Welch ein Tier. Wo es auch auftaucht, verändert es die Spielregeln.
Geschmeidig und klug macht sich Katrin Schumacher in ihrem persönlichen Tierporträt auf einen natur- und kulturgeschichtlichen Beutezug durch Fuchsbaue und Hühnerställe, Pelzgerbereien und Stadtlandschaften, um den realen und imaginären, den ebenso listigen wie charmanten Füchsen auf den Pelz zu rücken.
Wunderschön anzusehen sind sie immer, die Naturkunden von Matthes & Seitz, herausgegeben von Judith Schalansky. Mittlerweile sind über 100 Bücher in der Reihe erschienen, allesamt aufwendig gebunden und bebildert. Sie bieten sich als Geschenke an, an andere oder an sich selbst.
Katrin Schumacher ist wie viele andere schon lange vom Fuchs fasziniert und dem Fuchs auf der Fährte: ohne ihn zu Gesicht zu bekommen, wie die meisten. Scheu und mysteriös wie der Wolf, schnüren „Füchse“ durch Einöden und neuerdings durch Großstädte (in der Stadt leben rund zehnmal mehr Füchse als auf einer vergleichbaren Fläche im Wald). Leider ist die Jagd ein großes Thema, was mir persönlich das Buch madig macht. Als würde ich die Deutschen nicht schon genug hassen, sind sie auch noch Fuchsjagdweltmeister. Die Kapitel zur Jagd und zum Pelz erschienen mir unverhältnismäßig lang. Besser gefallen haben mir die Passagen über den Fuchs als Femme fatale und als Glücksbringer und Geisterfuchs in der japanischen Kulturgeschichte. Der Fuchs überschreitet Grenzen, in der Literatur und irl, als moderner Stadtbewohner.