Christian Redl ist mehrfacher Weltrekordhalter im Freitauchen/Apnoe, Abenteurer und Keynote-Speaker. Mit 6 Jahren schnorchelt er zum ersten Mal im Neufeldersee, mit 10 Jahren beginnt er mit dem Gerätetauchen. Mit 16 sieht er den Film „The Big Blue – Im Rausch der Tiefe“ und brennt seitdem für Freitauchen/Apnoe. Zunächst besucht er nationale und internationale Wettkämpfe. 2003 stellte er seinen ersten Weltrekord auf. Die meisten seiner Rekorde hat er unter Eis aufgestellt. Redl ist in allen Weltmeeren getaucht, aber auch in den höchstgelegenen Seen in Nepal oder am Nordpol.
Tom Gschwandtner landet als Fünfundzwanzigjähriger durch einen unverschuldeten Autounfall im Rollstuhl und damit in einem völlig neuen Leben mit hoher Querschnittlähmung. Das neue Leben gelingt. Er wird Grafiker, Kolumnist, Buchautor und Vater zweier Kinder. 2015 erscheint sein erstes Buch „Gelähmt ist nicht gestorben“, es folgen zahlreiche Lesungen, Medienauftritte, Vorträge und Impulsreferate. 2016 Auszeichnung mit dem „Life goes on Award“, überreicht durch Samuel Koch im Wiener Rathaus. Nach mehr als zwanzig Jahren auf dem Land lebt und arbeitet Tom Gschwandtner heute wieder in seiner Geburtsstadt Horn.
Dieses Buch gliedert sich in 14 kurzweilige Kapitel, die allesamt in einer sehr angenehmen und flüssigen Sprache verfasst sind. Jedes Kapitel hat in sich den gleichen Aufbau: einen eher allgemeinen Part, dann folgen persönliche Anekdoten der zwei Autoren. Diese persönlichen Erfahrungen und Geschichten haben mir ermöglicht einen sehr intimen Blick auf einige Bereiche des Lebens der Autoren zu werfen.
So richtig packen konnte mich der Inhalt dann aber nicht. Und so recht kann ich nicht nachvollziehen woran es lag. Zum einen handelt es sich bei diesem Buch eindeutig nicht um einen reinen Ratgeber - dazu wurde hier zu wenig Rat gegeben. Andererseits ist deutlich, dass der/die Leser/in persönlich etwas aus den Anekdoten ziehen soll und die eigene Lebens- und Denkweise überprüfen sollte. Dieser Ansatz war zu erkennen, für mich jedoch ein wenig zu versteckt. Die beiden Autoren wirken nciht belehrend, sondern zeigen durch eigene Erfahrungen knifflige oder wegweisende Augenblicke auf. Ich persönlich hatte jedoch an der ein oder anderen Stelle dies auf mein eigenes Leben zu projizieren - dafür waren die Lebenswelten der Autoren zu sehr von der meinen entfernt. An anderen Stellen konnte ich deutlich eine Brücke schlagen und feststellen, dass diese Leitsätze des Buches bereits auf mein Entscheidungsverhalten zutreffen.
So recht weiß ich also noch nicht, was ich mit diesem Buch anfangen soll. Ich habe gern über die Schicksale der Autoren gelesen, habe mir an vielen Stellen eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den persönlichen Schicksalen und weniger Allgemeinplätze gewünscht.
Insgesamt habe ich das Buch durchaus gern gelesen, der Impact auf mein Leben ist dann aber doch eher gering schätze ich.
„Wirklich leben heißt entscheiden“ von Christian Redl und Tom Gschwandtner ist ein etwas anderer Ratgeber. Viele Menschen kennen es vermutlich: Man jammert über sein Leben, bekommt aber den Hintern nicht hoch, um etwas zu verändern. Die beiden Autoren beschreiben in dem Buch anschaulich, dass wir nicht Sklaven unserer Umstände sind, sondern unser Leben aktiv gestalten können. Besonders ist, dass die beiden zu jedem Kapitel eigene Geschichten beisteuern, wo sie mit dem konkreten Thema des Kapitels in Berührung gekommen sind. Diese Geschichten fand ich sehr inspirierend. Während Tom Gschwandtner durch einen Schicksalsschlag an den Rollstuhl gefesselt wurde und praktisch keine Möglichkeit hatte aufzugeben, hat Christian Redl seinen Job als Investmentbanker geschmissen, um seinen Traum zu leben. Beide Leben haben mich sehr berührt und inspiriert. Es hat dem Inhalt definitiv gutgetan, dass er nochmal durch persönliche Geschichten untermauert wurde.
Ich fand das Buch wirklich klasse und kann es jedem empfehlen, der einen Schubser braucht, um etwas in seinem Leben zu ändern.