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Wer, wenn nicht wir

Nach mehr als zwanzig Ehejahren haben sich Viola und Florian auseinandergelebt. Außer den beiden Kindern, der gemeinsamen Wohnung und einem Trauschein gibt es kaum noch Berührungspunkte. In der Hoffnung, mit jemand anderem noch einmal neu anfangen zu können, trennen sie sich – einvernehmlich und vergleichsweise harmonisch.

Doch es gibt noch eine letzte Hürde auf dem Weg in ein neues Leben: einen längst gebuchten, teuer bezahlten Luxusurlaub, der sich nicht stornieren lässt. Die beiden haben nun die Wahl zwischen zwei Übeln: das Geld zu verlieren oder mit dem künftigen Ex-Ehepartner – in getrennten Zimmern – noch einmal zweieinhalb Wochen zu verbringen.

Allerdings ergibt sich plötzlich auch noch eine dritte Möglichkeit, und mit ihr beginnt eine unvergessliche Zeit auf Rhodos …

318 pages, Kindle Edition

First published May 1, 2020

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About the author

Barbara Leciejewski

19 books11 followers

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4 stars
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7 (4%)
1 star
3 (1%)
Displaying 1 - 22 of 22 reviews
Profile Image for Karschtl.
2,259 reviews63 followers
July 28, 2020
In ihrem Nachwort erzählt Barbara Leciejewski, dass sie nach ihrem letzten Roman "Solange sie tanzen" auf alle Fälle wieder was leichteres, heiteres schreiben wollte. Und über etwas, dass sie noch nie thematisiert hatte: eine Trennung. Ein heiteres Buch über eine Trennung also. Klingt ziemlich widersprüchlich, aber genau das hat sie mit "Wer, wenn nicht wir" fertig gebracht.

Ein Buch, das sich ernsthaft dem Thema Auseinanderleben nach 20 Jahren Ehe annimmt und dennoch locker und stellenweise ziemlich witzig ist. Wenn Viola zB überlegt, wie sie und Florian ihre Liebesgeschichte in diesen kurzen Einspielern von Paaren bei "Harry & Sally" erklären würden. Oder bei der Sache mit Sibylle und der Sonnencreme. Oder überhaupt wie sich Florian und Viola konsequent siezen im Urlaub.

Dorthin fahren sie nämlich noch, obwohl sie sich längst getrennt haben. Aber schließlich war der Urlaub im Luxushotel auf Rhodos schweineteuer und nicht stornierbar. Durch eine Umbuchung auf zwei Einzelzimmer wollen sie sicherstellen, dass jeder dort sein eigenes Ding machen kann. Und dann wird so etwas wie eine Paartherapie daraus, wo jeder den anderen mal in einem ganz neuen Licht sieht.

Ich fand das Buch wirklich toll. Wie die Autorin das Thema Trennung hier angegangen ist war für mich was ganz neues, der Witz und die Dialoge trafen meinen Nerv, die Probleme von Viola und Florian waren authentisch und das Setting in der zweiten Buchhälfte war großartig! Hab mich gleich zurück versetzt gefühlt zu meinem eigenen Urlaub auf Rhodos vor vielen Jahren. Dieses Jahr wären wir beinahe auch wieder hingeflogen. Nun musste ich mir eben über dieses Buch ein bisschen Urlaubsfeeling holen. Und dank dem ABBA-Abend im Hotel hab ich jetzt voll Lust "Mamma Mia" wieder zu sehen! Jetzt weiß ich immerhin, worum es in "The winner takes it all" überhaupt geht. Ich hab das Lied schon so oft gehört, sogar mitgesungen, aber trotzdem nie über die Lyrics nachgedacht.
Profile Image for Tinstamp.
1,188 reviews
June 20, 2020
Ich liebe die Romane von Barbara Leciejewski, die mich bisher immer begeistern konnte. Auch ihr neuer Roman "Wer, wenn nicht wir" hat mich wieder großartig unterhalten und mich doch so über das eine oder andere in menem Leben nachdenken lassen - bin ich doch selbst schon mehr als zwanzig Jahre verheiratet.

Viola und Florian sind seit ihrer Schulzeit ein Paar und seit mehr als zwanzig Jahren verheiratet. In den letzten Jahren haben sie sich allerdings verloren und jeder geht seinen eigenen Weg. Während Viola ihre Karriere als Orchestermusikerin der Familie zuliebe aufgegeben hat und seitdem als Musikschullehrerin Kindern Klarinette spielen beibringt, hat sich Florian zum leitenden Oberarzt in der Unfallchirurgie hochgearbeitet. Er liebt seinen Job, der sehr herausfordernd ist. Ignoranz, Desinteresse und fehlende Kommunikation schleichen sich in die Beziehung ein und nachdem die Kinder fast erwachsen sind, beschließen Viola und Florian sich einvernehmlich zu trennen. Die Freunde und Verwandten sind entsetzt. Trennung und Auszug verlaufen probemlos. Doch da gibt es noch den Sommerurlaub auf Rhodos, den Florian vor längerer Zeit "zum Sonderpreis" gebucht hat - den man nicht stornieren kann. Und so treten sie die Reise ins wunderschöne Griechenland getrennt an....

Barbara Leciejwski beschreibt die Eheroutine sehr realistisch. Die Stimmung und die Verlorenheit der Protagonisten wird sehr gefühlvoll beschrieben. Während beide in der Tretmühle des täglichen Lebens und den Anforderungen anderer feststecken, verlieren sie sich und treiben auseinander. Man fühlt mit Viola und Florian mit, die Auswegslosigkeit ist durch die Zeilen spürbar. Nur im Urlaub, wenn man aus der Routine aussteigt, hat man oftmals eine andere Sicht auf das Leben. So ergeht es auch Viola und Florian. Das Doppelzimmer wurde in zwei Einzelzimmer umgebucht und auch die Ankunftszeiten auf Rhodos sind unterschiedlich. So checken sie als in Trennung lebend als Doktor Quandt und Frau Janiki im Hotel ein und erleben sehr bald die ersten Annäherungsversuche anderer Singles, die auf Urlaubsflirts aus sind. Wie beide darauf reagieren hat die Autorin mit sehr viel Humor und einem Augenzwinkern gekonnt dargestellt. A-Typische Charaktere, die wohl jeder kennt, geben dem Roman seine Würze.

Gerne habe ich bei der Lektüre an meinem Urlaub auf Rhodos zurückgedacht. Viele bekannte Plätze und die typische griechische Gastfreundschaft haben mich träumen lassen. Die malerische Landschaft wird bildhaft dargestellt. Besonders gefreut habe ich mich auf die Beschreibung vom Tal des Schmetterlinge, welches ich damals leider nicht besuchen konnte. Und genau dort passiert in der Geschichte auch etwas Bezauberndes, das den Ausgang des Buches beeinflusst. Als Leser hofft man die ganze Zeit darauf, dass Viola und Florian wieder zusammenkommen. Doch lässt sich dieser Bruch noch kitten?

Die Geschichte ist auf keiner Weise vorhersehbar, denn Barbara Leciejewski hat jede Menge überraschende Wendungen eingebaut, die oftmals eine unerwarte Richtung einnehmen.
Die Dialoge sind spritzig und oftmals kommt auch der schwarze Humor durch. Durch die wechselnde Erzählperspektive erhält der Leser genaue Einblicke in die Gefühlswelt der Figuren. Auch die Nebencharaktere sind sehr lebendig beschrieben. Manche von ihnen sind sehr A-typisch, doch jeder der bereits Pauschalurlaub gemacht hat weiß, dass diese Figuren im wirklichen Leben zu finden sind.

Diese Geschichte der Autorin ist anders, als ihre vorherigen Bücher, doch auch "Wer, wenn nicht wir" habe ich sehr gerne gelesen. Sie ist vorallem für Paare, die schon seit einiger Zeit verheiratet sind zu empfehlen. Viele werden sich in einigen Situationen wiedererkennen.

Fazit:
Eine sehr realistische Erzählung über das Ende einer Ehe und einer eventuell neuen Chance. Das sommerliche Flair auf Rhodos erweckt Sehnsucht nach Urlaub. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und freue mich auf weitere Lektüre der Autorin.
Profile Image for Claud.
71 reviews
May 27, 2020
Wer, wenn nicht wir von Barbara Leciejewski

Wir alle kennen das doch irgendwie. Egal ob mit unseren Liebsten, Lieben, Verwandten, oder sonstigen Menschen, die wir gerne um uns haben. Es gibt Situationen im Leben, wenn man sich lange kennt, da regt einen auf einmal alles am Anderen auf. Die Bindung ist da, und trotzdem sind es manchmal Kleinigkeiten, die dazu führen, dass man ständig streitet, oder sich auf die Nerven geht. Je enger wir mit Jemandem zusammenleben, desto öfter kommt das vor. Nun ja. Auch meine Familie ist nicht frei von diesen Dingen. Und trotzdem liebe ich sie, und könnte mir ein Leben ohne nicht vorstellen. Was aber, wenn diese ganze Nerverei zu Ignoranz wird, weil man sich zu sehr auf den Keks geht? Wenn man sich nicht mehr wahrnimmt? Wenn es plötzlich um den Partner geht, mit dem man schon ewig lange zusammen oder verheiratet ist, und man genau dieses Problem hat, dass man denkt, man müsse sich nicht mehr umeinander bemühen? Sich nicht mehr wahrnehmen als Individuum? Sich als selbstverständlich ansehen? Ist so eine Ehe oder Beziehung noch zu retten? Gibt es noch Hoffnung? Ist Kommunikation und gemeinsame Gespräche eine Lösung für alles? Oder sollte man zurück zum Start gehen, wo alles anfing, die Liebe zueinander? Die Frage ist doch überhaupt auch: Kann eine Liebe, die einmal sehr tief war, auf einmal enden? Oder redet man sich das selbst nur ein, weil es so scheint, als würde man sich nicht mehr lieben, wegen all dieser Dinge, die man sich einander antut? Schwierig. In diesem Buch geht es um eine Trennung. Und trotzdem ist es ein Roman voller Liebe. Wie das geht? Nun, vielleicht sollte ich erstmal zur Geschichte selbst etwas sagen.

Die Geschichte, die das Buch erzählt:

..ist die gemeinsame Geschichte von Viola und Florian, beide um die 43. Sie sind zusammen seit 25 Jahren, davon circa 18 verheiratet. Sohn Jonathan ist dann auch 18, und die gute Josephine, seine Schwester 16. Florian ist Chirurg. Viola lehrt in der Musikschule Klarinette, das Instrument, welches sie schon immer liebte, und sozusagen ein Teil von ihr ist. Wie bei einigen Familien und Paaren, haben die beiden sich nach so langer Zeit nicht mehr viel zu sagen, sehen sich nicht mehr als den geliebten Partner, Kleinigkeiten nerven, ja, es geht sogar so weit, dass sie nicht mehr wissen ob sie sich noch lieben. Oder denken, sie tun es nicht mehr. Oder…oder..schwierig :(. Ein Erlebnis führt dazu, dass der sogenannte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt, und Viola und Florian beschließen, sich zu trennen. In beiderseitigem Einverständnis. Mit dem wirklich nru die beiden einverstanden sind. Denn der Rest ihrer Umwelt, Freunde, Verwandte, Familie, und gar die Kinder….können das nicht glauben. Haben sie doch immer gedacht, alles sei okay, und Florian und Viola das perfekte Paar. Doch wer kann schon unter die Oberfläche schauen? Doch da gibt es noch dieses Problem, mit dem Urlaub, der schon fast ein Jahr geplant ist. Der einfach gebucht wurde, ohne auch ihn selbst wirklich wahrzunehmen (erkenne ich da Parallelen zwischen Paar und Urlaub?). Ein Urlaub auf Rhodos, ohne Reiserücktrittsversicherung. War dadurch billiger. Aber immer noch teuer. Nur Viola und Florian, ohne Kinder. Kurz gesagt. Man will das Geld nicht als verloren ansehen. Doch wie kann man zusammen in einen Urlaub fliegen, wenn man sich doch gerade frisch getrennt hat? Nach langem Hin und Her, und einer kleinen Umbuchung auf zwei einzelne Zimmer, treten die beiden dann doch den Urlaub an. Ist ja nicht so, dass sie sich hassen, und sich nicht als normale Menschen begegnen können. Auch wenn man den Urlaub natürlich auf keinen Fall zusammenverbringt, sich nach etwas Neuem umschauen darf, und ansonsten natürlich frei ist. Man ist ja getrennt und nicht mehr zusammen! Florian ist auf einmal Herr Quandt, und Viola Frau Janicki. Doch ob das Ganze wirklich so geht, wie die beiden es geplant haben? Das dürft ihr selbst herausfinden.

Das Cover:

Auf das möchte ich hier nochmal besonders eingehen. Stellt es doch eine Schlüsselszene aus dem Roman dar. Und mehr sag ich dazu auch gar nicht. Nur, dass ich finde, es passt hervorragend, und lädt mit der richtigen magischen Szene zum Träumen ein :)

Mein Fazit, und meine Gedanken zum Buch (wobei ich mich mal wieder entschuldige, weil diese wieder etwas länger dauern könnten):

Ach Leute, was soll ich sagen?! Obwohl ich die Lektüre schon vor zwei Tagen ausgelesen habe, schwirren meine Gedanken noch wild umher, wie der Schmetterlingsschwarm auf dem Cover. Sie wollen sich einfach nicht wiederhinsetzen, diese Gedanken. Aber versuchen kann ich es ja mal ;)

Der Roman verströmt irgendwie ein Licht beim Lesen (und das, obwohl doch anfänglich alles noch so dunkel erschien, und keine Hoffnung aufkam), welches einem schon allein wegen der Umgebung im Roman glücklich macht, aber auch, wegen der Atmosphäre der Szenerien, der Atmosphäre der Protagonisten, und dass man wirklich jeden Moment denkt, man wäre direkt mit dabei. Man ist sozusagen mitten in diesem Urlaub auf Rhodos, wird mitgenommen in die hoffnungsvolle Sonne, in die paradiesischen Zustände, und erlebt hautnah mit, was sich im Hotel und auf der Insel alles abspielt. Man hört die Zikaden singen, sieht das Meer vor Augen, wenn die Sonne darüber aufgeht, spürt die Hitze auf seiner Haut, genauso wie das Meer, mit all seinen Farbtönen von Blau, sie so wunderbar typisch für Griechenland sind. Und wer schon mal dort war, wird auch sofort diesen typischen Geruch in der Nase haben.

Die Atmosphäre und diese Bittersüße des Trennungsschmerzes sind das ganze Buch über zu spüren, was davon herrührt, dass Viola und Florian sich schon 25 Jahre kennen, und davon 20 Jahre verheiratet sind. Eine Jugendliebe, die es in den Ehestand geschafft hat, mit Kindern und allem. Doch wo ist im Laufe der Jahre diese Jugendliebe geblieben? Existiert sie noch irgendwo unter einem Mantel aus Ignoranz? Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass ich als Leser mehr unter der Trennung leide, als Viola und Florian. Aber Pustekuchen. An einzelnen Merkmalen hat man doch gemerkt, wie nahe es den beiden geht. Und ich bin wohl einfach nur zu sensibel, und manchmal wollten die Tränchen eben unbedingt aus mir raus :D.

Hinzukommen die Nebenfiguren, die alle ebenfalls sehr gut beschrieben sind. Gerade die Menschen auf Rhodos und im Hotel, ihre Liebenswürdigkeit, Hilfsbereitschaft, und das Merkmal, dass man dort sofort als einer der Ihren aufgenommen wird, quasi in die Gemeinschaft, und irgendwie zur Familie gehört, das hat mir sehr gut gefallen, und hat eine wohlige Gemeinschaftsatmosphäre geschaffen. Ich war also gedanklich nicht nur auf Rhodos. Ich war noch dazu mit lieben Menschen dort :)

Das Buch geht wirklich sehr tief. Und auch wenn die Umschreibungen der Gefühle nicht blumig sind, und seitenlang ausgeschmückt, so schafft es die Autorin mit wenigen Sätzen, und Gedankenfetzen, trotzdem eine Atmosphäre zu schaffen, die zum eigenen Nachdenken anregt. Die Geschichte ist kurzweilig, aber auf gar keinen Fall nichtssagend, besteht sie aus 319 Seiten, die für mich ruhig noch etwas länger hätten sein können, und mit so viel mehr an Emotionen gefüllt wurden.

Nun zum Problem: Viola und Florian verschließen ihre Gedanken vor dem anderen, aus Gründen, die nicht nachvollziehbar sind, ihnen aber einiges bedeuten. Man verschließt sich manchmal vor anderen, um das wertvollste zu schützen, was man hat, die eigenen Gedanken und Gefühle. Weil man diese nicht verletzt haben will. Doch da sie uns wichtig sind, und nicht nur das, sie sind auch irgendwie ein Teil von uns, nimmt man dem anderen diesen Teil von sich selbst weg. Und erscheint somit nicht mehr als man selbst, sondern jemand andres. Sich voreinander zu verschließen, war die wohl schwerste Herausforderung im Roman, die es zu bewältigen und überwinden gab.

Wir erfahren zum einen die Geschichte abwechselnd aus Violas und Florians Sicht, und zum anderen haben wir in der Geschichte immer wieder Situationen die in Erinnerungen, Flashbacks münden, die aus der Zeit der ersten Verliebtheit, aber auch an später Situationen erinnern. Somit haben wir die Verbindung, denn jahrelang durch die Unzufriedenheit vergraben, gab es diese Erinnerungen an die hellen und lichten und freudvollen Tag wohl nicht. Weil man nur noch das Negative gesehen hat, und sich nicht daran erinnert hat, warum man mal ineinander verliebt war, und sich womöglich heute noch liebt, wenn die Situationen denen von damals ähneln. Das Geheimnis ist, die Leichtigkeit der ersten Tage einer Liebe zu bewahren, doch wie genau soll das gehen? Der Alltag kommt dazwischen, das Leben. Und selbst wenn man einige lichte Tage hat, reichen diese dann aus, um für ein ganzes Leben ohne Probleme miteinander zu reichen? Sicher nicht. Aber es gibt Probleme, und..Probleme. Die man zusammen angehen sollte. Und nicht jeder für sich und in seinem stillen Kämmerchen. Denn zu Liebe gehört auch immer Gemeinschaft. Und das Gegenteil von gemeinsam sein ist getrennt sein.

Andere Namen (Siezen im Buch, weil sie allen anderen die Info vorenthalten, dass sie ihre jeweiligen Ex Partner sind. Wäre ja auch peinlich, wenn jeder fragen würde, warum man dann noch zusammen in den Urlaub fliegt) geben einem eine neue Chance, auf einen Neuanfang. Ein Kennenlernen von jemand anderem, mit all seinen Facetten, von denen man nie wusste, dass es sie gibt, weil sie im Laufe der Jahre unter den Alltag und die Ignoranz gerutscht sind. Man macht sich zu neuen Menschen, ein neues Kennenlernen. Eine zweite Chance, als ob man jemand ganz anderes wäre. Die Art der Eifersucht im Roman ist die gute Art Eifersucht, weil sie zeigt, dass der andere einem doch nicht so egal ist, wie man dachte. Die Härte, mit der die beiden im Alltag miteinander umgehen, wandelt sich im Roman in der Zeit von Rhodos zurück, zu etwas Weichem, im Umgang miteinander. Fast wie ein zartes Annähern einer ersten Liebe..Und das ist etwas, das die beiden ja schon gemeinsam erlebt haben. Denn manchmal muss einiges vielleicht erst große Risse aufweisen, und drohen zu brechen und kaputtzugehen, bevor man sich um genau dies kümmert, und es repariert, weil einem gar nicht mehr bewusst war, wie sehr man eine Sache liebt, wie sehr man sie im Leben braucht, weil sie eben über Jahre hinweg verborgen und versteckt in einer Ecke gelegen hat, und von Niemandem wahrgenommen wurde. Das Wissen umeinander war verblasst, und es tauchen Dinge auf, die man in all den Jahren aus Ignoranz nie wahrgenommen hat, die den Partner aber ausmachen. Es ist also wirklich ein Neukennenlernen. Damals war das Interesse nicht da, vielleicht hat man sich selbst mehr wahrgenommen als den Partner. Es ist fast so, als ob wir es im Roman nicht mit zwei, sondern 4 Hauptprotagonisten zu tun hätten. DAVOR und DAZWISCHEN (und einige hoffen ja auch auf ein DANACH). Viola und Florian werden in ihrem Urlaub zu Herrn Quandt und Frau Janicki. Und somit stellt sich uns allen die Frage, ob diese Wandlung reicht, um den beiden eine zweite Chance zu geben, sich neu kennenzulernen, und ihre Liebe irgendwie wieder zu finden, die jahrelang vertrocknet und verstaubt irgendwo verkümmert ist, in den Sorgen des Alltags, und der Routine der Langeweile einer unzufriedenen Ehe.

Es ist aber auch ein bisschen so, dass uns immer wieder gesagt wird, in unserer schnelllebigen Zeit, dass man nicht in der Vergangenheit leben darf, jetzt leben muss, nach vorne schauen muss. Wer in der Vergangenheit schwelgt, der kann nicht weiterkommen, und all diese Phrasen, denen ich nur bedingt zustimmen kann. Wenn etwas Gutes endet, wieso bin ich dann gezwungen in eine Zukunft zu schauen, die unbedingt etwas Neues bereithält? Oder anders. Wieso versuche ich nicht, das Alte in etwas Neues zu wandeln, und es so wieder in mein Leben zu integrieren? Ist euch schon mal aufgefallen, dass die früheren Lieder, in denen es um Trennungen und deren Schmerz geht, meist wirklich behandeln, wie sehr man einander vermisst, wie man Demjenigen nachtrauert, und wie sehr es schmerzt getrennt zu sein? Heutzutage reden die Texte der Songs einem eher ein, dass man sich nach was Neuem umsehen soll, man denjenigen von dem man sich getrennt hat, hasst. Besser dran ist ohne ihn, sich freier fühlt. Endlich etwas Neues erleben kann, nicht mehr gebremst wird, sein eigenes Ding machen soll, sich nicht nach der Vergangenheit umsehen, und Ähnliches. Wir leben in Zeiten, in denen etwas, das in die Brüche geht, lieber ersetzt wird, durch etwas, was noch ganz ist. Wenn es dann wieder in die Brüche und kaputtgeht, so kann man Dinge immer nachkaufen. Eine merkwürdige Angewohnheit einer Überflussgesellschaft. Doch was hat das mit Menschen zu tun? Wohl viel. Denn die Dinge, die in die Brüche gehen, kann man ebenso auf Beziehungen übertragen. Eine kleine Streiterei, ein Knacks, etwas, das nicht m ehr so funktioniert wie in alten Zeiten, und man denkt sofort daran, sich etwas Neues zuzulegen. Immerhin ist ja auch noch wichtig, an sich selbst zu denken. Und nicht an den Partner. Doch wäre es möglich, manche Beziehungen genauso, wie auch eine Ware, zu reparieren, wenn man nur wüsste wie? Nicht alles gleich wegzuschmeißen, und sich etwas Neuem zuzuwenden, sondern gemeinsam zu versuchen, etwas zu reparieren? Man sollte ja auch immer an das denken, was man gemeinsam schon durchgemacht hat im Leben, und sich daran erinnern.

Schön ist auch, dass der Titel des Buches sich durch den Roman zieht, und immer in abgewandelter Form eine neue Bedeutung für die Protagonisten hat. Deutet er doch darauf hin, dass man eigentlich Niemand andres will, weil man schon gefunden hat, was man im Leben braucht. Sich gegenseitig. Und dass diesen Jemand kein anderer ersetzen kann. Man muss nur ab und an drauf achten, was sich unter der Oberfläche verbirgt, und darf das nicht vergessen. Muss es sich immer nochmal in Erinnerung zurückholen.

Und ich muss es nochmal erwähnen: Die Atmosphäre lässt einen sofort in die Landschaft, Hitze, das Meer und sogar die Geräusche von Rhodos eintauchen. Und wer schon mal dort war, wird vieles wiedererkennen. Um sich vielleicht auch in diesen Zeiten ein wenig dort hinzuträumen. Denn wer einmal dort war, erkennt wie magisch dieser Ort ist.

Leider muss ich nun aufhören, auch wenn sich meine Schmetterlingsschwarmgedanken immer noch nicht setzen wollen, und immer noch wild umherfliegen. Aber ich schätze so ist das bei Büchern, die einem nahegehen, und einen viel überdenken lassen.

Das heutige Rezensionslied, wie sollte es anders sein, handelt von einer Trennung, und hat vielleicht sogar etwas mit dem Buch zu tun, das man darin suchen kann, auch wenn es nicht darin vorkommt :) :

„No more carefree laughter..Silence ever after..Walking through an empty house..Tears in my eyes…This is where the story ends…This is goodbye.

Knowing me….knowing you…There is nothing we can do.
Knowing me…knowing you..We just have to face it…This time we're through.
Breaking up is never easy…I know..But i have to go.
Knowing me..knowing you..It's the best I can do."
201 reviews1 follower
Read
August 21, 2020
Auf "Wer, wenn nicht wir" habe ich mich sehr gefreut, da es ein Liebesroman ist und sich somit von meinen ganzen zuletzt gelesenen New Adult Romanen abhebt. Ich habe eine romantische, aber auch humorvolle Sommerromanze erwartet und ich wurde nicht enttäuscht. Ich hatte vorher noch kein Buch der Autorin gelesen, aber ihr Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich bin einfach durch die Seiten geflogen und hatte dabei gleichzeitig das Gefühl, ein Teil der Geschichte zu sein. Die Autorin hat es geschafft die Gefühle der einzelnen Charaktere durchscheinen zu lassen, aber gleichzeitig den Humor nicht zu vergessen. Genau wie bei "The Secret Book Club" verfolgen wir in diesem Buch ein erwachsenes Ehepaar, welches sich dazu entscheidet sich scheiden zu lassen. Die Hauptcharaktere Viola und Florian trennen sich nach mehr als 20 Jahren, was ihre beiden Kinder so gar nicht witzig finden. Der geplante Urlaub zu zweit kann leider auch nicht storniert werden, weshalb die beiden sich dazu entschließen den Urlaub getrennt anzutreten. Es gab zwei verschiedene Settings, die mir beide gut gefallen haben und unterschiedliche Emotionen hervorgerufen haben. Zuhause in Deutschland stand natürlich das Auseinanderleben der beiden Protagonisten im Vordergrund. Man hat schön gemerkt, dass es viele unausgesprochene Probleme zwischen den beiden gab, welche vielleicht gar nicht zu solch großen Problemen geworden wären, wenn die beiden mal darüber gesprochen hätten. Dazu kommt auch noch, dass ihre beiden Kinder auch Probleme haben und die Aufmerksamkeit ihrer Eltern fordern, sodass die beiden kaum noch Zeit für sich haben. Im Urlaub in Griechenland dagegen können die beiden ihren Alltag hinter sich lassen und lernen sich dort noch besser gegenseitig kennen.
Die beiden Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Viola hat Musik studiert und für ihre Kinder ihre aufsteigende Karriere als Klarinettistin aufgegeben. Sie arbeitet zwar als Lehrerin, aber sie würde selber gerne wieder auf die große Bühne. Man hat ihr sehr gut angemerkt, dass die Musik ihre große Leidenschaft ist und dass sie darunter leidet, dass ihr Mann Florian das leider nicht wirklich verstehen kann und sie nicht unterstützt. Florian dagegen ist Unfallchirurg, welcher durch seinen Job ziemlich am Limit kämpft. Sein Job verlangt ihm sehr viel ab und Zuhause möchte er einfach nur abschalten. Dass seine Frau gerne wissen möchte wie es ihm geht, versteht er leider nicht. Die beiden Charaktere waren mir so sympathisch, da jeder mit seinen eigenen Problemen kämpft, aber sie diese im Urlaub hinter sich lassen. Die beiden finden auf so eine süße Art wieder zusammen, dass ich die beiden einfach nur lieben konnte. Sie haben zwar beide ihre Macken, aber im Endeffekt passen sie perfekt zusammen und brauchen nur einander und keine anderen Personen. Einzig und allein das Ende ging mir etwas zu schnell, weshalb ich ein bisschen was an der Bewertung abziehen muss. Ich hätte mir gewünscht, dass man die Endphase der Entwicklung noch weiter mitverfolgen kann und das Ende sich aufgebaut hätte, anstatt direkt da zu sein. Die Autorin hat mein Herz zum Schmelzen gebracht und mich immer wieder herzlich lachen lassen. Das Buch bekommt von mir 4,5 von 5 Sternen.
Profile Image for Rosecarie.
427 reviews1 follower
September 3, 2020
Violas und Florians Ehe ist am Ende. Zu viel Routine und zu viele Enttäuschungen. Es geht nicht mehr. Sie beschließen, sich zu trennen. Alles läuft einwandfrei und ohne Stress, doch dann fällt ihnen der Urlaub nach Rhodos ein. Man kann ihn nicht canceln, also gehen sie ein letztes Mal zusammen in den Urlaub...

Die Geschichte beginnt mit einer Enttäuschung. Die melancholische, leicht depressive Stimmung des Anfangs hat mich voll runtergezogen, aber auch gefesselt. Die drückende Atmosphäre hat die Autorin ganz hervorragend hergestellt.

Eine Scheidung fühlt sich wie Versagen an. So wird es von der Gesellschaft betrachtet und so sind auch die Reaktionen der Menschen, denen Viola und Florian es erzählen (müssen). Sie müssen sich dafür rechtfertigen. Dabei finde ich ihre Entscheidung sehr mutig. Es ist traurig und sie mögen sich ja nach wie vor. Es reicht nur nicht mehr, um sich glücklich und nicht allein zu fühlen. Alle - vor allem ihre Kinder - sind erschüttert, aber was sie ihnen sagen, hat mich sehr berührt. Die Wahrheit kann nun mal weh tun... Was für eine blöde Situation...

Auf Rhodos haben die beiden nochmal die Chance, sich ineinander zu verlieben und beim Lesen hab ich mir so gewünscht, dass sie es nochmal hinkriegen. Aber eigentlich haben sie sich ja nicht ohne Grund für die Trennung entschieden. Man hat halt so eine romantische Vorstellung davon, dass es wieder gut wird, so perfekt, wie am Anfang. Aber vielleicht haben sie sich ja richtig entschieden und sie würden bei einem neuen Versuch nur wieder dasselbe durchmachen... Schwierig... Ich habs ihnen trotzdem gewünscht 😁

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und locker und schafft ein schönes Gegengewicht zum Ernst der Geschichte. Sie ist natürlich nicht ausschließlich ernst. Sie ist auch humor- und liebevoll und mit ganz viel Hoffnung geschrieben. Man spürt, dass die Geschichte mit ganz viel Herz geschrieben wurde. Ich hab mich einfach abgeholt gefühlt.

Ich fand es total gut, dass die Geschichte sowohl aus Violas als auch aus Florians Perspektive erzählt wird. Man erfährt so immer zwei Eindrücke derselben Situation. Die beiden sind liebevoll und authentisch gezeichnet. Ich mochte sie so gerne, genauso wie die Nebenfiguren auch.

In der kurzen Zeit auf Rhodos haben die beiden eine aufregende kleine Entwicklung durchlebt, mit Erkenntnissen und Einsichten, die mich auch ein bisschen zum Nachdenken angeregt haben... Eine Beziehung ist eben auch Arbeit und man muss sich anstrengen, um sie zu erhalten. Aber es ist auch in Ordnung, zu erkennen, dass kämpfen keinen Sinn mehr hat. Aber für eins von beidem muss man sich entscheiden.

Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt und war emotional total gefangen. Manchmal hab ich auch das ein oder andere Tränchen verdrückt. Das Buch war wirklich ein Volltreffer
135 reviews
May 24, 2020
„Wer, wenn nicht wir“ von Barbara Leciejewski handelt von Viola und Florian, die sich nach 25 Jahren Ehe und zwei Kindern voneinander entfernt haben. Nach außen hin werden sie als das perfekte Vorzeige-Ehepaar wahrgenommen, aber innerlich leben beide aneinander vorbei. Kurzerhand entscheiden sie einvernehmlich sich zu trennen und Florian zieht aus. Aber was passiert nun mit dem gemeinsam gebuchten Luxus-Urlaub auf Rhodos?

Wie das wunderschöne Cover schon vermuten lässt, handelt es sich hier um einen Liebesroman. Im Gegensatz zu einer klassischen Liebesgeschichte, wo sich zwei Menschen langsam kennenlernen und näherkommen, sind sich die beiden Protagonisten bereits sehr nah – immerhin haben sie zwei Kinder. Im ersten Teil des Buches wird die Trennung der beiden beschrieben. Die Autorin schafft es hervorragend, dass der Leser einen Einblick in die Gedankenwelt der beiden erhält. Schnell merkt man, dass nicht alles schwarz oder weiß ist, sondern auch in einer Beziehung Grautöne existieren. Der Umgang zwischen den beiden Protagonisten ist bemerkenswert und man merkt schnell, dass sie eine tiefe Verbindung haben, die sie aber zu schätzen verlernt haben.
Im zweiten Teil des Buches befinden sich beide (unabhängig voneinander) auf Rhodes und der Zufall nimmt seinen Lauf. Ich hatte zwischenzeitlich den Eindruck, als wolle das Schicksaal die beiden wieder zusammenführen. Mit Witz und Charme erzählt die Autorin von den Ereignissen und Flirtversuchen auf Rhodos. Besonders interessant fand ich es, wenn die Protagonisten selbst zu der Erkenntnis kommen, Fehler gemacht zu haben und sie merken, was sie eigentlich an dem anderen hatten. An der ein oder anderen Stelle war ich zu Tränen gerührt.

Am schönsten fand ich, dass man viele Themen die den beiden im Kopf rumgeistern bei sich selbst findet. Auch ich sollte vielleicht ab und an mal hinterfragen warum sich mein Partner verhält, wie er es eben tut. Ein bisschen mehr Verständnis schadet nie. Und zu schätzen was man an dem anderen hat, schaden sowieso nicht.

Alles in allem fand ich das Buch wirklich klasse. Der Schreibstil liest sich super kurzweilig und egal ob Witz, Drama oder Emotion – das Buch liefert genau die richtige Mischung. Ich kann es absolut weiterempfehlen.
Profile Image for Tauriel .
411 reviews5 followers
June 8, 2020
Urlaub auf Rhodos

Der Klappentext und das bezaubernde Cover hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht.Von dieser Autorin habe ich noch kein Buch gelesen.Sie hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil ,dadurch bin ich schnell in diese Geschichte gelandet.

Die Protagonisten Florian und Viola sind über 20 Jahre verheiratet und ihre Ehe befindet sich auf einem Tiefpunkt .
Florian,ein beruflich stark eingebundener Unfallchirurg ,möchte seine Arbeit nicht mit nach Hause nehmen um seine Ehefrau damit zu belasten.Dadurch wirkt er auf Viola abgeklärt und kühl.
Viola ,eine Lehrerin für Klarinette ,kann nicht nachvollziehen,das Florian so gar kein Interesse an ihrer musikalischen Entwicklung zeigt und sich lieber anderweitig ablenkt.
Beide wollen sie diese Situation ändern und streben eine Trennung an.Doch ein teurer Urlaub,der schon vor langer Zeit geplant war,macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.Statt den Urlaub auf Rhodos zu stornieren,versuchen sie in unterschiedlichen Hotelzimmern ihren Urlaub getrennt zu gestalten.Zu Anfang gelingt ihnen das in der großen Hotelanlage noch gut,doch es kommt immer wieder zu unverhofften Begegnungen.

Viola und Florian sind mir schon nach kurzer Zeit ans Herz gewachsen und ich fiebere von Seite zu Seite und kann nicht mit lesen aufhören und hoffe und bange.
Die Autorin schildert auf humorvolle Weise,wie die beiden Protagonisten dieses Dilemma lösen und es vielleicht wieder zu einer Annäherung kommen kann.
Es kommt zu berührenden Situationen die die Autorin eindrucksvoll beschreibt und es fühlt sich für mich ein bisschen wie Achterbahn fahren an.
Sehr gerne habe ich diesen emotionalen Roman gelesen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Fazit:Gut für zwischendurch zu lesen

Ganz herzlich danke ich dem Verlag und NetGalley für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars.
460 reviews2 followers
July 20, 2020
Viola und Florian sind mehr als zwanzig Jahre verheiratet. Doch inzwischen gibt es nicht mehr viele Gemeinsamkeiten und kaum noch Berührungspunkte. Sie trennen sich in der Hoffnung, mit jemand anderem nochmal neu anfangen zu können. Allerdings gibt es eine letzte Hürden: einen längst gebuchten und bezahlten Luxusurlaub, den sie nicht stornieren können. Und so treten sie diesen Urlaub noch einmal gemeinsam an.

Auf diese Geschichte habe ich mich sehr gefreut, weil ich bereits einige Bücher dieser wunderbaren Autorin kannte und sie mich alle sehr berührt hatten. Dies erhoffte ich mir also auch von diesem Buch.
Das Buch ließ sich sehr leicht und flüssig lesen. Die Beschreibungen waren deutlich und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Auch die Personen wurden lebendig und authentisch beschrieben. Ich konnte sowohl mit Viola als auch mit Florian prima mitfühlen, mich in sie hineinversetzen und ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehen. 
Die Geschichte hat mich unheimlich berührt, sie ging mitten ins Herz. Kann dieser vermeintlich letzte Urlaub für die beiden Protagonisten etwas Besonderes werden? Können sie vielleicht wieder zueinander finden? Es war unglaublich schön, die beiden zu begleiten und den Urlaub mit ihnen zusammen zu verbringen. Die Rückblicke auf die gemeinsame Vergangenheit war sehr schön und zeigte die Verbundenheit der beiden auf, aber auch, welche Fehler sie gemacht haben. Ich bin selbst viele Jahre verheiratet und konnte mich in so vielen Dingen und Gedanken selbst wiederfinden.

Diese Geschichte hat mich sehr berührt, einfach ein wundervolles Buch! Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Profile Image for SasaRay.
927 reviews5 followers
May 26, 2020
Bezaubernd emotional. Spürbar real. Absolut romantisch.
Leseerlebnis :
Wer, wenn nicht wir startet in einer eher bedrückenden Situation, die dem Leser einen ziemlich guten Einblick die Ehe der beiden Protagonisten Viola und Florian gibt. Die Geschichte wird aus den Perspektiven der beiden im Wechsel erzählt. Dadurch bekommt man zu beiden einen guten Bezug und ein Gefühl dafür, wo sie sich missverstanden fühlen, wodurch sie verletzt worden und was ihnen fehlt bzw. sie vermissen. Viola und Florian erhalten eine außerordentliche Tiefe und sind sehr gut ausgearbeitet. Die Nebencharaktere verleihen dem Buch zusätzlichen Charme und haben bei mir zu einigen Lachern geführt.
Im gesamten Handlungsverlauf werden die unterschiedlichen Gefühle extrem gut transportiert und sind deutlich spürbar. Es gab sogar einige Stellen bei denen ich ein oder zwei Tränchen vergossen habe.
Der Schreibstil von Barbara Leciejewski ist einfach bezaubernd, vereinnahmend und hat mich von Anfang an in ihre Welt entführt, wo ich mit ihr gemeinsam Rhodos erkundet durfte.
Fazit :
Die Geschichte von Florian und Viola bietet alles was eine Liebesgeschichte braucht und ist gleichzeitig so realitätsnah, dass sie mich komplett überzeugt hat.
113 reviews
May 19, 2025
Zwischen Trennungskrise und Urlaubschaos

Gleich das erste Kapitel trifft ins Schwarze: Es zeigt auf sehr authentische Weise, wie man sich im Alltag entfremden und regelrecht aneinander vorbeileben kann – bis der Partner oder die Partnerin plötzlich wie ein:e Fremde:r erscheint. Besonders gelungen: Der feine Humor, der vor allem in der Urlaubsszenerie aufblitzt. Die Beschreibung nerviger, völlig distanzloser Urlaubsbekanntschaften ist herrlich überzeichnet und gleichzeitig so realistisch, dass man beim Lesen schmunzeln muss.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, der Perspektivwechsel bringt Abwechslung und Tiefe in die Geschichte. Ein unterhaltsamer, kluger Roman über Beziehung, Krise und Kommunikation – mit genau dem richtigen Maß an Witz.

Meine Einschätzung: 4,5 von 5 Sternen
(Abgerundet auf 4 Sterne, falls halbe nicht möglich sind – minimale Abzüge nur, weil es rein inhaltlich nicht völlig überrascht, aber dennoch stark umgesetzt ist.)
Profile Image for Pocahontas.
214 reviews10 followers
May 28, 2020
Viola und Florian beschließen nach 20 jähriger Ehe sich zu trennen. Das einzige das sie noch verbindet sind die Kinder und die gemeinsame Wohnung. Der lang geplante Urlaub wird umgebucht, es kommt zu einigen Turbolenzen
Meinung
Die Geschichte lädt zum schmunzeln und Wohlfühlen ein. Sie ist locker leicht, so kurzweilig... man genießt sie, lässt sich in ihr Fallen, sie ist wie eine warme Decke an kalten Wintertagen. Die Autorin hat die griechische Herzlichkeit sehr Gut beschrieben, mir kam es vor als säße ich mit Viola und Co am Tisch auf Rhodos..
Früher hatten sie einander mit ihren kleinen Macken geknackt, doch in den letzten Jahren waren sie sich damit nur noch gegenseitig auf die Nerven gegangen. Sie liebten einander nicht mehr genug, um all ihre größeren und kleineren Unzulänglichkeiten mitzuliefern.
34 reviews
July 2, 2020
Mein erster Liebesroman - yay. Ausgelöst durch eine Trennung und den Wunsch es wohl irgendwie durch einen Liebesroman teilweise zu verarbeiten und das viele Parallelen zu meiner Geschichte zeigt.

Ein Paar, das sich trennt, obwohl es selbst nicht so genau weiß warum - die Liebe ist einfach weg - durch Worte, die nicht gesagt und Taten, die nicht getan wurden und ohne einem von beiden bewusst war, was dem anderen fehlt.
In einem gemeinsam gebuchten Urlaub, der zu teuer war und den sie nicht mehr stornieren können, kommen sie sich durch Eifersucht, Distanz und zufällige Nähe wieder näher.

Mit einigen Anekdoten können sich Leser in einer ähnlichen Situation sicherlich gut identifizieren. Vielleicht gibt es auch bessere Liebesromane - ich habe es jedoch zu dem richtigen Zeitpunkt gefunden und lesen dürfen.
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Profile Image for Martina Weiss.
537 reviews8 followers
July 10, 2022
Nachdem ich "Fritz und Emma" so sehr gemocht habe, war mir klar, dass ich nach und nach alle Bücher von Barbara Leciejewski lesen muss.
"Wer, wenn nicht wir" ist ein absoluter Wohlfühlroman rund um ein unwohliges Thema: Trennung nach 25 Jahren Beziehung.
Beim Lesen habe ich mich oft dabei ertappt, darüber nachzudenken, was ich alles doof mache in meiner Beziehung, wie oft man nicht mehr so aufmerksam ist... Opfer des Alltags?
Dieses Buch kommt daher wie eine Frischzellenkur. Ehe muss nicht zwangsläufig im Alltag versinken.
Leciejewski versteht es ganz wunderbar Menschen zu beobachten, dadurch gelingt es ihr immer wieder sehr glaubwürdige Charaktere zu erschaffen, die liebenswert menschlich sind mit all ihren guten Eigenschaften aber auch ihren kleinen Schwächen.
Ich mochte das Buch sehr und es hat mir - nebst Abba-Ohrwürmer - unterhaltsame Stunden geschenkt, und vor allem hat es mir meine beiden Rhodos Urlaube zurück gebracht. Perfekte Urlaubslektüre, die ich wärmstens empfehlen kann!
Profile Image for Kristin.
133 reviews6 followers
July 9, 2021
Ein tolles Buch! Es liest sich so locker-leicht und man ist die ganze Zeit so mittendrin, dass man immer weiter lesen möchte. Und das, obwohl es eigentlich kein schönes Thema ist. Schließlich geht es in dem Buch um ein Paar, dass sich nach vielen Jahren Ehe auseinandergelebt hat und sich einvernehmlich trennt. Wäre da doch nur nicht der bereits gebuchte gemeinsame Urlaub auf Rhodos ...

Man kann sich natürlich denken, in welche Richtung die Geschichte geht. Aber der Weg dahin war schön, mitzuerleben. Ein wirklich gutes Buch, um einfach mal abzuschalten.
Profile Image for Jessica.
22 reviews1 follower
April 1, 2022
3,5 Sterne. War angenehm zu lesen, ich bin nur so über die Seiten geflogen aber war nichts besonderes trotzdem eine schöne Story
Profile Image for Amelie.
194 reviews
September 26, 2023
Ein seichter schöner Roman
Ehrlich und nur am Ende kitschig
Aber auch teilweise etwas langweilig und zäh
Hatte trotzdem einige Momente wo ich den Tränen nah war
Overall ein schöner Roman
Profile Image for Dazehl.
137 reviews1 follower
February 9, 2024
4 ⭐ nett, unterhaltsam, etwas leichtes fürs Herz
15 reviews
May 16, 2024
Leider sehr primitives Buch…an sich romantische Idee, aber irgendwie super unrealistisch und primitiv verfasst..
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