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Wolkenbruch #2

Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin

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Der orthodoxe Jude Motti Wolkenbruch hat immer brav getan, was seine Mame von ihm erwartete. Bis zu dem Abenteuer mit einer Schickse. Motti verliert sein Zuhause und wird von den »Verlorenen Söhnen Israels« aufgenommen. Wie sich aber bald zeigt, sind sie weit mehr als eine Selbsthilfegruppe: Motti befindet sich im Hauptquartier der Jüdischen Weltverschwörung. Doch die ist ein erfolgloser Lotterladen.

Motti übernimmt das Steuer, und bald wird überall nur noch Hummus gegessen und Jiddisch gesprochen. Allerdings will auch eine Gruppe von Nazis die Welt beherrschen. Sie fluten das Internet mit Hass und Grammatikfehlern – und setzen die schöne Spionin Hulda auf Motti an.

275 pages, Hardcover

First published September 25, 2019

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About the author

Thomas Meyer

12 books31 followers

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Community Reviews

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36 (9%)
1 star
14 (3%)
Displaying 1 - 30 of 37 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews380 followers
November 19, 2019
Mottis meisterliche meschuggene Münchhausiade
Bei Jahwe, das ist der abgedrehteste wahnwitzigste amüsanteste Plot, den ich seit ungefähr 100 Büchern – also seit einem Jahr – gelesen habe. Und dazu muss ich noch anmerken, dass ich nach solchen Romanen regelrecht giere.

Die Fortsetzung von Motti (Mordechai) Wolkenbruchs Lebensgeschichte Die wunderliche Reise in die Arme einer Schickse, die ich hier besprochen habe, startet recht unspektakulär mit dem Verstoß von Motti aus seiner Mischpoche, weil er sich mit ebendieser Schickse eingelassen hat und sich von seiner Mame in flagranti erwischen ließ.

Aus der Depression reißt unseren Protagonisten ein Herr Hirsch, der von den verlorenen Söhnen Israels gesendet, Wolkenbruch nach Tel Aviv in einen Kibbuz verfrachtet. Diese Gemeinschaft von weniger als zehn Mitgliedern, die eine Orangenplantage betreibt, ist aber in Wahrheit nichts anderes als der Sitz der jüdischen Weltverschwörung. Wobei ein solcher dilettantischer Geheimbund mit so wenigen Mitgliedern ja schon per se grotesk anmutet, sich aber im Laufe der Geschichte und unter Wolkenbruchs späterer Leitung als effektiver als erwartet entpuppt.

„Aber … wieso wollt ihr die Welt beherrschen? Ich dachte, das sei eine Idee der Antisemiten?“, fragt Motti, nachdem der Gesang verebbt ist.
„Ist es auch“, sagt Steve, „aber wir finden sie gut und wollen sie in die Tat umsetzen.“




Als Kontrapunkt setzt der Autor einen zweiten Erzählstrang ein, der auf den ersten Blick ultraschräg und komplett durchgeknallt anmutet, aber nach und nach wie in einem Puzzle die Teile punktgenau für die perfekte Räuberpistole ineinander gleiten lässt. Nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945 spielen ein Obersturmbannführer und ein Bierbrauer in Bayern inmitten der amerikanischen Besatzung unentdeckt und langfristig Klein-Nazistan mit einem neuen Führer in einem verborgenen Tunnelsystem in den Alpen. Mehrere unbekehrbare Familien haben sich im neuen Reich dort angesiedelt, sogar KZ-Häftlinge haben sie wieder. Mit den Jahrzehnten hat sich auch die Nazigesellschaft professionalisiert und gemäß ihrer Tüchtigkeit die Reichsflugscheiben durch einen Forellenantrieb als Perpetuum Mobile konstruiert, um den 3. Weltkrieg und die Weltherrschaft der Nazis anzuzetteln. Leider ist der gekidnappte jüdische Wissenschaftler, der den Antrieb in Zwangsarbeit konstruieren musste, mit ebendieser Reichsflugscheibe nach Israel abgehauen, was den Kriegsplänen der Nazigesellschaft den Zahn zieht. In den folgenden Generationen erfinden die Nazis dann das Internet (vulgo Volksnetz) und die Social Media Desinformationskampagnen.

Einstweilen ist Motti zum Chef der jüdischen Weltverschwörung aufgestiegen, kapert und reprogrammiert durch einen jiddischen Freund, der bei Google arbeitet, heimlich das Alexa-System, das fortan eine jiddische Seele besitzt und Schoschanna heißt. Gemäß der psychologischen Regel, dass Fremdenfeindlichkeit und somit auch Antisemitismus dadurch entsteht, dass sich die Menschen vor Unbekanntem fürchten, werden die Internetnutzer nun massiv mit jiddischen Empfehlungen konfrontiert, was einen richtiggehenden Hype in Gastronomie, Lifestyle und allem anderen auslöst.

Außer den Nazis in ihrer Bergfestung mit ihrer professionellen IT-Abteilung von Influencern hat diese Verschwörung und die Urheber derselben aber kaum jemand registriert. Nun erfolgt wie in einer James-Bond-Agentengeschichte die passende Gegenreaktion mit der Konzeption eines intelligenten Hass-Algorithmus und mit einer Nazi-Geheimagentin, die sich an Mottis Fersen heften soll, um ihn auszuschalten. Das Ende ist wie der gesamte Roman ein Feuerwerk von genialen meschuggenen Ideen, selbstverständlich basierend auf realen Voraussetzungen, mit einer großen Liebesgeschichte und der Mame Wolkenbruch, die mit ihrer typischen jiddischen Art letztendlich die ganze Welt vor dem Untergang rettet.

Dieser Folgeroman übertrifft den ersten Teil bei weitem an Witz und Qualität durch seinen Wahnwitz. Die ganze Story fährt wie eine Reichsflugscheibe mit Unmöglichkeitsantrieb punktgenau ins Ziel der Unterhaltung, nimmt reale Ereignisse her und dreht sie abwechselnd durch den Nazi oder Jiddischen Reißwolf. Die wissenschaftlichen Grundlagen und Gedankengebäude in dieser Parallelwelt existieren ja in der Realität tatsächlich, wenngleich sie einerseits nie zum Funktionieren gebracht wurden, wie der Forellenantrieb und die Reichsflugscheibe des österreichischen Naturforschers und Parawissenschaftlers Viktor Schauberger, und eben andererseits real existieren, aber von anderen Wissenschaftlern unter anderen Prämissen erfunden wurden. Sprachlich kann der Roman ebenso als ein Feuerwerk an intelligenten Formulierungen und Wortwitz bezeichnet werden.

"Als Nächstes ist der amerikanische Investor George Soros an der Reihe, verunglimpft zu werden. […] Die Leute flippen völlig aus, entrüsten sich zu Tausenden über Soros‘ vorgebliche Aussage und nennen ihn einen „antichristischen Verschwörer“. Praktisch alle Nutzer des Volksnetzes folgen mittlerweile dem neogermanischen Narrativ, demzufolge Soros das Abendland zerstören will, indem er gezielt Flüchtlingsströme dorthin lenkt. Zu Wolfs Amüsement fragt nie jemand nach, wie es ein einzelner Mann fertigbringen soll, Millionen von Menschen davon zu überzeugen, eine entbehrungseiche Reise in einen anderen Erdteil auf sich zu nehmen. […] Dabei sind die Menschen nicht dumm, sie sind bloß zu faul, die Dinge zu durchdenken, gegen die sie sind.“

"Kaum begeben sie (die Nutzer) sich mit ihren Texten in die Nähe von liberalem Gedankengut, stehen sie sofort in repetitivem und grammatikalisch dubiosem Kreuzfeuer."


Bei allem Humor und der Prämisse, dass eben in dieser Geschichte ausnahmsweise die im Berg hausenden Cyber-Nazis diesen Mumpitz verzapfen, kann das Buch auch als Lehrstück für den Social-Media-Nutzer gesehen werden, nicht jede Hassbotschaft im Netz zu glauben.

Ich konnte beim Lesen dieses Buchs tatsächlich nicht verhindern, beim Arzt wie irre vor mich hin zu kichern. Gottseidank saß ich beim Orthopäden und nicht beim Neurologen, sonst hättens mich eingeliefert. 😀 Auf jeden Fall bin ich im Wartezimmer unangenehm aufgefallen.

Fazit: Mumfug und Schwachpitz in höchster jiddischer Perfektion. Ein absolutes Lesehighlight des Jahres für mich, aber sicher nicht für jeden geeignet, man sollte schon ein Faible für schräge Stories haben, sonst ist der Plot viel zu abgedreht.
Profile Image for reherrma.
2,204 reviews38 followers
March 23, 2020
In diesem zweiten Roman um den jungen orthodoxen schweizer Juden, Motti Wolkenbruch, führt der Autor nach dem Bruch von Motti mit seiner Familie, des Themas im ersten Roman, weiter fort. Es ist jedoch nun ein ganz anderer Ton und ein völlig anderer Stil vorherrschend. Nachdem ihn seine strenggläubige Mutter wegen seiner (Kurz)-Beziehung mit einer Schickse, also mit einer Nicht-Jüdin, verstoßen hat, gerät Motti in den Bannkreis einer Gruppe junger Juden und Jüdinnen, die ebenfalls von ihren Familien verstoßen wurden und sich nun die "jüdische Weltverschwörung" nennen. Sie möchten die Welt verbessern und von Hass-Mails und antisemitischen Vorurteilen befreien. Und wenn das erledigt wäre, würden sie gerne die Weltherrschaft übernehmen. Doch eine Gruppe Nazis, die verborgen in der Alpenfestung leben, haben auch das Ziel, die Weltherrschaft zu erringen. Dabei erfinden sie das Internet, mit dem sie mit Hilfe von Hass-Mails und Fake News die demokratische Ordnungen zerstören wollen (dabei wird beinahe der III. Weltkrieg angezettelt), während Motti mit seiner Gruppe mit Hilfe von Alexa die Menschheit davon überzeugen wollen, dass das Wohl nur über das jüdische Lebensgefühl geht...
Ich hätte nicht gedacht, dass Thomas Meyer nach seinem hervorragenden Roman "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse" noch einen draufsetzen kann, im Stile von Monty Python und Marc-Uwe Kling mit "Qualityland" schildert er mit reichlich schwarzen Humor und satirischer Schärfe eine oft stark überspitzte Geschichte, strotzend vor Witz und Ironie, so dass man als Leser immer wieder lachen muss.
Trotz des Lachens ist einem beim Lesen aber stets bewusst, dass dieser Roman nicht nur amüsieren, sondern auch auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen will. Es geht hier um Vorurteile gegenüber Juden und die Verbreitung von antisemitischen Gedankengut. Der Roman hat mich auf mehreren Ebenen gut unterhalten, zum einen der extrem schräge Humor, die beschriebenen Episoden sind teilweise so abstruß, dass ich lauthals lachen musste; allerdings blieb mir manchmal auch das Lachen regelrecht im Halse stecken, weil der Autor sehr berechtigte Punkte in seiner Gesellschaftskritik unterbringt und manche noch so skurrile Erfindung erschreckende Gemeinsamkeiten mit der Realität hat. Verweisen möchte ich auf die Diskussionen der sog. "Hassmaschine" der Nazis und den Alexa-Verschnitt "Schoschanna" von Mottis Juden; köstlich!. Ich kann den Roman nicht genug loben, weil er schwierige Zusammenhänge, wie Hasskommentare in sozialen Medien, Trolle die Fake News zur Destabilisierung der Gesellschaft verbreiten usw. auf den Punkt bringt. Ein sehr unterhaltsamer Roman, der gleichzeitig nachdenklich macht; und er hat auch einige phantastische Elemente, die etwas an "Iron Sky" erinnterten. Also, ein Lesebefehl !
Man kann nur hoffen, dass Thomas Meyer bei Motti bleibt...
Profile Image for Michael Bohli.
1,107 reviews56 followers
December 1, 2019
Wie meschugge ist denn bitteschön diese Geschichte? Thomas Meyer, der mit dem Roman "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse" ein kleines und wunderbares Buch über das Leben in der jüdischen Gemeinde geschrieben hat, kehrt zu seinem Motti zurück. Doch anstelle eine weitere Geschichte über die Liebe und die Traditionen zu verfassen, ist "Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin" eine Mischung aus Science Fiction, Agentenroman und Abenteuergeschichte. In jedem kurzen Kapitel werden neue Ideen eingeführt, die Komik nimmt überhand und die Figuren werden zu Spielbällen in einer jahrzehntelangen Geschichte.

Technologische Fortschritte, aufkeimende Hasskultur, digitale Verfremdung - Thomas Meyer nutzt seinen Roman, um wichtige Themen anzugehen und diese in eine ungeahnte Narration zu stellen. Glücklicherweise nimmt sich das Buch nie selbst zu ernst, was allerdings gewisse ernste Passagen etwas deplatziert wirken lässt. Trotzdem, was man hier auf nicht einmal 300 Seiten erlebt ist der wohl kühnste Versuch, einen Grosserfolg fortzusetzen. Chuzpe hat der Mann!
Profile Image for Niclas Grabo.
88 reviews2 followers
November 7, 2024
Auf Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse folgt Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin.

Nachdem mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, habe ich mich sehr darauf gefreut zu erfahren wie es mit Mottis Geschichte weitergeht. Ich vermag dabei nicht ganz zu sagen was ich erwartet habe - eine satirische Aufarbeitung von Hatespeech, Fake News und Verschwörungstheorien gleichermaßen aus den Händen übergebliebener Nazis sowie den „Weltjuden“ war es jedenfalls nicht.

Auf den ersten Blick surreal und reichlich absurd zeichnet der Autor ein Bild von einer sich selbst durch Hass und Hetze zerstörenden Gesellschaft. Beängstigend und real wird es aber dann, wenn es im Nachwort heißt, dass die aufgeführten Kommentare echte Kommentare aus einschlägigen Facebook Posts sind und der Gesellschaft somit auf verstörende Weise der Spiegel vorgehalten wird. Das habe ich zugegebenermaßen dann nun wirklich nicht erwartet.

Der Autor schafft es gänzlich mit dem Stil des ersten Buchs zu brechen, um dabei jedoch eine ebenso zynische und spannende Fortsetzung zu schreiben. Hier verlief nichts wie erwartet und dennoch fühlte man sich weiterhin von Motti und seiner Geschichte vereinnahmt.

Anders als erwartet aber dennoch herrlich meschugge hat mich der zweite Roman in meiner Liste von Thomas Meyer wieder überzeugt. Ich freue mich darauf bald wieder etwas aus seiner Feder zu lesen!
Profile Image for Nurvilya,.
54 reviews
September 15, 2019
Ich habe nach der Lektüre des ersten Buches noch oft darüber nachgedacht, was sein neues Leben wohl für Motti bereithalten mag. Komplett von seiner Familie und dem bisherigen sozialen Umfeld isoliert zu werden, ist sicher nicht einfach zu bewältigen. Vor allem wenn das frühere Leben so sehr in einer Parallelwelt statt fand, wie bei Motti.

In dieser wunderbaren und zum schreien komischen Fortsetzung von "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse" gibt es nun Aufklärung darüber wie es Motti so ergeht.

Absolut empfehlenswert.
Profile Image for EmBe.
1,233 reviews26 followers
March 30, 2025
Motti Wolkenbruch, nach der Affäre mit Laura von seiner jüdisch-Orthodoxen Familie verstoßen, wird von den verlorenen Söhnen Zions, eine Gruppe von Männern ohne Bindung zu anderen Juden, aufgegriffen. Diese bringen ihn einen israelische Kibbuzz und entpuppen sich als Mitglieder einer Geheimgesellschaft, die die jüdische Weltherrschaft anstrebt. Diese ist jedoch in Bemühungen sehr dilettantisch, bis sie Motti zu ihrem Anführer machen. Die Geheimgesellschaft ist pleite, doch Mottis Idee, die Orangen ihrer Plantage als etwas ganz besonderes zu verkaufen, ist unverhofft erfolgreich. Parallel erzählt Meyer mit dem gleichen trockenen Humor von einer Gruppe Nazis, die sich nach der Kapitulations Deutschlands in ihrem unterirdischen Alpenversteck darauf vorbereiten, wieder die Weltherrschaft zu übernehmen. Bald kommen sie auf den Gedanken, dies über Technologie zu bewirken. Um ein gerettetes Exemplar einer Reichsflugscheibe mit einem neuen Antrieb zu versehen, wird der israelische Ingenieur Aiv Ben Saul mitsamt seiner Familie entführt. Der ist mit dem "Forellenantrieb" für die Flugscheibe so erfolgreich, dass er mit ihr fliehen kann. Seine Flucht ist die Verknüpfung zur Geheimorganisation in Israel. Später in der unmittelbaren Gegenwart kommen die Nazis auf den Trichter mit dem "Volksrechnerlein", dem "Volksnetz" und den darauf verbreiteten Hass und Fake die Übernahme der Weltherrschaft vorzubereiten. Gewissermaßen als Reaktion darauf kann Motti ein Mitglied der Weltverschwörung, das bei Google arbeitet, überreden, Alexa so umzuprogrammieren, dass es seinen Kunden Jüdisches schmackhaft macht. Worauf wiederum die Nazis reagieren... Das schaukelt die gesamte Welt hoch in eine Krise und es kommt zum im Titel angesprochenen Stelldichein.
Die Story ist zugleich total abgefahren und abstrus und führt zugleich tief in die Gegenwart mit ihrer Kommunikationsetechnologie, dem Hass und Fakenews, so dass mir manchmal das Lachen im Hals stecken blieb. Dennoch, Meyer trifft den richtigen Ton, seine Menschenfreundlichkeit ist unerschütterlich. Als SF-Leser kommt man wegen der vielen abstrusen Ideen auch voll auf sein Kosten. Die Qualität des Romans liegt in der Präzision im Detail und seinen großartig abstrusen Einfällen und Anspielungen. Viel zu schnell ist die Lektüre zu Ende, der Roman ist ziemlich schlank, aber er hat die richtige Länge. Ob man ihn nun als Satire, Groteske oder sonst wie bezeichnen will, das ist eigentlich egal. Wer sich darauf einlässt, hat einen Roman vor sich, der Vergnügen mit Gedankenreichtum auf unvergleichliche Art verbindet. Da muss man nicht die Floskel vom vielzitierten jüdischen Witz bemühen.
Profile Image for Literarischunterwegs.
381 reviews44 followers
August 5, 2020
Auch der mehr oder weniger 2. Teil um Motti war sehr amüsant, sehr ironisch und sehr kreativ in seiner inhaltlichen und sprachlichen Ausrichtung und Umsetzung.
Allerdings gefiel mir der "1.Teil" besser.
Aber auch hier war es ein Genuss zuzuhören.
Profile Image for Annina.
462 reviews87 followers
May 7, 2026
Den ersten Teil habe ich vor einigen Jahren gelesen und erinnere mich, dass ich ihn wunderbar amüsant fand. Mit dem zweiten Teil überzeugt mich Meyer aber nicht. Motti ist eher nervig und die Geschichte belanglos. Janu...
Profile Image for Conny.
634 reviews88 followers
December 23, 2019
Achtung: Wer den ersten Band «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» noch nicht gelesen hat, der überspringe den nächsten Absatz und fahre direkt beim danach weiter. ;)

Der erste Band hat für die Hauptfigur Motti in einem Zürcher Hotel geendet – verstossen von seiner Mischpuche, weil er sich mit einer Schickse eingelassen hat, und ebenfalls ignoriert von ebendieser Schickse selbst. Und genau dort setzt der zweite Teil ein.

Motti wird von einem Mann aufgesucht, der sich als Mitglied der «Verlorenen Söhne Israels» vorstellt – einer Art Selbsthilfegruppe, die Leute wie Motti aufnimmt. Sie reisen also gemeinsam nach Israel, wo die wahnwitzige Geschichte ihren Lauf nimmt. Tatsächlich steckt hinter den Verlorenen Söhnen Israels nämlich das Weltjudentum, das von unsereins leichtfertig als Verschwörungstheorie abgetan wird. Besonders erfolgreich ist der Klub allerdings nicht, bis Motti das Steuer übernimmt.

Parallel dazu begleiten wir in einem zweiten Handlungsstrang die erbittertsten Gegner der Verlorenen Söhne: Eine Gruppe von Neogermanen, die sich nach ihrer Niederlage im Zweiten Weltkrieg in einen Berg zurückgezogen haben, sich dort vermehren und ebenfalls an kreativen Plänen feilen, die sie zur Weltmacht führen sollen.

Wie abgefahren ist das denn bitte? Thomas Meyer greift verschiedene Verschwörungstheorien und Ideen auf und führt sie, indem er sie wahr werden lässt, komplett ad absurdum. Das alles lässt er im gewohnt lockeren, witzigen Ton geschehen – die Geschichte ist so absurd und abgedreht, dass man oft einfach lachen muss, gleichzeitig erkennt man aber viele intelligente Gedanken dahinter. Im Vergleich zum ersten Band enthält dieses Buch weniger jiddisches Vokabular; dieses hatte für mich einen besonderen Reiz ausgemacht, es funktioniert hier aber auch bestens ohne. Ich kann also beide Bücher uneingeschränkt empfehlen!
Profile Image for Jodi.
2,371 reviews43 followers
October 22, 2019
Diese Fortsetzung ist ziemlich abgedreht, sehr unterhaltsam, basiert aber auf einem wahren und beunruhigenden Fundament.

Das Stelldichein funktioniert anders als noch der erste Teil. Grundsätzlich könnte man den zweiten Teil auch losgelöst lesen, Einzelheiten werden im Text erklärt. Aber es macht selbstverständlich mehr Laune, wenn man den Vorgänger kennt.

Meyer hat einen guten Blick für unsere aktuelle Gesellschaftslage und treibt das Ganze nun humoristisch auf die Spitze. Das ist eine Kunst und es tut gut, über Dinge zu lachen, die einem grundsätzlich eher Angst einjagen. Das Buch hilft, sich mit der Tendenz unserer Gesellschaft zu beschäftigen und vielleicht auch sich selbst etwas an der Nase zu nehmen.

Hätte man diese Idee falsch umgesetzt, hätte das Buch schnell überladen und wirr gewirkt; aber Meyer hat seine Geschichte gut durchdacht und bringt so alles zur Sprache, was ihn und auch uns beschäftigt.

Und bringt uns nebenher zum Lachen und öffnet unsere Herzen.
35 reviews
October 9, 2020
Sehr witzige schräge Geschichte , vor allem sprachlich ganz wunderbar, manche Sätze muss man laut vorlesen, einziger Wermutstropfen, zum Ende lässt das Feuerwerk der Ideen etwas nach, aber ein rundum amüsantes Buch, das man gerne in einem Rutsch durchliest
Profile Image for MaggyGray.
683 reviews32 followers
February 1, 2021
Im Vergleich mit dem ersten Roman um Motti Wolkenbruch ist diese Geschichte zwar an Wortwitz und schrägen Charakteren kaum weniger lustig - die Geschichte an sich ist aber teilweise so abgedreht, dass die Grenze zwischen Satire und Klamauk nur noch spinnwebendünn ist. Trotzdem ein richtig tolles Buch. Stelle ich mir vorgelesen als Hörbuch noch grandioser vor!
Profile Image for Ulrike Sikorski.
125 reviews2 followers
May 13, 2026
„Er legt sich dann mit dem Buch in eine Hängematte und tut, was jeder vernünftige Mensch tut, der von der realen Welt enttäuscht ist. Er beschäftigt sich mit einer erfundenen.“

——————————-

Komplett großartig! Gut möglich, dass das hier mein „Buch des Jahres“ wird.

Nach dem mir „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ so extrem viel Spaß gemacht hat, musste ich natürlich auch Teil zwei hören und bin unterm Strich nicht enttäuscht worden.

Ich gebe zu, anfangs war ich von der Andersartigkeit der Story etwas irritiert und mir hat die „Mame“ sehr gefehlt, aber mit der Zeit hat die Geschichte ordentlich Fahrt aufgenommen. Und zwar hochbrisante Fahrt. Trotz allen Witzes und der Schrägheit der Handlung, ist dieses Buch eine knallharte Gesellschaftssatire, die einem die eine oder andere Gänsehaut verpasst, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Lage und der Tatsache, dass das Buch bereits 2019 erschienen ist.

Und, Spoiler: Am Ende hat „die Mame“ doch noch ihren ganz großen Auftritt.
Profile Image for Caro van Leeuwen.
26 reviews
May 16, 2022
Den ersten Wolkenbruch fand ich noch charmant-amüsant, trotz dem einen oder anderen eher sexistischen witz. Der zweite Wolenbruch ist jedoch so absurd und skurril, dass er aus meiner sicht nicht zum ersten band passt. Thomas Meyer hat so viele abstruse verschwörungstheorien und klischees zusammengeführt, dass ich ständig den kopf schütteln musste. Als satyre gelingt es zwar irgendwie gut, nur konnte ich nicht in verbindung zu Motti Wolkenbruch bringen - es war ein bisschen too much. Das mag auch daran liegen, dass seit der veröffentlichung 2019 diese verschwörungstheorien (echsenmenschen aus dem weltall, weltjudentum, the great reset...) ihr zerstörerisches und demokratiefeindliches potenzial krass gezeigt haben. Was vorher noch zum lachen war, hat jetzt leider einen faden beigeschmack.
Profile Image for Sierra.
1 review
January 5, 2026
Ich liebe ja den ersten Wolkenbruch, seine wunderliche Reise in die Arme einer Schickse - und so hatte ich natürlich hohe Erwartungen an dieses Buch. Ich mach's kurz: ich wurde bitterlich enttäuscht. Diese Spionage-Geschichte ist einfach nur - pardon - kreuzdämlich. Wo das erste Buch auf eine charmante Art und Weise witzig war, ist der Humor hier konstruiert, unsouverän und einfach zu gewollt. Im Englischen würde man sagen "trying too hard". Wie bei einem schlechten Film hatte ich hinterher das Gefühl, ich hätte meine Zeit verschwendet.
Profile Image for Annelie.
102 reviews4 followers
May 24, 2021
Meschugge und trotzdem so genial!

„Dabei sind die Menschen nicht dumm. Sie sind bloß zu faul, die Dinge zu durchdenken, gegen die sie sind. Sonst würden sie nach spätestens 30 Sekunden merken, was für einen unsäglichen Mist sie da glauben, und sich schämen.… Wer braucht schon Panzer und Flugzeuge, wenn es Angst und Wut gibt? Sie kosten nichts, sind jederzeit verfügbar und bringen das Übelste in den Menschen hervor – und damit das Wertvollste im Kampf gegen die Demokratie.“
18 reviews
April 19, 2020
Richtig gute Unterhaltung! Das Buch ist packend geschrieben, die Story verläuft mal schnell, mal langsam und macht damit das Lesen einfacher. Die Geschichte ist gespickt mit bestem Humor. Rundum ein gelungenes Werk.
41 reviews
July 15, 2020
Nicht einfach eine Fortsetzung sondern ein völlig neuer verrückter Roman mit Motti als Hauptfigur. Witzig und regt zum denken an. Mein Lieblingssatz aus diesem herrlichen Buch: "Dabei sind die Menschen nicht dumm. Sie sind bloß zu faul, die Dinge zu durchdenken, gegen die sie sind."
1,414 reviews6 followers
May 14, 2023
Meyers Zukunftsvision, bei der die Medien schier die Weltmacht übernehmen, Juden und Nazis wieder auferstehen, ist äußerst skurill und eigentlich nicht gut zu lesen und ein wahres Chaos und Durcheinander.
25 reviews
April 6, 2026
Hätte ich das bei Buch bei seiner Erscheinung gelesen, ich hätte Meyers Thesen für absurd gehalten. Heute liest es sich wie eine komödiantische Bewältigung der Gegenwart. Wie er Verschwörungstheorien aufnimmt und jüdische Menschen diese selbstermächtigend einsetzen, hat mich zudem sehr begeistert.
Profile Image for Karina.
392 reviews15 followers
March 12, 2020
it's funny, entertaining, fairly stupid and at times too close to reality for comfort.
Profile Image for Mola.
199 reviews
March 26, 2020
Durchaus unterhaltsam und auch leicht beunruhigend wie hier Realität und Fiktion vermischt wird. Am Ende ist es jedoch vielleicht ein bisschen too much...
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