Wien im Jahr 1365: Der Schwertkampf ist Elyssas geheime Leidenschaft. Als bluttrinkende Kreaturen, sogenannte Strigois, die Stadt infiltrieren und eine Spur von Gewalt, Blut und Tod hinter sich herziehen, werden Elyssas Fähigkeiten mit einem Mal überlebensnotwendig. Sie kämpft - und verliert. Doch in einer Stadt, in der Leichen ihre Gräber verlassen, bleibt nicht alles tot, was stirbt. Elyssa kehrt zurück. Stärker. Entschlossener. Und so viel hungriger. Vollständig überarbeitete Neuauflage von "Schwarzes Maleficus"
So bildgewaltig und blumig der Schreibstil von Melanie Vogeltanz auch sein kann, so düster und konsequent ist die Erzählung um Elyssa, im alten Österreich. Ich habe die Steiermark noch nie in einem so einem apokalyptischen Licht gesehen. Brutale Wiedergänger, genannt Strigoi, und Wolfsgestalten drohen das gesamte Land zu unterjochen und noch ist sich kaum jemand der Gefahr bewusst, der Elyssa schon so nah war. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die totlebenden Opfer der Welle ihr Leben zurückzugeben, wird sie begleitet vom Geistlichen Stephanus und vom Schmied Christian, der die Auslöschung seines eigenen Dorfes nur mit Glück überlebt hat.
Ich persönlich habe immer großen Spaß an Charakterdynamiken, am liebsten ohne romantischen Kontext. Den romantischen Kontext gab es zwar, Christians Eifersucht war auch mehr als einmal der Grund, Elyssa aus vollem Herzen zuzustimmen und manchmal mit den Augen zu rollen, aber das Geheimnis, das sie mit sich herumträgt, sowie die offenen Fragen um den selbstlosen Geistlichen Stephanus und weitere Begleiter, hat für viel Ablenkung gesorgt und in mir immer wieder den Wunsch geweckt, weiterzublättern. Dazu die wirklich sehr bildgewaltige Sprache, einige unerwartete Wendungen in der Geschichte und die Konsequenz, in der Melanie Vogeltanz ihre Geschichte immer weiter gesponnen hat, auch wenn es ihren Figuren hin und wieder wirklich weh tat oder sie gar die letzte Seite nicht mehr miterlebt haben. Rettung in letzter Sekunde? Kein Netz, kein doppelter Boden. Keine Garantie. Dafür garantiert ein schlüssiger Schreibstil, dass man stolperfrei in die Geschichte hineingesogen wird.