Eine britische Herzogin, die Stunden nach der Geburt gestylt mit Ihrem Baby posiert. Ein Supermodel, das während der Arbeit stillt – der Feminismus hat durch eigens für die Sozialen Medien entwickelte Bildformen eine neue Dynamik erfahren. Erstmals geht es nicht nur darum, traditionelle Rollenmuster kritisch zu analysieren, sondern bestehende Schönheitsnormen und Körperideale zu verändern.
Rosafarbene Slips, babyblau gefärbtes Achselhaar, Schmollmünder auf Selfies: Was sich nach Männerphantasien anhört, ist bei Netzkünstlerinnen feministisches Statement. Sie betreten damit den Kampfplatz um das »richtige« Bild der Frau, das in den Sozialen Medien nicht nur metaphorisch zur Debatte steht. Handelt eine Frau emanzipatorisch, wenn sie sich beim Stillen zeigt – oder reduziert sie damit sich selbst und andere Frauen auf die Mutterrolle? Bestätigt ein »Girl Power«-T-Shirt die Rolle des naiven kleinen Mädchens – oder stellt es sie infrage?
Die Medienwissenschaftlerin Annekathrin Kohout hat eine ebenso kurze wie prägnante Kultur- und Diskursgeschichte der weiblichen Bildpolitik verfasst, die von den Emanzipationsbewegungen im frühen 20. Jahrhundert bis zum netzfeministischen Bilderstreit der Gegenwart alle wesentlichen Phänomene weiblicher Bildpolitik in den Blick nimmt.
Definitiv interessant (vor allem die Auseinandersetzung mit jetzigen Happenings innerhalb unserer digitalen Gesellschaft im Rahmen der "Digitale Bildkulturen"-Reihe empfinde ich als Grund-Idee/Aufgabe, die relevant und wichtig ist), aber die Art und Weise, wie bestimmte Sätze formuliert waren, hat mir manchmal nicht hundertprozentig zugesagt.
Grundsätzlich aber ein guter Ansatzpunkt, um sich mit bestimmten aktuellen Diskursen und Fragestellen bekanntzumachen. Sozusagen ein Mix aus kurzgefasstem (Netz-) feministischen Zeitstrahl, der Themen wie gesellschaftliche Ideale, in den Sozialen Medien initiierte Bewegungen, entstehende Problematiken und Unklarheiten, den "männlichen" und "weiblichen Blick" und den Wunsch nach Repräsentation beinhaltet.
I would say 2.5 stars It had interesting aspects, but since it's just a mini guide through feminism in social media, i can't give it more stars. Also some rithoric is pretty harsh and one-sided. It is a part of history but still annoying...............................
an sich fand ich das essay total interessant und ich erkenne die behandelten darstellungsweisen immer wieder auf social media. mir hat sich nur die frage gestellt für wen genau das essay ist - für personen, die sich eher oberflächlich mit feminismus auseinandersetzen oder für personen, die tief in der materie der feministischen theorie drin sind
Leider war mir die Herangehensweise nicht differenziert genug. Für einen feministischen Text hatte ich das Gefühl, dass die Autorin sich wenig mit sensibler bzw politisch korrekter Sprache auseinandergesetzt hat. Sie kritisiert die Tabuisierung weiblicher* Körperteile aber führt unhinterfragt die gleiche Sprache fort, die sie ein paar Seiten vorher 'kritisiert' hat. Besonders schade fand ich, dass kapitalistische Kampagnen von Firmen als feministischer Kampf gelobt wurden. Als würde ein mit "Bonjour Simone" bedrucktes Shirt den Feminismus voranbringen. Ich glaube nicht, dass die Dekonstruktion von z.B. Fatphobia die alleinige Errungenschaft von Bildstrategien in Werbekampagnen ist. Ja, vielleicht haben sie dazu beigetragen, aber die Argumentation hier fokussiert sich so, so stark darauf, dass Marken weibliche Bildmacht ermöglicht hätten. Zwei Sterne weil es wichtige Themen anschneidet, aber die Auseinandersetzung damit finde ich kritisch
Annekathrin Kohout gilt als eine wichtige Stimme in der Auseinandersetzung mit Digital- und Popkultur in Deutschland. Ihre Arbeit verbindet wissenschaftliche Analyse mit populären Themen wie Meme-Kultur, Nerd-Identitäten, Feminismus im Netz und digitales Bildhandeln – wodurch sie sowohl in der akademischen als auch in der öffentlichen Debatte Resonanz findet.
„Netzfeminismus“ ist ein mit 80 Seiten kompakter, gut lesbarer und nicht mehr ganz so aktueller Band, der die Veränderungen feministischer Bild- und Netzpraktiken im digitalen Zeitalter sehr anschaulich darstellt. Er zeigt auf wie sich Feminismus im digitalen Raum verändert und zwr sowohl visuell, performativ als auch ästhetisch. Zudem schafft das Büchlein konkrete Alltags- und Netz-Phänomene mit historischen Strömungen feministischer Bildpolitik zu verknüpfen und zwar nicht nur „was passiert heute“, sondern „woher kommen die Bilder und Diskurse“. Kohout referiert über Instagram, Netzkunst, Selfies und liegt ein besonderes Augenmerk auf die Spirale, die manche Hashtags auslösen. Auf jeden Trend folgt ein Gegentrend. Obwohl das Buch schon 2019 erschien und sich viele, der dort genannten Beispiele weiter entwickelt haben, neue Skandälchen hinzugekommen sind und wir uns im gegenseitigen Überbieten von Empörung und dem Monopol im Recht haben hervor tun, hat es immer noch eine gewisse Gegenwärtigkeit. Einzig und allein könnte man die einzelnen Kapitel mit mehr Beispielen füllen. Hauptthesen sind dabei die Weltpolitik, weiblicher Subjekte, die Deutungshoheit von eigen und Fremddarstellung, die Polarisierung, die bei weiblicher Darstellung entsteht, aber auch Ambivalenz und Kritik.
Kohout macht durch den einfachen und einprägsamen Stil ihre Argumentation gut greifbar. Die Bezüge zu damals aktuellen Themen sind noch präsent und parallel dazu sind mir viele aktuelle Beispiele eingefallen, die auch gut gepasst hätten. Bei der Kürze des Buches ist eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Thema kaum möglich. Dafür wäre dann ihr neuerer Text „Hyperreaktiv“ zu empfehlen, der ebenfalls im Wagenbach Verlag erschienen ist.
Solltet ihr euch also für die Darstellung von Feminismus im Netz interessieren und euch mit diesem komplexen Thema gerne auch mal wissenschaftlicher auseinandersetzen wollen dann kann ich euch zum Einstieg dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.
an sich ein interessanter einblick (wenn auch ein sehr kurzer) in den feminismus in den sozialen medien und die debatten und dynamiken die sich dort abspielen.
leider hat mich die sprache der autorin teilweise etwas irritiert. dafür, dass sie ein feministisches buch schreibt hat sie teilweise fragwürdige begriffe verwendet.
einige stellen bzw. positionen haben für mich auch nicht wirklich sinn ergeben, oder wurden zu wenig herausgearbeitet.
il libro ha buoni spunti per quel che riguarda l'attivita' femminista in rete, con particolare riferimento all'arte. La scelta delle tematiche e' varia ed interessante, ma sfortunatamente non viene approfondita ed integrata dalla conoscenza delle filosofie e della storia femminista. L'autrice e' dopotutto figlia degli anni 90 e non riesce a cogliere in pieno che le nuove tecnologie possono essere considerate uno strumento del neoliberalismo, il cui interesse e' lungi dall'essere quello femminista, che puo' mostrare pertanto la sua doppia faccia in molti ambiti.
Cosi, l'esempio di Gisele Bundchen che allatta mentre lavora, viene identificato con l'immagine della donna di successo che riesce a conciliare perfettamente la necessita' di portare avanti il suo "business" (che in fin dei conti e' di fatto la quintessenza del "male gaze" analizzato qualche pagina dopo) e la possibilita' di essere madre. Quello che qui non viene percepito e' che la Bundchen fa parte di un'elite, che non rappresenta affatto la donna media, ne' si avvicina alla vita dell'uomo medio. Per quanto venga poco piu' tardi formulato che "una supermodella, che riceve sufficiente supporto al lavoro e che puo' permettersi aiuto nella gestione del bambino, veicola un'immagine irrealistica della madre lavoratrice", l'autrice passa subito all'analisi delle reazioni delle altre donne che "si sentono discriminate" dalla foto pubblicata su Instagram (aggettivo utilizzato dai giornali per lo piu') in quanto "impossibilitate ad allattare per motivi di scelta o di salute". La conclusione a cui giunge poco piu' avanti e' che il discorso femminista si avvale ora piu' delle immagini che di testi o di manifesti, il che non trova necessariamente un fondamento nella realta', ne' viene adeguatamente criticato.
L'autrice insiste sul carattere positivo dei Social Media e della loro divulgazione anche poco piu' avanti, nell'ambito dell'hashtag empowerment, tralasciando un'analisi piu' approfondita del fenomeno. Si mescola quindi il grosso pubblico, la possibile partecipazione e l'essenza dell'artista con la qualita' del fenomeno stesso. Parlare di un fenomeno o attirare l'attenzione del gran pubblico non significa pero' ne' ottenere dei risultati (positivi), ne' garantirne la qualita'.
La miopia dell'analisi si manifesta in molti altri punti: nella tematizzazione del corpo femminile, dove la strumentalizzazione e' positiva, se la donna ne e' l'artefice - nell'ambito dell'uso del trucco e parrucco - dove viene citata la sociologa Kuchler, la cui analisi rispetto al disfarsi dell'eccessivo tempo dedicato all'esteriorita' ha un suo senso, che pero' in termini assoluti, ignora il potere del possible dominio del "male gaze". Bridget Jones diventa "una donna intelligente, giovane ed ironica, che vive la sua sessualita' in modo libero, con una vita lavorative, che nonostante il femminismo, ricerca l'amore romantico, il matrimonio ed i figli". Il femminismo non ha mai escluso che una donna desiderasse sposarsi, amare e proliferare. Quello che nell'ambito di Bridget Jones viene discusso invece non sono i suoi desideri in quanto donna, ma l'importanza che viene data alla figura maschile, senza la quale l'unica cosa che rimane e' la disperazione. Dopotutto Bridget Jones non e' altro che la rivisitazione di Orgoglio e Pregiudizio di Jane Austen. La Austen, figlia del suo tempo, ha infatti cercato di sottolineare l'importanza del raziocinio e della scolarizzazione delle donne in un momento in cui alla donna non era permesso di accedere all'istruzione in quanto "inutile" per il ruolo che doveva offrire. In Bridget Jones tutto questo perde valore, proprio perche' il raziocino cede all'impulsivita' e alla disperazione.
Come indicato, il libro e' valido come spunto per le varie tematiche da affrontare, ma se si e' alla ricerca di un'analisi specifica e articolata, questo non e' il libro adatto.