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Das Juliusspital #1

Ärztin aus Leidenschaft

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Als die Frauen operieren lernten: die große Familiensaga um eine Frau, die im 19. Jahrhundert Ärztin werden will

Würzburg im 19. Jahrhundert: Bankierstochter Viviana Winkelmann träumt davon, Ärztin zu werden – obwohl Frauen seit 1800 nicht mehr studieren dürfen. Als die junge Frau sich unstandesgemäß verliebt und schwanger wird, wirft ihre Familie sie aus dem Stadtpalais. Um sich und ihre kleine Tochter Ella über Wasser zu halten, verdingt sich die einst vornehme Viviana als Gehilfin in der Apotheke des renommierten Würzburger Juliusspitals. Doch soll das wirklich alles sein, was sie als Frau im Leben erreichen kann? Sie belauscht Vorlesungen berühmter Ärzte am Spital und lernt Professor Virchow kennen, der einer Weltsensation auf der Spur ist. Ihre Zukunft, das spürt sie, liegt als Ärztin im Spital – auch wenn ihr dadurch nicht nur der eigene Bruder zum erbitterten Feind wird.

576 pages, Paperback

Published April 28, 2020

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About the author

Claudia Beinert

21 books1 follower

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Community Reviews

5 stars
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7 (8%)
1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Nadine Schrott.
683 reviews64 followers
October 5, 2021
Aus Regional sentimentalen Gründen gekauft....leider hat dieser historische Frauenroman meine Erwartungen nicht (ganz) erfüllt....

Würzburg ist unsere Hauptstadt....als waschechte und eingefleischte Unterfränkin MUSSTE ich diese Romanreihe für unsere Gemeindebücherei anschaffen.....

Viviane ist eine wohlsituirte Bankierstochter....die durch ihre unstandesgemäße Liebe zum Steinmetz Paul auf Abwege gerät. Als sie auch noch schwanger wird, verstößt sie ihre Familie.
Zum Glück wird sie mit ihrer kleinen Tochter Ella von der patenten Magda im Armenviertel Plein aufgenommen....und sie beginnt zu arbeiten.....im Juliusspital....

Der Schreibstil ist durchaus flüssig, die Figuren bleiben etwas konturlos...(bis auf Magda, die in ihrer burschikos Würzburger Art und mit ihrem unterfränkischen Dialekt wirklich köstlich ist!)....

Leider fehlt dem Roman einiges an Geschwindigkeit. Die Schwestern Beinert verlieren sich z. B. in detaillierten Beschreibungen medizinischer Vorgänge und vor allem ist der Handlungsverlauf absolut vorhersehbar......

Insgesamt ein sehr durchwachsenes Lesevergnügen.....für Unterfranken/innen und Medizingeschichtsbegeisterte bedingt empfehlenswert....

Kann man lesen......muss man aber nicht!
Profile Image for Tinstamp.
1,096 reviews
July 4, 2020
Würzburg 1850. Viviane Winkelmann ist die Tochter eines angesehenen Bankiers. Die aufgeweckte junge Frau soll mit einem Sohn aus gutem Hause verheiratet werden, doch ihr Herz gehört Steinmetz Paul. Als sie von ihm ein Kind erwartet, schicken sie ihre Eltern ins Kloster. Dort soll der Säugling nach der Geburt zur Adoption freigegeben werden. Doch Viviana träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit Paul und ihrer kleinen Tochter Ella und flieht. Daraufhin verstoßen sie ihre Eltern. Fortan lebt sie in der Pleich, dem Armenviertel der Stadt. In der Apotheke neben dem Juliusspital erhält sie die Chance als "Helfnerin" zu arbeiten. Dort entdeckt sie ihr Interesse für die Heilkunde und Medizin....

Romane über Medizin und Frauen, die in früherer Zeit gerne Ärztin geworden wären oder eine der ersten praktizierenden Ärztinnen waren, gibt es momentan sehr viele. Hebammen und Krankenschwestern tummeln sich in den Bücherregalen....auch in meinen. Dabei habe ich schon einge sehr spannende Geschichten gefunden, die mir gut gefallen haben. Natürlich gibt es auch durchschnittliche Romane zum Thema, doch der erste Band der Schwestern Claudia und Nadja Beinert über das Juliusspitals gehört nicht dazu.
Wir begleiten unsere anfangs naive Hauptprotagonistin, die sich von der verwöhnten Bankierstochter zur alleinstehenden Mutter eines unehelichen Kindes wandelt, plötzlich Verantwortung übernimmt und schlussendlich zu einer mutigen jungen Frau wird, die für mehr Frauenrechte kämpft. Dieser Wandel wird von den beiden Autorinnen sehr spannend und deatilliert beschrieben. Ihre Liebe zur Medizin und der Kampf für Frauen ein Studium zu ermöglichen wird fesselnd erzählt. Das große Vorbild von Viviana ist Dorothea Erxleben, die erste Ärztin, die bereits im 18. Jahrhundert promovierte. Doch 1850 sieht die Welt wieder anders aus und Frauen sind nichths anderes als Anhängsel der Männer, die sich vorwiegend um den Ehemann und den gesellschaftlichen Status widmen sollen. Die meisten Männer wollen keine Frauen in ihren Reihen, denn ihrer Meinung nach sind sie weder geistig in der Verfassung sich zu bilden (!), noch körperlich dem Mann ebenbürtig. Um ein Studium als Frau zu erhalten, muss sie ein Abitur haben, doch diese Möglichkeit gabe es für Mädchen im Königlichen Bayern zu dieser Zeit nicht.

Die medizinischen Ansätze haben Claudia & Nadja Beinert sehr anschaulich und detailliert ausgearbeitet. Der damalige Klinikalltag und der Stand der Forschung, aber auch der Unterschied zwischen Arm und Reich sind hervorragend beschrieben. Zu dieser Zeit war das Juliusspital in Würzburg, der heute weitaus bekannteren Berliner Charité, überlegen. In allen universitären Fachbereichen wurden bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Rudolf Virchov forschte damals ebenfalls noch in Würzburg, wo er die Cellular-Pathologie entdeckte, die den Glauben an die Vier-Säfte-Lehre ablöste. Auch vor detaillierte Leichensezierungen nehmen die beiden Autorinnen nicht Abstand. Gut, dass ich so viele Thriller gelesen habe, wo ich bereits öfters mit ähnlichen Passagen konfontriert wurde.

Charaktere und Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr detailliert und teilweise auch mit medizinischen Fachausdrücken gefüllt. Deswegen kommen ab und zu einige kleine Längen auf. Doch er ist auch sehr bildhaft und fesselnd.
Die Figuren sind bis in die Nebencharakter lebendig und authentisch gezeichnet. Viviana entwickelt sich zu einer selbstbewussten Frau, die nicht so schnell aufgibt und für ihre Träume lebt. Sie besitzt Mut und Stärke.
Neben Rudolf Virchov sind weitere historische Persönlichkeiten in den Roman eingeflossen. Zu Beginn gibt es ein Personenverzeichnis und am Ende ein Nachwort der beiden Autorinnen. Der Roman ist in drei Teile: Mit Herz, mit Verstand und mit Gefühl, aufgeteilt.

Fazit:
Ein interessanter Start in diese Reihe rund um das Juliusspital, der mit Vivianas Enkelin Henrike und der Erfindung der Röntgenstrahlen im August fortgesetzt wird. Für Leserinnen, die auch die Charité von Ulrike Schweikert oder Helene Sommerfelds Trilogie "Die Ärztin" mochten. Ich empfehle den Roman gerne weiter.
Profile Image for Gitti.
1,159 reviews
July 12, 2020
Viviana kommt aus einer angesehen Familie in Würzburg. Ihr Vater leitet das Bankiershaus Winkelmann, ihr Bruder wird dieses in Zukunft weiterführen. Viviana wird mit ihren 16 Jahren auf ein Leben vorbereitet, in dem sich alles um den Haushalt, den Ehemann und die Familie dreht. Doch sie lernt einen Steinmetzgesellen kennen und verliebt sich. Prompt wird sie schwanger und enttäuscht so die Familie. Anstatt das Kind nach der Geburt aufzugeben, schleicht sie sich davon und schlägt sich fortan alleine durch. Sie bekommt eine Stelle als Wärtnerin in der Apotheke des Julius-Spitals und lernt so die Möglichkeiten der Medizin immer besser kennen. Das weckt den Wunsch in ihr, selbst Ärztin zu werden. Dafür und für die Bildung der Frauen kämpft sie nun.

Das Buch an sich ist hoch ambitioniert. Es geht um die Medizin, die Forschung, um das Bankierswesen und um die gesellschaftlichen Verhältnisse in Würzburg um 1850. Ich muss aber sagen, dass mir die gelieferten Informationen zu all den Themen zwischendrin einfach zu viel wurden. Seitenweise Erklärungen zur medizinischen Forschung oder Diagnostizierung von Krankheit oder Erklärungen zu unterschiedlichen Kreditarten und anderen Geschäften eines Bankhauses ließen zwar auf eine gute Recherchearbeit der Autorinnen schließen, waren mir aber dann einfach zu viel des Guten. Bei den Seitenlinien der Erzählung, in denen immer wieder unterschiedliche Professoren begleitet werden, hatte ich teilweise Mühe zu erkennen, bei wem ich gerade war, da die Herren hier nur mit Vornamen genannt wurden, im Rest der Geschichte aber nur mit Nachnamen.

Die Geschichte an sich fand ich sehr interessant und auch Vivianas Werdegang war durchaus glaubwürdig. Allerdings nervte es mich zunehmend, wenn es wieder in ihren Füßen kribbelte, was wohl dem Leser anzeigen soll, dass jetzt etwas wichtiges passiert.

Vivianas Familie fand ich furchtbar engstirnig und borniert. Da war wenig bis nichts von Liebe zu den eigenen Kindern zu spüren und auch Vivianas Bruder wirkte einfach nur selbstsüchtig und eigennützig auf mich.

Alles in allem war es eigentlich ein Buch mit einer interessanten Handlung, die mir aber zu sehr in der Informationsfülle verloren ging. Manchmal wäre hier weniger mehr gewesen.

Den zweiten Band der Reihe, der im August erscheint, werde ich vermutlich nicht mehr lesen, dafür hat mich dieses Buch einfach nicht überzeugen können
Profile Image for Avila.
141 reviews6 followers
June 1, 2020
Nachdem Viviana sich unehelich schwängern lässt, will ihre Familie ihr unstandesgemäßes Kind verschwinden lassen. Doch Viviana kann damit nicht leben und schlägt sich ins Armenviertel von Würzburg durch - auch wenn sie und ihre Familie räumlich nur ein paar Meter trennen, flüchtet Viviana in eine fremde Welt. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, findet sie eine Anstellung in der Apotheke und es eröffnet sich ein Zugang zur einer weiteren neuen Welt: Die Welt der Medizin.

Auch wenn der Anfang der Geschichte nur so von Klischees trieft, ändert sich der Verlauf bald. Gefühlt haben die Autorinnen einfach einen Grund gebraucht, wie sie eine gebildete Bürgerliche dazu bekommen, Geld verdienen und deswegen Ärztin werden zu wollen. Dass sie dann auf das Klischee der Schwangerschaft nach dem ersten Mal Sex zurückgreifen, woraufhin die Frau von ihrer Familie verstoßen wird, weil sie das Kind behalten will... Das ist schade. Aber gut, schnell wird dieser Handlungsstrang abgehandelt und nun lernen wir die kluge Viviana kennen, die versucht sich nicht unterkriegen zu lassen, auch wenn sie als Frau immer wieder starke Diskriminierung erfährt, weil sie sich eben nicht damit zufrieden gibt, einen Mann zu heiraten und Kinder zu kriegen. Sie ist neugierig und will mehr als Frau erreichen - das was Männern auch offen steht. Bildung.

Die Autorinnen haben schon in ihren vorherigen Büchern bewiesen, dass sie an sich keinen Plot verfolgen, der vorhersehbar und übertrieben ist. Sie wählen eher die leiseren - für mich oftmals - plausibleren Töne. So wird Vivianas erster Ersuch zu studieren, abgeschmettert, auch wenn es bereits eine weibliche Gasthörerin gibt. Das hat mir sehr gefallen, denn ab diesem Zeitpunkt merkt man, dass den Autorinnen daran gelegen ist, ein realistisches Bild zu zeichnen. In diesem Sinne geht Viviana durchs Leben und erfährt immer wieder Rückschläge und kommt nur in kleinen Schritten nach vorne.

Das Buch findet für mich zu einem runden Ende und könnte von mir aus auch aufhören. Aber das Buch soll den Anfang einer Reihe bilden. Mal schauen, ob ich weiter lesen werde. An sich hat mir das Buch gut gefallen, aber es gibt derzeit so viele Ärztinnen-Romane in dieser Zeit, dass das Thema für mich schon eigentlich wieder durch ist.
Profile Image for Nici's Buchecke.
271 reviews6 followers
July 9, 2020
Ich habe schon das ein oder andere Buch der beiden Autorinnen gelesen und habe mich sehr auf diesen Roman gefreut. Der Klappentext klang vielversprechend und die medizinische Entwicklung ist ein Thema das mich sowieso sehr interessiert. Also war es schnell klar für mich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Gesagt, gekauft und schon konnte es mit dem Lesen losgehen.
Die Beinertschwestern lassen den Leser auch gar nicht lange zappeln und beginnen den Roman direkt mit Vivianas Schwangerschaft, was mir sehr gut gefallen hat. Diese Protagonistin ist mir im Laufe des Romans sehr ans Herz gewachsen, da sie eine starke und mutige Frau ist, die im Verlauf der Geschichte einige schwierige Hürden und schwere Schichsalsschläge einstecken muss.
Hier zeigen die Autorinnen sehr gut auf, wie wichtig den Familien das Ansehen zu dieser Zeit war und das war sogar wichtiger als das eigene Kind. Man erfährt wie stark die sozialen Unterschiede sind und worin diese sozialen Schichten sich unterscheiden. Überhaupt wird dem Leser mit einer Leichtigkeit fast nebenbei jede Menge geschichtliches Wissen vermittelt ohne das man damit erschlagen wird. Und genau das ist es was ich immer an ihren Romanen so mag, dass ich gewiss sein kann immer was zu lernen und auf Charakter zu treffen, die sich in mein Herz schleichen werden. Und von den Charakteren fürs Herz gibt es so einige aber natürlich mangelt es auch nicht an den passenden Gegenstücken. Hier haben die Schwestern ganze Arbeit geleistet und jeden Protagonisten liebevoll ausgearbeitet mit Eigenheiten, die man mögen oder hassen kann. Und das ganze Paket konnte mich aufgrund der wirklich spannenden und interessanten Handlung einfach nur fesseln.
Weder ist dieser Roman kitschig noch ein typischer "Arztroman" sondern einfach nur ein gutes historisches Buch. Wer Historienromane mag, die im Fokus starke Frauen setzen sollte unbedingt diesen Roman lesen. Ich kann es kaum erwarten die Fortsetzung zu lesen.
96 reviews1 follower
December 29, 2025
Achtung Spoiler: Sie wird bis zum Schluss nicht annähernd eine Ärztin. Was soll der Titel?

Ansonsten ganz netter historischer Roman, aber die Charaktere sind alle nicht sehr abgegrenzt voneinander, was etwas verwirrend ist.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for LEXI.
100 reviews3 followers
October 11, 2020

Das Recht auf Gelehrsamkeit

„Sie hätte das Zeug zu einer guten Ärztin, einer wahren Ärztin aus Leidenschaft. Sie will die Medizin nicht um des Ruhmes willen lernen.“

Viviana Winkelmann wuchs im behüteten Umfeld einer angesehenen und wohlhabenden Bankiersfamilie in Würzburg auf. Bereits von Kindheit an wurde die kluge und wissensdurstige Viviana von ihrer unnahbaren Mutter Elisabeth dazu gezwungen, den gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Als sie im April des Jahres 1850 von ihrer ersten großen Liebe schwanger wird, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Es werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Skandal von der Familie fernzuhalten. Vivianas Schande soll vertuscht, das uneheliche Kind in einem Kloster zur Welt gebracht und sofort weggegeben werden. Doch die impulsive und eigensinnige Viviana entscheidet sich für einen anderen Weg als jenen, den ihre Familie für sie vorgesehen hat. In der wohlmeinenden und gutherzigen Magda Vogelhuber findet sie eine Unterstützerin und Freundin, die Anstellung in der Apotheke des angsteinflößenden Juliusspitals weckt in der jungen Mutter das Interesse und die Leidenschaft für die Medizin. Vivianas vorrangiges Ziel ist es ab diesem Zeitpunkt, ihren großen Traum zu verwirklichen und Ärztin zu werden.

Claudia & Nadja Beinert erzählen im ersten Band um das Würzburger Juliusspital die Geschichte einer verwöhnten jungen Frau aus gutem Hause, deren Leben durch einen einzigen Fehltritt vollkommen aus den Fugen gerät. Die Ansichten der sogenannten besseren Gesellschaft im Bayern des neunzehnten Jahrhunderts, die eingeschränkten Rechte der Frauen sowie der Kampf um ihre Bildung nehmen viel Raum ein. Großes Augenmerk wird in diesem Krankenhausroman natürlich auch auf den Bereich der Medizin und Wissenschaft/Forschung gelegt. Ausnahme-Mediziner wie der Erforscher der Zelle namens Rudolf Ludwig Karl Virchow, der sympathische Schweizer Professor Rudolf Albert Kölliker, der vielfachbegabte Erforscher der Syphilis Franz von Rinecker sowie Karl Friedrich von Marcus sind wichtige Figuren im Juliusspital. Die Autorinnen verstanden es perfekt, dem Leser die faszinierende Welt der Medizin und die Fortschritte der Forschung nahezubringen. Ich verfolgte ebenso wie die Protagonistin Viviane in atemloser Spannung Vorlesungen der Ärzte, durfte an Erkenntnissen der Gelehrten und Wissenschaftler teilhaben und auf diese Weise Medizingeschichte hautnah erleben. Für mich wurde es keine einzige Sekunde langweilig, die im Vordergrund stehende Geschichte der fiktiven Protagonistin Viviana wurde geschickt mit dem Leben und Wirken historisch belegter Persönlichkeiten verwoben. Die Autorinnen schilderten das Leben in Würzburg im neunzehnten Jahrhundert, welches zunächst aus der Sicht von Vivianes wohlhabender Familie, später aus jener der ledigen jungen Mutter in einem der ärmsten Viertel der Stadt beschrieben wurde. Das Misstrauen und die Angst der Bevölkerung hinsichtlich einer Behandlung im Juliusspital wird durch Magda Vogelhuber veranschaulicht, eine Figur, welche durch ihre geradlinige, nüchterne Art und vor allem ihren Würzburger Dialekt überzeugte.

Mit Viviana Winkelmann präsentieren Claudia & Nadja Beinert eine sehr sympathische, offene und ehrliche weibliche Hauptfigur, deren einziges Vergehen es ist, sich in einen nicht standesgemäßen jungen Mann zu verlieben. Die Wandlung vom unbedarften jungen Mädchen aus besserem Hause zu einer mit beiden Beinen im Leben stehenden Frau, die für das Leben ihres Kindes sowie die Verwirklichung ihrer Träume kämpft, ist hervorragend dargestellt. All die Ängste, Hoffnungen und Träume, auch die Sehnsucht nach Versöhnung mit der Familie, haben mich während dieser knapp sechshundert Seiten zählenden Lektüre tief bewegt. Mit dem freundlichen jungen Steinmetz Paul, dem selbstsicheren Studenten der Kinderheilkunde Hubertus von Hardenberg und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Doktor Richard Staupitz betreten interessante männliche Darsteller den Schauplatz der Handlung. Vivianas Vater Johann Gottlieb Winkelmann und ihr Bruder Valentin spielen jeweils wichtige Rollen im Leben der jungen Frau. Während der Vater Vivianas wichtige Bezugsperson darstellt, setzt ihr kaltherziger und hasserfüllter älterer Bruder alles daran, Vivianas Hoffnungen und Träume zu zerstören. Neben weiteren kleinen Nebenfiguren erhielten die beiden Frauenrechtlerinnen Roswitha Höpfer und Ursula Schleich ebenfalls Gastauftritte im Buch. Die persönlichen Hintergründe der Protagonistin, gut gehütete Familiengeheimnisse und Vivianas verbotene Aktivität im Kampf um die Frauenrechte sorgten darüber hinaus für Spannung und einige Turbulenzen im Buch.

Fazit: „Ärztin aus Leidenschaft“ hat mich voll und ganz begeistert! Hervorragend recherchierte historische Fakten, in einnehmendem Schreibstil gekonnt mit einer ausgefeilten Geschichte verwoben, und liebevoll gezeichnete authentische Charaktere bescherten mir allergrößten Lesegenuss. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen und ich kann es jedem Leser empfehlen, der sich für diese Epoche interessiert, tief ins Würzburg des neunzehnten Jahrhunderts eintauchen und Medizingeschichte hautnah erleben möchte.

Völlig begeisterte fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung!
47 reviews
August 15, 2025
An sich nette Idee, aber für mehr als 3 Sterne habe ich zu oft den Kopf geschüttelt.
460 reviews2 followers
July 26, 2020
Würzburg, 19. Jahrhundert. Der große Traum von Viviana Winkelmann ist es, Ärztin zu werden. Doch zu der damaligen Zeit war es Frauen nicht gestattet, zu studieren. Als sie unverheiratet schwanger wird, wird sie aus ihrem reichen Elternhaus hinausgeworfen. Sie nimmt eine Stelle als Gehilfin bei der Apotheke des Würzburger Juliusspitals an, um für sich und ihre Tochter Ella Sorgen zu können. Sie belauscht Vorträge und eignet sich dadurch viel Wissen an.

Auf diesen historischen Roman um eine starke junge Frau, die nach der Verwirklichung ihrer Träume strebte, habe ich mich sehr gefreut.
Der Schreibstil war fesselnd und einnehmend, so dass ich ganz schnell in das Geschehen hinein fand und das Buch nicht mehr weglegen wollte. Die Beschreibungen wirkten sehr lebendig und authentisch und ich war schnell in der damaligen Zeit gefangen. 
Viviana hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Sie war stark und mutig und ließ sich nicht von ihren Zielen abbringen. Ich habe sie dafür bewundert, wie sehr sie für sich als Frau und für ihre Träume gekämpft hat. Ich konnte mich hervorragend in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen und mit ihr mitfiebern.
Die Geschichte hat mich sofort gefangen genommen. Die Beschreibungen der damaligen Zeit, des Spitals, der Medizin und der allgemeinen Umstände waren faszinierend. Die sehr gute Recherche war stets zu spüren. Dadurch bekam ich neben einem tollen Roman auch noch jede Menge Wissen. Mit Viviana konnte ich prima mitfiebern und habe immerzu gehofft, dass sie alles erreicht, was sie sich wünscht. Das war super spannend und die Seiten flogen nur so dahin.

Ein fantastischer Auftakt der Reihe um das Juliusspital, der mich prima unterhalten hat. Ich freue mich auf den nächsten Band. Ich vergebe 5 von 5 Sternen. 
Profile Image for Marley Thomspon.
258 reviews
September 2, 2020
Ich mag historische Bücher sehr gerne und so war es für mich klar, dieses Buch lesen zu wollen. Der medizinische Inhalt ist in diesem Buch sehr gut entwickelt und ausgereift und mich faszinieren immer wieder die damaligen Forschungs- und Lehrmethoden. Auch die Würzburger Altstadt wird sehr gut porträtiert und immer wieder hatte ich das Gefühl, mich mitten im Geschehen zu befinden.
Die Geschichte selbst wird aus den Blickwinkeln verschiedener Personen erzählt und manchesmal hatte ich Schwierigkeiten, wieder zur richtigen Person zu finden. Das tat aber meiner Lesestimmung keinen Abbruch. Vivianas Teil, der Hauptfaden im ganzen Buch, hat mich natürlich sehr gereizt. Die Figur ist stark gezeichnet, mit willensstarkem Charakter, der sich durch nichts erschüttern lässt. Ihr Weg, ihren Traum als Medizinerin zu verfolgen, ist kein leichter und genau das hat die Geschichte ausgemacht, warum sie mir so gut gefallen hat. Allen Umständen zum Trotz hat sich Viviana nicht abbringen lassen und das in einer Zeit, in denen Bildung Frauen kaum bis gar nicht zu gute kam.
Alles in Allem ein toll geschriebenes Buch!
Profile Image for Marieke.
21 reviews
June 15, 2023
Zuerst fand ich es sehr schwer in die Geschichte von Vivianna zu kommen, dann passierten viele Dinge sehr unverhofft und gaben die Geschichte für mich eher chaotisch wirken lassen. Mich hat es leider oft sehr gestört, dass so viele Perspektiven genutzt wurden... da hätte es vielleicht eine Namesüberschrift noch etwas leichter gemacht.
Insgesamt mochte ich die Geschichte aber schon. Sie spiegelt sehr gut das Leben einer Frau wieder, die etwas in ihrem Leben erreichen möchte. Und das Ende fand och mega gut.
Profile Image for Ronja Christin.
105 reviews1 follower
November 13, 2021
Es war ein gutes buch.
Leider waren manche Kapitel sehr lang und eine stellen auch sehr langatmig. Trotzdem kann ich ihnen nur empfehlen es zu Lesen.
Displaying 1 - 13 of 13 reviews

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