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Brumm!

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Ein besonders flauschiger Roman …
Jedem Menschen wohnt ein Krafttier inne – so lehren uns die Schamanen: Man müsse es nur finden, erwecken und befreien.

Doch was, wenn dieses Krafttier ein verspielter, verschlafener, verleckerter, territorialer, dickschädeliger Panda ist, der dein Leben ins Chaos stürzt – und sich beharrlich weigert wieder zu gehen?

Dr. Urs A. Podini hat seine Lebensträume längst eingetauscht gegen Gehalt, Eigentumswohnung, homöopathisch dosierte Kreativität und eine Lebensgefährtin, die ihn eher duldet als liebt. Doch dann entdeckt er im Schaufenster der Boutique Transitions! ein flauschig schwarz/weißes Kostüm …

432 pages, Paperback

Published May 11, 2020

3 people want to read

About the author

Helmut Barz

10 books2 followers
I studied Drama and Directing in Gießen and Frankfurt, worked as a theatre director in Germany and South Africa, and finally (at least for the moment) started to earn money in advertizing and communications.
I published one novel so far, a second is to follow in autumn.

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Ricy.
28 reviews1 follower
August 31, 2020
Beim Betrachten des Covers und des Titels mag wohl die erste Assoziation “Süßes Kinderbuch!” sein. Doch damit liegt man ganz falsch und so klärt der Autor auch mit dem Untertitel “Eine schwarz/weiße Fabel für das Postfaktische Zeitalter” ganz schnell darüber auf, was man hier erwarten kann: eine clevere und witzige Gesellschaftsstire!

Worum geht’s?
Dr. Urs A. Podini ist mit seinem Leben unzufrieden – merkt es aber nicht so wirklich. Oder verdrängt es. Er arbeitet als kreativer Leiter in seiner Werbeagentur, in der er seine Kreativität aber nur minimal ausleben kann und sonst den kuriosen Ideen seiner Kunden unterworfen ist. Dennoch frisst die Arbeit zu viel Zeit um sich zum Beispiel seinem Traum vom eigenen Buch zu widmen. Das ist sowieso kompliziert, denn seine Lebensgefährtin Karolin nimmt seinen geliebten antiken Schreibtisch in Beschlag. Und das Arbeitszimmer…und eigentlich die ganze Wohnung. SEINE Wohnung. Er wird darin eher von ihr geduldet. Als er im Schaufenster des Geschäfts Transitions! ein Panda-Kostüm entdeckt und sich kurzerhand von der Verkäuferin überreden lässt, es anzuprobieren, fühlt er sich einfach grandios und kommt endlich aus sich heraus. Und von da an ist der Panda teil seines Lebens oder besser Teil seines Selbst. Immer, wenn er das Kostüm trägt, tut er Dinge, die er sich sonst niemals trauen würde. Er sagt Kunden, was er wirklich von ihren Ideen hält, wirft seine herrische Lebensgefärtin raus und löst eine Straßenschlacht aus.
Der darauffolgende Gerichtsprozess macht ihn berühmt, er wird zu Talk-Shows eingeladen und zum ersten offiziell anerkannten menschlichen Panda, was wiederum dazu führt, dass er auch Chinesischer Staatsbrüger wird…aber das führt nun für eine kurze Inhaltswiedergabe zu weit. Kurz: Zu seinem neu entdeckten Selbstvertrauen als Panda zu stehen, bringt ihm einige Vorteile, aber auch eine Reihe von skurrilen Problemen mit sich!

Meine Meinung
Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, musste ich zunächst an die Känguru-Chroniken denken. Und damit war dann auch für mich klar, dass ich das Buch lesen wollte!
Ich fand schnell in die Geschichte hinein und sympathisierte mit Urs, der sich so semi-zufrieden in seinem tristen Alltag eingerichtet hatte, der sein eigenes Licht unter den Scheffel stellte, um seine Kunden zufrieden zu machen und dessen mäkelige Freundin sich in seinem Kopf bereits als Über-Ich manifestiert hatte, das jedes Aufbegehren seinerseits im Keim erstickte. Ich wollte ihm einen Stubs geben und sagen “Jetzt tu’ doch mal was für dich!”. Das hat dann aber recht zügig der Panda übernommen. Und das war dann auch zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Ein erwachsener Mann im Panda-Kostüm? Dass es dafür eine ganze Subkultur – die sogenannten Furries – gibt, war mir bis dahin auch nicht bewusst! Schnell geht die Bedeutung des Pandakostüms für Urs aber darüber hinaus, sich einfach nur zu verkleiden. Er entdeckt ein ganz neues Wesen an sich. Nachdem ihm das einige gute Dienste geleistet hat – er wirft seine unerträgliche Lebensgefährtin raus und sagt einem überheblichen Kunden mal seine Meinung, was ihn endlich mal wieder eine Nacht zufrieden durchschlafen lässt – bringt es aber auch bereits Probleme mit sich. So beißt er einem Jugendlichen den Finger ab und löst eine Straßenschlacht aus, wofür er sich dann vor Gericht verantworten muss.
Dort wird er recht schnell freigesprochen, doch nutzt sein Anwalt gleich die Gelegenheit für die offizielle Anerkennung seiner “Wesenheit” als Panda zu kämpfen und somit den Furries einen großen Dienst zu erweisen. Urs wird dabei nicht wirklich gefragt, aber da das als “Wer-Bär-Träger” gute PR für seine Firma bedeutet, macht er mit, was ich zuerst etwas schade fand, da er wieder nicht für seine Interessen einsteht. Doch nun macht er das mit dem gemütlichen Selbstvertrauen eines Pandas! Er wird entgültig zur Berühmtheit, wird in Talkshows eingeladen und letztlich als Panda zum chinesischen Staatsbürger erklärt, was ihn auf einer Reise durch China zu einer Panda-Aufzuchtstation bringt, wo er sich noch intensiver mit dem Wesen dieser flauschigen Tiere auseinandersetzt und endlich glücklich ist…ob das das Ende ist? Dafür müsst ihr es selbst lesen!

Doch es ist nicht (nur) diese doch manchmal sehr bizarre Geschichte um Urs und seine Panda-Wesenheit, die dieses Buch für mich ausgemacht hat. Es ist eher alles, was damit zusammenhängt und was der Autor so geschickt in die Geschichte eingewoben hat.
Da wäre zum einen Urs wirklich schrecklich anstrengende und unsympathische Lebensgefährtin Karolin, Juniorprofessorin der Theaterwissenschaft und selbsternannte intersektionale Postfeministin, die den zurückhaltenden und gutmütigen Urs gerne als maskulin territorial bezeichnet, während sie sich selbst in seiner Wohnung breit macht, sich alles was ihm wichtig ist unter den Nagel reißt, respektlos mit ihm umgeht und sich und ihre Gäste von ihm bedienen lässt. Immer wieder kommentiert sie als Über-Ich Urs’ Gedanken und Handlungen bis er sich endlich davon frei machen kann. Sie ist einfach ein wunderbares Beispiel dafür, wie falsch verstanden Feminismus sein kann, was dazu führt, dass dieser Bezeichnung leider immer noch manchmal ein negatives Image anhaftet.
Auch die Darstellung der Arbeit in einer Werbeagentur fand ich spannend zumal der Autor weiß wovon er schreibt, da er selbst als Kreativdirektor, Regisseur, Texter und Übersetzer für Unternehmenskommunikation tätig ist. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie oft das kreative Werbefachmensch-Gehirn bei den “tollen” Ideen der Kunden innerlich die Augen verdrehen muss.
Ja und dann kommt da der politische und gesellschaftliche Diskurs im Zusammenhang mit der Anerkennung seiner Wesenheit. Wenn man das politische Geschehen auch nur ein bisschen verfolgt und hin und wieder Talk Shows (oder Ausschnitte davon oder auch einfach nur irgendwelche Youtube-Videos) schaut, weiß man, dass es gar nicht so etwas Außergewöhnliches, wie die offizielle Anerkennung einer Tierwesenheit braucht, um haarsträubende Diskussionen und Empörung auszulösen (da reicht ja auch sowas Banales und Logisches wie eine Maskenpflicht zur Eindämmung einer globalen Pandemie!). Dieser spezielle Fall ist aber so herrlich satirisch ausgeschlachtet. Es kommen Politiker, Experten, Philosophen und Celebrities zu Wort, bei denen sich der Autor gar nicht die Mühe gemacht hat die Anspielung auf das reale Pendant zu verschleiern. Nein hier haben Philosoph Ruprecht David Richards und die Vertreterin der Nationalen Alternativen Petra Beatrix von Höggemeulher und einige weitere “Bekannte” ihren Auftritt. Und diese Anspielungen sind so treffend!
Hinzukommt, dass mir der Schreibstil einfach unglaublich gut gefallen hat. Er lässt sich leicht und flüssig lesen und passte trotzdem mit gekonnten Ausschmückungen und Anspielungen zum allgemeinen Thema des Buches und zum akademischen Grad und kreativen Beruf des Protagonisten (und des Autors!).

Insgesamt ist Brumm! eine witzige, originelle, manchmal etwas abgedrehte aber insgesamt überzeugende Gesellschaftssatire, die anerkannte Identitäten in Frage stellt, Rechte von Minderheiten thematisiert und der Medienlandschaft und dem politischen und gesellschaftlichen Diskurs und teilweise sogar der internationalen Politik den Spiegel vorhält.
Zwischendurch hätte ich mir manchmal ein Ende gewünscht, nicht, weil ich nicht hätte weiterlesen wollen, sondern, weil es sich einfach an mehreren Stellen schon rund anfühlte. Doch letztendlich hat das tatsächliche Ende dem ganzen nochmal einen interessanten und surrealen Charakter verliehen, der Raum für Interpretationen lässt. Interessiert, was das jetzt bedeutet? Dann lest das Buch!
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
July 22, 2020
„Bei uns sagt man, der Panda ist freundlich und die Verkörperung der Seelenruhe, doch begegnest du ihm, tritt ihm nicht zu nahe, willst du nicht gegen einen gnadenlosen Krieger kämpfen.“ (Zitat Seite 46)

Inhalt
Dr. Urs A. Podini, 46 Jahre alt, von seiner egozentrischen Lebensgefährtin Karolin „Bärchen“ genannt, ist als Werbemanager und Co-Geschäftsführer eines Marketingunternehmens erfolgreich. Sein Traum von einer Professur für vergleichende Literaturwissenschaften und vom eigenen Roman dagegen hat sich nicht erfüllt. Gutmütig lässt er zu, dass ihn sein Leben lebt statt umgekehrt. Bis er eines Tages in der schrägen Boutique „Transitions!“ ein flauschiges Pandakostüm entdeckt, in das er mit einem zunächst vorsichtigen „Brumm“ schlüpft. Damit beginnt ein neues Leben für ihn, denn jetzt bestimmt sein Krafttier, der Panda, seine Handlungen, sanft, gemütlich, verspielt – doch wenn es darauf ankommt, fletscht er die Zähne und wird zum hartnäckigen Kämpfer.

Thema und Genre
Der Autor nennt seinen Roman eine moderne Fabel für unsere Zeit, in der Fakten bewusst durch gefühlte Wahrnehmungen ersetzt werden. Themen sind die alles bestimmende Medienpräsenz unserer Tage und ihre Scheinwelten, satirische Gesellschaftskritik und Politik. Es geht aber auch um Entscheidungen darüber, wer man sein will und wie man sein Leben gestaltet.

Charaktere
Ein Stückchen „Doktor Urs Ailuro Podini“ findet sich wohl im Leben vieler Menschen, die Entscheidung für Karriere und ein finanziell abgesichertes Leben, statt zumindest zu versuchen, die eigenen Träume zu leben. Kreativität ohne das notwendige Umsetzungspotential. Bei Dr. Urs A. Podini bewirkt der Panda in seinen Gedanken und dann auch in seinem Kostüm das Umdenken und die Veränderung. In welcher Form auch immer, als Leser schließt man diesen sympathischen, liebenswerten Hauptprotagonisten der Handlung sofort ins Herz.

Handlung und Schreibstil
Die Sprache zeigt den studierten Theaterwissenschaftler, sie führt uns flüssig durch die Handlung, ein großartiges Lesevergnügen. Unsere moderne Zeit der Influencer und ihrer Netzwerke, die Schwächen der derzeit die politische Bühne bespielenden Figuren werden gekonnt überspitzt, treffend, und mit einem großen Augenzwinkern beschrieben. Es sind der Humor und Witz, die skurrilen und doch aus dem Alltagsleben gegriffenen Szenen, die für laute Heiterkeit während des Lesens sorgen, unterbrochen durch Nachdenklichkeit und manchmal die Sorge um Urs. Denn auch sein Leben als erster anerkannter menschlicher Panda wird in der Geschichte immer noch von außen gesteuert, und als Romanfigur vom Autor, der mit einer überraschenden Wendung das von mir erwartete open End kappt. Für mich trotz verschiedener Andeutungen nicht stimmig, zu viel gewollt und zu bewusst konstruiert.

Fazit
Ein vergnüglich zu lesender, sprachlich großartiger Roman mit einer liebenswerten Hauptfigur. Mit einem grollenden „Brumm!“ für das Ende ziehe ich persönlich zwar einen Bewertungsstern ab, aber empfehle, dieses ungewöhnliche Buch auf jeden Fall zu lesen, es macht wirklich Spaß!
Profile Image for Aimée.
Author 5 books8 followers
June 23, 2020
Doktor Urs Podini hat neben seinem meschuggenen Namen einen schweren Sprachfehler: Er kann nicht Nein sagen. Seine Lebensgefährtin Karolin schubst ihn herum, in seiner Werbeagentur redet er den Kunden nach dem Mund und wenn er glücklich sein will, futtert er Süßigkeiten. Eines Tages findet er in einem Laden ein unglaublich flauschiges und lebensnahes Panda-Kostüm. Urs posiert damit für ein paar Fotos - doch mit seinem Äußeren verändert sich auch sein Inneres: Er entdeckt sein Krafttier und wird fortan vom Panda bei seinen Handlungen geleitet... Ein flauschiger Panda, der nur schlafen und fressen will, in freier Wildbahn im Brennpunkt Offenbach? Das kann ja lustig werden! Und dann werden die Medien auf ihn aufmerksam...



Direkt ein Hinweis vorab: Trotz des putzigen Covers ist dies KEIN Kinderbuch! Es geht um Sex, Polizeigewalt, Politik, es wird geflucht und behandelt allgemein erwachsenere Themen.



Bei der Gestaltung des Buches, das per Startnext finanziert wurde, hat sich der Autor viel Mühe gemacht: Passend zum Panda-Thema ist das Cover flauschig-weich, an jedem Kapitelanfang hangelt sich ein putziger Panda an der Initiale entlang und im Impressum dankt er den Figuren in seinen anderen Romanen - und beteuert, dass beim Schreiben keine Pandas verletzt wurden. Exzellent!



Zu Beginn ist das Buch leider relativ anstrengend - vieles wird häufiger wiederholt und Karolin ist extrem nervig - aber das soll sie ja auch sein. Leider müssen wir sie ca. 100 Seiten ertragen, bevor der Panda ausbricht.

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, habe ich mich gefragt, ob ein Furry dieses Buch mal gegengelesen hat oder was diese Gemeinde davon halten würde. Doch sie werden im Buch mehrmals erwähnt und auch xier politisch inkorrekte, aber höchst amüsante Transvestit-Ladenbesitzer* ist sehr unterhaltsam. Helmut Barz hat sich wirklich alle Mühe gegeben, niemandem auf den Schlips zu treten, alle Begrifflichkeiten zu erklären und die verschiedenen Spielarten respektvoll darzustellen. Ich bin beeindruckt.

Leider war mir das Buch etwas lang. An mehreren Stellen hätte man ein wunderbares Ende hinpacken können, doch die Geschichte um den knuffigen Pandamann geht immer weiter. Und am Ende kriegen wir einen Plottwist mit halb-offenem Ende und Weltverschwörung. Weird.



Insgesamt ein flauschiger, unterhaltsamer, wilder Ritt durch die Psyche. Und natürlich durch Offenbach.



Alle Infos und Leseprobe auf der Website des Autors!



"Kuscheln! Kuscheln! Kuscheln!"
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