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Warum hält sich die Geschlechterungleichheit?

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Wie lassen sich die aktuellen Geschlechterverhältnisse in Deutschland erklären? Dieses Buch versucht eine umfassende und grundsätzliche Kritik der Zusammenhänge - von der Geschlechtszuweisung über die Lohn- bis zu den Rentendifferenzen, vom Versprechen des Glücks in der Liebe über Bettgespräche bis zum sexuellen Missbrauch, von der Vereinbarkeitsproblematik über sexistische Witze bis zur LGBTI*-Bewegung.

Dazu werden die üblichen Denkweisen problematisiert: Weder Rollenzuschreibungen noch die Biologie biparentaler Fortpflanzung, die kulturelle Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit oder das Patriarchat können die Entwicklung der Geschlechterverhältnisse sinnvoll bestimmen. Erst eine Kritik der bürgerlichen Herrschaftsformen erklärt, warum sich die Geschlechterkultur gewandelt hat und die Geschlechterungleichheit in Deutschland bestehen bleibt.

300 pages, Paperback

Published March 16, 2020

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Kris Adlitz

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Profile Image for Jonas.
232 reviews7 followers
March 27, 2026
4,25/5- A lot to unpack: Die Struktur ist sehr sinnvoll m.E. - zu allererst werden die Daten zur Geschlechterungleichheit benannt, im nächsten Unterkapitel wird überzeugend erläutert, warum diese Zahlen erstmal nicht viel aussagen. Denn, a) obliegt die Interpretation und das Verständnis dieser den Individuen und b) beschreiben sie nur, begründen also nichts. Das Kapitel zur Zweigeschlechtlichkeit war sehr interessant, v.a., da ich mich gerade mit Themen wie dem Dimorphismus keineswegs auskannte.
Die Frage, ob wir in einer Männerherrschaft leben oder nicht, ist die wohl Brisanteste, zumindest wenn man es mit mir bekannten Theorien zur Geschlechterungleichheit vergleicht. Dass die Theorie „Männerherrschaft als Herrschaft zum Selbstzweck“ wenig ergiebig ist, leuchtet mir durchaus ein. In den Nachbemerkungen wird dann auch noch beschrieben, dass es einen „patriarchalen Rest“ gebe, da wir ja durchaus aus einem Patriarchat kämen. Da ist dann die Frage - und meine erste Kritik -, ob man daraus ein ganzes Kapitel machen müsste, oder ob sich dies nicht woanders einbetten könnte. Denn der darauffolgende Hinweis, dass die heutigen Ungleichheiten maßgeblich durch Staat und Kapital definiert sind, ist ja sehr richtig und würde als Erklärung und Kritik an falschen Patriarchatsherleitungen wohl genüge tun. Das ganze Kapitel 4 fand ich sehr stark, ich war besonders beeindruckt davon in wie kurz man gewisse Ableitungen zusammenfassen resp. in seine Theorie einbetten kann (KdpÖ, Staat, Gerechtigkeit…). Der Herleitung der Geschlechteruntergleichheit - begründet durch Kontinuität, Verfügbarkeit und der Familienpolitik und den Gesetzen zur Vergeschlechtlichung - sind für mich sehr schlüssig gewesen, dargelegt.
Was mir ein wenig gefehlt hat, ist, eine wirkliche Begründung *warum* Gewalt - als Extrem des Privaten - denn hauptsächlich von Männern ausgeführt wird. Es wird zwar m.E. sehr gut ausgeführt, was die Gründe *nicht* sind, ein Gegenangebot fehlt mir jedoch oder irgendeine Art der Herleitung.
(Eine weitere Kleinigkeit - da ich sie nicht begründen kann nur „Klein“ - ist in der Herleitung der Reproduktionsarbeit resp. der Hausarbeit. Da ist meine Marx-Lektüre einfach nicht gut genug, um meinen Dissens da richtig zu fassen, aber ich glaube da ist etwas falsch beschrieben. Vielleicht aber auch unpassend extra anzubringen, wenn ich’s nicht sicher besser weiß.. Naja.)
Der letzte Kritikpunkt, inhaltlich, ist die Inkonsequenz zwischen „potentiellen Müttern“ und „Müttern“ - vielleicht war die Empirie damals (2019) auch noch anders, aber die Evidenz sagt ja klar, das Arbeitgeber das Potenzial Mutter werden zu können nicht in ihre Kalkulationen einfließen lassen, erst nachdem sie Mutter waren und dann s.o.
Es liest sich grundsätzlich etwas wie ein Schulbuch, es wird sehr bildlich durchgeleitet, das hat etwas Gewöhnung bedurft, aber schlussendlich ist es m.E. eine gute Art ein Buch zu schreiben - die Inhalte bleiben auf jeden Fall gut sitzen.
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