Protagonistin Olivia wird als dümmlich, naiv und leichtgläubig dargestellt. Hinterfragt überhaupt nichts und untergibt sich irgendeinen Typen, der sie extremst stalkt. Ab und zu mal hat sie diese 5 Sekunden, wo sie etwas an ihm anzweifelt. Allerdings schnippst Keaton quasi mit den Fingern und dann vergisst sie schon wie sie überhaupt heißt. Gegenstände, die sie noch nie gesehen hat, tauchen auf einmal auf. Sie hinterfragt nichts. Die Freundin, die ihr in den schwierigsten Situationen zur Seite stand und sich alle Zeit der Welt für sie nimmt, zweifelt Keaton an. Sie fühlt sich direkt angegriffen und streitet sich mit ihr. Vertragen haben die sich zwar später, aber Olivia belässt es dabei nichts infrage zu stellen und denkt auch nicht darüber nach, ob die Zweifel von ihrer Freundin berechtigt sei. Dann kommt Keaton zu ihr plötzlich ins Elternhaus, obwohl er eigentlich nicht weiß, wo es ist. Keine Reaktion von ihr, stattdessen sowas wie ein "Ohja er ist da!". Ihr Sohn wurde von einem John angesprochen und später erfährt sie, dass Keaton anscheinend auch den gleichen Decknamen hat. Interessiert sie nicht. Aber hey, hauptsache er sieht gut aus und der Sex mit dem ist atemberaubend.
Das Verhalten von Keaton ist in einem Roman Geschmackssache. Er bricht in ihrer Wohnung ein, installiert Kameras und macht Bilder von ihrer Unterwäsche. Beobachtet sie heimlich vom Haus aus, was direkt gegenüber von ihrem liegt und er nur für diese Zwecke gekauft hat. Manchmal auch von den Kameras in seiner Firma aus, wenn sie in von ihm ausgesuchten Putzmädchenkleidung den Boden reinigt. Zusätzlich hört er ihr Handy ab und trackt es außerdem noch. Er ist sehr besitzergreifend, ziemlich eifersüchtig und ein Psychopath. Am fragwürdigsten fand ich die plötzlichen Sinneswandel von ihm. Am Anfang ist er besessen von Olivia, schwärmt ziemlich von ihr und will mit ihr schlafen. Dann schläft er mit ihr und sagt am nächsten Tag sowas wie "Ich habe alles an dir gesehen, brauche dich nicht mehr" und im Endeffekt sind die zusammengekommen. Die Beziehung zwischen den beiden hat schon lange die Grenze der toxischen Beziehung überschritten.
Die Autorin hat meiner Meinung nach einen eintönigen und einfachen Schreibstil. Die Abwechslung hat gefehlt, da öfter mal die gleichen Sätze oder Wörter kamen. Die Ich-Perspektive mit dem Bezug auf Du war was anderes und hat die Situationen intensiviert. Manche Dinge wurden detailliert, auch mit Metaphern, beschrieben, andere wiederum wurden nur kurz angerissen oder oberflächlich geschrieben. Das Buch hat seinen Titel verdient und die Zusammensetzung der Charaktere mit der Entwicklung der Handlung haben mich aufgeregt.