Über das Erinnern, das Vergessen und die Sorge davor, aus Fehlern der Geschichte nicht gelernt zu haben.
Sie hatte ihr Leben dem Lesen und Schreiben gewidmet. Doch plötzlich zerbricht alles um sie herum, eine Diktatur breitet sich aus, das Schreiben wird unmöglich. Ihre einzige Ausdrucksmöglichkeit findet die Erzählerin in einem rätselhaft bleibenden »Soundblog«. Mysteriöse, beängstigende und philosophische Gedanken beschäftigen sie: Die neue Macht zerstört nach und nach auf heimtückische Weise jede Erinnerung und versucht, alle Spuren der Geschichte zu löschen. Wann und wie hat dieser Umbruch stattgefunden? Gab es Warnsignale? Ist sie selbst schuld daran, dass die Dinge geschehen? Wollte sie sich nicht aus der Vergangenheit befreien? Cécile Wajsbrot beschreibt in ihrem sprachmächtigen Roman auf beeindruckende und erschreckende Weise die Angst vor einer Wiederholung der Geschichte. In einer innovativen ästhetischen Form beschäftigt sie sich mit der deutsch-französischen Erinnerungskultur.
Ein Appell an den Wert von Erinnerungen und eine eindrückliche Vision dessen, wohin das konsequente Weiterdenken und -leben von Oberflächlichkeit führen kann. In einer interessanten, allerdings bald leicht repetitiv wirkenden Erzählform. Trotzdem auf jeden Fall lesenswert, allein schon für die Momente in denen man sich wiedererkennt und eine neue Dimension des eigenen Handelns zu entdecken beginnt.
je n'ai pas du tout réussi à rentrer dans la narration... pourtant certains passages sont beaux mais ils restent froids, calculés, méthodiques comme s'ils avaient rompus avec le réel qui est centre du récit.