dandy-achtige, beroemde, en met geldzorgen kampende schrijver krijgt in 1917 de opdracht een boek te schrijven waarin de vrijmetselaars de schuld van het uitbreken van de Eerste Wereldoorlog krijgen. Een krankzinnige opdracht, die ook echt schijnt te zijn gegeven. Christoph Poschenrieder heeft het uitgezocht en er een roman over geschreven, waarin hij herhaaldelijk wisselt van vertelperspectief. Niet slecht, maar ook een beetje opgeklopt. Dat gezegd hebbend ben ik blij het boek te hebben geleend, want €24 vind ik te veel geld voor wat wat je te lezen krijgt. Wachten op de pocketuitgave loont. Dat kan best, zeker omdat het en historische roman betreft.
Profile Image for Ann-Cathrin.
7 reviews5 followers
October 20, 2021
Ich hätte diesem Buch 3.8 Sterne gegeben, daher hier aufgerundet.
Die Idee war wirklich beeindruckend und interessant. Ohne die Recherchenotizen wäre das Buch nur halb so gut gewesen - Poschenrieder hat sie gut eingebaut und verarbeitet. Ab etwa der Hälfte konnte ich nicht aufhören zu lesen; das letzte Viertel war besonders fesselnd. Ich kann das Buch an alle empfehlen, die gerade einfach Lust auf einen schnell-lesbaren, interessanten Roman haben.
Profile Image for Anke.
49 reviews4 followers
October 22, 2021
Keine Figur ist wirklich sympathisch, niemand mit dem man sich identifizieren
kann, kaum Action und eine Geschichte die so absurd klingt, das man kaum glauben mag, dass sie wahr ist.
Dafür Sätze die man sich aufschreiben möchte so gut sind die. Humor der leisen Art, hintersinnig und bösartig.
5 beeindruckte Sterne für eine Geschichte, die von einem anderen Autor geschrieben wohl kaum mehr als 3 bekommen hätte.
Hut ab Herr Porschenrieder.
Profile Image for Marie.
1 review
June 16, 2024
Ich muss sagen, als jemand der dieses Buch zufällig als Mangelmare bei Hugendubel aufgegabelt hat, war es das Geld absolut wert.
Es ist eine Art Buch die ich noch nie gelesen habe und war somit ein sehr interessanter Einblick in diese Welt der Literatur für mich.
Ich habe auch vorher nie von Meyrink gehört, aber durch dieses Buch werde ich mir seine Werke anschauen :)
Als Lektüre für unterwegs war es sehr einfach zu lesen und mal etwas abwechslungsreich, ich habe interessante Dinge gelernt.
Profile Image for Elisabeth Bulitta.
134 reviews3 followers
November 24, 2019
Mit der Wahrheit ist das so eine Sache ...

Zugegeben: Ein wenig Konzentration sollte man schon mitbringen, wenn man sich an „Der unsichtbare Roman“ von Christoph Poschenrieder heranmacht. Genau wie man ein wenig langen Atem braucht. Dann aber bietet dieses 272-seitige Buch, im September 2019 bei Diogenes erschienen, Leserinnen und Lesern einige vergnügliche, lehrreiche und interessante Lesestunden.
Der heute fast in Vergessenheit geratene Schriftsteller Gustav Meyrink (1868 – 1932) wird vom Auswärtigen Amt beauftragt, einen Roman zu schreiben, in dem den Freimaurern die Schuld am Ersten Weltkrieg zugeschoben wird. Da er sich selbst in einem finanziellen Engpass befindet – „Es zwickt und beißt (…) im Portemonnaie“ (S. 19) – sagt er kurzerhand zu, doch es will mit dem Schreiben nicht so recht vorangehen. „Erst hat Meyrink es nicht versucht, jetzt, wo er will, geht es nicht.“ (S. 187). Und so gerät er in eine Schreibkrise, die ihresgleichen sucht.
Diesen Auftrag gab es tatsächlich – allein erfüllt wurde er, zumindest von Meyrink, nie. Warum? Dieser Frage spürt Poschierender in diesem Roman nach.
Zuerst will Meyrink ganz einfach nicht schreiben. Das Geld ist da, der Starnberger See ruft … und so tut Meyrink das, was ihm das Liebste ist: Das Leben genießen. Wenn ihn dann das schlechte Gewissen doch ein wenig plagt, begibt er sich zu Recherchezwecken in einschlägige Etablissements. Einschlägig, weil dort das Leben brodelt. Das Leben der Sozialisten und Aufrührer. Und ohne es wirklich zu wollen, als ganz und gar unpolitischer Mensch, gerät der einstige Erfolgsautor mitten in die Wirren der Münchner Novemberrevolution des Jahres 1918. Für Leserinnen und Leser hat dieses zur Folge, dass es neben Unterhaltung auch noch einiges zu erfahren und überdenken gibt.
Ja, selbst das Resümieren über das eigene Leben, was eben das eine oder andere Mal für Langatmigkeit sorgt, erscheint dem Auftragsschriftsteller interessanter als die eigentliche Arbeit. In immer wieder eingeschobenen Ich-Kapiteln beschreibt er seinen Lebensweg: seine Versuche, auf unbürokratische Weise an Geld zu kommen, seine Ausflüge in die Welt der Alchemie (wozu denn das?) und des Okkultismus und seinen Werdegang als Schriftsteller, dessen „Golem“ Auflagen erreichten, die andere vor Neid erblassen ließen – und das alles pointiert und selbstironisch.
Als ihm das Wasser dann bis zum Halse steht, beginnt er zu schreiben. Und: Es klappt. Doch gerade, als sich der Roman „wie von selbst“ schreibt, die letzte Hürde: Die Schrift verblasst, das Schreibband der Schreibmaschine ist „staubtrocken“…, doch was soll’s? Man soll den Schreibfluss nicht unterbrechen. So entsteht schließlich ein Roman im Roman, der unsichtbar ist und zudem äußerst amüsant.
So wie Meyrink in seinem Werk Phantastisches mit Realem vermischte, macht es auch der Autor dieses Romans: Immer wieder werden „Recherchenotizen“ eingefügt, die den Lesefluss zwar unterbrechen, jedoch zeigen, was ein Autor aus historisch Belegtem machen kann – und wie er es umdefinieren kann. Fürs Lesen hat das zur Folge, dass man sich immer wieder fragt, was denn nun Fiktion und Realität ist – und ganz nebenbei erfährt, dass geschriebene Geschichten nicht immer wahr sein müssen; das galt früher, das gilt heute.
Poschenrieders Schreibstil hat mich von Anfang an fasziniert: Sein Roman ist zwar nicht gerade unkompliziert aufgebaut, was beim Lesen eben einiges an Konzentration erfordert, aber die Sprache zeugt von Virtuosität, trifft die Sachen auf den Punkt und sprüht vor Witz und Ironie. Gerade die Dialoge und Selbstreflexionen sind äußerst amüsant, zum Teil auch bissig zu lesen und haben mich beim Lesen die Zeit vergessen lassen.
Meyrinks „Der Golem“ steht schon langer auf meiner „Muss ich unbedingt noch lesen“-Liste. „Der unsichtbare Roman“ hat mich wieder darin bestärkt, mich unbedingt mit diesem Schriftsteller und seinem Werk auseinanderzusetzen. Außerdem hat Christoph Poschenrieder mir mit seinem neusten Roman einige amüsante und lehrreiche Lesestunden beschert, und er konnte mich 100%-ig überzeugen. Auf jeden Fall werde ich noch weitere von Poschenrieders Romanen zur Hand nehmen. Mit viereinhalb von fünf Lesepunkten (den halben Punktabzug gibt es, weil ich am Anfang doch einiges mehrmals lesen musste) empfehle ich dieses Buch gerne allen weiter, die Wert auf intelligente, anspruchsvollere und dennoch humorvolle Lektüre legen.
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
Read
November 16, 2019
„Meyrink fühlt sich erloschen. Der Docht nimmt keine Flamme an. Bis über die Knöchel steht er in abgebrannten Zündhölzern.“ (Zitat Seite 153)

Inhalt
Gustav Meyrink, der bekannte Autor des „Golem“, braucht dringend einen neuen erfolgreichen Roman, um seinen aufwändigen Lebensstil weiterhin finanzieren zu können. Demnächst wird er fünfzig Jahre alt und es fehlen ihm die Ideen für einen neuen Stoff. Als er 1917 vom Auswärtigen Amt in Berlin angefragt wird, ob er eine Auftragsarbeit schreiben will, stimmt er nach kurzem Überlegen zu. Allerdings muss der neue Roman beweisen, dass die Freimaurer am Ausbruch des Ersten Weltkriegs schuld sind. Hier beginnt das Problem für Meyrink, denn trotz der umfangreichen Unterlagen, die er aus Berlin erhält, hat er keine Idee, wie er dies umsetzen soll und er will dieses Buch auch nicht schreiben.

Thema und Genre
Dieser biografische Roman schildert eine spannende Episode im Leben des Schriftstellers Gustav Meyrink. Der Autor verknüpft gekonnt Fakten mit der Geschichte und Handlung, die er in seinem Buch erzählt.

Charaktere
Der Schriftsteller Gustav Meyrink, Mitglied in mehreren okkulten Geheimbünden, ist ein unpolitischer Mensch, obwohl er natürlich informiert ist und ein guter Beobachter. Er braucht das Honorar, das ihm von Berlin angeboten wird und geht eine Verpflichtung ein, als er den Vorschuss gegen sein besseres Wissen annimmt. Er kämpft mit dem eigenen Gewissen und dies führt zu einer Schreibblockade. Der Autor hält sich bei der Schilderung des Hauptprotagonisten an die bekannten biografischen Tatsachen, die er in die Problematik seines Romans einbaut.

Handlung und Schreibstil
Die Handlung erstreckt sich über einen kurzen Zeitraum 1917/1918, und wird durch Rückblenden ergänzt, welche vergangene Ereignisse im Leben Meyrinks schildern, sodass sich für den Leser aus dem Roman auch eine Biografie des Schriftstellers ergibt. Geschrieben in der personalen Erzählperspektive mit Fokus auf den Hauptprotagonisten Meyrink, wechseln die Erinnerungen in die Ich-Form. Ergänzt wird die Handlung durch sachliche Recherchenotizen, welche einzelne Fakten belegen.
Der Roman mischt gekonnt Tatsachen mit Fiktion und als Leser fühlt man sich mitten in den Ereignissen, spürt die Zerrissenheit Meyrinks, aber auch seine humorvoll-kritische Art, das Leben, auch sein eigenes, zu sehen. Genial ist die Lösung, die der Autor als Meyrinks Idee für die Umsetzung dieses problematischen Auftrags anbietet.
Poschenrieders Sprache ist großartig zu lesen, seine Beschreibungen treffen den Punkt, sie malen Bilder und sehen seine Hauptfigur Meyrink mit sachlichem Humor, dessen Zweifel auf Grund des eigenen Verhaltens werden intensiv und nachvollziehbar charakterisiert. Die Schilderung der Schreibblockade zum Beispiel ist Sprachperfektion und Lesegenuss.

Fazit
Ein biografischer Roman, in dessen Mittelpunkt das abwechslungsreiche Leben des Schriftstellers Gustav Meyrink steht und hier vor allem eine politische Auftragsarbeit, die er gegen Ende des Ersten Weltkriegs auf Grund von Geldsorgen angenommen hatte. Eine spannende, sprachlich großartige Mischung aus Fiktion und Fakten.
Profile Image for Ritja.
620 reviews
October 9, 2019
Christoph Poschenrieders Bücher zu lesen, macht einfach Spaß, da sie gut geschrieben sind. Man fliegt durch die Seiten und die Geschichte wächst und wächst. Es ist immer ein Augenzwinkern dabei und dieser feine leise Humor schafft es, dass man selbst schwere Thema leichter erträgt.

In diesem Buch erzählt er die Geschichte von Gustav Meyrink und der Diskussion, wer am ersten Weltkrieg Schuld war bzw. wem man diese Schuld zuschieben kann. Meyrink weiß zunächst nicht so richtig, was er von diesem Angebot, welches vom Auswärtigen Amt kam, halten soll. Doch das Honorar war einfach zu gut, um es nicht doch anzunehmen. Jedoch hat Meyrink seinen eigenen Widerwillen gegen diese Auftragsarbeit unterschätzt und vertrödelt seine Zeit, verprasst seinen Vorschuss und hält das Auswärtige Amt mit fadenscheinigen Antworten auf Abstand.

Die Geschichte wird immer wieder mit Recherchenotizen und Archivbelegen von Christoph Poschrieder untermauert und weitererzählt. Über Meyrinks Vorgehen und seine Gedankengänge musste ich ab und an schmunzeln, wie er sich windet, um seinen Auftrag, den Freimaurern die Schuld zuzuschieben, nicht aufschreiben zu müssen. Denn bewiesen ist nichts und die Angst seinen Ruf zu schädigen ist groß.

Es ist eine wahre Geschichte, die der Autor, in einen anschaulichen und unterhaltsamen Roman verpackt hat. Das Thema ist interessant und man erhält Einblicke in die damalige Politik und deren Vorgehen und Denkweise.
Profile Image for LiA.
366 reviews
December 8, 2019
Nach einer wahren Begebenheit. Die handelnden Personen gab es, die Geschichte ist wirklich passiert. Ich gestehe, ich war überrascht, als ich das las. Dachte, dass sich der Autor - Christoph Poschenrieder - alles ausgedacht hätte. Nun, manchmal spielt das Leben als sei es Fiktion. Und in jedem Fall gelingt dem Autor eine spannend zu lesende Wiedergabe tatsächlicher Ereignisse um einen Schriftsteller - den Prager ex-Bankier und nun am Starnberger See lebenden Autor Meyrink - der von der Reichsregierung aufgefordert wird, einen Roman zu schreiben, in dem belegt wird, dass die Freimaurer die Schuld am Ersten Weltkrieg tragen. Meyrink hadert mit sich, will seine Seele nicht verkaufen - und tut es doch. Eine Parabel auf jene Zeit und die heutige, und ein empfehlenswerter Roman.
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