Sommerferien, und alle verreisen – nur Juri nicht. Kurzerhand beschließt er, aufs Dorf zu seinem Vater zu fahren, zu dem er bisher kaum Kontakt hatte. Der vertritt zwar einige sonderbare Verschwörungstheorien, aber er führt mit seinen Freunden auch ein faszinierendes Leben: Es wird gejagt, geangelt und es gibt einen Bunker mit allen technischen Vorrichtungen – das ist schon krass! Und dann ist da noch Jule, mit der Juri die Abende am See verbringt … Aber sind sein Vater und dessen Kameraden wirklich nur harmlose Spinner? Als Juri sich endlich diese Frage stellt, ist es schon fast zu spät.
Worum geht´s? Juri ist 15 und der Einzige in seiner Klasse, der die Sommerferien zu Hause verbringt. Kurzum entschließt er sich, seinen Vater zu besuchen, den er nicht kennt und von dem er nicht weiß, ob er ihn überhaupt hineinlässt. Juris Vater lebt auf dem Dorf, hat komische Freunde und komische Ansichten. Juri lernt die Jugendlichen aus der Umgebung kennen, die seinen Vater für einen Spinner halten. Schließlich muss er sich entscheiden, auf wessen Seite er steht…
Meine Meinung: Das Buch ist zwar ein Kinder- und Jugendbuch mit einer Altersempfehlung von 12 bis 15 Jahren, aber ich hatte nicht den Eindruck, als wäre ich die falsche Zielgruppe. Das Buch setzt sich mit der Thematik der Reichsbürger auseinander, wobei die Kinder und Jugendlichen hier selbst zum Nachdenken angeregt werden, und nicht stumpf eine Abhandlung von Pro´s und Contra´s herunter gebetet wird. Juri rutscht in diese Kreise herein, ohne selbst vorher über die Maße (eines 10. Klässlers) politisch orientiert zu sein. Er ist 15 und hat andere Sachen im Kopf- seine Mutter und ihren Freund, die Schule, die Mädchen - aber doch nicht Chemtrails, Bunkerbau und Reichsgrenzen. Ohne groß aufdringlich zu wirken, beschreibt Schäuble hier die Grundzüge einer Bewegung, die innerhalb der letzten Jahre stetig Zulauf erhält und immer verquerere Denkweisen darbietet. Er zeigt, wie gefährlich diese Menschen sein können, wie sie in ihrer eigenen Welt leben und sich kaum aufhalten lassen. Dieses Buch überzeugt ebenfalls mit einem grandiosen Schreibstil, mit Witz und Charme und mit einer Botschaft, die mehr Zwischen den Zeilen steht, als das sie ausgesprochen wird. Die Charaktere sind großartig dargestellt und die Hintergründe genauestens recherchiert.
Fazit: Ein großartig recherchiertes, hochaktuelles Buch, das durch tolle Charaktere und einen großartigen Schreibstil besticht. Nicht nur für Kinder und Jugendliche empfehlenswert! 6 von 5 Sternen!
(By the way… Ich kann nicht nur dieses Buch des Autors empfehlen, auch Endland war großartig!)
ich hätte das buch am liebsten in einer sitzung durchgelesen so spannend war es!! das ende war crazy aber ich hätte mir gewünscht, dass dazu noch eine Art nachtrag kam, aber uff ich empfehle dieses Buch mit diesem hochaktuellen Thema zu lesen!
Ein super interessantes & wichtiges Jugendbuch über Juri, der den Sommer bei seinem Vater verbringen will, den er aber gar nicht richtig kennt. Mit der Zeit wird ihm klar, dass sein Vater in fragwürdige Machenschaften verwickelt ist, und dass er da ebenfalls nicht mehr so einfach rauskommt.. In recht einfacher Sprache geschrieben, aber super wichtiges Thema!
Bei einem Schulprojekt sollen Juri und seine Klassenkameraden auf einer Landkarte mit Klebezetteln markieren, welche Länder sie in ihrem nächsten Urlaub bereisen werden. Nach und nach füllt sich das Board an der Wand mit allerhand gelben Zettelchen. Als Juri an der Reihe ist, ist seine Laune nicht mehr die beste. Er scheint als einziger wieder einmal die Sommerferien zu Hause bei seiner Mutter und ihrem neuen Freund Hauke verbringen zu müssen. Auch der Trost des Lehrers, Juri sei damit der Schüler mit dem niedrigsten CO²-Fußabdruck, kann nicht recht verfangen. Auf dem Heimweg fasst Juri daher einen Entschluss: Zu Hause verkündet er seiner Mutter, dass er die Sommerferien bei seinem leiblichen Vater im Schwarzwald verbringen wird.
Gesagt getan. Das Zugticket ist schnell gebucht. Juri erreicht die ländliche Gegend, in der sein Vater wohnt, mit gemischten Gefühlen. Bei seinem letzten Besuch stand er vor verschlossener Tür. Dieses Mal gelingt es ihm aber seinen Vater zu überraschen. Zwar spricht dieser nicht wirklich viel, aber er weist ihm zumindest einen Platz zum Schlafen zu.
Anschluss findet Juri auch ziemlich schnell. Schon kurz nach der Ankunft lernt er Jessy kennen, die, schließlich ist das Dorf klein, Juri gleich zu einem gemeinsamen Treffen mit ihren Freunden einlädt. Auch Achim, ein Freund von Juris Vater, hat Kinder, mit denen Juri Zeit verbringen kann.
Der Urlaub scheint gar nicht so schlecht zu werden. Juris wortkarger Vater bindet den Sohn in sein Leben ein. Er zeigt ihm sein geheimes Projekt im Wald. Juri darf Achim und ihm bei Arbeiten helfen. Zu sehr schmerzt die vakante Vaterrolle, als dass Juri die freundliche Indoktrination sofort bemerken würde. Kann der trotz der politisch-ideologischen Vereinnahmung für sich einen freien Handlungsspielraum beanspruchten?
Meinung:
Schon auf den ersten Seiten des Buches wird deutlich, dass es Juri in seinem Leben nicht immer einfach hat. Die Mutter sucht sich immer wieder schwierige neue Partner, mit denen der Sohn klarkommen muss. Eine Familiengeschichte, die geprägt ist von Gewalt, Alkohol, Resignation und ein klein bisschen Liebe. Dass die Mutter zu allem Überfluss auch noch ständig an Juri herumnörgelt, macht die Entscheidung, dem Vater in den Sommerferien einen Besuch abzustatten, einfach.
Doch auch Juris leiblicher Vater ist ziemlich seltsam. Er gibt sich konspirativ und linkisch, arbeitet an einem Geheimprojekt. Auch versucht er seinen Nachwuchs für seine Sache zu vereinnahmen. Der Vater ist Reichsbürger und schwer interessiert an all den politischen Abgründen unserer Welt. Juri schlittert langsam in die trübe Szene von Preppern, Reichs- und Wutbürgern, abgestoßen und fasziniert zugleich.
Genauso wie seine Freunde glaubt Juris Vater nicht an die Existenz der Bundesrepublik Deutschland. Die sei eine Firma, deren Bürger das Personal. Deswegen hieße der Ausweis, den jeder mit sich herumträgt schließlich auch Personalausweis. Hier in der Provinz glaubt man an die Geheimhaltung außerirdischen Lebens und die Existenz der ominösen „Chemtrails“. Diese Theorie handelt davon, dass die Kondensstreifen der Flugzeuge in Wahrheit Chemiewolken sind, mit denen eine Handvoll Auserwählte um die Weltherrschaft kämpfen. Auch der Glaube an die Mutter aller Verschwörungstheorien, an eine inszenierte Mondlandung, wird von Juris Vater gepflegt. Solche und andere Verschwörungstheorien schießen ins Kraut, Misstrauen herrscht allerorten, Lüge und Wirklichkeit scheinen ununterscheidbar.
Fazit:
Marin Schäuble zeigt in seinem Buch, „Sein Reich“, wie aus einer radikalen Haltung eine „fanatische“ wird.
Schäubles Buch hat Mehrwert – weil es zeigt, warum manche Menschen mit erlebter Unsicherheit besser zurechtkommen als andere. Es zeigt am Beispiel seiner Protagonisten, welche Ressourcen vor Radikalisierung schützen – den Einzelnen, aber auch die Zivilgesellschaft selbst. Wichtig in einer Gesellschaft, die Gefahr läuft, immer weiter in radikale Sub-Milieus zu zersplittern.
Buchzitate:
„Keine Behörde kann uns etwas vorschreiben, die haben alle keine Berechtigung. Die BRD ist eine Firma. Mehr nicht.“
Buchtitel: Sein Reich Autor: Martin Schäuble Verlag: FISCHER KJB ISBN: 9783737341943 Ausgabe: E-Book Erscheinungsdatum: 04.03.2020
Inhalt: "Ein Sommer unter Reichsbürgern Sommerferien, und alle verreisen – nur Juri nicht. Kurzerhand beschließt er, aufs Dorf zu seinem Vater zu fahren, zu dem er bisher kaum Kontakt hatte. Der vertritt zwar einige sonderbare Verschwörungstheorien, aber er führt mit seinen Freunden auch ein faszinierendes Leben: Es wird gejagt, geangelt und sie haben ein geheimes Projekt im Wald. Und dann ist da noch Jule, die Juri eines Abends am See kennenlernt … Aber sind sein Vater und dessen Kameraden wirklich nur harmlose Spinner? Als Juri sich endlich diese Frage stellt, ist es schon fast zu spät."
Meinung: Zuallererst möchte ich mich bei NetGalley, dem Verlag und beim Autor für dieses Rezensionsexemplar bedanken! Anfangen möchte ich mit dem Cover an, welches ich sehr stimmig und zum Buch passend finde. Das Design wurde einfach nur perfekt gewählt. Nun kommen wir aber auch schon zum Inhalt. Dieser hat mir persönlich durchaus gefallen. Tatsächlich hat es der Autor selbst bei einem solch schwierigem Thema geschafft, Spannung aufzubauen, sodass man das Buch irgendwann gar nicht mehr aus den Händen legen möchte. Generell könnte die Thematik, die dieses Buch aufgreift, durchaus passend als Schullektüre sein, die den bitteren Ernst vermittelt, aber trotzdem auch erfrischend ist. Die Protagonisten sind dem Autoren meines Erachtens sehr gut gelungen. Vor allem der Hauptprotagonist wirkt charakterlich durchaus authentisch und realistisch für seine fünfzehn Jahre. Auch wenn er manchmal auch etwas jünger wirkt, so stört das kein bisschen. Außerdem finde ich, dass der Autor die Reichsbürger ebenfalls sehr gut getroffen hat, was ich auf jeden Fall positiv hervorheben muss. Was ich leider etwas kritisieren muss, ist der Schreibstil, welcher recht distanziert und kalt ist. Dadurch wird einem leider der Einstieg ins Buch erschwert. Hat man jedoch diese erste Hürde überwunden und wird vom Lesefluss mitgerissen, schwebt man regelrecht über die Seiten. Was hier jedoch ein positiver Punkt ist, sind die detaillierten und sehr bildlichen Beschreibungen. Dadurch hat man die ganze Geschichte wie einen Film vor seinem innerem Auge.
Fazit: Insgesamt ist es meiner Meinung nach ein sehr gutes (Jugend-) Buch über die Reichsbürger, welche ich unter anderem als mögliche Schullektüre als auch für Interessierte an diesem Thema weiterempfehlen würde!
Jugendroman über die Reichsbürger-Szene. Eine solide Erzählung ohne wirkliche Überraschungen und mit recht klarem pädagogischen Ansatz. Gut zu lesen, bedient sie andererseits aber auch viele allzu ausgetretene Pfade in der Handlungsstruktur.
»Für den Notfall steht in einer Höhle der Generator. Der funktioniert mit Diesel, Geht hier unten natürlich nicht.« »Wegen den Abgasen?«, frage ich. »Und er ist zu laut. Da weiß jeder, wo wir sind.« Da weiß jeder, wo wir sind. Bei dem Satz wird mir echt anders. Natürlich will Papa im Bunker mit Achim und dem Rest allein sein. Andere Überlebende sind nicht eingeladen. Egal, wie laut die da oben schreien und durch den Wald rennen, Hilfe suchen. Unten wird überlebt, oben wird gestorben. Das hier ist sein Bunker. Sein Bunker und sein Reich.
Spannendes und relevantes Thema, das Buch war sehr flüßig zu lesen und damit auch gut für die Behandlung in der Schule vorstellbar. Die Auflösung war mir ein bisschen zu plötzlich und einfach, aber dennoch ein sehr gut gemachtes und gut zu lesendes Buch.
Meine Meinung: Das Cover hat mir auf Anhieb richtig gut gefallen. Es ist ansprechend und passt - auch mit seinen Farben - perfekt zum Inhalt des Buches.
Der Schreibstil von Martin Schäuble war für mich im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, da ich ihn doch eher als kalt und distanziert empfunden habe. Dies hat aber nur wenige Seiten angehalten, dann hatte ich mich gut eingefunden und war in meinem gewohnten Lesefluss. Martin Schäuble schreibt sehr bildgewaltig, so dass ich immer wieder automatisch das Geschehen wie ein Film in meinem Kopf abgespielt hat.
Der Protagonist ist der 15-jährige Juri. Ich empfand ihn als etwas unbedarft und zurückhaltend. Er tat mir Leid, weil er bei seiner Mutter wohnt und dessen Freund ein Trinker ist. Zu seinem Vater hat er seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr, kennt ihn quasi überhaupt nicht. In meinen Augen ist er nicht der typische 15-jährige Junge. Vom Charakter her hätte ich ihn eher auf noch jünger eingeschätzt. Dennoch war er mir zu keinem Zeitpunkt unsympathisch. Die Charaktere - besonders auch die Reichsbürger und deren Familien - sind Martin Schäuble in meinen Augen perfekt gelungen. Da ich selbst schon einmal beruflich mit einem zu tun hatte, war ich auf diesen Punkt sehr neugierig. Natürlich hat sich Martin Schäuble hin und wieder auch den typischen Klischees bedient, aber ich empfinde dies überhaupt nicht als störend.
Die Handlung hat mir von Anfang bis Ende auch gut gefallen. Es war teilweise sehr spannend und durch den Prolog war man schon richtig angefixt. Ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen und wollte immer wissen, wie es weitergeht. Für mich wird es auf jeden Fall nicht das letzte Buch von Martin Schäuble gewesen sein und ich kann mir gut vorstellen, dass es auch perfekt als Schullektüre geeignet wäre.
Fazit: "Sein Reich" von Martin Schäuble hat mir von Anfang bis Ende sehr gut gefallen. Es war spannend und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn der Autor sich einigen Klischees bedient hat, ist ihm die Thematik mit den Reichsbürgern in meinen Augen perfekt gelungen.
Sein Reich: Juri ist genervt. Der Freund der Mutter säuft und alle Mitschüler verreisen im Sommer nur er kann nicht wegfahren. Kurzerhand überredet er seine Mutter den Vater zu besuchen allein mit der Bahn obwohl er den gar nicht kennt. Tatsächlich steht beim Vater die Tür offen und zunächst lässt der Urlaub sich einigermaßen normal an. Es gibt gemeinsame Interessen und die merkwürdigen Freunde und Aktivitäten des Vaters nimmt er mit einem Schulterzucken hin. Doch nach und nach bleibt es nicht bei „merkwürdig“ und Juri muss sich entscheiden, ob er der Gruppe um seinen Vater traut oder den Jugendlichen vom See… Ein Jugendbuch, empfohlen ab 12, rund um Reichsbürger und Verschwörungstheorien. Die Geschichte ist gut und unterhaltsam geschrieben, die Verwicklungen geschehen nach und nach und genau wie Juri stückweise erkennt, was um ihn vorgeht, geht es auch dem jugendlichen Leser. Mir persönlich hat das Buch auch als Erwachsener sehr gut gefallen, obwohl ich nicht die typische Zielgruppe sein dürfte. Es ist unterhaltsam, altersgerecht geschrieben und informiert ohne zu belehren. Gelesen dank Netgalley #Netgalleyde #SeinReich #MartinSchäuble #KathrinliebtLesen #Rezension #Reichsbürger #Bookstagram
An einem Abend gelesen. Flüssig und spannend liest sich dieses Jugendbuch über die Reichsbürger und dann wird es richtig eng... Mir fehlten ein paar mehr Hintergrundinformationen zu diesen Verschwörungserzählern, aber das ist wohl einfach zu komplex für so ein Jugendbuch. Dennoch: Gut umgesetzt und echt spannend. Wieder mal ein überzeugender Schäuble!
Das Buch ist spannend geschrieben, sodass ich es mit Momenten gar nicht weglegen konnte. Zudem ist das Thema in der aktuellen Corona-Situation so aktuell wie nie zuvor. Schäuble veranschaulicht in seinem Roman zu gut, was in den Köpfen von Verschwörungstheoretikern abgeht und wie verstrickt ihre Denkweise ist.