Sophie hat viele Talente. Vor allem aber eine geheimnisvolle Gabe, die ihre neugierigen und selbstsüchtigen Nachbarinnen über alle Maßen fasziniert. Die Gerüchteküche brodelt, doch eines steht ganz sicher fest: Die Sterberate im Viertel ist seit Kurzem dramatisch gestiegen. Und das bereitet vor allem Rudolf, Sophies alles andere als liebenswürdigem Ehemann, allergrößtes Kopfzerbrechen...
Im Mittelpunkt dieser außergewöhnlichen Geschichte steht Sophie. Sie ist eine nach außen hin eher farblose Person, die unter den Pantoffeln ihres unsympathischen Gatten steht und großes Mitleid hervorruft. Aber stille Wasser sind tief, und auf Sophie trifft das besonders zu. Denn sie hat eine Gabe: Sie kann ganz wunderbare Kleider nähen, durch die die Frauen der Nachbarschaft zu einem ganz neuen Lebensgefühl gelangen. Bald stellt sich allerdings die Frage, ob es nur an den unglaublichen Kleidern liegt, oder ob Sophie für ihre Kundinnen direkt auch Auftragsmorde telepathisch erledigt. Und schön geht’s los, mit dem nachbarschaftlichen Klatsch in der spießigen Vorstadt und Sophie gerät ins Visier der Polizei. Ach ja, und wo ist eigentlich der Ehemann geblieben?
Stil, Machart, Meinung Das wir es hier mit einer ganz besonderen Perle unter den Kriminalromanen zu tun haben, wurde mir schnell klar. Der fluffige und humorvolle Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich saß oft schmunzelnd vor dem Buch, denn so kleine alltägliche Beobachtungen, manchmal auch nur unterschwellig im Nebensatz angedeutet, waren nur allzu wahr und perfekt beschrieben. Grundsätzlich ist man sehr oft sehr amüsiert über die Charaktere, ihre Eigenarten, die Entstehung von Gerüchten und Gedanken, die aus einer Mücke einen Elefanten machen. Dann gibt es noch die dunkle Seite, die in mehreren Kapiteln ans Licht kommt. Es sind ja dann irgendwie schon ganz schön viele Todesfälle in der Umgebung passiert. Der Leser tappt, beschäftigt mit den niedlichen Beobachtungen des Alltages und der fehlenden Sympathie gegenüber den Todesopfern, bis zum Ende im Dunkeln darüber, ob es überhaupt um Mord geht – und wenn ja, wer der Mörder ist. Und so kommt auch die boshafte Seite einiger Charaktere sehr gut rüber, während sich sogar der Leser dabei ertappt fühlen dürfte, wenig Mitleid mit den Opfern zu empfinden. Das Buch liest sich so weg, die Mischung aus Krimi und lustigem Roman ist sehr gelungen und die Lektüre macht großen Spaß. Zu schnell ist alles vorbei, und ich habe wirklich überhaupt nichts zu meckern.
Die Geschichte Die Originalausgabe „Die Eisheilige“ wurde schon 1998 veröffentlicht. Der Erfolg muss groß gewesen sein, denn das ZdF hat das Buch bereits verfilmt. Den Film werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen, glaube ich. Nun jedenfalls hat der Berlin Verlag im März 2016 die Geschichte ganz neu verlegt, und so bin ich auf diese alte Perle gestoßen.
So, hier habe ich gekürzt. Exklusiv auf meinem Blog gibt´s noch die Punkte „Zielgruppe“ und „Was lernen wir daraus?“ Es würde mich freuen, wenn ihr mal zu Besuch kommt! http://wp.me/p6tREn-1oJsi
Fazit Dieser Kriminalroman ist lustig, mysteriös und unvergesslich. Das Lesevergnügen ist schnell vorbei, weil der lockere Schreibstil mit den kleinen, aber feinen Beobachtungen des Alltags einen sehr fesselt und das Lesen unglaublich viel Spaß macht. Es ist wohl mehr was für Frauen, und es ist definitiv kein typischer Krimi. Ich kann es nur empfehlen und komme um 5 Sterne einfach nicht herum, da mir wirklich überhaupt kein Kritikpunkt einfällt.
Dies war mein erstes - und sicher nicht mein letztes - Buch dieser Autorin. Der Schreibstil ist weltmännich und dabei trotzdem locker-leicht und herrlich makaber-humoring. Mehr als einmal habe ich beim Lesen laut aufgelacht.
Die Protagonistin Sophie und auch einige Nebencharaktere (wie zB Mark) sind differenziert ausgearbeitet, haben etwas seltsames und geheimnisvolles an sich, sind dabei aber nicht unsympathisch. Andere Figuren hingegen werden eher stereotyp dargestellt, zum Beispiel die abergläubische Klatschbase. Die Autorin hält die Mischung homogen und den Spannungsbogen recht hoch. So machte das Lesen wahre Freude und es war mir als Leserin nach zwei Drittel der Lektüre immer noch nicht klar, ob die Todesfälle in direktem Zusammenhang mit Sophies 'Talenten' stehen sollten oder nicht.
Ein kleines Extra gab es auch: Da ein Teil der Charaktere Jäger sind, lernt man en passant interessante Dinge aus dem Leben, der Sprache und den Traditionen der Jäger.
Das Buch hat sich schnell lesen lassen, da es neben dem flüssigen und angenehmen Schreibstil auch Spannung aufbaut, sodass man mit dem Lesen garnicht aufhören will. Das Cover passt gut zum Buch, auch wenn ich persönlich keine Tierschädel mag.
Sophie, die Eisheilige, ist eine introvertierte Frau, die sich von ihrem Ehemann, Rudolf, bevormunden lässt. Ihr einziges Hobby, dem sie mehr oder weniger nachgehen kann ist das Nähen. Da sie Analphabetin ist hat sie keine Ausbildung, aber auch wenn dürfte sie nicht arbeiten, da ihr Mann dies nicht zuließe. So verbringt Sophie ihre Freizeit mit Aufräumen, Nähen und Fernsehen. Sie zählt in Angst die Stunden bis ihr Mann von der Arbeit kommt. Als dann mehrere Tode geschehen, nachdem Sophie denjenigen zum Teufel geschickt hat oder ihr etwas negatives über die Person erzählt worden ist, ist ihre Nachbarin sicher, dass Sophie den bösen Blick hat. Als dann noch Rudolf stirbt. Wird gegen Sophie ermittelt.
Das Buch entählt noch einen zweiten Handlungsstrang. Axel, ein Anwalt, der Sophie vertreten wird, erzählt knapp seine Lebensgeschichte.
Das Buch ist sehr gut geschrieben. Die Personen interagieren realistisch miteinander und haben alle ihren eigenen Charakter. So erscheint die Geschichte realistisch und man kann sich in die Personen hineinversetzten. Das Buch enthält nicht nur Tote und Ermittlungen, sondern auch Liebe und lustige Szenen. Ein sehr gelungener Roman, weshalb er von mit fünf Sterne bekommt.
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