"Michael Kopatz hat mich begeistert mit der Idee: Menschen ändern sich nicht durch Einsicht, sondern durch neue äußere Umstände, wenn die richtige Entscheidung die leichtere wird. Mehr gute Politik – weniger schlechtes Gewissen!" Eckart Von Hirschhausen
"Politisches Engagement ist wichtiger als privater Konsumverzicht", meint Michael Kopatz. Moralische Appelle machen nur schlechte Stimmung, ändern aber nicht unsere Routine. Wie erfolgreich Protest sein kann, zeigt aktuell die Fridays for Future-Bewegung, die für neue, der Situation angemessene Strukturen kämpft, statt für persönliche Verhaltensänderungen. Kopatz fordert die Politik auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und intelligente Standards und Limits zu setzen – damit ›Öko‹ zur Routine wird und die erhobenen Zeigefinger verschwinden.
Inhaltlich überschneidet sich das Buch stark mit seinem Vorgänger "Ökoroutine". Wer das schon kennt, wird aus diesem Buch nicht viel Neues erfahren. Es ist jedoch viel besser zugespitzt und stringenter. Der Titel gibt bereits an, worauf es Kopatz ankommt und was er mit vielen Beispielen sehr schön illustriert: Es kommt auf Routinen, Standards und Limits an, nicht auf individuelle Entscheidungen. Doch auch wenn das überzeugt, ist der Untertitel doch Augenwischerei: Die Welt retten wir mit diesem Konzept alleine auch nicht. Außer dem Vorschlag, ein paar Milliarden = Peanuts für Aufforstung auszugeben, fehlt es an einer globalen Perspektive. Dennoch: Ein wichtiges Buch, gerade auch als Argumentationshilfe bei den 08/15-Mensa/Kneipen/Abendtisch-Diskussionen.