Inhalt:
Im eiskalten Labrador wird an einem einsamen Strand eine Holzkiste mit einem verstümmelten Frauenskelett gefunden. Dieser Fall ist direkt das erste, womit sich Calista Gates, die eigentlich aus Vancouver stammt, konfrontiert sieht. Für ihre Begriffe wurde sie nach ihrem Unfall und der Genesung danach hier buchstäblich auf Eis gelegt. Und genauso erscheinen ihr ihre Mitmenschen in der Einöde. Merkwürdige Personen mit merkwürdigen Verbindungen zueinander. Und sie ist der Fremdkörper und soll nun diesen Fall maßgeblich aufklären. Da macht es die Sache nicht gerade einfacher, dass Calista noch viel mehr entdeckt, als so manchem Alteingesessenen lieb ist. Alle scheinen noch mehr in Aufruhr zu geraten, als ein weiterer Mord geschieht und die Winterspiele kurz bevor stehen. In der vermeintlichen Ruhe der abgeschiedenen Natur von Labrador muss Calista um weit mehr fürchten, als ihre Reputation in ihrem Job zu verlieren.
Meine Meinung:
Kanadisch kriminell
Als Kanada-Fan habe ich mich sehr gefreut, für die Autorin ihr 8. Buch lesen und rezensieren zu dürfen! Und direkt der Einstieg gefiel mir wirklich gut. Man wird mitgenommen, erlebt die wenn auch karge, aber dennoch beeindruckende Natur, die Abgeschiedenheit, die für uns Städter einfach unvorstellbar ist. Auch die Kälte kann man hier ja gar nicht so wirklich nachvollziehen, aber man ahnt, was das Zusammenspiel aus Abgeschiedenheit und Eiseskälte mit einem machen kann, wenn man quasi verbannt wird.
So wurde ich von Anfang an für Calista eingenommen und habe auch mit ihr mitgelitten und mich geärgert. Über die Verbohrtheit der Einheimischen, den Misstrauen und auch das manchmal chauvinistische Machogehabe ihrer männlichen Kollegen.
Gänsehautmomente wurden auch zu Hauf erzeugt, ob es der auslösende Mord an einer jungen Frau ist und die Auffindesituation oder der gruselige Inhalt eines blauen Müllsacks mitten auf dem Eis, man beginnt automatisch, sich zu schütteln und dann zu überlegen, wer dahinter steckt und warum.
Man merkt schnell, dass die Autorin weiß, worüber sie da schreibt, wo sie ihren Krimi spielen lässt und auch, welchen Menschenschlag man in der Einöde antrifft. Da mutet das Setting manchmal wirklich sehr lebendig und realitätsnah an und man meint, eine Doku zu schauen. Die atemberaubende und ehrfurchtgebietende Kulisse ist hier mehr als klug gewählt.
Und auch der eigentliche Fall wirkt nicht bemüht konstruiert, sondern passt genau dorthin. Alles, was passiert, passt einfach!
Der Stil der Autorin ist sehr aufgeräumt, klar und trifft genau die richtigen Nerven, ohne effekthascherisch viel Blut zu verspritzen und lässt die Seiten manchmal nur so dahinfliegen.
Fazit:
Ein wunderbar eiskalter Krimi im winterlichen und atemberaubenden Kanada, der im Sommer garantiert für Abkühlung sorgt.