1942. Der Zweite Weltkrieg tobt über Europa. Die Herstellung von Rüstungsgütern hat Vorrang vor allem. In Deutschlands größtem Stahlwerk, der Germania Metall Union in Duisburg, läuft die Stahlproduktion auf Hochtouren.
Ein Unbekannter ermordet innerhalb weniger Wochen mehrere Arbeiter und Angestellte des Stahlwerks. In der Belegschaft rumort es. Viele Arbeiter weigern sich, in entlegenen Bereichen des Werks zu arbeiten. Nachtschichten können nicht besetzt werden, die Produktion ist in Gefahr. Das Rüstungsministerium zeigt sich besorgt. Wer ist der Täter? Ist es ein Psychopath oder handelt es sich um eine subtile Form der Sabotage?
Werkschutz und Polizei sind mit der Situation überfordert. Die Werksleitung entschließt sich daher zu einem ungewöhnlichen Schritt. Sie beauftragt den Zwangsarbeiter Jarek Kruppa, vor dem Krieg Kriminalkommissar in Warschau, nach dem Mörder zu suchen.
Kruppa stellt schnell fest, dass das Stahlwerk der perfekte Ort für einen Serienmörder ist. Er taucht tief ein in die dunklen Hallen, kilometerlangen Tunnel und tiefen Keller des riesigen Stahlwerks. Schließlich kommt er hinter das Geheimnis des Mörders – und wird vom Jäger zum Gejagten.
Dieser historische Thriller führt uns nicht nur in die Zeit der zweiten Weltkriegs in Deutschland und zeigt auf, unter welchen Umständen die deutsche Bevölkerung zurecht kommen musste, sonder sondern berichtet auch neben der Aufklärung einer Mordserie in einem Stahlwerk in Duisburg sehr detailliert über die Abläufe bei der Stahlproduktion (über die ich vor diesem Buch rein gar nichts wusste).
Noch ein wenig interessanter wurde die Geschichte, weil der Ermittler ein polnischer Zwangsarbeiter im Stahlwerk ist, der in seiner Vergangenheit in Polen ein sehr erfolgreicher Kriminalkommissar war. Der Leiter des Stahlwerks steht zum einen unter Druck, weil die Morde die Produktivität des Werks beeinträchtigen. Zum anderen gibt es natürlich jede Menge Schiebereien und Korruption, von denen immer auch der Werksleiter profitiert. Und falls das Wissen darum an den falschen Stellen landete, würde ihm das das Genick brechen. Daher steht dem Polen Jarek Kruppa ein wahrer Tanz auf dem Vulkan bevor, der ihm jederzeit das Leben kosten kann. Wir Leser verfolgen Jarek und den Leiter des Werkschutzes, Paul Schöppke, bei den Ermittlungen, die sich trotz ausgiebiger Infodumps über die Stahlproduktion (die mich persönlich nicht gestört haben) immer wieder sehr spannend gestalten. Auch gelingt es dem Autor, eine Atmosphäre aufzubauen, die mich das rotglühende, geschmolzene Eisenerz richtiggehend hat sehen und die Hitze hat spüren lassen.
Alles in allem war das Buch eine positive Überraschung für mich und ich vergebe 4 Sterne.
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This historical thriller not only takes us back to the time of the Second World War in Germany and shows us the circumstances under which the German population had to cope, but also gives a very detailed account of the processes involved in steel production (which I knew absolutely nothing about before reading this book) in addition to the investigation of a series of murders in a steelworks in Duisburg.
The story became even more interesting because the investigator is a Polish forced labourer at the steelworks, who was a very successful detective inspector in Poland in his past. On the one hand, the manager of the steelworks is under pressure because the murders are affecting the plant's productivity. On the other hand, there is of course a lot of racketeering and corruption, from which the plant manager always benefits. And if the knowledge of this ended up in the wrong places, it would break his neck. Jarek Kruppa from Poland therefore faces a real dance on the volcano that could cost him his life at any time. We readers follow Jarek and the head of plant security, Paul Schöppke, in their investigations, which are always very exciting despite extensive info dumps about steel production (which didn't bother me personally). The author also succeeds in creating an atmosphere that made me really see the red-hot, molten iron ore and feel the heat.
All in all, the book was a positive surprise for me and I give it 4 stars.
ICH. LIEBE. ES. Eins der besten Bücher die ich dieses Jahr gelesen habe, ich muss mir das selbst kaufen und nochmal lesen damit ich ganz viele Notizen machen kann!
Worum geht’s? 1942: Im Stahlwerk der Germania Metall Union bei Duisburg wird Stahl für die Rüstungsindustrie hergestellt. Das Werk ist riesig, mehrere tausend Menschen arbeiten dort, u.a. Zwangsarbeiter. Innerhalb weniger Wochen werden mehrere Arbeiter ermordet und Angst macht sich breit. Keiner ist mehr bereit, Überstunden oder Nachtschichten zu schieben. Ist ein Serienmörder am Werk oder versucht ein Saboteur, die Produktion lahmzulegen?
Meine Meinung: Christian Piskulla hat bereits mehrere Fachbücher veröffentlicht. Mit seinem Debüt „Das Stahlwerk“ schreibt er seinen ersten historischen Thriller - in meinen Augen ein absoluter Erfolg! Ich hatte zuvor bereits seinen Thriller über den Pacific Crest Trail Killer verschlungen (unbedingt lesen!!!) und wie dort gefällt mir auch hier, wie der Autor die Umgebung, die Menschen und die einzelnen Szenen beschreibt. Er hat einen Schreibstil, der eine unter die Haut gehende atmosphärische Spannung aufbaut und dadurch noch mehr fesselt. Beim Lesen sieht man die Umgebung direkt vor sich, fühlt die Hitze des heißen Stahls, riecht den Schweiß der Arbeiter und sieht die von Funken durchdrungene Dunkelheit. Besonders die Szenen in der „Unterwelt“ gingen unter die Haut. Ich war die ganze Zeit angespannt; habe hinter jeder Tür, hinter jeder Biegung das Unerwartete erwartet.
Die Hauptprotagonisten sind der Zwangsarbeiter Jarek Kruppa und der Chef des Werksschutzes Paul Schöppke, zwei einfach geniale Charaktere. Jarek, ehemaliger Ermittler bei der polnischen Mordkommission, wird von den Zwangsarbeitern weggeholt, um den Morden auf den Grund zu gehen und Schöppke unterstützt ihn hierbei. Ich mag, wie Schöppke alles und jeden – inklusive sich selbst - immer auf die Schippe nimmt und wie Jarek und er immer mehr zusammenwachsen. Ihre Art zu denken und zu handeln ist einmalig. Wo man in anderen Büchern oft Ähnlichkeiten bei verschiedenen Charakteren findet, schafft es der Autor hier, jedem einen ganz eigenen Charakter und eine ganz eigene Denkweise zu verleihen und beide sind mir direkt ans Herz gewachsen.
Auch die Story selbst war beeindruckend. Neben Einblicke in die Rüstungsindustrie haben wir von den Kriegsgewinnlern gelesen, haben mitbekommen, wie Menschen sich der Politik gebeugt haben, um Teil der Gesellschaft bleiben zu können. Ich mochte es, wie Schöppke und auch der Werkschef ihre Gedanken hier geäußert haben. Dann der Fall: Der hatte es in sich und war wirklich der absolute Hammer! Nicht nur, dass man beim Lesen ständig Gänsehaut und das Grauen im Nacken hatte, nein, der Täter hinter den Morden war absolut anders, als ich es in meinem kühnsten Träumen hätte ausdenken können! Allein die Idee hinter diesem Menschen ist einfach nur genial! Dann die Ermittlungen, die Aufeinandertreffen mit und die Suche nach dem Täter und insbesondere auch die Teile, in denen wir den Täter und seine Gedanken begleiten durften haben mich mitgerissen! Die Spannungskurve war hoch und ging immer höher bis sie im finalen Showdown fast explodierte! Und auch das Ende war genial. Ein Ende, das ich erwartet aber doch auch nicht erwartet habe. Und ein Ende, das ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen habe. Dieses Buch hat mir wirklich Spaß gemacht zu lesen und ich kann es euch nur ans Herz legen – eine ganz klare Leseempfehlung von mir!
Fazit: „Das Stahlwerk“ ist Christian Piskullas Thrillerdebüt und dieser historische Thriller hat es wirklich in sich. Neben Einblicken in die Rüstungsindustrie und über die Kriegsgewinnler erhalten wir einen Thriller, der es absolut in sich hat. Gänsehaut pur, atmosphärische Spannung und Szenerien, bei denen man den Schweiß der Arbeiter riechen und die Hitze des Metalls fühlen kann. Dann der Ausflug in die Kellerwelt – absolut genial. Und fast noch genialer: Der Täter selbst! Nie wäre ich auf diesen und seinen Hintergrund gekommen. Die Spannung zog sich von der ersten bis zur letzten Seite durch und explodierte förmlich im finalen Showdown.
Im Stahlwerk in Duisburg geschehen viele Morde, die nicht aufgeklärt werden können. Das aber ist für den Chef des Stahlwerks von Kessel überlebenswichtig. Wenn die Machthaber, die Nazis, davon Wind bekommen wird er nicht nur abgesetzt, sondern er muss auch um sein Leben fürchten. Da kommt es von Kessel sehr gelegen, dass sich unter den Kriegsgefangenen der Warschauer Kommissar Jarek Kruppa, befindet. Mit dem Leiter des Werkschutzes Schöppke soll Kruppa den Mörder schnell finden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Da der Fall auch noch schnell gelöst werden, hilft den beiden auch nicht weiter. Für Kruppa ist es eine Chance zu überleben und er macht sich ans Werk. Doch wo soll er anfangen. Also macht er sich auf den Weg, um die Tatorte zu untersuchen und ein Motiv zu finden. Doch das ist alles aussichtslos, bis Kruppa durch Zufall den Weg in den Untergrund findet. Außerdem hilft ihm eine Nachricht weiter und nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen. Der Thriller „das Stahlwerk“ von Christian Piskulla ist ein Thriller, der in den 40er Kriegsjahren in Deutschland spielt und einen sehr interessanten Einblick in die Kriegsmaschinerie des Dritten Reiches gibt. Eine unglaublich brutale Mordserie erschüttert das Stahlwerk und macht den Arbeitern Angst. Interessant ist es natürlich auch, dass dieser Kriegsgefangene da ist. Aber für die Freiheit hilft dieser Kruppa auch seinem größten Feind. Die Story finde ich großartig und sehr spannend. Die Beschreibung der Situation des Stahlwerkes ist sehr plastisch und nachvollziehbar. Manchmal ist die Spannung greifbar, gerade wenn es in den Untergrund geht. Aber auch die Darstellung der wirtschaftlichen Situation der Menschen und die Geschäfte, die sich daraus entwickeln, sind authentisch und gut nachzuvollziehen. Die ganze Situation wird noch unterstützt durch die Dunkelheit, die im ganzen Roman vorherrscht. Das kennt jeder, das die Dunkelheit ein Trigger für Angstmomente ist. Die Hauptfiguren Kruppa und Schöppke raufen sich über den ganzen Thriller immer wieder zusammen, da sie natürlich ein Ziel haben. Doch auch die Verzweiflung, die Kruppa mit sich herumträgt, da er nicht weiterkommt, spiegelt sich in den Ermittlungen wider. Es ist ein Puzzle das Kruppa zusammenlegen muss und jeder der gerne puzzelt weiß das es manchmal dauert, bis es zum Durchbruch kommt, und das geschieht hier genauso. Ich finde diesen Thriller außerordentlich spannen und historisch interessant. Es ist ein Buch, das ich nur schwer aus den Händen legen konnte, da es mich sehr gefesselt hat. Deshalb kann ich diesen Thriller allen, die sich auch historisch interessieren, nur wärmstens empfehlen.
You read this for the setting...the vastness of the steelworks, the tunnels, the German banter of the workers, and in the background the war driving it all. The war itself and the city of Duisburg don't feature much though, the action stays within the fence. The story felt like a straight-up crime thriller - cop + sidekick, shadowy figures of power - just missing the usual love interest. I'm glad we found the villian halfway through though, and switched to the hunt, I don't like these whodunnits that keep everything in the air until a big reveal at the end. The chase scenes at the end went on a bit long for me - fight, chase, fight, etc. Would have worked better on the screen. Overall def worth reading for the industrial setting, the characters and the story.