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Tullio

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Und zum ersten Mal in meinem Leben stelle ich fest, dass ich wirklich dringend etwas wissen möchte. Dass es mir wichtig ist, mehr darüber zu erfahren. Aber ich frage nicht. Aus demselben Grund, aus dem ich nicht bereit bin, ihm zu antworten. Es ist zu persönlich.

Aber eines ist passiert: Ich bin ihm nah, plötzlich. So fühlt es sich zumindest an.

»Mahrenholz verrät seine Helden an keiner Stelle. Er nimmt sie mit all ihren Schwächen und Stärken ernst und lässt zu, dass sich ihre Geschichte genau so erzählt, wie sie ist. Keine Schminke, kein Sicherheitsnetz und dennoch fühlt man sich während des Lesens geborgen und sicher genug, sein Herz zu verschenken.« S.B.Sasori, Autorin

Das Taschenbuch hat 170 Seiten A5.

215 pages, Kindle Edition

Published May 8, 2020

5 people want to read

About the author

Jobst Mahrenholz

27 books8 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Sheyri.
260 reviews
June 26, 2020
"In Wirklichkeit verbringen ja nur wir selbst unser ganzes Leben mit uns, oder? Du das deine, ich das meine. Deshalb müssen wir es schaffen, uns selbst zu lieben. Vor allem müssen wir lernen mit uns selbst wirklich klarzukommen."

Mein zweites Buch von Jobst Mahrenholz, und das zweite, das ich liebe.
Profile Image for Claudia Stadler.
913 reviews10 followers
May 13, 2020
Das Buch "Tullio" wurde von Jobst Mahrenholz verfasst und erschien 2020 im Main Verlag.

Der Autor zeigt uns Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen gibt es die gut situierte Familie Dessi, bestehend aus Kindern, Eltern und Großvater. Zum anderen gibt es die Familie rund um Tullio. Die Entwicklung, die man hier mitbekommt ist einerseits erschreckend, andererseits aber doch erschreckend real.
Er fängt die Einsamkeit der beiden Kinder Davide und Tullio ein. Zunächst geht man davon aus, dass es sich die selbe Einsamkeit dreht, doch beide Familien sind von Grund auf verschieden. Wo man bei Tullio sofort merkt, dass er einfach vernachlässigt und ignoriert wird von seiner Familie. Ist es bei Davide genau umgekehrt. Es wird eine heile Welt vorgegaukelt, in der jeder für sich alleine lebt, man kann es fast eine Wohlstandsvernachlässigung nennen.
Man merkt bei jedem Kapitel, dass sich irgendwas in der Geschichte vorwärts bewegt und trotzdem hat man das Gefühl, dass man durch gewisse Handlungen der Protagonisten am Fleck stehen bleibt. Die Charaktere, wo es einige in dem Buch gibt, kann man auf keinen Fall über einen Kamm scheren. So gibt es die, die die Handlung weiterbringen und auch die, wo man sich denkt, warum haben die überhaupt eine Stelle in dem Werk erhalten. Und doch ist alles ein in sich greifendes Zahnrad, wo man erst später merkt, dass die noch so unscheinbaren Personen, tatsächlich für das Verständnis von der Welt von Tullio nötig waren.
Die Charaktere entwickeln sich ohne Zweifel weiter, aber es gibt auch diese, wo man sich nur an den Kopf greift und die Handlungen einfach nicht nachvollziehen kann, auch wenn man später eine Erklärung dafür bekommt. Man merkt eine Reduktion und den Wunsch, alles nebensächliche zu streichen und doch hat man das Gefühl, als ob genau dadurch, an gewissen Stellen, es dann an Tiefe oder Erklärungen fehlt.
Die Wortwahl und der Sprachstil sind dem Buch sehr zuträglich und trotzdem hatte man ab und an mit den Redewendungen zu kämpfen. Man kann diese Problematik auf den regionalen Unterschied schieben und deshalb macht es auch nicht viel aus. Aber manches unterbrach leider maßgebend den Lesefluss.
Manche Charaktere und Szenen waren sehr gut nachvollziehbar und auch greifbar, wohingegen andere einfach nur nerven. Dies kann aber auch von daher kommen, da man als Leser tatsächlich in manchen Szenen hautnah dabei sein kann und in anderen nur als Zuseher fungiert.

Es ist ein Buch, das den Werdegang zweier Buschen und deren Familien beschreibt. Man kann darüber streiten, ob manches nötig oder manches unnötig erscheint, aber jeder empfindet beim Lesen anders und dadurch kann es auch dazu kommen, dass man den einen liebt oder vergöttert und den anderen nur als gegeben annimmt, der das Geschehen durch gewisse Handlungen verlangsamt oder vertieft.

Jeder, der gerne tiefgründige, exzentrische Charaktere und Bücher über Liebe, Hass, Vereinsamung, Familie, Weiterentwicklung, Verwahrlosung und noch viele weitere Themen gerne liest, der ist mit dem Buch bestens beraten. Allerdings sollte man nur zu dem Buch greifen, wenn man nicht zu sehr die Stimmungen aufsaugt, die im Buch vorkommen, denn manches kann tatsächlich Energie verbrauchen.
Profile Image for Mein Regal voller Regenbögen.
215 reviews8 followers
May 8, 2020
Jobst Mahrenholz erzählt auf seine ganz eigene Art Geschichten. Wer die Bücher dieses Autors kenn, weiß, was ich meine. Alles, was ich bis jetzt von ihm gelesen habe, konnte mich umfänglich begeistern. Auf Tullio habe ich gewartet, seit ich das erste Mal von dessen Entstehung erfahren habe, denn laut Angaben von Jobst Mahrenholz soll es sein persönlichstes Werk sein.

Der erste Satz:
– Schmerzen schien er nicht zu haben. –

Tullios und Davides erster Kontakt, der Beginn ihrer Freundschaft, ist eine Situation, wie sie sich mehrfach tagtäglich irgendwo abspielen könnte. Doch von Anfang an herrscht zwischen ihnen ein Vertrauen, eine Verbindung, die etwas Besonderes ist. Noch viel deutlicher wird das, wenn sich der Blick auf die jeweiligen Hintergründe eröffnet, die unterschiedlicher nicht sein könnten - perfekte, gut situierte Familie im Kontrast zu schwierigen familiären Verhältnissen. Was Tullio und Davide bei all dem gemeinsam haben, ist die Einsamkeit. Beim einen selbst gewählt, beim anderen aufgebürdet.

– Monster warfen nicht immer Schatten, wusste ich nun. Manchmal krochen sie auch durch Schlüssellöcher. – (S. 27)

Die Geschichte, die Jobst Mahrenholz erzählt, ist für mich ein Familiendrama kombiniert mit Tullios Weg zu sich selbst, seinem Erwachsenwerden. Es ist keine leichte Geschichte, die nur unterhalten will. Den Schreibstil möchte ich fast schon als puristisch bezeichnen, wobei ich damit auf keinen Fall emotionslos meine, ganz im Gegenteil. Meine Empfindungen reichten von Wut, über Fassungslosigkeit, bis hin zu Freude und Hoffnung. Der Autor lässt sehr viel Raum, um zwischen den Zeilen zu lesen. Er gibt mir die Möglichkeit Geschehnisse für mich selbst zu bewerten und zu interpretieren. Die Wirkung einzelner Figuren und deren Intentionen stellt sich für jeden, der in das Buch eintaucht, somit ein wenig anders dar. Die Wahrnehmung ist ein großes Thema, sei es zwischen den einzelnen Figuren oder auch von Seite des Lesers.

Tullio mochte ich. Er tut sich schwer Grenzen zu ziehen, seine Gedanken und Gefühle zu äußern. Manche seiner mühsam abgerungenen Entscheidungen sind richtig, manche falsch, aber jede davon zieht Folgen nach sich. Davide ist dabei derjenige, der ihm ohne Kompromisse zur Seite steht, ein Freund, der nichts von Tullio fordert und dafür liebe ich ihn. Davides Vater hingegen bewirkt bei mir das genaue Gegenteil. Ich habe schon lange keine Figur mehr gelesen, die ich so verabscheut habe, wie ihn. Anderen Charakteren lassen sich nicht so leicht einschätzen und ich musste meine anfängliche Meinung im Laufe der Geschichte noch einmal revidieren.

Jobst Mahrenholz erzählt auf seine unvergleichliche Art von Tullio und den Menschen in seinem Umfeld. Er gewährt Blicke hinter sorgfältig aufgebaute Fassaden, in verborgene Abgründe und auf die vielen verschiedenen Facetten der Liebe. „Tullio“ ist etwas Besonderes und dafür gebe ich sehr gerne eine klare Leseempfehlung.
623 reviews8 followers
May 18, 2020
Selten ist es mir so schwergefallen, zu einem Buch eine Rezension zu schreiben, bzw. meine Leseempfindungen in Worte zu fassen.

„Tullio“ ist das erste Buch, das ich von Jobst Mahrenholz, den ich bisher nur durch Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien kannte, gelesen habe.

Erzählt wird aus dem Leben von Davide und Tullio, zwei Jugendlichen, deren Wege sich kreuzen und die im Leben des jeweils anderen einen wichtigen Platz einnehmen.

Was beide vereint ist, in meinen Augen eine gewisse Sprachlosigkeit. Sie handeln nach dem, was in ihren Augen das Richtige, das Beste für den Freund, zu sein scheint. Allerdings tauschen sie sich - nach meinem Empfinden- aus falsch verstandener Rücksichtnahme, nicht wirklich aus, was die, durch verschiedene Spannungen mit Davides Familie ohnehin schwierige Situation noch verschärft.

Jobst Mahrenholz deutet viele Dinge nur an, lässt Beweggründe sowie Empfindungen offen und bietet so dem Leser die Möglichkeit, zu beobachten und seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Wer sich in diesem Lese-Bereich zu Hause fühlt findet in „Tullio“ sicherlich ein Buch Anspruch und Tiefe. Eine Geschichte, deren Protagonisten interpretiert werden müssen um lebendig zu werden.

Leider bin ich kein Leser, der diese Möglichkeit genießen kann bzw. sie zu würdigen weiß. Für mich sind Unterhaltung und klare Darstellung wichtiger. Ich möchte, dass mein Kopfkino anspringt, ich die Welt durch die Augen der Protagonisten sehen und in mir lebendig beschriebene Emotionen eintauchen kann. In „Tullio“ habe ich das nicht gefunden.

Das Buch erfüllt nicht meine Anforderungen und ich nicht die, die nötig sind, um die Geschichte wertschätzen zu können. Wir sind so weit von einander entfernt, dass ich auch nicht von „gefallen“ oder „nicht gefallen“ sprechen kann. Aus diesem Grunde habe ich mich für eine neutrale Wertung entschieden und gebe „Tullio“ 3 Sterne.
Profile Image for Karlo.
1,227 reviews
August 1, 2020
eine brilliant geschriebene Geschichte,
mir hat sie sehr gut gefallen
und kann sie nur weiterempfehlen
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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