Aurora Pine muss früh lernen, was es heißt, anders zu sein. Als Hexe verschrien, werden ihre Mutter und sie aus dem Dorf gejagt. Im Wald lernt sie von ihr die Magie des Gesangs, doch die kraftvollen Lieder wollen Aurora nicht gelingen. Als ihre Mutter bei einem Überfall getötet wird, muss sie sich mit Betteln durchschlagen. Schließlich wendet sich ihr Glück: Sie wird bei den Sanften Schwestern aufgenommen und soll die vier Schulen der Heilung durchlaufen. Doch auch hier fällt es Aurora schwer, sich einzufügen. Bis sie von einer geheimen fünften Schule erfährt: dem Haus Mortem ...
Wider Erwartung hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Die Beschreibung lies es wirken wie ein typischer YA-Roman, überraschte dann aber mit einer guten durchdachten High Fantasy Welt und einer fast chronikhaften Erzählung.
Die Geschichte folgt drei Erzählern. Zunächst einer jungen Tochter einer Heilerin, die der Hexerei beschuldigt und vertrieben wird, dann aber durch einige Schicksalsschläge eine besondere Fähigkeit in sich entdeckt. Dann dem Prinzen des Königreiches Uslag, der sich keine Fehler erlauben darf, wenn er König werden will und langsam mit den Intrigen am Hof zurechtkommt. Und schlussendlich Beret, ein Krieger aus dem fremden Land Assalam, wo man lernt, die Kraft von Tieren in sich zu entflammen. Als Lesende(r) bekommt man immer wieder kleine Einblicke in ihre Leben, ohne aber zu lang an einem Ort, an einem Zeitpunkt zu verweilen, so dass man sie zwar kennenlernt, aber nicht wirklich eine starke Bindung aufbaut. Nur wichtige Erlebnisse werden erwähnt, diese allerdings detailreich und stimmig.
Diese Erzählform mag einigen nicht zusagen, aber für mich ist sie perfekt. Ich habe ohnehin eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und vor allem High Fantasy überfordert mich hie und da mit seinen Seiten an Seiten von World Building. Hier jedoch habe ich die 400 Seiten innerhalb eines Tages durchgefetzt und es hat sich nicht einmal so lang angefühlt. Man springt von einer spannenden Szee zur nächsten, ist nie in den langwierigen Zwischenphasen gefangen und kann auch nur schwer vorhersagen, wie sich der Plot weiterentwickeln kann. Natürlich fehlen dadurch dann einige kleine feine Dinge, die eine Geschichte so schön machen, aber der Autor schafft es dennoch, nicht nur die ganze Zeit action und Schlachten und weltbewegende Situationen zu zeigen, sondern auch intime, ruhige Momente.
Die Geschichte selbst hat mich auch sehr überzeugt. Es ist nichts weltenbewegend neues, eine Fantasywelt die auf einem mittelalterlichen Europa basiert eben, mit Machtintrigen, Kriegen, Leid und ein kleines bisschen Magie. Aber innerhalb dieses vertrauten Rahmens passieren außergewöhnliche und unverhoffte Dinge - vor allem das Ende hat mich dann am Ende zu einer 4 Sterne Bewertung geführt. Ich kann das Buch wirklich nur an alle Fantasy Fans empfehlen, die mal eine kleine Abwechselung wollen, aber nicht ins vollkommen kalte Wasser springen wollen.