Der Roman über eine abenteuerliche Flucht, der auf der wahren Geschichte des Autors Matthias Lisse basiert, und eine anrührende Familiengeschichte
Berlin 13. August 1961 Der Traum vom „Arbeiter- und Bauernparadies“ ist ausgeträumt, und wie viele andere haben Wolfgang Leipold und seine Frau nur ein Ziel: die DDR, zusammen mit ihrem kleinen Sohn Marcus, so schnell wie möglich zu verlassen. Doch ihr Entschluss kommt zu spät, denn mit der Errichtung der Mauer ist ihnen der Weg in die Freiheit versperrt und jeder Gedanke an eine Flucht aus der DDR so gut wie unmöglich. Jahre später träumt Marcus, inzwischen verheiratet und Vater einer Tochter, ebenfalls davon, in den Westen zu gehen, doch zunächst gelingt es nur ihm, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Wie aber soll er es schaffen, seine Frau Imke und die kleine Jessica zu sich zu holen? Neue Hoffnung keimt auf, als im September 89 Tausende DDR-Flüchtlinge die Prager Botschaft stürmen – darunter auch Imke und ihre Tochter … Ein beeindruckender und authentischer Roman zum Jahrestag 30 Jahre Mauerfall.
Familie Leipold möchte weg. Das System der DDR wird mehr und mehr zu einem Problem für die beiden und auch für ihren Sohn Marcus wünschen sie sich ein freieres Leben. Alles ist geplant, aber sie kommen zu spät. Nur einen Tag, aber zu spät. Der Bau der Mauer beginnt, eine Flucht ist nicht mehr möglich. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich zu arrangieren, aber der sozialistische Alltag wird von Tag zu Tag schwieriger. Auch Marcus hat Schwierigkeiten sich anzupassen und eckt immer wieder an. Der Wunsch zur Flucht wird immer größer. Jahre später, Marcus ist inzwischen verheiratet und Vater einer Tochter, planen er und seine Frau Imke tatsächlich die Flucht. Das Ganze wird allerdings ein ein schwieriges Unterfangen.
Matthias Lisse erzählt hier seine eigene Geschichte. Mit diesem Buch ist ihm eine spannende und vor allem lehrreiche Lektüre gelungen. Ich hatte nie große Berührungspunkte mit der DDR. Daher war für mich einiges neu und ist eine hervorragende Ergänzung zu meinem Schulwissen zum Thema DDR. Ich habe während es Lesens viel im Internet nachgelesen, um einige Wissenslücken zu schließen. Matthias Lisse hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Er erzählt seine Geschichte sehr offen und ehrlich, beschönigt nichts. Die wahre Heldin dieses Buches war für mich allerdings seine Frau. Was sie alles erleiden musste und mit welcher Stärke sie das ertragen hat, dafür hat sie meinen allergrößten Respekt.
Danke an den Autor für dieses großartige Buch, dem ich noch viele Leser wünsche.
Matthias Lisse erzählt in seinem Roman "Die geteilten Jahre" seine Lebensgeschichte, in Romanform und mit veränderten Namen. Wir erleben den Beginn und das Ende der DDR. Spannend und sehr anschaulich berichtet der Autor über das Leben in der DDR und wie der Staat mit seinen Bürger umgegangen ist. Ein interessanter Rückblick in eine nicht allzu ferne Vergangenheit. Zum Ende fehlte mir ein Nachwort. Einfach um zu wissen, was "dichterische Freiheit" war, was aus welchen Quellen kam und was selbst Erlebtes war.
„Die geteilten Jahre“ von Matthias Lisse erzählt die Lebensgeschichte des Autors vom Bau der Mauer bis zur Wiedervereinigung Deutschlands 1990. Erschienen ist der Roman im September 2019 bei Droemer-Knaur.
Berlin, 13. August 1961: Wolfgang Leipold und seine Familie haben genug von der DDR und so beschließen sie, dass sie in die BRD fliehen möchten. Nach ihrem Urlaub an einem See machen sie sich daher auf nach Berlin um von dort aus nach West-Berlin zu fahren. Doch dies ist nicht mehr möglich. Polizisten versperren alle Übergänge und es wird begonnen eine Mauer zu bauen. Die Familie Leipold ist fortan im eigenen Land gefangen und muss sich mit dem Leben im „Arbeiter- und Bauernparadies“ arrangieren. Viele Jahre später hat sich ihr Sohn Marcus immer noch nicht mit den Verhältnissen im Land abgefunden. Trotz Frau und Kind beschließt er eines Tages zu fliehen und alles dafür zu tun seine Familie schnellstmöglich nachzuholen. Eine bange Zeit der Trennung mit unsicherem Ausgang beginnt, die allen Beteiligten sehr viel Kraft abverlangt. Wie lange wird es dauern bis alle wieder vereint sind?
Ich war mir tatsächlich unsicher, ob dieses Buch etwas für mich ist, denn meist lese ich Geschichten die zeitlich deutlich weiter zurückliegen. Die Bilder vom Mauerfall haben mich allerdings schon immer sehr berührt, obwohl ich zu dem Zeitpunkt erst 4 Jahre alt war. Ein Treffen auf der Buchmesse mit dem Autor hat mich dann wiederum doch sehr neugierig auf das Buch gemacht, denn es ist seine eigene Lebensgeschichte und seine historischen Romane unter dem Pseudonym Mac P. Lorne lese ich sehr gerne. Ganz am Anfang hatte ich kleinere Probleme mit dem Schreibstil. Die Kapitel über die politische Führungsriege sind in einem sehr nüchternen Stil verfasst und auch die Gespräche der Familie Leipold wirkten anfangs etwas hölzern auf mich, doch das war spätestens dann weggeblasen als klar wurde, dass sie nicht mehr fliehen können. Die bedrückende Stimmung zu sehen, wie das eigene Land in ein Gefängnis verwandelt wird, wurde sehr gut eingefangen und ab dann hatte mich das Schicksal dieser Familie vollends in seinem Bann. Wie arrangiert man sich mit einem Staat dessen Ideologie man nicht teilt? Wie sah das Leben in der ehemaligen DDR aus? Das alles sind Fragen, die Matthias Lisse in seinem Roman beantwortet. Ich habe hier wahnsinnig viel über eine Zeit gelernt, die in meiner Schulzeit nicht wirklich behandelt wurde. Der Autor zeigt, wie sehr man dazu genötigt wurde in die SED einzutreten. Immerzu bestand die Gefahr ausgehorcht zu werden, Pakete von der Verwandtschaft wurden geöffnet und man hat jederzeit gespürt, dass der Staat und seine Behörden den Menschen im eigenen Land misstrauen. Dennoch wird nicht alles schlecht gemacht und es gibt auch einige Anekdoten, die die bedrückende Stimmung des Buches zwischendurch auflockern. Ich habe jederzeit mit den Personen im Buch mitgefiebert, in der zweiten Hälfte des Buches wurde die Anspannung allerdings so sehr gesteigert, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte, obwohl ich schon vorher wusste, wie es ausgehen wird. Die Flucht der Familie Leipold ist so spannend und dramatisch geschildert. Ich habe die Verzweiflung gespürt, konnte teilweise nicht mehr weiter atmen und musste kurze Pausen einlegen, um das Gelesene sacken zu lassen und auch meine Gefühle wieder in den Griff zu bekommen. Man muss hier immer im Hinterkopf behalten, dass es sich zwar um einen Roman handelt, diese aber dennoch die wahre Geschichte des Autors erzählt und das alles wirklich passiert ist. In diesem Roman darf natürlich ein bestimmtes Stilmittel des Autors nicht fehlen, dass mich in anderen Büchern aufgrund der Häufigkeit so manches Mal gestört hat, sich in diesem Roman aber harmonisch einfügt und die Geschichte auflockert: Das Vorgreifen in der Geschichte. Obwohl ich kein Fan davon bin, hat es mich diesmal absolut gar nicht gestört. Im Vordergrund steht die Geschichte der Familie Leipold, dennoch wurden auch die politischen Ereignisse nicht außer Acht gelassen. Diese werden in kurzen Zwischenkapiteln erzählt und zeigen wie sehr sich der Erfahrungshorizont der politischen Führung von der eigenen Bevölkerung unterschied. Da es sich um die persönliche Geschichte des Autors handelt, war hier in mancherlei Hinsicht weniger Recherche nötig als sonst. Dort wo sie nötig war, bin ich mir sicher, dass der Autor diese wie gewohnt akribisch gemacht hat und so ein realistisches Bild jener Zeit zeigt. Viel Zusatzmaterial gibt es in diesem Roman nicht. Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar das typische Begriffe aus der DDR erklärt.
Fazit: Meine Rezension kann diesem Buch gar nicht gerecht werden. Mein Jahreshighlight 2019 und eine unbedingte Leseempfehlung an alle, denn hier wird ein wichtiger Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte erzählt. Persönlich, emotional und sehr dramatisch. Dieses Buch wird mich gedanklich sicher noch einige Zeit begleiten.
Buchmeinung zu Matthias Lisse – Die geteilten Jahre
„Die geteilten Jahre“ ist ein Roman von Matthias Lisse, der 2019 bei Droemer HC erschienen ist.
Zum Autor: Matthias Lisse wurde 1957 geboren. Aufgewachsen in der DDR, studierte er aus politischen Gründen statt Geschichte und Literatur Veterinärmedizin und später Pferdezucht und -sport und wurde Militaryreiter sowie Ausbildungsleiter des bedeutendsten Vollblutgestüts der DDR. Im Frühjahr 1988 gelang ihm die Flucht in die Bundesrepublik, ein Jahr später folgten ihm seine Frau und Tochter. Gemeinsam bauten sie einen Reit-und Zuchtbetrieb in Bayern auf, wo sie noch heute leben.
Klappentext: Berlin 13. August 1961 Der Traum vom „Arbeiter- und Bauernparadies“ ist ausgeträumt, und wie viele andere haben Wolfgang Leipold und seine Frau nur ein Ziel: die DDR, zusammen mit ihrem kleinen Sohn Marcus, so schnell wie möglich zu verlassen. Doch ihr Entschluss kommt zu spät, denn mit der Errichtung der Mauer ist ihnen der Weg in die Freiheit versperrt und jeder Gedanke an eine Flucht aus der DDR so gut wie unmöglich. Jahre später träumt Marcus, inzwischen verheiratet und Vater einer Tochter, ebenfalls davon, in den Westen zu gehen, doch zunächst gelingt es nur ihm, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Wie aber soll er es schaffen, seine Frau Imke und die kleine Jessica zu sich zu holen? Neue Hoffnung keimt auf, als im September 89 Tausende DDR-Flüchtlinge die Prager Botschaft stürmen – darunter auch Imke und ihre Tochter …
Meine Meinung: Matthias Lisse beschreibt in diesem autobiografischen Werk seine sehr persönliche Geschichte von seiner Jugend bis zu seiner persönlichen Wiedervereinigung. Seine subjektive Wahrnehmung wird mit kurzen Szenen prominenter Politiker aufgelockert. Der Autor schildert einen unabhängigen Menschen, der frei von Politik und Kirche leben will, sich aber in der DDR immer mehr eingeengt fühlt. Es werden viele Informationen zum alltäglichen Leben in der DDR gegeben, die mir zum Teil unbekannt waren. Im Laufe der Zeit wird die Situation füt die Hauptfigur immer unerträglicher und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann er aus politischen Gründen ins Gefängnis wandert. So ergreift er bei einem Familienbesuch im Westen die Chance zur Flucht, auch wenn er seine Frau und seine junge Tochter zurücklassen muss. Danach sucht er verzweifelt nach einem Weg, Frau und Tochter zu sich zu holen. Die Schilderungen sind hoch emotional und man spürt den unglaublichen Druck, den er aushalten musste. Das Buch lebt von der subjektiven Darstellung und doch wirkte es manchmal überzogen.
Fazit: Ein beeindruckendes Wert über das Leben eines Freidenkers mit einer sehr subjektiven Sicht der Dinge. Von mir gibt es vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.
Wolfgang Leipold und seine Frau wollen weg aus der DDR. Alles ist geplant, die Rückkehr aus dem Urlaub soll im Westen Berlins enden. Es ist jedoch der 13. August 1961 und als die Leipolds in Berlin ankommen, ist es zu spät, die Mauer wird gerade hochgezogen, kein Weg führt mehr über die Sektorengrenze.
Zurück in Leipzig fällt es schwer wieder im sozialistischen Alltag anzukommen. Auch Sohn Marcus tut sich schwer mit der Staatsideologie, wie seine gesamte Familie. Von dieser zu einem kritisch denkenden Menschen erzogen, kommt es immer wieder zu Reibereien mit der Staatsmacht. Aber irgendwie gelingt es Marcus sich zu arrangieren und die Schwächen des Systems zu erkennen und zu nutzen. Doch irgendwann hält auch er es nicht mehr in der DDR aus und so planen er und seine Frau die Flucht. Doch die ist leichter geplant als getan, allerdings kommt die Geschichte der Familie am Ende zu Hilfe.
Matthias Lisse erzählt mit diesem Buch seine eigene Geschichte in Romanform. Das ist ihm gut gelungen und man glaubt ihm jedes Wort, man hat beim Lesen das Gefühl mit ihm zusammen zu sitzen und ihm zu lauschen. Viele Dinge, die er hier wiedergibt sind bekannt. Die Schikane, wenn man nicht in der Partei ist, die Bespitzelung, die Schinderei in der NVA und vieles mehr. Da ich als Wessi groß geworden bin, kenne ich solche Dinge nur aus den Erzählungen anderer und aus Dokumentationen, von denen es ja zuhauf gibt. Ich denke manch ostdeutscher Leser wird in diesem Buch auch einiges wieder finden, was ihm selbst widerfahren ist.
Das Buch ist eine Erinnerung an Zeiten, die sich niemand zurückwünscht. Es zeigt recht deutlich was mit der DDR alles untergegangen ist und dass das auch gut so ist. Viele, die heute sagen „War doch nicht alles schlecht in der DDR“ sollten sich dieses Buch noch einmal zu Gemüte führen. Vielleicht erkennen sie dann, dass vieles eben doch schlecht war und was wir in den knapp dreißig Jahren nach der Wiedervereinigung alles erreicht haben.
Von mir eine absolute Leseempfehlung und die Hoffnung, dass dieses Buch noch viele Leser findet!