Samstagabend in »Clärchens Ballhaus« und der Tod tanzt mit.
Berlin, Sommer 1928. In Bühlers Ballhaus in der Auguststraße, auch »Clärchens Ballhaus« genannt, wird eine Garderobiere ermordet aufgefunden. Clärchen, die Betreiberin, ist schockiert. Zielt der Mord in irgendeiner Weise auf ihr Etablissement? Oder hat der kommunistische Ex-Geliebte der Toten etwas mit der Tat zu tun? Kommissar Leo Wechsler und seine Kollegen ermitteln in einer Welt aus Charleston, Sekt für eine Mark und hemmungslosem Amüsement.
Leos neuer Fall startet recht mysteriös. In Clärchens Ballhaus wird die Garderobiere ermordet und ein Motiv ist nicht in Sicht. Und auch in seinem Team hakt es, Robert verhält sich mehr als unzuverlässig und stellt so nicht nur seinen Job in Frage, sondern auch die Freundschaft zu Leo.
Wie von Leo gewohnt werden die Ermittlungen akribisch durchgeführt, mit viel Laufarbeit und kriminalistischen Gespür. Und auch durch den Neuzugang im Team lösen sich nach und nach die Verwicklungen auf und führen den Leser zu einem glaubhaften Ende.
Die Bücher um Leo Wechsler sind einfach eine Garantie für gute historische Krimikost. Susanne Goga lässt das Berlin der zwanziger Jahre vor den Augen des Lesers erstehen und nimmt uns mit in das damalige Alltagsleben. Die politischen Querelen der Zeit werden spürbar und auch, wenn wir uns erst im Jahr 1928 befinden, spürt man, wie sich die Fronten immer weiter verhärten.
Ich hoffe sehr, dass diese Reihe weiter bestehen wird und wir Leo und seine Familie weiter begleiten dürfen.
Von mir eine unbedingte Leseempfehlung, nicht nur für dieses Buch, sondern für die gesamte Reihe.
In “Clärchens Ballhaus” geht es am Samstagabend hoch her, bis man die Garderobiere Adele Schmidt ermordet im Hof entdeckt. Ihr Exfreund gerät in Verdacht, ihr russischer Schauspiellehrer – oder hat der neue Klavierspieler im Ballhaus etwas damit zu tun, den Adele empfohlen hatte und der seit dem Mord spurlos verschwunden ist?
Well researched murder mystery set in summer 1928 in Berlin. Found the end a tad pathetic and stereotypical. But nevertheless a very enjoyable series with lots of very interesting characters.
I enjoyed this book very much. There is such a strong sense of place here, of Berlin in the 1920s, but still recognisable in the Berlin of today. Clärchens Ballhaus is still there today, and it's great to see a crime novel set in a place you know. I liked the detective and his team, and I especially appreciated that he's a team player both in his work and in his home life. It's refreshing to see a detective not be an alcoholic divorced loner. The solution was telegraphed for in advance, with chapters from the points of view of the killer and another prospective victim, but the way they found him was surprising and satisfying to read. All in all a very good kind of crime novel, if not exactly groundbreaking.
gelungene Verbindung zwischen Historie und Kriminalfall
Buchmeinung zu Susanne Goga – Der Ballhausmörder
„Der Ballhausmörder“ ist ein Kriminalroman von Susanne Goga, der 2020 bei dtv Verlagsgesellschaft erschienen ist. Dies ist bereits der siebte Roman um den Berliner Kommissar Leo Wechsler.
Zum Autor: Susanne Goga wurde 1967 in Mönchengladbach geboren und lebt immer noch da. Außer wenn sie verreist, gerne nach Berlin, was sich auch in ihren Romanen widerspiegelt. Am liebsten aber reist sie in die Vergangenheit und erzählt ihrem Lesepublikum davon.
Klappentext: Berlin, Sommer 1928. In Bühlers Ballhaus in der Auguststraße, auch »Clärchens Ballhaus« genannt, wird eine Garderobiere ermordet aufgefunden. Clärchen, die Betreiberin, ist schockiert. Zielt der Mord in irgendeiner Weise auf ihr Etablissement? Oder hat der kommunistische Ex-Geliebte der Toten etwas mit der Tat zu tun? Kommissar Leo Wechsler und seine Kollegen ermitteln in einer Welt aus Charleston, Sekt für eine Mark und hemmungslosem Amüsement.
Meine Meinung: Die Fortsetzung der Leo Wechsler Reihe spielt im Berlin der kleinen Leute und erzählt von eher unspektakulären Verbrechen. Die Ermittlungen werden realistisch beschrieben und das Leben zu jener Zeit findet Eingang in die Handlung. Die Figuren sind bis auf Leo Wechsler und Robert Walter nicht sonderlich tief beschrieben, wirken aber trotzdem lebendig. Leo und sein ehemals bester Freund entfernen sich voneinander, weil Roberts Liebe, eine Schauspielerin, ihn für einen Produzenten verlassen hat. Robert trinkt übermäßig und wird in eine kleine Außenstelle versetzt, in der er national gesinnten Kollegen begegnet. In einer zweiten Nebenhandlung hat Roberts Sohn, der aus der Hitlerjugend ausgetreten ist, Ärger mit alten Kameraden. Es sind diese Nebenstränge, die diesen Krimi besonders machen, zumal sie der Spannung nicht schaden. Die Ermittlungen werden trotz einiger Rückschläge fortgeführt und gipfeln in einen passenden Showdown.
Fazit: Ein historischer Krimi aus dem Berlin der Weimarer Republik, der Zeitgeist, historische Fakten und persönliche Beziehungen vereint. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.
Der (hoffentlich nur vorläufig) letzte Roman in der Reihe um Leo Wechsler im Berlin der 1920er Jahre hat mich in seinen Bann gezogen. Wie schon zuvor hat Susanne Goga den Roman in einem bestimmten Milieu der Stadt angesiedelt, in diesem Fall in Clärchens Ballhaus, das bis heute existiert. wir erfahren so einiges über die Ballhäuser der damaligen Zeit. Leo Wechsler selbst, scheint sich in seine neue Rolle als Oberkommissar eingefunden zu haben. Der einzige Wermutstropfen ist die geringere Rolle, die Robert Walther, sein langjähriger Freund und Kollege in diesem Roman spielt. Zu Beginn ist Robert Walther in einer persönlichen Krise, und die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Dadurch gibt es allerdings die Möglichkeit, eine weitere neue Figur einzuführen, Herrn Neufeld, der das Team (zeitweise) ergänzt. Dieses passiert direkt zu Beginn, daher ist es kein 'Spoiler'. Ich fände es toll, wenn Susanne Goga noch weiter Romane in der Reih schriebe, dieser spielt 1928, es bleiben noch einige Jahre in der Weimarer Zeit, und es gibt sicherlich noch Milieus, die sie noch nicht dargestellt oder in eine Kriminalgeschichte eingebaut hat.
I really liked this, the last (hopefully only for now) novel in the series around Leo Wechsler in 1920s Berlin. As with all the novels in the series, Goga concentrates on one specific typical 'habitat' in 1920s Berlin and the murder happens there. In this case: in a traditional ballroom. Leo himself has settled into his new role as an 'Oberkommissar' and leads his men well, except for Robert Walther, his best friend and colleague. He is going through some personal distress. I regret that Robert Walther's role is diminished, I quite liked him in the earlier novels. But this makes it possible to introduce another, (temporary) new team member. If Goga continues the series, we are getting closer to the time in which Germany changed, in which it became the worst dictatorship you could imagine. This novel is set in 1928, there would still be time to write a few novels set in the Weimar Republic. Please, Ms. Goga, write another one!
Ich bin ja ein Anhänger der Leo-Wechsler-Reihe und freue mich immer sehr, wenn ein neues Buch rauskommt. Auch dieser Krimi war gut, aber gemessen an seinen Vorgängerromanen, die ich alle mit 4 oder 5 Sternen beurteilt habe, nicht ganz so stark. Die Story war klasse und gut erzählt, aber irgendwie konnte ich nicht in die Zeit der 20er Jahre eintauchen, was mir sonst bei Leo Wechsler immer gut gelungen ist.