Ich bin ein großer Fan des Trends der letzen Jahre, Krimis gekonnt mit Reiseliteratur zu verschmelzen, und somit ein neues Subgenre des "Fernwehkrimis" zu erschaffen.
Vielleicht nicht der erste seiner Zunft insgesamt, aber der erste, von dem ich ein solches Buch gelesen habe, war Jean-Luc Bannalec. Hinter diesem französischen Pseudonym steckt ein deutscher Autor (sowie Verleger und Herausgeber), der sich der Bretagne angenommen und den Kult-Komissar Dupin erschaffen hat. Seine bisher neun erschienen Bücher sind sehr empfehlenswert. Ebenfalls habe ich den ersten Band der Reihe um den Komissar Leander Lost an der portugiesischen Algarve und einen weiteren auf dem SUB.
Mit Julen Zabache tritt nun ein wohl neuer Autor dieses Trends auf den Plan, gleichfalls mit Pseudonym. Das Erstlingswerk ist sehr gelungen und vermittelt, wie die angesprochenen Werke der obigen Autoren, direkt Ulraubsfeeling - nur eben kombiniert mit einem pfiffigen Kriminalfall.
Auch wenn noch unklar ist, wer genau hinter dem Namen Julen Zabache steckt, so lässt die Website des Harper Collins Verlages durchblicken, dass er "bereits einige Romane veröffentlicht hat. Er arbeitet als Hochschuldozent, reist gern und hält das Baskenland für eine der unterschätztesten Regionen Europas. Sein Spanisch ist ausbaufähig, doch sich die richtigen "pintxos" zu bestellen, bekommt er anstandslos hin. Zabache lebt mit seiner Familie in einem kleinen Ort, in dem die Menschen noch eher Bücher lesen, als Filme zu streamen - und das nicht nur, weil schnelles Internet fehlt."
Es ist also noch nicht gelöst, wer genau der wahre Autor ist, das tut dem Buch und seiner Atmosphäre aber keinesfalls einen Abbruch. Genau wie die anderen hat er sich ein einheimische klingendes Pseudonym genommen, um glaubwürdiger herüberzukommen. Völlig legitim in meinen Augen.
Also auf ins geheimnisvolle Baskenland mit Julen Zabache!