Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie ...
Das schöne Hamburg im Jahr 1912 ist die Heimat unserer Protagonistin Mina Deharde, einer Kaufmannstochter die gerade an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Immer schon interessiert sie sich für die Arbeit ihres Vaters im Kaffeekontor und eifert ihm stark nach. Einen Ehemann zu finden steht bei ihr nicht an oberster Stelle, sondern eher das Hinarbeiten auf ein selbständiges Leben, das ihr eventuell ein Studium ermöglichen würde. Mit "Kaffee im Blut" und mathematisches Geschick kann sie im Kontor allen gut zur Hand gehen. Jedoch sind die Aussichten auf die Übernahme des Kaffeekontors zu dieser Zeit gleich Null, denn Frauen werden nicht an der Kaffeebörse geduldet. Die junge Mina lässt sich jedoch nicht unterkriegen, als ihr Vater aufgrund von Krankheit kaum mehr seiner Arbeit nachkommen kann.
Die Geschichte liefert ein Historiendrama, das die Zeiten Anfang des 20. Jahrhunderts sehr gut widerspiegelt. Mina ist engagiert und nicht auf den Kopf gefallen, trotzdem lässt sie die Gesellschaft nicht in die Fußstapfen des Vaters treten. In den höheren Kreisen wird von ihr erwartet, dass sie die Rolle der vornehmen Hausdame einnimmt, was ihr sehr widerstrebt. In der Familie Deharde gibt es jedoch keinen Sohn, der den Kontor übernehmen konnte.
Minas Geschichte wird sehr facettenreich erzählt, die Autorin verfällt jedoch nicht in emotionales "Gesülze", was vielleicht der eine oder andere bei diesem Genre befürchten würde. Ich wurde sehr positiv überrascht, dass ich richtig mit Mina mitfieberte und ihre Sorgen mit ihr teilte. Die gesellschaftlichen Forderungen können nicht einfach vom Tisch gewischt werden. Zudem kommt auch noch die erste Liebe ins Spiel. Auch hier lässt sich die Autorin nicht zu Handlungen hinreißen, die in 1912 undenkbar waren, sondern bleibt den historischen Gegebenheiten treu.
Insgesamt ist mir die Familie Deharde sehr ans Herz gewachsen und die aufgeführten Charaktere wurden vielschichtig beleuchtet. Man trifft nicht auf plumpe Gestalten, sondern sieht in jedem die einzelne Individualität.
Die Seiten flogen beim Lesen nur so dahin. Man kann die Geschichte sehr schnell in einem weglesen, da man unbedingt wissen möchte, was nun mit den Figuren passiert und wie jeder einzelne reagieren wird. Auch vom Erzählstil ist die Geschichte einfach gehalten, jedoch nicht im negativen Sinne, sondern eher "gerade heraus". Einige Hamburger Ausdrücke waren eine nette Abwechslung, die die örtliche Platzierung der Geschichte noch authentischer werden ließ.
Ein paar Kleinigkeiten sind mir etwas negativ aufgefallen, jedoch gehe ich davon aus, dass die Autorin diese zum Spannungsaufbau und auch für den gewissen Reiz an den Folgebänden fast schon einbauen musste. Trotzdem empfand ich es als sehr schade, dass etwa das letzte Drittel schon sehr auf Mina bezogen war und einige Nebenfiguren kaum mehr erwähnt werden.
Ich hatte anfangs wirklich nicht geglaubt, dass ich so ein großes Interesse an den Folgebänden haben werde, jedoch ist dies nun definitiv der Fall! Ich bin unendlich gespannt, wie es mit Mina weitergehen wird und was sich innerhalb der Familie noch alles entwickeln wird. Der Auftakt ist der Autorin meiner Meinung nach sehr gelungen, so dass ich die Geschichte empfehlen möchte.
Hamburg im Jahre 1912, Mina würde gerne das Kaffeekontor ihres Vaters weiterführen, aber für Frauen in der Zeit ist dies quasi unmöglich. Aber auch ihr Freund Edo möchte eine Zukunft mit ihr und mit ihr nach Amerika auswandern. Mina muss sich entscheiden.
"Der Duft der weiten Welt" ist ein sehr unterhaltsamer historischer Roman, der mich mit seinem Setting rund um die Kaffeekontore in der Hamburger Speicherstadt gut unterhalten konnte.
Mina war eine sehr interessante und sympathische Frau und ich habe ihre Geschichte sehr gerne verfolgt und ich bin auch weiter neugierig wie es mit ihr weitergeht. Sympathisch fand ich auch, dass ihr Vater alles tut, um sie möglichst im Kontor arbeiten zu lassen und sie in das Geschäftsleben zu integrieren.
Die Liebesgeschichte war noch ein wenig blass und insgesamt hatte man das Gefühl, dass im ersten Teil der Speicherstadt-Saga nun erstmal alles vorgestellt wird und die Situationen geschaffen werden. Ich hoffe, dass im nächsten Teil noch ein wenig mehr Spannung und Dramatik in die Geschichte kommt, dies hat mir hier nämlich an mancher Stelle gefehlt.
Der Schreibstil von Fenja Lüders ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen.
Dieser historische Roman hat mir wirklich gut gefallen. Die Figuren sind gut ausgearbeitet und haben ihre Ecken und Kanten. Selbst Charaktere, die zu Beginn gewisse Klischees zu erfüllen scheinen, wie Minas Großmutter und Schwester, werden im Verlauf des Romans dreidimensionaler.
Besonders gut hat mir hier gefallen, dass der Roman zwar Minas Beschränkungen durch ihr Geschlecht zum Thema hat, aber dabei auch deutlich macht, dass auch Männer Beschränkungen unterliegen, die im wesentlichen dadurch definiert werden, in welche Schicht sie hineingeboren werden. Dadurch ergibt sich ein runderes Bild der gesellschaftlichen Situation.
Im Gegensatz zu anderen Reihen ist dieser Roman in sich relativ abgeschlossen und kommt ohne Cliffhanger aus. Gerade deshalb freue ich mich schon auf die nächsten Bände der Reihe.
Titel: Der Duft der weiten Welt Autorin: Fenja Lüders Seitenanzahl: 320 Seiten Verlag: Bastei Lübbe Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2019
Klappentext:
Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie …
Auftakt der großen Familiensaga vor der farbenprächtigen Kulisse der Hamburger Speicherstadt
Das Cover, Schreibweise:
Das Cover ist ein absoluter Eyecatcher. Ich liebe die Aufmachung, die dem historischen Thema sehr gerecht wird. Die Schreibweise dagegen war etwas, was mir über das ganze Buch hinweg leider nicht besonders gut gefallen. So war alles zwar gut verständlich, jedoch fehlte mir die Ausformulierung der einzelnen Situationen.
Der Inhalt:
Es ist 1912, eine Zeit des Umbruchs und der Entscheidungen bricht für Mina, die Tochter eines Kaffeehändlers an. Nichts mehr wünscht sie sich, als ihre eignen Entscheidungen treffen und sich zu verwirklichen. Sie würde gerne Ärztin werden und studieren, doch ist dies da, was sie wirklich möchte oder schlägt ihr Herz für einen anderen Beruf? Als ihr Vater und ihre Großmutter ihr dann jedoch einen Strich durch die Rechnung machen, muss sie lernen was sie wirklich möchte. Wir begleiten Mina in ihrer Entwicklung von einem Mädchen mit vielen Wünschen und Träumen, zu einer Frau, die sich mit realen Bedingungen ihrer Zeit auseinandersetzen muss. Ich muss sagen, dass mich das Buch in dieser Entscheidungsfindung doch beeindruckt hat. Ich fand es spannend Mina zu begleiten, da sie mich gegen das Ende hinweg immer öfter überrascht hatte. Jedoch hat mir die Tiefe der Protagonistin gefehlt, die mir erst zum Ende hin vermittelt wurde. Die aufkeimende Liebesgeschichte in dem Buch hat mich wenig überzeugt. Ich fand sie eher flach und der männliche Part hat mich auf Dauer etwas genervt und schien fast schon unsympathisch. Auch waren die Begegnungen zwischen den Charakteren so kurz, dass romantische Szenen die Tiefe fehlte.
Fazit:
Insgesamt fand ich den grundlegenden Ton in diesem Buch sehr ansprechend und schön lesbar. Auch die Problematik rund um Frauenrechte und Emanzipation sind schön eingeleitet. Natürlich muss dazu auch angemerkt werden, dass sich noch zwei weitere Bücher in die Speicherstadt-Saga einreihen werden. Dennoch gab es zu viele Punkte in der Story, die mich gestört haben, weshalb ich dem Buch insgesamt nur 2 Sterne geben kann.
„Zwischen Lüge und Wahrheit ist ein weites Feld, auf dem lauter gute Absichten wachsen.“
Der Duft der weiten Welt ist der Auftakt der Speicherstadt-Saga von Fenja Lüders aus dem Lübbe-Verlag.
🅄🄼 🅆🄰🅂 🄶🄴🄷🅃 🄴🅂 Der Duft der weiten Welt spielt 1912 in Hamburg. Mina verbringt jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vater und unterstützt ihn, wo sie kann. Zur damaligen Zeit war es einer Frau jedoch nicht möglich, das Geschäft zu übernehmen. Mina’s Vater hat Pläne mit Mina, wobei sie an ihrem Jugendfreund Edo hängt. Bald schon muss sie sich entscheiden zwischen Liebe und Pflicht.
🄼🄴🄸🄽🄴 🄼🄴🄸🄽🅄🄽🄶 Das Cover passt wunderbar in die damalige Zeit und natürlich auch zur Geschichte. Der Schreibstil versetzt den Leser ca. 100 Jahre zurück und stimmt einen perfekt für die Geschichte ein. Alle Protagonisten wirkten sehr authentisch und ihre Ansichten passten zur Zeit. Natürlich gab es Protagonisten, die man mochte und auch andere, die eher die Rolle der Antagonist eingenommen haben. Es war sehr interessant die Entwicklung von Mina zu verfolgen. Ich persönlich mag total gerne historische Romane, in denen die Rolle der Frau thematisiert wird. Daher bin ich sehr gespannt, wie sich die Geschichte in den nächsten Teilen weiterentwickelt. Als kleinen Kritikpunkte habe ich, dass in wenigen Momente die Charakter etwas widersprüchlich gehandelt haben.
🄵🄰🅉🄸🅃 Der Duft der weiten Welt ist ein super Auftakt der Speicherstadt-Saga. Sowohl der Schreibstil als auch die Charaktere passen in die Zeit. Ich freue mich sehr auf die weiteren Teile.
Bei der Lesejury durfte ich den ersten Band der Kaffeehändler Saga von Fenja Lüders lesen. Hinter dem Namen steckt Marlies Folkens, eine Autorin deren Bücher sich hier bereits im SuB Regal stapeln und ich noch immer keines gelesen habe....shame on me. Das wird sich nun ändern, denn der Auftakt dieser Reihe hat mir sehr gut gefallen.
Mina Deharde hat den "Kaffee im Blut" und verbringt seit ihrer Kindheit viel Zeit im Kontor ihres Vaters in Hamburgs Speicherstadt. Trotzdem ist es ihr nicht möglich in seine Fußstapfen zu treten und den Kaffeekontor eines Tages zu übernehmen. Wir schreiben nämlich das Jahr 1912, eine Zeit, in der Frauen an der Seite ihres Ehemannes oder unter der Obhut des Vaters stehen. Sie sind weder befugt ein Geschäft zu führen, noch die Handelskammer zu betreten. Doch Mina möchte weder heiraten, noch hinter einem Mann zurückstehen, sondern Medizin studieren oder den Kontor ihres Vaters übernehmen. Handarbeiten oder Haushaltsführung interessiert sie nicht die Bohne. Karl Deharde ist zwar ein eher moderner Mann, doch als Geschäftsführerin sieht er seine Tochter nicht und schickt sie auf ein Pensionat für höhere Töchter. Als Minas Vater erkrankt, sieht sie die Chance sich im Kontor noch mehr einzubinden und unersetzlich zu werden. Doch dann spitzen sich die Ereignisse zu und Mina steht vor einer großen Entscheidung...
Fenja Lüders gibt dem Leser einen interessanten Einblick in die Familiengeschichte der Dehardes, dem Kaffeehandel und den Konventionen der damaligen Zeit. Schonungslos zeigt sie auf, auf welche Rolle die Frau zu dieser Zeit reduziert wurde. Minas Wünsche sind uninteressant. Hauptziel ist die Heirat mit einem Geschäftsmann, der den Kontor weiterführen kann. Die damaligen Lebensumstände sind fundiert recherchiert und dargestellt. Als Leserin der heutigen Zeit wurde mir beim Lesen wieder sehr bewusst, wie froh wir über die Errungenschaften der letzten hundert Jahre sein können. Ebenso bekommt man als Leser einen großartigen Einblick in die Welt des Handels und der Kaffeehändler zu dieser Zeit, sowie der Speicherstadt und dem Hafenviertel Hamburgs.
Charaktere: Mina ist eine sehr sympathische Protagonistin, die in den gesellschaftlichen Konventionen dieser Zeit feststeckt und versucht daraus das Beste zu machen. Einige Schicksalsschläge lassen sie schneller erwachsen werden. Mina macht eine große Entwicklung durch und wird vom Backfisch zu einer jungen Frau mit hohem Verantwortungsbewusstsein. Ihr Vater spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Er nennt sie liebevoll "sein Wunschmädchen". Minas jüngere Schwester Agnes ist im ersten Teil der Trilogie noch nicht sehr präsent. Sie ist der Liebling der strengen Großmutter, die nach wie vor an den alten Konventionen festhält und Anstand und Tugend predigt. Aber auch die Nebenfiguren, wie Fräulein Brinkmann, die Hauslehrerin der beiden Mädchen oder Irma von Gusnar, Minas quirlige beste Freundin im Pensionat, sind wunderbar lebendig dargestellt. Von Irma hätte ich gerne noch mehr gelesen und hoffe sie im zweiten Teil wiederzutreffen. Eine größere Rolle spielt hingegen Edo Blumenthal, der Minas Vater im Kontor zu Hand geht. Mit ihm verbindet Mina eine enge Freundschaft aus der Liebe wird. Edo sieht seine Zukunft jedoch in Amerika und möchte mit Mina auswandern. Sein Ziehbruder Heiko, ein einfacher Arbeiter, sieht die Kluft zwischen Arm und Reich. Er unterstützt die Gedanken der Sozialdemokraten, die für mehr Gleichheit und Gerechtigkeit eintreten. Mit Leutnant Frederik Lohmayer kommt ein weiterer spannender Charakter hinzu, der ebenfalls bei Karl Deharde in die Welt des Kaffees eingeführt wird. Der zweite Sohn eines Kaffeeplantagenbesitzers aus Guatemala erhofft sich Chancen bei Mina und ihrem Vater.
Schreibstil: Fenja Lüders hat einen wunderbaren flüssigen Schreibstil, der mich von Anfang an gefesselt hat Man fliegt durch die Seiten. Auch wenn einige Handlungen leicht vorherhsehbar sind, gibt es immer wieder unerwartete Wendungen, die mich überraschten. Der Roman wird aus der Sicht von Mina in der 3. Person erzählt. Die bildhaften Beschreibungen der Hamburger Speicherstadt, die ich selbst erst letztes Jahr mit eigenen Augen sehen durfte, sind absolut gelungen.
Fazit: Der Start einer mitreißenden Familiensaga, die in der Hamburger Speicherstadt spielt und mich bereits mit Band 1 überzeugen konnte. Die stimmige Handlung, tolle Recherche und facettenreiche Charaktere, die sich alle weiterentwickeln, runden die Geschichte ab. Ich freue mich schon auf den Folgeband, auf den wir leider bis Juni 2020 warten müssen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
Sehr schönes Buch. Tolle Atmosphäre und authentisch der Zeit entsprechend. Der Schreibstil war sehr locker, leicht und man flog nur so durch die Seiten.
Hamburg, 1912: Minas Vater leitet ein Kaffeekontor in der Hamburger Speicherstadt und Mina liegt der Kaffeehandel genauso im Blut. Jede freie Minute würde sie am liebsten dort verbringen und mithelfen. Und das sie so gern im Kaffeekontor ist hat auch mit ihrem Jugendfreund Edo zu tun. Sie kennen sich seit Kindertagen und langsam ist das zwischen ihnen nicht nur Freundschaft. Doch Edo möchte nach New York auswandern und Mina kann als Frau nicht das Geschäft ihres Vaters übernehmen. Er hat ganz andere Pläne mit ihr und Mina muss sich entscheiden was ihr wichtiger ist: Ihre eigene Freiheit oder ihre Pflicht...
Mina ist eine tolle Hauptprotagonistin, die ihrer Zeit weit voraus ist und es gar nicht verstehen kann, warum sie als Frau nicht auch eine Ausbildung machen und später einen Beruf ausüben sollte. Sie bekommt ziemlich Gegenwind und hält doch an ihren Träumen fest. Das hat mir sehr gut gefallen. Mina ist eine Figur, die man sofort lieb gewinnt und deren Gedanken und Gefühle man nachvollziehen kann. Ihr Familiensinn und ihre Kampfbereitschaft machen sie so liebenswert und ich musste mich nach Beenden des Buches gleich informieren ob es auch wirklich noch einen weiteren Teil gibt. :)
Die Einblicke in den Kaffeehandel und Beschreibungen der Speicherstadt Hamburgs zur damaligen Zeit haben für mich die Geschichte umso interessanter und lebendiger gemacht. Und neben Mina gibt es noch viele weitere interessante Figuren, die diese Geschichte bereichern.
Ich habe Mina und das Kaffeekontor ihres Vaters so lieb gewonnen, dass ich schon sehr gespannt auf den zweiten Band bin.
Mir war anfangs nicht klar, dass es sich hierbei um eine Serie handelt und die weiteren Teile erst noch erscheinen. Aber es fühlt sich beim Lesen dann doch sehr wie ein Auftakt an. Wir lernen die Protagonistin Mina kennen, die für eine Frau ihrer Zeit (1912) sehr modern daherkommt - was aber ausreichend erklärt wird. Ich fand sie sympathisch und habe mit ihr mitgefiebert. Das Hamburg-Flair des Romans mit Speicherstadt, Dialekt und Kaffeekontor ist natürlich ein großes Plus und wird wirklich schön umgesetzt.
Der Duft der weiten Welt ist ein packendes Historiendrama, das im Hamburg des Jahres 1912 spielt und die Geschichte von Mina Deharde erzählt, einer jungen Frau, die im Kaffeekontor ihres Vaters groß wird. Mit ihrem Traum von Selbstständigkeit und einem Leben jenseits der traditionellen Rollenerwartungen kämpft Mina gegen die gesellschaftlichen Normen ihrer Zeit. Der Autorin gelingt es authentisch, die Zeitumstände einzufangen.
Mina ist eine sympathische Protagonistin, die sowohl liebenswert als auch realistisch ist. Ihre Gedanken und Herausforderungen sind nachvollziehbar, und ich habe richtig mit ihr mitgefiebert. Die Nebencharaktere sind facettenreich und bringen zusätzliche Tiefe in die Geschichte.
Der Schreibstil ist klar und direkt, was das Lesen angenehm und flüssig macht. Ich wurde beim Lesen nach Hamburg katapultiert und mich hat die Geschichte mehr gefesselt, als ich erwartet hätte.
Die Autorin einen starken Auftakt hingelegt, der mein Interesse an den Folgebänden geweckt hat. Ich kann Der Duft der weiten Welt nur empfehlen, es ist ein gelungener Start in eine vielversprechende Reihe!
Rezension zu: „Der Duft der weiten Welt“ von Fenja Lüders
Klappentext: Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie ... Auftakt der großen Familiensaga vor der farbenprächtigen Kulisse der Hamburger Speicherstadt
Meine Meinung: Ich bin eher durch einen Zufall auf dieses Buch gekommen. Das Cover ist total schön gestaltet und zeigt direkt, in welcher Stadt sich die Geschichte abspielen wird. An sich wäre es eigentlich kein Buch, welches von mir viel Beachtung bekommen hätte, doch da es dann nun mal da war, habe ich es gelesen und war einfach nur begeistert. Doch zunächst zurück zum Cover. Ich mochte die cremigen Farben und die Hommage an die 20er, welche es enthält. Es zeigt in einer subtilen Art und Weise, worauf man sich einstellen kann, wenn man dieses Buch liest. Der Schreibstil von Fenja Lüders konnte mich voll und ganz überzeugen. Da ich die Autorin vorher nicht kannte, hatte ich zunächst keine großen Erwartungen und habe alles auf mich zukommen lassen. Sie hat mich schon mit den ersten Seiten in ihren Bann gezogen, sodass ich mich irgendwann gefühlt habe wie im Hamburg der 20er-Jahre. Über das gesamte Buch hat ihr Schreibstil einen roten Faden gehabt und die Charaktere zum Leben erweckt. Die Handlung konnte mich auch in seinen Bann ziehen. Es war die gesamte Zeit über sehr abwechslungsreich und niemals vorherzusehen. Von meiner anfänglichen Skepsis war schon nach der Hälfte des Buches nichts mehr über, da ich komplett in dieser Geschichte drin war und unbedingt wissen wollte, wie es nun mit Mina weitergeht. Das Setting der Speicherstadt passte perfekt zu der erzählten Geschichte. Es ist die perfekte Mischung von Liebesroman, historischem Setting und Firmengeschichte. Alles hing irgendwie miteinander zusammen, hat das andere beeinflusst und war wichtig für weitere Geschehnisse. Am Ende saß ich da und konnte nicht fassen, dass ich fast ein ganzes Jahr auf Band 2 warten muss. Auch die Charaktere sind mir über die Zeit sehr sympathisch geworden. Mina ist eine starke junge Frau, die in doch sehr konservativen Zeiten schon sehr moderne Auffassungen hat. Unterstützt wird sie dabei durch ihren Vater, der sie trotz diesen Ansichten immer unterstützt und mit ins Kontor nimmt. Besonders zum Ende hin wurde meine Meinung zu ihm allerdings gespalten, denn einige Entscheidungen seinerseits konnte ich nicht wirklich verstehen. Agnes und Irma bilden das perfekte Umfeld für die liebenswürdige Mina. Beide sind teilweise zwar das komplette Gegenteil von ihr, helfen ihr aber über eine schwere Zeit hinwegzukommen. Auch Heiko und Edo sind mir ans Herz gewachsen. Zwar ist ihre Freundschaft nicht ganz so erwünscht, wir zum Beispiel die Verbindung zwischen Irma und Mina, aber trotzdem sind die beiden der perfekte Ausgleich zu Minas Großmutter. Schade, das sich die Dinge so entwickelt mussten, wie sie es getan haben. Frederick ist für mich eine Art rotes Tuch. Bisher kann ich ihn nicht so richtig einordnen und so wirklich sympathisch erscheint er mir auch nicht. Im Gegensatz zu ihm, finde ich die Angestellten supersympathisch und vor allem Fräulein Brinkmann erweckt das Gefühl einer Mutter. Ich kann gut verstehen, das sowohl Mina als auch Agnes ein gutes Verhältnis zu ihr haben. Insgesamt hätte ich nie gedacht, dass mich dieses Buch so begeistern würde und ich sehnsüchtig auf den zweiten Teil warten würde. Fenja Lüders hat mich eindeutig mit dieser Geschichte abgeholt und ich hoffe, dass der zweite Teil genauso gut wird wie der erste. Es war ziemlich schwer, diese Rezension zu schreiben, ohne Inhalte zu spoilern, da es teilweise rasante Änderungen im Plot gibt, die man einfach beschreiben müsste. Ich wünsche allen, die dieses Buch noch lesen dürfen, viel Spaß mit Mina auf ihrem Weg durchs Leben. Alles in allem kann ich nicht anders als 5 von 5 Sternen zu geben, wenn ich könnte, würde ich mehr geben. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der Romane mag und mal eine etwas andere Geschichte lesen möchte.
Cover: 5 von 5 Sternen Schreibstil: 5 von 5 Sternen Handlung: 5 von 5 Sternen Emotionen: 5 von 5 Sternen Charaktere: 5 von 5 Sternen
Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie ... (Klappentext)
Die junge Mina ist Ihrer Zeit schon weit voraus, Sie will Ihr Leben selbst bestimmen. Mina möchte mehr als nur das schöne Beiwerk Ihres Mannes sein. Ihr größter Wunsch wäre es zur Uni zu gehen, dabei schickt ihr Vater zur Mädchenschule, wo Sie alle Privilegien als Frau kennenlernen soll. Gerade als Sie sich auf alles vorbereitet wird ihr Vater schwer krank und kann den Kaffeehandel nicht mehr fortsetzen. Mina springt ein und übernimmt die Geschäfte Ihres Vaters, dabei vergisst Sie sich und auch Ihre Liebe. Sie muss sich entscheiden was Sie nun für die Familie tun möchte. Mir gefiel die Geschichte wirklich gut, da es um eine junge Frau geht die mehr aus sich machen möchte als nur Tochter zu sein. Ich mochte es, da Mina stark ist und sich überall durchbeißt. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.
Seit sie ein Kind ist verbringt Mina viel Zeit im väterlichen Kaffeekontor und das richtige Gespür für Kaffee liegt ihr quasi in den Genen. Damit wäre sie die perfekte Nachfolgerin für ihren Vater, wenn sie nicht als Frau auf die Welt gekommen wäre. Gleichzeitig versucht Edo, ihre große Jugendliebe, sie zum Auswandern nach Amerika zu überreden. Mina ist hin und hergerissen zwischen Liebe und Verantwortung, aber auch zwischen ihren Pflichten und Träumen. Wie wird sie sich entscheiden?
Mina war mir als Protagonistin von Anfang an sympathisch. Sie ist eine junge Frau, die weiß was sie will und die auch das nötige Durchhaltevermögen besitzt für ihre Träume zu kämpfen. Für mich hätte die Geschichte gerne noch etwas mehr in die Welt des Kaffeehandels eintauchen können, aber vielleicht ist da für die Fortsetzung noch etwas geplant. Dagegen war der Schreibstil flüssig und angenehm zu lesen. Die Handlung hätte an der ein oder anderen Stelle gern noch etwas mehr Spannung haben dürfen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich schon viele ähnliche Geschichten gelesen habe. Auf den ersten Blick konnte ich nicht erkennen, was diese jetzt von den ganzen anderen Geschichten abhebt. Für mich eine angenehme Geschichte, die sich gut lesen lässt, aber eher wenig Neues/Spannendes bietet. Daher gibt es von mir 3,5 Sterne und eine Empfehlung für alle Fans von leichten, historischen Romanen.
Die Geschichte spielt 1912 im Universum der Kaufleute in der Speicherstadt, die Protagonistin ist eine 18-jährige Kaufmannstocher, die sich nicht in die übliche Rolle der Frau drängen lassen will. Es war toll eine starke Protagonistin auf ihrem Weg zu begleiten und dabei gemeinsam mit ihr den Hindernissen entgegenzutreten. Zu sehen wie schwer es Frauen vor gerade mal 100 Jahren hatten, ist wirklich schockierend. Dass Mina nicht alle ihre Ziele erreicht, führt dazu, dass die Story nicht utopisch erscheint. Ich bin sehr gespannt wie es mit Mina in den nächsten Teilen weiter geht! Mir als Hamburg-Fan hat es natürlich besonders gut gefallen, dass immer wieder bekannte Schauplätze in Hamburg auftauchen. Das einzige Manko ist, dass mich der Schreibstil nicht berührt hat. Thematisch fand ich Minas Erlebnisse unfassbar spannend, aber irgendwie hat es mich auf der Gefühlsebene nicht gepackt, was schade ist, denn die Story hätte viel zu bieten gehabt.
Leichte Lektüre um wieder das regelmäßige Lesen nach einer Leseflaute zu trainieren.
Die Geschichte spielt 1912 in Hamburg. Minas Familie handelt mit Kaffee. Als ihr Vater schwer krank wird, muss Mina gegen die frauenfeindliche Arbeitswelt ankämpfen, um die Firma zu retten. Soll sie ihrem Herzen folgen und den Angestellten der Firma Edo heiraten oder entscheidet sie sich zum Wohle der Firma den angemessenen Fredrik Lohmeyer zu heiraten? Eine Reise nach Amerika und die Gesundheit von Minas Vater entscheidet alles.
Mina è una ragazza dalle idee chiare ed è una combattente, purtroppo si deve scontrare con la mentalità chiusa ed una società che vede la donna solo in grado di badare alla casa e i figli. Nonostante tutta la sua buona volontà, Mina dovrà accettare le volontà del padre per salvare l'azienda di famiglia.
Questo romanzo è partito bene, ambientato in Germania con i luoghi ben descritti senza eccedere, così come la descrizione dei personaggi. Tutto bene fino all'arrivo del tenente Lohmeyer, purtroppo da questo punto si intuisce come proseguirà il romanzo.
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Die Grundidee des Buches ist alles andere als neu: Junges Mädchen lehnt sich gegen die gesellschaftlichen Zwänge in der Zeit auf. Diese Karte wird hier auch gespielt. Am Anfang war mir die Story viel zu vorhersehbar. Das hat sich dann im weiteren Verlauf etwas geändert. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Der Erzählstil ist sehr flüssig - manchmal ein bißchen zu "einfach". Aber, das tut dem Leseerlebnis keinen Abbruch. Ich werde auf jeden Fall auch den zweiten Teil lesen.
Es klang super interessant, allerdings war es nicht so gut wie erwartet. Mina als Hauptcharakter war total flach und man erfährt gefühlt nichts über ihre Gefühle und Gedanken. Es verlaufen auch viele Dinge im Sand (z.B. ihre Freundschaft zu Irma). Teilweise ging es mir zu sehr um das Kontor und Minas Wunsch dieses zu übernehmen. Am Ende war es allerdings nochmal interessant und es gab spannende Entwicklungen. Bin dennoch gespannt wie es im zweiten Teil weitergeht.
Ich habe dieses Buch in 2 Tagen verschlungen. Es ist eine sehr leichte Lektüre, die einen jedoch durch den Schreibstil sofort fesselt und viel Sympathie für die Protagonistin empfinden lässt. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht und freue mich darauf, Mina und ihre Familie durch die Jahrzehnte zu begleiten.
Die Charaktere haben viel Tiefgang und man kann sich gut hineinversetzen, allerdings fand ich das Buch nicht ganz so spannend. Trotzdem war es unterhaltsam, ein "Wohlfühlbuch" und ich freue mich auf den zweiten Teil.
Die Hörbuchsprecherin hat eine angenehme Stimme und auf Spotify kann man das Hörbuch in gekürzter Form hören. Besonders die Stimme der Großmutter ist echt gelungen!
I found the book to be a bit slow and one sided at first, but as time went on it got more and more exciting and romantic. The ending was very predictable but also sad. It is very easy to read and a pleasure to read
Ein echt schönes Buch. Das Ende war unerwartet und ich empfehle das Buch wirklich. Aber die letzten zwei Kapitel waren extrem traurig und ich habe viel geweint. Wer das also nicht möchte sollte entweder das Ende meiden, oder das Buch nicht lesen.
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Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie ...
Meine Meinung:
Ich bin super gut in die Geschichte reingekommen. Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut lesen. Schön finde ich, dass die Wortwahl an der Zeit der Geschehnisse angepasst wurde. Das finde ich bei historischen Romane sehr wichtig. Die Geschichte wird aus Minas Sicht in der dritten Person erzählt. Man bekommt einen guten Einblick in ihren Gedanken und Gefühle. Durch Briefe bekommt man auch einen Eindruck von den Gedanken der anderen Charaktere.
Ich habe mich entschieden, mein Glück bei der Leserunde für dieses Buch zu probieren, da ich kurz vorher Effi liest von Anna Moretti gelesen haben, das am Ende des 19. Jahrhunderts spielt. Der Durft der weiten Welt spielt ein bisschen später, in 1912 - 1913. Beide Geschichte handeln von zwei starke Protagonistinnen, die sich ein andere Leben wünschen als das Leben, was die Gesellschaft für Frauen vorsieht. Da hören die Gemeinsamkeiten aber quasi schon auf, denn Der Duft der weiten Welt schlägt dann einen anderen Verlauf an. Der Verlauf hat mir gut gefallen. Vieles war nicht vorhersehbar, was mir gut gefallen hat.
Mina hat mir als Protagonistin gut gefallen. Sie hat von Anfang an einen eigenen Kopf. Deswegen will sie studieren und heiraten steht definitv nicht auf ihre Liste. Im Kaffeehandelgeschäft vom Vater kann sie als Frau nicht einsteigen, trotzdem versucht sie es und entscheidet sich gegen ein Studium. Im Verlauf der Geschichte muss Mina ziemlich reifen. Sie entwickelt sich weiter und am Ende ist sie eine wunderbare junge Frau, die einen hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein zeigt. Sie wird in diesen Buch von einer Jugendliche zu einer erwachsenen Frau, die weiß, dass sie Pflichten zu erfüllen hat.
Edo, als Minas Jugendliebe, ist ein Realist. Er unterstützt Mina zwar, aber bringt sie aber auch auf den Boden der Tatsachen zurück. Er ist ein Stückweit für die Entwicklung von Mina verantwortlich. Ich finde es schade, in welche Richtung sich Edo entwickelt, aber richtig böse sein kann ich ihm nicht.
Auch andere Charaktere haben mir gut gefallen. Der Vater spielt ein sehr wichtig Rolle in Minas Leben. Ich finde die Beziehung zwischen den beiden sehr schön. Minas Schwester wird auch erwachsen und ich hätte gerne mehr über sie gelesen. Selbst Minas Großmutter, die am Anfang so griesgrimmig und steif ist, wird mir mit dem Verlauf der Geschichte sympatischer. Die Charaktere sind alle sehr schön konzeptiert.
Es ist eine wunderbare Geschichte, die deutlich zeigt, dass das Leben Schicksalschläge bereit hält, man aber trotzdem nicht aufhören kann. Man muss das beste aus der Situation machen, denn das Leben geht nunmal weiter. Die Familie Deharde ist mir sehr ans Herz gewachsen. Es ist aber auch eine Geschichte, die mich als Frau unglaublich wütend macht. Wir sollten nie vergessen, dass die Frauenrechte keine Selbstverständlichkeit sind und vor nicht allzu langer Zeit Frauen sehr wenig in der Welt bestimmten konnten.
Es ist hier eine gute Mischung aus Liebe, Erwachsenwerden, einer starken Protagonistin, die ihrer Zeit voraus ist und einiges an Familientragödie. Ich freue mich unglaublich auf den zweiten Teil!
Sehr zum Leidwesen ihrer Großmutter denkt Mina Deharde mehr daran den Kaffeehandel ihres Vaters zu übernehmen, als sich für eine standesgemäße Ausbildung und einen passenden Ehemann zu interessieren. Im Jahr 1912 ist das was Mina möchte eigentlich nicht machbar. Und doch gibt der Vater ihr die Möglichkeit in der Firma zu lernen, allerdings muss auch sie dazu Kompromisse machen.
Fenja Lüders gelingt es das Innenleben der Familie Deharde gut zu beschreiben, auch wenn das Buch ausschließlich aus der Sicht Minas geschrieben ist. Jeder hat dort so seine Eigenheiten, deren Ursachen sich teilweise erst spät offenbaren. Aber genau diese Entwicklung macht die Protagonisten umso glaubwürdiger.
Mir hat es großen Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Natürlich hat Mina für ihre Zeit sehr neumodische Ansichten, sie schafft es aber trotz der Widerstände zu mindestens einen Teil ihrer Lebensträume umzusetzen. Dass dafür anderes auf der Strecke bleibt, muss sie leider schmerzhaft lernen.
Ich war schnell im Lesefluss und wollte doch wissen, wie sich Mina weiterentwickelt. Wobei es schon erstaunlich ist wie schnell sich Mina vom Kind mit wenig Weitsicht zur erwachsenen Frau entwickelt. Aber die äußeren Umstände erklären das ziemlich gut.
Was mir gut gefallen hat war, dass die Geschichte ohne großen Cliffhanger auskommt, obwohl die Folgebände ja schon angekündigt sind. Ich bin der Meinung, dass das nicht unbedingt nötig ist. Ich bin trotz des geschlossenen Endes neugierig, wie sich Mina mit den Jahren weiterentwickeln wird und wie sie es schaffen wird, die Firma durch zwei Weltkriege zu bringen. Da gibt es sicher noch viel Erzählstoff.
Daher freue ich mich schon auf die Nachfolgebände, in denen wir dann erfahren wie es weitergeht mit Kopmann & Deharde.
Die Frau im Jahre 1912 Die Autorin Fenja Lüders führt uns mit ihrem Roman „Der Duft der weiten Welt“ in die Zeit ab 1912 in Hamburg. Es ist der erste Teil von Die Speicherstadt-Saga die Kaffeehändler.. Die Protagonistin Mina Dehade ist die 18jährige Tochter des Kaffeehändlers. Schon als sie ein Kind war, hat er sie mit das Kaffeehandelshaus mitgenommen. Da sie die älteste Tochter ist, ist sie sein Erbe, aber dazu braucht sie einen Mann, der akzeptiert und zu den Kaffeehändlern gehört. Das ist kein leichtes Erbe. Der Roman zeigt wie vor gut 100 Jahren, die Frau noch nicht akzeptiert wurde. Mina gefällt mir, sie ist noch etwas naiv, aber sie hat ein gutes Gespür. Am Ende hätte ich gerne gewusst, wie sich alles weiter entwickelt. Da muss ich auf den nächsten Band warten.