Die Erde ist in ferner Zukunft unbewohnbar geworden. Die einzige Hoffnung der Menschheit sind drei riesige Generationenschiffe, die sich ein kosmisches Rennen zum nächsten habitablen Planeten liefern. Im Laufe der langen Reise haben sich die Besatzungen immer weiter auseinander entwickelt. Als sie plötzlich auf ein Raumschiffwrack treffen, entbrennt ein Konflikt zwischen den drei Schiffen, denn wer die Ressourcen des Wracks kontrolliert, kann das Rennen zur neuen Erde gewinnen. Aber niemand ahnt, was es mit dem toten Schiff wirklich auf sich hat …
T.S. Orgel ist das gemeinsame Pseudonym der Brüder Tom und Stephan Orgel.
Tom Orgel wurde im März 1973 in Görlitz geboren. Er ist Mediengestalter und diplomierter Grafik-Designer und arbeitete bereits als Dozent, Herausgeber und Redakteur eines Kunstmagazins und in der Art Direktion mehrerer Werbeagenturen. Heute lebt er mit Frau und Kind im Spessart und verdient sein Geld als selbständiger Grafik-Designer und Texter. Er bekämpft seinen Rollenspielentzug mit dem Schreiben von phantastischen Erzählungen.
Sein Bruder Stephan Orgel, Jahrgang 1976, ist Verlagskaufmann und hat Betriebswirtschaft studiert. Er lebt und arbeitet heute irgendwo in Hessen in der Verlagsbranche, unter anderem als Redakteur für ein Fachmagazin. Er ist begeisterter Rollenspieler und verbringt einen Großteil seiner Freizeit mit dem Schreiben von phantastischen Geschichten.
Mit "Behemoth" legen die Gebrüder Orgel einen "Generationen-Raumschiff"-Roman vor, der zwar nicht mit den großen Generationsraumschiff Romanen der SF ("Fahrt ohne Ende" von Brian W. Aldiss, "Die lange Reise" von Robert A. Heinlein oder "Aurora" von Kim Stanley Robinson; Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit) mithalten kann, ist aber durchaus für deutsche Verhältnisse ein achtbarer Band dieser Gattung. Der Grund für den Bau von drei Generationenraumschiffen, die zu einem bestimmten Stern fliegen sollen, liegt in einer Entdeckung auf dem Mars begründet, der genaue Inhalt dieser Entdeckung wird aber erst zum Schluss vollständig enthüllt. Vordergründig geht es in dieser verschachtelten Handlung um die Erschließung neuer Lebensräume für die verschiedenen Machtblöcke, die hinter dem Bau dieser drei Generationenraumschiffen stehen. Nach mehr als 100 Jahren sind diese Schiffe mehr oder weniger Wracks, insbesondere die "Tereschkowa", die durch einen Meteor sehr schwer beschädigt wurde, und deren Besatzung deshalb im Laufe der Zeit durch eine diktatorisches Regime drangsaliert wird. Eine Kommunikation zwischen den Schiffen wurde ausgesetzt und Vorurteile und blanker Rassismus gegenüber den beiden anderen Schiffen bilden sich im Laufe der 150 Jahren dauernden Reise heraus. Als ein unbekanntes Alien-Schiff entdeckt wird, beginnt ein Wettlauf, um in den Besitz dieses Schatzes zu kommen... Normalerweise bin ich sehr skeptisch, wenn Fantasy-Autoren sich an der SF versuchen, aber durch ihren Erstling "Terra", der mir damals gut gefallen hat, war ich etwas beruhigt. Der Spannungsbogen war für mich lange Zeit stetig ansteigend bevor es zum Schluss richtig zur Sache geht. Die Geschichte wurde langsam aufgebaut, Neugier wurde geweckt und man hat die Besatzungen der einzelnen Schiffe kennengelernt, die durch die Autoren hervorragend charakterisiert wurden. Zu Beginn gibt es noch zwei Zeitebenen, was sich allerdings recht schnell auflöst, da hier nur die Grundlage für die weitere Geschichte geschaffen wurde, wie bereits eingangs erwähnt. Ich fand die unterschiedlichen Ansätze für die einzelnen Schiffe sehr spannend und gut durchdacht. Man schaut von außen auf die Geschichte und beobachtet die Ereignisse, der Schreibstil der Autoren schafft es, dass man als Leser auch daran emotional beteiligt wird. Wir erfahren etwas über das Zusammenleben und der Gesellschaftsstruktur auf den einzelnen Schiffen. Sehr spannend wurde es für mich als die Menschen aus den jeweiligen Schiffen aufeinander getroffen sind. Hier geht es dann auch viel darum Vorurteile zu überwinden, die über den langen Zeitraum entstanden sind und seinen eigenen Verstand zu benutzen und nicht nur blind zu folgen. Die Geschichte an sich wird in diesem Buch mit einem halboffenen Ende abgeschlossen, es gäbe aber auf jeden Fall auch noch Raum für eine Fortsetzung, die ich selbstverständlich auch gerne lesen würde...
Nachdem ich letztes Jahr von Peterson Roman „Vakkum“ total überzeugt war, stand für mich jetzt der neue Science-Fiction Roman mit dem Titel „Behemoth“ vom Autorenduo T.S.Orgel an. In dem neuen Buch geht es um drei mächtige Generationsschiffe, die sich im Weltall befinden. Da die Erde nicht mehr bewohnbar ist, sind die Schiffe auf der Suche nach einem wohnbaren Planeten. Plötzlich treffen sie auf ihrer Reise auf ein Raumschiffwrack. Es beginnt ein Kampf zwischen den Fraktionen um das Schiffswrack und die darin enthaltenen Ressourcen. Doch niemand ahnt, was in diesem Schiff eigentlich lauert.
Trotz zahlreicher Figuren und Handlungsorte bin ich aufgrund eines Glossars am Ende des Buches problemlos in diesem Roman eingestiegen. Zudem begegnen dem Leser viele Neulogismen, die zum Glück auch erklärt werden.
Die Geschichte ist von den beiden Autoren grandios gestaltet worden. Man wird als Leser in eine recht fremde Welten geschmissen. Verschiedene Machtzustände, unterschiedliche Gesellschaftsstrukturen und ein Leben, das man sich als Leser*in nicht vorstellen kann. Den Autoren gelingt es in diesem Buch detailliert das Setting zu entwerfen. Besonders durch einen flüssigen und bildhaften Schreibstil konnte ich mir die Figuren und die Handlungsorte richtig gut vorstellen. Kopfkino war angesagt!
Außerdem sind die einzelnen Charaktere mit viel Liebe zum Detail entworfen worden. Manche wird man lieben, manche wird man eher hassen. Es herrscht ein ausgewogenes Verhältnis und ich finde toll, dass jede der Figuren eine besondere Charaktereigenschaft aufweist. Spannungstechnisch ist das Buch richtig gut konzipiert worden. Auch wenn es an manchen Stellen zu ruhigen Momente gekommen ist, fand ich, dass sonst eine hohe Spannung vorlag, die fast einem hollywoodreifen Film ähnelt. Die Kapitel wurden zudem meist mit einem miesen Cliffhanger beendet, wodurch es mir des Öfteren schwergefallen ist, das Buch aus der Hand zu legen. Ich wollte immer mehr erfahren, was es wirklich mit diesem Schiff auf sich hat.
Fazit: Mit ihrem neuem Buch „Behemoth“ entwickelt das Autorenduo einen rasanten und hochspannenden Science-Fiction Roman, den man schlecht aus der Hand legen kann. Durch bildhafte Beschreibungen und einen flüssigen Schreibstil kann man nur durch das Buch durchfliegen. Klare Leseempfehlung!
Mir hat das Buch vor allem am Anfang sehr viel Spaß gemacht, wahrscheinlich hatte ich vorher wieder zu viele dystopische Kurzgeschichten gelesen und so fand ich das Buch erfrischend: die Beschreibung des Mars, der Raumfahrt, Oumuamua kommt auch vor, ich fand das toll. Mit fortschreitender Lektüre wurde ich dann allerdings kritischer: bei Romanen an Bord von Generationenraumschiffen ging mir Kim Stanley Robinsons “Aurora” durch den Kopf, das schon eine andere Kategorie ist. Unterschiedliche Gesellschaftsformen auf diesen Raumschiffen fand ich bei Robert Corvus besser (“Feuer der Leere” und “Das das Imago Projekt”) und ohnehin war ich enttäuscht darüber, dass auf dem fremden Raumschiff zu wenig kommt. Ich denke, dieser Roman ist eigentlich der Auftakt zu einer Trilogie, es wird uns nur verheimlicht, vielleicht weil die Fortsetzung erst bei erfolgreichem Verkauf des ersten Bandes genehmigt wird. Nur so ergibt es Sinn, dass über die Erbauer des entdeckten Raumschiffes nichts erzählt wird (ok, Arthur C. Clarke hat das bei “Rama” genauso gemacht). Natürlich ist es auch eine Geschichte über die Dämonisierung des Fremden, wenn die Besatzungen des einen Raumschiffes sich lauter schlimme Dinge über die Leute aus den anderen Raumschiffen erzählt, aber - wer hätte das gedacht - ein paar vernünftige Menschen finden sich immer. Ganz kurzes Fazit: Flott geschrieben, spannend erzählt. Das Buch hätte aber noch ein paar originelle Ideen gebraucht und hält in der zweiten Hälfte nicht ganz das, was es am Anfang versprochen hat. Habe trotzdem aufgerundet :-)
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Ich gebe 4 Sterne, weil mich das Buch über fast 600 Seiten gut bis sehr gut unterhalten hat. Es hat eine gute Prämisse, nur leider werden die offenen Fragen nicht wirklich befriedigend beantwortet. Eines der entscheidenden Kapitel trägt den Titel "Deus Ex Machina". Das zeigt für mich sehr deutlich, dass die Autoren am Ende keine logischen Lösungen für ihre aufgeworfenen Probleme gefunden haben. Sie machen es sich zum Schluss sehr einfach. Das ist etwas schade. Für mich sind die letzten 50 Seiten aber nicht entscheidend. Die 500 davor waren nämlich super.
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In „Behemoth“ von T. S. Orgel geht es um drei Generationenschiffe im Kampf um neue Ressourcen als sie nach 150 Jahren ein verlorenes Raumschiff entdecken. Die Space-Opera ist im Mai 2021 bei Heyne erschienen.
Als das Leben auf und um die Erde herum immer unwirtlicher wird, werden drei Generationenschiffe ins Weltall auf die Such nach einem habitablen Planeten entlassen. Schon von Beginn an setzt jedes Schiff auf eine eigene besondere Eigenschaft und im Laufe ihrer langen Reise haben sich die Besatzungen auseinander entwickelt. Als dann ein Raumschiffwrack entdeckt wird, entbrennt ein erbitterter Kampf. Die 150jährige Reise durchs All ist nicht spurlos an den Schiffen vorbeigegangen und es werden dringend neue Ressourcen benötigt, gleichzeitig wissen die Menschen allerdings nicht, was sie auf dem Wrack erwartet.
Ich war sofort neugierig auf dieses Buch als ich es in der Vorschau entdeckt habe. Das mit dem Wrack im All und dem nicht Wissen, was einen erwartet klang unheimlich und Menschen, die sich auseinander entwickelt haben, klang auch spannend. Andererseits wusste ich nicht so recht, ob es das richtige Buch für mich ist, weil es auch nach langer Reise durchs Weltall auf einem Raumschiff klang. Den ausschlaggebenden Punkt zum Lesen hat tatsächlich die Tatsache gegeben, dass es in diesem Buch zum Thema Leben mit nur einem Auge ein Sensitivity Reading gab. Der Schreibstil des Autorenduos hat mir gefallen. Ich war schnell in der Geschichte drin und konnte mir die verschiedenen Schauplätze gut vorstellen. Ich persönlich empfand das Buch nicht als allzu technisch oder wissenschaftlich. Ein gewisses Grundinteresse sollte für diese Themen vorhanden sein, aber es ist nichts dabei, was man sich nicht mit ein bisschen Fantasie gut vorstellen kann. Der Spannungsbogen war für mich lange Zeit relativ gleichbleibend bevor es zum Schluss richtig zur Sache geht. Die Geschichte wurde langsam aufgebaut, Neugier wurde geweckt und man hat die Besatzungen der einzelnen Schiffe kennengelernt. Zu Beginn gibt es noch zwei Zeitebenen, was sich allerdings recht schnell auflöst, da hier nur die Grundlage für die weitere Geschichte geschaffen wird. Ich fand die unterschiedlichen Ansätze der einzelnen Schiffe sehr spannend und möchte hier noch nicht zu viel verraten. Das Autorenduo hat hier ein bisschen mit der Erwartungshaltung des Lesers gespielt und dadurch wirkt es zum Teil etwas klischeehaft. Um hier nur ein Beispiel zu nennen: Eines der Schiffe heißt Tereschkowa und dieses Raumschiff ist nach 150 Jahren im All ein Schrotthaufen, bei dem man sich wundert, dass da überhaupt noch was funktioniert. Es gab für mich bei diesem Buch mehrere Personen, mit denen ich mitgefiebert habe, ich habe mich aber mit niemanden besonders verbunden gefühlt. Wir gucken von außen auf die Geschichte und beobachten die Ereignisse und sind an diesen beteiligt. Wir erfahren etwas über das Zusammenleben und der Gesellschaftsstruktur auf den einzelnen Schiffen. Sehr spannend wurde es für mich als die Menschen aus den jeweiligen Schiffen aufeinander getroffen sind. Hier geht es dann auch viel darum Vorurteile zu überwinden, die über den langen Zeitraum entstanden sind und seinen eigenen Verstand zu benutzen und nicht nur blind zu folgen. Assa wird mir wahrscheinlich mit am meisten in Erinnerung bleiben, weil mich ihre Witze immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben und diese die Geschichte ein wenig lockerer gemacht haben. Bei Assa sind wir beim Thema Sensitivity Reading angekommen. Assa hat nur ein Auge, benutzt aber zeitweise ein bionisches Auge. Ich denke schon, dass das Sensitivity Reading etwas zur realistischeren Darstellung beigetragen hat, kann hier aber nur von meinem Gefühl ausgehen, da ich selber nicht betroffen bin. Es gab auf jeden Fall einige Szenen, wo ich mir gut vorstellen kann, dass diese durchs Sensitivity Reading verbessert wurden. Das Buch hat ein halboffenes Ende. Die Geschichte an sich wird in diesem Buch abgeschlossen, es gäbe aber auf jeden Fall auch Raum für ein weiteres Buch. Ich hätte auf jeden Fall noch einige offene Fragen, die mich interessieren würden. Man kann das Buch allerdings auch gut alleine stehen lassen. Einiges wurde, denke ich, bewusst nicht ganz klar beantwortet, damit man seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Am Ende des Buches gibt es ein Personenverzeichnis und ein Glossar zu wichtigen Begrifflichkeiten. Ein ausführliches Nachwort gibt es nicht, was noch mal mehr zeigt, finde ich, dass es hier nicht zu technisch oder wissenschaftlich zugeht, sonst hätte man dazu sicher noch mehr in einem Nachwort zu lesen können.
Fazit: Eine interessante Geschichte, die einen weit in die Zukunft führt und das Leben auf drei unterschiedlichen Raumschiffen zeigt. Ein Buch, dass mit der Erwartungshaltung der Leser spielt und in Sachen diverser Repräsentation einiges zu bieten hat. Empfehlenswert für alle, die Space Operas mögen und die, die es noch werden wollen.
Ein Konflikt zwischen drei Generationen Raumschiffen mitten im Weltall. Es ist die uralte Konkurrenz der Systeme von Erde, Mars und Luna. Die Erde wurde sterbend zurückgelassen, und jedes Schiff hat verschiedene Ansätze das Ziel zu erreichen. Das Schiff vom Mond besteht nur aus einer minimalen Besatzung-da alle im Kälteschlaf sind, das Erdschiff hat sich zum einem perfekten totalitären Staat mit genmanipulierter Bevölkerung entwickelt und das Schiff vom Mars fliegt schwer beschädigt mehr schlecht als recht dem Ziel entgegen. Mit dem Kontakt mit einem Alienschiff brechen alte Konflikte auf und Intrigen und Pläne zum eigenem Überleben nehmen unverhofft an Fahrt auf. Ein sehr gelungener Roman der auf jeden Fall eine Fortsetzung gut einleiten könnte.👍
Im Frieden kann so wohl nichts einen Mann als Demut und bescheidene Stille kleiden; Doch bläst des Krieges Wetter euch ins Ohr, dann ahmt den Tiger nach, in seinem Tun.
Es war so easy dieses Buch zu lesen. Man wurde einfach mit in die Story gerissen, auch wenn man sich Anfangs nicht vorstellen konnte, dass alle Handlungsstränge wirklich irgendwann zusammen finden würden.
Sie taten es natürlich. Und das war wirklich äußerst interessant. Und es gab echt Wendungen mit denen ich niemals gerechnet habe und ich werde wahrscheinlich nie wieder Drucker so sehen wie bisher.
Das Ende wirkte etwas gehetzt aber ich kann damit leben. Vielleicht gibt es irgendwann einen zweiten Teil, in dem man den "nächsten Schritt" sieht.
Ich muss gestehen, zwischendurch war ich ein wenig von der Vielfalt der gleichzeitig ablaufenden Handlungen erschlagen und musste das eine oder andere Mal zurückblättern und aufmerksamer lesen. Aber am Ende hat sich alles zusammen gefügt, wobei ich hoffe, dass es noch nicht das Ende ist.
„Behemoth“ ist der zweite Science Fiction-Roman der Gebrüder Orgel und ich war ehrlich gespannt, was sie sich dieses Mal haben einfallen lassen.
Der Klappentext klang sehr vielversprechend und die ersten 200 Seiten haben mich komplett eingesogen. Habe ich in meiner Rezension zu ihrem ersten Scifi-Werk Terra noch bemängelt, dass mir die Figuren zu distanziert wirkten, passte hier einfach jede Figur total gut. Die ersten 200 Seiten waren einfach rundum stimmig. Die Figuren waren vielschichtig und interessant. Das Worldbuilding – absolut top. Überhaupt glänzen die beiden Autoren beim Thema Worldbuilding und schaffen mit ihren geschriebenen Worten eine in sich schlüssige Welt und eine beeindruckende Atmosphäre. Die Szene auf dem Mars hatte einen angenehmen Gruselfaktor, den ich gar nicht erwartet hatte.
Was mir wirklich sehr gefallen hat ist die Tatsache, dass die Figuren fast durchweg nicht die stereotypisch weißen Männer waren, sondern wir mit Laohu einen Chinesen, mit Rangi einen Maori, mit Assa eine lesbische Figur präsentiert bekommen. Diesen Figuren bin ich wahnsinnig gern durch die Geschichte gefolgt. Ebenso Tiali und Helen Hopper. Jede davon war sehr ausgefeilt und glaubhaft und vor allem sympathisch.
Auf allen 3 Weltenschiffen haben sich verschiedene Gesellschaften entwickelt. Während auf der Zheng He die Menschen abhängig von ihren Genen entsprechend der chinesischen Tierkreiszeichen in Schichten kategorisiert leben, herrscht auf der Tereschkova diktatorisches Chaos. Auf dem dritten Schiff, der Venta Chitru gibt es nur eine rudimentäre Crew von ca. 200 Menschen, während die restlichen Passagiere im Kälteschlaf liegen. Auf allen 3 Weltenschiffen haben sich schräge Ansichten über die Bewohner der anderen Schiffe verbreitet. Gerüchte, die nur teils korrekt waren, aber dazu beitrugen, dass zwischen den Bewohnern der 3 Schiffe eine ausgeprägte Rivalität herrschte und jede Figur mit eigenen Vorurteilen auf die andere traf.
Leider konnten die Autoren das hohe Niveau der ersten Hälfte nicht durchgehend halten. Als die 3 Weltenschiffe auf die Behemoth stoßen und ihre Shuttle entsenden, sackte es für mich sehr ab. Die Figuren verlieren an Farbe, die Handlungen und Aussagen sind teils widersprüchlich und die Actionszenen mögen in Filmen funktionieren, aber nicht für mich im Buch.
Es gab einige Szenen, die für mich als Leserin in sich nicht schlüssig waren und wo sich mir die Frage nach dem offensichtlichen elephant in the room stellte, der einfach ignoriert wurde.
Dazwischen glänzte aber immer wieder das Worldbuilding und es gab auch ruhigere Passagen, wo die volle Bandbreite der Figuren wieder richtig zum tragen kam. Besonders die Dialoge zwischen Laohu und Tiali stachen dabei hervor.
Das große Finale am Ende brachte einige Wendungen, die nicht direkt absehbar waren, aber auch hier haben mich die Actionszenen zu sehr aus dem Lesefluss herausgerissen. Die haben für mich einfach gar nicht funktioniert.
Insgesamt bekam ich auch hier bei diesem Buch starke Expanse-Vibes, was auch schon bei „Terra“ der Fall war. Besonders die Entwicklung der Menschen auf Mond und Mars in einem Rückblickkapitel, die physischen Besonderheiten und die sich entwickelte Sprache aus der Vielfalt der mitgebrachten Sprachen, haben diesen Eindruck verstärkt. Was aber natürlich kein Kritikpunkt ist, denn genau solche Dinge mag ich an guter Scifi sehr gern.
Fazit: Alles in allem lässt mich „Behemoth“ mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Bis zum Treffen der Figuren auf dem Alienschiff war das Buch wirklich große Klasse und versprach sehr viel. Leider ging es ab da dann holprig abwärts. Das fand ich persönlich sehr schade, denn wäre das Niveau gleichgebelieben, wäre dieser Roman ein neues Lesehighlight geworden. Leseempfehlung – ja, kann man lesen. Ist unterhaltsam. Hat aber für mich deutliche Schwächen.
Wenn drei Generationenschiffe eine Reise tun, dann haben sie was zu erzählen
Drei Jahre nach TERRA haben Tom und Stephan Orgel eine weitere Science-Fiction Geschichte veröffentlicht. Sie haben also schon bewiesen, dass sie nicht nur Fantasy können und zeigen mit Behemoth, wie schwierig es für die Menschheit sein kann, wenn sie sich auf zu den Sternen machen muss.
In Behemoth geht es um den Versuch der Menschheit mit drei Generationenschiffen einen neuen bewohnbaren Planeten zu erreichen. Das Ziel der Schiffe ist gleich, da es der Ursprungsort eines außerirdischen Artefaktes ist, das im 22. Jahrhundert auf dem Mars entdeckt wurde. Jedoch unterscheiden sich die drei Schiffe nicht nur durch ihre Herkunft von Erde, Mond und Mars, sondern auch durch ihre Besatzung, die unterschiedlicher kaum sein kann. Als man schließlich ein Raumwrack ortet, auf dem sie dringend benötigte Rohstoffe vermuten, kommt es nach fast 20 Jahren zum ersten direkten Kontakt zwischen den Besatzungen.
Ein sehr spannendes Setting, das sich dem Leser präsentiert und das sehr schnell Wendungen vollzieht, die man nie hätte vorhersehen können. Die Handlung wird aus Sicht unterschiedlicher Besatzungsmitglieder der drei Schiffe erzählt. Die Charaktere sind interessant, man kann sich gut in sie hineinversetzen und es bringt Spaß, mit ihnen die Abenteuer in den Tiefen des Weltalls zu durchleben. Auf den Auslöser der Geschichte, das außerirdische Wrack, das die Zukunft der Menschheit in anderen Bahnen lenkt, muss man sich einlassen und kann sich darüber hinaus an den Interaktionen auf und zwischen den Generationenschiffen erfreuen. Realistisch sind die Besatzungen aus genetisch veränderten Chinesen, russischen Mondbewohnern und ozeanisch/afrikanisch stämmigen Marsbewohnern zusammengestellt.
Ich habe die erste Hälfte des Buches sehr genossen. Die Vorgeschichte ist interessant und spannend und die Charaktere und ihre Erlebnisse auf den Schiffen sind hervorragend erzählt. Eine tolle Space Opera Geschichte zum Genießen. Doch dann nimmt die Handlung erst so richtig Fahrt auf, als das treibende Wrack geortet wird und mit seinen Geheimnissen völlig Neues offenbart. Die Überraschungen nehmen zu, die Charaktere interagieren mehr und auf das Ende wäre ich selbst nie gekommen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen und wollte wissen, wohin der Weg führt.
Ein rundum gelungener Science-Fiction Roman, der mich in seinen Bann ziehen und überraschen konnte. Er zeigt eine realistische Zukunftsvision, die nur ein bisschen durch außerirdischen Einfluss beeinflusst ist, präsentiert eine epische Reise dreier unterschiedlich geprägter Generationenschiffe und bietet eine gelungene Mischung aus Spannung, Action, Humor und Charakterentwicklung. Ein Buch für jeden, der sich gerne in die Tiefen des Alls entführen lässt, eine Leseempfehlung für Fans der Autoren, die vielleicht bisher nur die Fantasy-Bücher der beiden kennen.
Die Erde ist nicht mehr bewohnbar, 3 Generationsschiffe sind im All auf der Suche nach bewohnbaren Planeten. Auf ihrer Suche treffen sie auf ein Wrack eines Raumschiffs – augenscheinlich ausserirdischer Herkunft. Während niemand ahnt, was es mit diesem Raumschiff wirklich auf sich hat, entfacht schnell ein erbitterter Kampf um die vermutlich letzten verbliebenden Ressourcen.
Wieso ich dieses Buch lesen wollte: Ich habe auf anderen Blogs Rezensionen dazu gefunden und der Klappentext sprach mich sofort an. Es war mein erster Ausflug in Richtung Space Opera und Hard Science Fiction.
Geschichte: Die Idee um die 3 Raumschiffe gefiel mir vom Klappentext her sofort – in der Geschichte selbst habe ich ziemlich lange gebraucht um die Zusammenhänge zu verstehen. Warum sind die 3 unterwegs, wer hat sie losgeschickt und warum 3 verschiedene, warum fliegen nicht alle zusammen. Die losen Fäden, die die Autoren gespannt haben ziehen sich durch das ganze Buch – ich als SciFi Anfänger hatte so meine Probleme damit, dem ganzen zu folgen. Ich lese normal eher seichtere Unterhaltung – hier musste ich meine 7 Sinne schon beisammen halten.
Charaktere: Charaktere wurden sehr viele ins Spiel gebracht. Anfangs zuviele für mich. Ich war restlos überfordert da es die Perspektiven der Generationenschiffe gab und dann unterschiedliche Zeitebenen. Habe sehr viel mitgeschrieben am Anfang um den Überblick zu behalten. Die Charaktere selbst haben mir aber ausnahmslos gut gefallen. Auf jedem der drei Schiffe gab es total unterschiedliche Rassen, sehr unterschiedliche Typen, die sehr gut skizziert waren und glaubhaft rüberkamen.
Atmosphäre: Die Atmosphäre war wirklich atemberaubend. Jede Begebenheit war toll beschrieben und ich habe mich direkt in die Szenen hinein versetzt gefühlt. Die eigenen Raumschiffe, das fremde Raumschiff ich habe an den Seiten geklebt und habe mich einfach treiben lassen. Absolut genial!
Spannung: Mit der Spannung hat es für mich etwas gedauert. Am Anfang wurden die Schiffe erklärt und das Leben auf den Selbigen. Dann im Mittelteil kam für mich so ein Part wo ich es ziemlich langatmig fand – es passierte nicht viel bzw verstand ich das was passierte nicht. Erst zum Ende hin – letztes Drittel etwa – haben die Spannung und auch das Tempo enorm angezogen. Dinge wurde erklärt, ich habe Anschluss bekommen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Spannung bleibt dann auch bis zur letzten Seite erhalten.
Fazit: Mit Behemoth bekommt ihr einen atmosphärisch sehr starken Science Fiction Roman. Ein toller Schreibstil mit spannenden Charakteren tun ihr übriges. Wer in dem Genre zu Hause ist tut sich sicher nicht schwer mit ein paar Personen und Zeitebenen. Die Story wurde wirklich sehr spannend und ich kann sie guten Gewissens weiter empfehlen.
Die Erde ist nicht mehr bewohnbar, 3 Generationsschiffe sind im All auf der Suche nach bewohnbaren Planeten. Auf ihrer Suche treffen sie auf ein Wrack eines Raumschiffs – augenscheinlich ausserirdischer Herkunft. Während niemand ahnt, was es mit diesem Raumschiff wirklich auf sich hat, entfacht schnell ein erbitterter Kampf um die vermutlich letzten verbliebenden Ressourcen.
Wieso ich dieses Buch lesen wollte: Ich habe auf anderen Blogs Rezensionen dazu gefunden und der Klappentext sprach mich sofort an. Es war mein erster Ausflug in Richtung Space Opera und Hard Science Fiction.
Geschichte: Die Idee um die 3 Raumschiffe gefiel mir vom Klappentext her sofort – in der Geschichte selbst habe ich ziemlich lange gebraucht um die Zusammenhänge zu verstehen. Warum sind die 3 unterwegs, wer hat sie losgeschickt und warum 3 verschiedene, warum fliegen nicht alle zusammen. Die losen Fäden, die die Autoren gespannt haben ziehen sich durch das ganze Buch – ich als SciFi Anfänger hatte so meine Probleme damit, dem ganzen zu folgen. Ich lese normal eher seichtere Unterhaltung – hier musste ich meine 7 Sinne schon beisammen halten.
Charaktere: Charaktere wurden sehr viele ins Spiel gebracht. Anfangs zuviele für mich. Ich war restlos überfordert da es die Perspektiven der Generationenschiffe gab und dann unterschiedliche Zeitebenen. Habe sehr viel mitgeschrieben am Anfang um den Überblick zu behalten. Die Charaktere selbst haben mir aber ausnahmslos gut gefallen. Auf jedem der drei Schiffe gab es total unterschiedliche Rassen, sehr unterschiedliche Typen, die sehr gut skizziert waren und glaubhaft rüberkamen.
Atmosphäre: Die Atmosphäre war wirklich atemberaubend. Jede Begebenheit war toll beschrieben und ich habe mich direkt in die Szenen hinein versetzt gefühlt. Die eigenen Raumschiffe, das fremde Raumschiff ich habe an den Seiten geklebt und habe mich einfach treiben lassen. Absolut genial!
Spannung: Mit der Spannung hat es für mich etwas gedauert. Am Anfang wurden die Schiffe erklärt und das Leben auf den Selbigen. Dann im Mittelteil kam für mich so ein Part wo ich es ziemlich langatmig fand – es passierte nicht viel bzw verstand ich das was passierte nicht. Erst zum Ende hin – letztes Drittel etwa – haben die Spannung und auch das Tempo enorm angezogen. Dinge wurde erklärt, ich habe Anschluss bekommen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Spannung bleibt dann auch bis zur letzten Seite erhalten.
Fazit: Mit Behemoth bekommt ihr einen atmosphärisch sehr starken Science Fiction Roman. Ein toller Schreibstil mit spannenden Charakteren tun ihr übriges. Wer in dem Genre zu Hause ist tut sich sicher nicht schwer mit ein paar Personen und Zeitebenen. Die Story wurde wirklich sehr spannend und ich kann sie guten Gewissens weiter empfehlen.
Eine sehr angenehme Überraschung. Ein Action-Science-Fiction-Thriller mit vielen interessanten Ideen und einer gut entwickelten Geschichte und Handlungswelt.
Mir gefiel die Prämisse von drei im Kern unterschiedlichen Mehrgenerationenschiffen, mit spezifischen Besatzungen und Technologien, die durch den Weltraum reisen, mit dem Ziel, ein neues Sonnensystem zu kolonisieren. Jedes Team verfolgt eine andere Philosophie und geht mit einer anderen Strategie vor.
Die asiatische Besatzung ist mit ihrer Technologie auf dem neuesten Stand. Aber das Kastensystem und die genetische Manipulation wirken abschreckend. Das russische Raumschiff ist nach allen anderen Maßstäben ein rückständiges Wrack, das sich in einem schlechten technischen Zustand befindet und immer Gefahr läuft, auseinanderzubrechen. Aber sie zeichnet sich durch ihre Improvisationsfähigkeit aus.
Es gibt für alles Vor- und Nachteile.
Mir gefielen im Buch die Verwendung der Nanotechnologie, die Hinweise auf die Überreste unbekannter Zivilisationen, auch die Actionszenen waren überzeugend.
Insgesamt ist dies eine unterhaltsame Lektüre, die Science-Fiction-Leser nicht enttäuschen, sondern begeistern wird. Ich kann das Buch sehr empfehlen und bewerte es positiv.
Auch wenn Behemoth keine Fortsetzung von Terra ist, so liegen die Überschneidungen auf der Hand. Der Mars ist nach erfolgreichem Terraforming besiedelt, die Erde zunehmend verheert und vergiftet und der Mond nicht in der Lage, die Bedürfnisse nach Rohstoffen zu decken. Es muss eine andere Lösung her und drei gewaltige Raumschiffe werden von Erde, Mond und Mars gebaut und begeben sich auf eine 150-jährige Reise. Das sich die Gesellschaften auf den Schiffen unterschiedlich entwickeln, ist absehbar, doch bei weitem nicht das einzige Problem der Weltraumreisenden. Es war eine spannende Reise, auf die mich die Autoren mitgenommen haben. Die Stimmungen auf den drei Schiffen haben sich deutlich voneinander unterschieden, die Charaktere waren nachvollziehbar und die Atmosphäre rund um das tote Schiff verstand, mich zu überraschen und zu beeindrucken. Aus meiner Sicht eine runde Sache und ein Buch, das ich absolut an alle mit grenzenlosem Fernweh weiterempfehlen kann.
Das Buch beginnt relativ stark - es gibt verschiedene Handlungsstränge, jeder für sich spannend im Aufbau und gut nachvollziehbar von der jeweiligen Zeit und Location geprägt.
Wenn klar wird, woher das Buch seinen Titel bezieht, beginnt das Buch langsam ins Merkwürdige abzudriften. Und dann ist es auch schon wieder fast zu Ende (ein Ende, welches ich eigentlich ganz in Ordnung finde).
Für zwischendurch ist das Buch durchaus zu empfehlen, aber aus der Grundidee selbst hätte man (nicht ich) viel mehr machen können - zumindest hätte ich es mir gewünscht.
Teilweise merke ich, dass es wohl besser wäre, auch etwas beim Lesen 'sehen' zu können. Ich glaube, hier wäre diese Komponente ganz hilfreich fürs Verständnis. Aber davon abgesehen eine schöne Geschichte - wann kommt die Fortsetzung?
3.5 -- Der Anfang war sehr gut, am ende ist es ein bisschen abgedreht, aber ich will nicht behaupten, dass es mir nicht gefallen hat. Sehr spannend auf jeden Fall.
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