»Niemals« werde man Deniz Yücel ausliefern erklärte der türkische Staatspräsident Erdoğan im Frühjahr 2017, jedenfalls nicht, solange er im Amt sei. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Journalist bereits im Hochsicherheitsgefängnis Silivri Nr. 9. Zehn Monate später erhielt er ein Angebot zu seiner Freilassung – und lehnte ab.
Die Inhaftierung des Korrespondenten der Welt führte in Deutschland zu einer beispiellosen Solidaritätsbewegung und sorgte für eine schwere diplomatische Krise. Yücel erzählt von seinem Jahr im Gefängnis, von Einzelhaft und Folter. Und davon, wie er durch die Liebe seiner Frau und dank der Unterstützung seiner Anwälte, seiner Zeitung und der »Free Deniz«-Kampagne noch unter widrigsten Umständen um Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen konnte – und dabei die Bundesregierung, seine Vertrauten und schließlich sogar seine Geiselnehmer an den Rand der Verzweiflung trieb.
Deniz Yücel schreibt sehr persönlich, kämpferisch und humorvoll darüber, wie man ins Geschehen eingreifen kann, wenn man zum Spielball der internationalen Politik geworden ist. Eine hellsichtige Analyse über die jüngste Entwicklung der Türkei, die Funktionsweisen autoritärer Regimes und die Mechanismen der demokratischen Öffentlichkeit. Und eine Geschichte, die man auch dann noch mit Spannung bis zur letzten Seite liest, wenn man das Happy End mit Petersilienstrauß schon kennt.
Deniz Yücel is a German-Turkish journalist and publisher, best known for his works in the newspapers Die Tageszeitung and Die Welt.
After being arrested in February of 2017, he remained incarcerated in Turkey on charges of espionage and supporting terrorism for over a year. Politicians and journalists from around the globe made calls for his release, which took place on February 16, 2018.
Wer deutsche Nachrichten verfolgt und nicht hinter dem Mond lebt, wird von Mann gehört haben, dessen Schicksal vor zwei Jahren eine rege Diskussion rund um Meinungs- und Pressefreiheit in einer Demokratie entfacht hat.
Ein Jahr lang verbrachte der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel hinter türkischen Gittern. Als Außenreporter wurde er von der Welt 2017 in die Türkei geschickt, um über die politischen Verhältnisse dort zu berichten. Seine Arbeit machte er mit dem Gewissen eines kritischen Journalisten, Terrorpropaganda nannte jedoch die türkische Regierung, was er dort betrieb.
In Agentterrorist nimmt Yücel sich vierhundert Seiten, um von den Ereignissen aus seiner Sicht zu berichten. Er wurde Opfer einiger unglücklicher Zufälle und war sich doch bewusst, dass er unter der Regierung Erdogans mit dem Feuer spielt. Der Eindruck, der bleibt, ist der eines Mannes von Konsequenz, Moral und Sturheit. Nicht selten brachte er seine Freunde und Verbündete, und von diesen gab es zahlreiche, zum Rande der Verzweiflung.
Yücel gelingt es, nicht nur über das Leben im Hochsicherheitsgefängnis zu schreiben, sondern auch ein Verständnis der politischen Lage Türkei zu ermöglichen. Es bleibt ein bitterer Beigeschmack, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Schicksal Yücels von vielen weiteren deutschen JournalistInnen geteilt wird. Man behält das Gefühl, dass dieses Buch genauso für die Leserschaft wie für den Autoren selbst geschrieben wurde. Eine Art, ein Kapitel abzuschließen. Free Deniz, free them all.
Super spannend und echt krass. Es ist schon unglaublich, dass das alles wahr ist. Gut geschrieben, einfach zu lesen, auch wenn man von der politischen Situation in der Türkei wenig Ahnung hat wird es meistens gut erklärt, ohne zu langfädig zu werden.
Interessant, aufrüttelnd, persönlich, bewegend. Wer wissen möchte, wie es um Rechtstaatlichkeit und Pressfreiheit in der Türkei steht, sollte zu diesem Buch greifen.
Sehr mitreißende Erzählung über das politische Ereignis Deniz Yücel aus sicht von Deniz Yücel.
Sehr aufklärend über das bilaterale Verhältnis zwischen EU und Türkei, nur an manchen Stellen etwas zu lang für meinen Geschmack an den rein informativen Stellen. Die persönliche Geschichte von Deniz Yücel hat mich emotional sehr mitgenommen. An manchen Stellen war ich am verzweifeln, an machen am schmunzeln und an manchen am heulen.
Dieses Buch ist so vieles in einem: es liefert erschreckende Informationen über den Zustand der Pressefreiheit in der Türkei, ist das Tagebuch eines Häftlings, der einem Regime mit Mut und mindestens genau so viel Sturheit begegnet, und erzählt sehr bewegend von einer Partnerin und von Freunden, die Deniz Yücel auf eine Art und Weise unterstützt haben, dass es einen beim lesen zu Tränen rührt. Auf jeden Fall lesenswert!
Großer Respekt an Deniz! Er hatte Mut und Hoffnung, noch etwas Gutes zu erzielen. Bis Gezi-Park-Proteste 2013 war es eigentlich noch unglaublich, dass das Land unter so totalen Katastrophe leiden wird.
Wer wissen möchte, wie es um Rechtstaatlichkeit und Pressefreiheit in der Türkei steht, sollte zu diesem Buch greifen. Eine gute Zusammenfassung wäre: null.
Sehr spannend geschrieben. Eine gute Kombination aus Erzählung und Hintergrundgeschichten. Es schockiert und bewegt zugleich, zudem ist es an manchen Stellen auf eine fast unangenehme Art amüsant.
"Beste Buch wo gibt!" Trotz der ernsten Umstände hat das Buch viele sehr unterhaltsame Passagen. Darüber hinaus ist die detailtiefe des Buchs bemerkenswert.