Es fällt mir schwer, etwas zu "Aus Schatten geschmiedet" zu sagen. War es ein gutes Buch? War es sehr gut? Keine Ahnung. Ich hatte Spaß beim Lesen, aber es ist eines dieser Bücher, die ihre Geheimnisse dickköpfig zwischen ihren Buchdeckeln bewahren und zehn, zwanzig Mal gelesen werden müssen, damit man sie kennt. Lyaske bleibt ein Geheimnis und mir ein Rätsel, was ich da gelesen habe. Grob gesagt geht es natürlich weiterhin um Mailin, die im ersten Teil in die Welt Lyaske geholt wurde, wo Mädchen von jenseits der Zeit (unserer Welt) zur Königin auserkoren werden, die im Namen von Lyaske über das Land regieren und eine Verbindung mit ihr eingehen. Dann gibt es noch ein wenig Liebe und ein wenig Abenteuer, aber irgendwie entzieht sich das Buch mir. Jedes Mal, wenn ich es weggelegt habe, habe ich alles vergessen, was da passiert ist, und jedes Mal, wenn ich es wieder aufgeschlagen habe, brauchte ich meine Zeit, um mich zurecht zu finden. Es ging mir wie Mailin, die einige Erinnerungen aufgibt: ich fühlte da Leere, konnte mich aber nie mit ihr und den anderen Charakteren anfreunden.
Jennifer Benkau schreibt, wie ich es schon von ihr kenne, wirklich, wirklich gut und dies ist eine fantasievolle Welt, die gut ausgearbeitet ist, aber ... selbst beim dramatischen Ende blieb ich distanziert. Ich kann nicht den Finger drauf legen, warum das so ist, aber ich finde es schade, weil ich jetzt schon weiß, dass ich in vier Wochen nicht mehr weiß, wie es ausgegangen ist oder Mailins Love Interest hieß (Liam Sullivan, for the record).
Deswegen werde ich wohl auch aussetzen bei der nächsten Dilogie, die in derselben Welt spielt, wie mittlerweile auf Social Media bekannt gegeben wurde. Im Buch selbst gibt es auch schon einen Hinweis, in welchem Kapitel man mehr über das nächste Projekt erfährt, aber da dort von so vielen fantastischen Ländern und Gegebenheiten erzählt wird, kann man nur raten, worum es gehen wird.
Vielleicht ist das genau mein Kritikpunkt: Lyaske ist so fantastisch, dass der rote Faden völlig fehlt. Ich habe keine Ahnung, worum es in dieser Welt wirklich geht, wo es so viele Facetten und Kleinigkeiten gibt, dass sich mir das Gesamtbild einfach entzieht. Natürlich kann ich auch Mittelerde oder Narnia nicht in einem Satz zusammenfassen, aber da habe ich ein Gefühl für die Welt bekommen, dass mich zwar überraschen konnte, aber doch nie betrogen hat. In Lyaske wollte sich das Gefühl einfach nicht einstellen, weil Rubia und die Abyssschlucht, das Dorf der Diebe und andere Gegenden, die bereist werden, nicht zuletzt Keppoch, einfach nicht zusammengehören wollen. Sehr schade.
Dennoch eine lesenswerte Dilogie.