Woher kommt die Begeisterung für Swing, Coco Chanel und "Gatsby"-Partys, für die "Roaring Twenties" mit ihrer Musik und ihrem Zeitgeist? Vielleicht liegt es daran, dass die 1920er Jahre einiges mit unserer Gegenwart gemeinsam haben – vom Einfluss der Weltwirtschaft auf das Leben des Einzelnen oder der Bedeutung der Populärkultur bis zur politischen Polarisierung.Jens Wietschorke geht der Faszination der 1920er Jahre auf den Grund und erzählt mitreißend von einer Epoche, in der kühnste Modernitätsträume, Vergnügungssucht, Nostalgie und Gewalt aufeinanderprallten."Mit dieser Zeit verbinden fast alle Jazz und Swing, Cole Porter und Josephine Baker, Jean Cocteau und Gertrude Stein, Magnus Hirschfeld und Marlene Dietrich, Dada, Expressionismus und ›Berlin Alexanderplatz‹, Lenin, Hindenburg und Mussolini."
Ein kleines Buch voller Informationen zu den 20er Jahren. Eine Fundgrube für jede/n Interessierte/n. Leider ist die Schrift wirklich sehr klein. Das gehört natürlich zur Aufmachung der Reihe, trotzdem ist das Lesen längerer Passagen eine extreme Herausforderung für die Augen. Inhaltlich hätte ich mir einen deutlicheren roten Faden gewünscht. Zwar ist das Buch schon in Sachkapitel unterteilt, trotzdem kam ich mir oft vor, als wenn ich mit dem Autor im Cafe sitze und er erzählt mal so, was ihm einfällt. Ein weiterer Punkt, den ich nicht so schön fand, war die starke Fokussierung auf Berlin. Ja, Berlin war damals unumschränktes Zentrum der Weimarer Republik, aber gerade die enorme Distanz zwischen Berlin und den eher kleineren Zentren (Köln, Hamburg, München z.B.) und auch die Distanz zum 'platten Land' hätte mich interessiert. Was von dem, was in Berlin passierte, schwappte in den Rest des Landes über? Dazu schweigt der Autor weitgehend.