Ylas –eine ehrwürdige Stadt, mitten in der Roten Wüste. Geheimnisumwobene Mauern und tiefe Katakomben bilden das Fundament düsterer Geschichten, die von Oase zu Oase getragen werden.
Der Liebe wegen kehrt Quiro seiner Heimat Zarbahan den Rücken. Das Verlöbnis mit Prinzessin Arazin ist mehr als eine Herzensentscheidung, denn es soll den Frieden zwischen den zwei verfeindeten Wüstenstädten sichern. Doch der Weg in eine gemeinsame Zukunft ist voller Hindernisse: Während Arazin um den Respekt ihrer zerstrittenen Familie kämpft, muss Quiro feststellen, dass in Ylas rauere Gesetze gelten als in Zarbahan. Seine Sandmagie wird verachtet, seine Schlagfertigkeit nur müde belächelt und seine Beziehung zu Arazin droht unter dem Druck zu zerbrechen. Als schließlich uralte Mächte aus den Eingeweiden der Stadt hervorbrechen, und Arazins Leben in Gefahr gerät,muss Quiro beweisen, wozu er fähig ist.
Elea Brandt, 1989 im nebligen Passau geboren, kam als Kind zweier Germanisten schon früh mit phantastischer Literatur in Berührung. Als passionierte Rollenspielerin hat sie große Freude daran, fremde Welten zu entwickeln und ungewöhnlichen Charakteren Leben einzuhauchen. Während sie in ihrem wissenschaftlichen Brotjob über die Behandlung gefährlicher Straftäter schreibt, liegen ihre literarischen Interessen vor allem in den Bereichen Low Fantasy, Thriller und Mystery. Als Mia Neubert hat sie bereits einige Kurzgeschichten in diesen Genres veröffentlicht, „Opfermond“ ist ihr erster Roman.
Nach langer Abstinenz wische ich mal den Staub vom Blog. Oder eher den Sand? Denn ich habe »Sand & Klinge« von Elea Brandt gelesen, den zweiten Band ihrer Legende der Roten Wüste und, so habe ich mir sagen lassen, ihr erster Fortsetzungsband. Ich hatte schon den ersten Band in einer nicht so schönen Zeit gelesen, und da bei mir mal wieder alles nicht so toll ist, war ich sehr happy, als die Autorin mir ein Rezensionsexemplar von Quiros zweitem Abenteuer anbot. Vielen Dank dafür!
»Die Legende der Roten Wüste« aus dem Hause Ohneohren ist eine schöne Low Fantasy Reihe. Wenn es mal nicht das epische Abenteuer zur Rettung der Welt sein soll, sondern ein Wohlfühlroman dann ist diese Reihe genau das Richtige. Und »Wohlfühlroman« beschreibt auch den zweiten Teil wieder sehr treffend. Hier geht es vor allem um Quiros persönliche Entwicklung, welcher zwar aus der Gosse stammt, aber die Prinzessin Arazin heiraten will. Ihre Beziehung erfährt viel Gegendruck von Arazins Familie, was schon hart genug für beide ist. Aber Quiro muss sich zudem in das Hofleben eingewöhnen, was natürlich völlig konträr zu seinem gewohnten Leben auf der Straße steht.
Mir tut Quiro sehr leid in diesem Roman, weil alle auf ihm herumhacken und er es niemandem recht machen kann, ohne sich dabei selbst zu verbiegen.
Aber es stünde nicht die Klinge im Titel, wenn ebenjene nicht auch eine Rolle spielen würde. Die Ylasier sind ein sehr raues Volk und gerade Arazin ist eine Frau, die sich zu wehren weiß - notfalls auch gegen ihre eigene Familie. Auch sie hat es nicht leicht, ihre Beziehung zu Quiro durchzusetzen.
On top gibt es alte Legenden in der Wüste, die besser unter dem Sand hätten begraben bleiben sollen. Mich persönlich können die persönlichen Geschichten der Charaktere immer nicht ganz so sehr fesseln wie der Actionteil der Erzählung. Daher mochte ich persönlich Kashas Handlungsstrang mehr, welche mitten in die Action hinein stolpert. Sie ist die zweite Hauptprotagonistin des Romans, deren Weg sich mehr oder weniger zufällig mit dem Quiros kreuzt. Sie meint von einem Fluch besessen zu sein, der den Menschen um sie herum schadet und setzt alles daran, diesen Fluch wieder loszuwerden. In Ylas hofft sie auf Erlösung, nichts ahnend, dass sie damit viele Menschenleben riskiert.
Selbstverständlich ist der Roman divers. Elea macht Frauen sichtbar, indem es auch Kriegerinnen und Heerführerinnen gibt. Aber auch diverse Beziehungsformen wie Arazins bisexueller Vater fließen wie selbstverständlich ein. Dabei rückt die Autorin nicht die Probleme der Queernes in den Fokus, sondern zeichnet diese als selbstverständlichen Teil ihrer Welt. So soll es sein!
Ich habe lediglich zu bemängeln, dass Quiro und Arazin dauerhorny zu sein scheinen. Ständig denken sie nur an das eine. Mir persönlich war das zu viel, obwohl sie sich nicht jedes Mal auch gleich die Kleider vom Leib reißen.
Sehen wir aber einmal davon ab, ist auch »Sand & Klinge« wieder ein gelungener Wohlfühlroman mit selbstverständlicher Queernes. Ich kann ihn nur empfehlen und wer gern den kalten Winder mit dem Gedanken an den warmen Wüstenwind vertreiben will, der*m sei definitiv zum Roman zu raten!
Ein Extralob spreche ich für die Triggerwarnungen aus. Diese erscheinen sowohl auf der Verlagsseite, als auch im Buch selbst. Im Ebook komme ich super easy mit einem Klick zu ihnen. Löblich! Löblich!
Mögliche Trigger (Quelle: Autorin) - Diskriminierung - Drogenmissbrauch (Beschreibung eines Trips) - Gefangenschaft/Geiselnahme - Gewalt gegen Menschen und Tiere (im Rahmen von Kampfhandlungen) - Mord - Suizid (explizit) - Tod eines Angehörigen
Mit „Sand & Wind“, dem ersten Band der Legende der Roten Wüste, hat Elea Brandt bei mir bereits voll ins Schwarze getroffen. Ich mochte das Setting, die verschiedenen Charaktere mit ihren Eigenheiten und natürlich das, was sich rund um Quiro ereignet hat.
Seine Geschichte knüpft in „Sand & Klinge“ relativ nahtlos an den ersten Teil an und so findet man sich auch vorerst im tollen Setting von Zarbahan wieder. Quiros Weggang nach Ylas lässt aber nicht lange auf sich warten und es entwickelt sich eine spannende Reise ins Unbekannte. Neben alten Bekannten betreten auch einige neue Figuren die Bühne. Freundlich gesinnt sind ihm davon die wenigsten und manche außerdem schwer einzuschätzen. Was Quiro, zusätzlich zu der fremden Stadt und der, aufgrund seiner Herkunft, kulturellen Kluft, die Ankunft in Ylas nicht leicht macht.
Für mich fühlte sich dieser zweite Band um einiges ernster und düsterer an als der erste. Zum einen ist das den Themen geschuldet, die Elea Brand mit eingewebt hat, und zum anderen liegt es am Weltenbau. Den strahlenden Glanz von Zarbahan sucht man in Ylas, das älter, ursprünglicher und auch mystischer wirkt, nämlich vergebens. Dieses Setting, gepaart mit einer spannend erzählten Story und Charakteren, die mich zum Teil wirklich überrascht haben, war für mich pures Lesevergnügen. „Sand & Klinge“ ist nach meinem Empfinden sogar noch einen Tacken fesselnder als sein Vorgänger und so gebe ich für den Abschluss der Dilogie eine ausdrückliche Leseempfehlung an all jene, die bereits den Anfang der Geschichte mochten.
Sand & Klinge war genau wie Band 1 wieder ein wunderschönes Abenteuer in der Roten Wüste, diesmal Ylas statt Zarbahan. Daher kommt Quiro hier etwas einsamer daher, seine vertraute Heimat, seine Freunde und sein Umfeld sind diesmal zurückgeblieben, während er der Liebe wegen nach Ylas reist. Wir lernen zwar vereinzelt neue Figuren in Ylas kennen, aber meist sind diese Quiro gegenüber eher antagonistisch, so dass ein Bereich, der mir im ersten Band sehr gefallen hat hier gefehlt hat.
Dennoch war es sehr spannend und auch die Beziehung zwischen Quiro und Arazin war interessant und abwechslungsreich. Mir hat gut gefallen, dass bei keiner Figur die sexuelle Orientierung vorausgesetzt wird und es keine Diskriminierung in dieser Hinsicht gibt. Das hat für mich sehr zum Wohlfühlfaktor beim Lesen beigetragen. Diskriminierungsfrei ist das Buch natürlich trotzdem nicht - als Sandformer ist Quiro in Ylas nicht sehr angesehen und auch der soziale Status ist in dieser phantastischen Welt etwas, das immer wieder für Unterschiede sorgt. Auch gibt es das ein oder andere Thema, das eine Content Warnung verdient - aber JUHUU! Das Buch bringt auch eine mit.
Für mich daher einfach ein rundum gutes Buch, das ich unglaublich gern gelesen habe. Große Empfehlung! (Aber für die Reihe, nicht damit, mit Band 2 anzufangen, das funktioniert hier nicht.)
Ebenfalls sehr gut, wie das erste mit derselben Kritik wie am ersten, nämlich dass mich die mMn manchmal viel zu moderne Sprache, vor allem beim Fluchen immer wieder raus geworfen hat. Aber sonst super Buch, gut zum lesen und interessante Story.
Gelungene Orient-Fantasy, Klappe die Zweite Mit „Sand und Klinge“, dem zweiten Teil der Orient-Fantasy rund um Gauner Quiro und Prinzessin Arazin, führt Elea Brandt uns in etwas ernstere Gewässer. Nachdem Gauner Quiro zusammen mit seinem Zwillingsbruder Elis, dem Schah von Zarbahan, und der ylasischen Prinzessin Arazin im ersten Band einen Krieg verhindern konnte, soll es nun in ruhigere Gewässer gehen. Das Bündnis der beiden Staaten soll nun durch die Hochzeit von Arazin und Quiro geschlossen werden und so folgt Quiro seiner großen Liebe durch die Wüste in ihre Heimat. Doch nicht nur auf dem langen Marsch gilt es Gefahren zu meistern. Arazins Familie heißt ihn nicht gerade willkommen und da Diplomatie nicht gerade Quiros Stärke ist, sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Doch unter Misstrauen, Abneigung und Streitigkeiten schlummert auch noch eine dunkle Macht in den tiefen unter der Stadt. Wird es Quiro ein weiteres Mal gelingen, eine Katastrophe zu verhindern. „Sand und Klinge“ setzt ziemlich nahtlos da an, wo der erste Teil „Sand und Wind“ aufgehört haben. Erhalten geblieben sind neben zahllosen liebgewonnenen Figuren und dem Setting auch der flotte Erzählstil und die spitzzüngigen Dialoge, die wie ein heißer Wüstenwind durch die Seiten peitschen. Die neuen Figuren – ob Arazins Geschwister, ihr Vater oder weitere Mitglieder des ylasischen Hofes – fügen sich da nahtlos ein. Behoben hat die Autorin auch das Ungleichgewicht zwischen den Brüdern Elis und Quiro, das ihm ersten Band vorherrschte, da Elis kein Perspektivträger mehr ist. Die Handlung dreht sich ausschließlich um Arazin und Quiro, was dem Buch guttut – auch wenn man die beiden manchmal packen und ordentlich schütteln möchte. Verlorengegangen ist dagegen etwas die Leichtigkeit des ersten Teils. Die Themen, die angeschnitten werden, sind insgesamt ernster: Es geht um Beziehungskrisen, Einsamkeit und Diskriminierung und damit nicht ganz so locker-flockig humorvoll weiter wie im ersten Band. Dies tut der Geschichte in meinen Augen gut, auch wenn dadurch der flapsige Gesprächsstil manchmal nicht mehr ganz passend ist. Gelungener ist auch, dass Motive und die Identität des Antagonisten länger im Dunkeln bleiben als im ersten Teil. Zwar plätschert „Sand und Klinge“ dadurch im Mittelteil etwas vor sich, da die Richtung der Geschichte nicht ganz klar ist, aber es fügt sich am Ende alles zu einem harmonischen Bild zusammen. Für mich ist „Sand und Klinge“ daher eine gelungene Fortsetzung von „Sand und Wind“ und im Vergleich etwas runder und erwachsener, was mich zu einer 8/10 führt. Wer den ersten Teil mochte, wird mit dem zweiten sicherlich noch mehr Spaß haben.