"Das, was hinter mir liegt, soll das Gesicherte sein, das Abgeschlossene, das Gewesene, das nur darauf wartet, erzählt zu werden, und das vor mir soll die sogenannte zu gestaltende Zukunft sein?
Was, wenn ich auch meine Vergangenheit gestalten muss? Was, wenn nur aus einer durchdrungenen, gestalteten Vergangenheit so etwas wie eine offene Zukunft entstehen kann"
Dieser, auf den letzten Seiten von "Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war" zu findende Satz bringt auf den Punkt, was Meyerhoff schon zu Beginn seines Buches feststellt: "Erfinden heißt Erinnern."
Die Anekdoten aus Joachim Meyerhoffs Kindheit und Erwachsenwerden sind bewusst gestaltet. Pointiert, mit unheimlich viel Witz und Leidenschaft erzählt, bringen sie einem zum laut Lachen und ebenso zum Weinen. Das dabei, wie ich vermute, die eine oder andere Episode möglicherweise ein wenig ausgeschmückt wurde um für eine bessere Dramaturgie zu sorgen, nimmt der Erzählung nichts von seiner Ehrlichkeit und Intimität. Die Sympathien die man Meyerhoff entgegen bringt, sind, oftmals gerade weil er nicht davor zurück schreckt auch seine negativen Charaktereigenschaften einzubringen, enorm.
Definitiv ein Buch zum immer wieder Lesen.