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August Emmerich #4

Das schwarze Band

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Wien im Juli 1921: Die Stadt ächzt unter einer Hitzewelle, Wasser wird rationiert, und der Asphalt schmilzt. Kriminalinspektor August Emmerich macht noch ein ganz anderes Problem zu schaffen: Weil er sich wieder einmal danebenbenommen hat, wird er von den Ermittlungen an zwei ermordeten Tänzerinnen abgezogen und in einer Kadettenschule interniert. Dort soll er, gemeinsam mit anderen schwarzen Schafen aus dem Polizeidienst, bessere Umgangsformen lernen. Doch als in der Schule ebenfalls ein Mord passiert, muss Emmerich für seine Nachforschungen erneut alle Regeln brechen. Denn er sieht sich mit einer blutigen Intrige konfrontiert, die ihn bis in die höchsten politischen Kreise führt ...

352 pages, Hardcover

First published May 25, 2020

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About the author

Alex Beer

12 books67 followers
pen name of Daniela Larcher

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5 stars
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Displaying 1 - 29 of 29 reviews
Profile Image for Wal.li.
2,556 reviews70 followers
May 30, 2020
Rebell von Emmerich

Der ehemalige Polizeichef Schober wird Bundeskanzler. Auf einem Empfang ihm zu Ehren benimmt sich Kriminalinspektor August Emmerich mal wieder daneben. Im Jahr 1921 ist es heiß in Wien und das Geld ist knapp. Da können einem dreifachen alleinerziehenden Vater schon mal die Nerven durchgehen. Aber Strafe muss sein und Emmerich wird zu einem polizeilichen Benimmkurs abgeordnet, die Teilnahme ist Pflicht. Und das wo er und sein Assistent Winter gerade die Morde an zwei jungen Frauen hereinbekommen haben. Das ist doch wohl wichtiger als geschliffene Manieren. Obwohl die beiden Tänzerinnen sich gewehrt haben, sie hatten keine Chance.

In seinem nunmehr vierten Auftritt bekommt Kriminalinspektor August Emmerich eine ganz besondere Aufgabe zugeteilt. Er, der unangepasste Freund deutlicher Worte, soll Diplomatie und gute Manieren lernen. Da ist wohl von vornherein Hopfen und Malz verloren. Oder steckt etwa mehr dahinter? Emmerich will an diesem Kurs nicht teilnehmen, doch es geht um seinen Job und das Wohlergehen seiner Kinder. Schweren Herzens muss er seinem Assistenten Ferdinand Winter die Ermittlungen in den Mordfällen überlassen. Der Junge ist doch eher ein Feingeist aus dem ehemaligen Adel. Kaum vorstellbar, dass er sich in der rauen Wirklichkeit ohne seinen Mentor zurechtfindet.

Nach seinen vorherigen Fällen hätte man beinahe annehmen können, für August Emmerich könne nicht mehr viel kommen. Welch köstliche Überraschung bereitet da sein vierter Auftritt. Hier soll er tatsächlich seine Ecken und Kanten geglättet bekommen. Dieses schier aussichtslose Unterfangen lässt den Leser im Chor mit Emmerich ins Zähneknirschen verfallen. Und der kleine Winter übt sich im Tun des Gegenteils, was er üblicherweise tun würde. Erstaunlich, zu welchen Ergebnissen das führt. Auch wenn er manchmal doch einer hilfreichen Hand bedarf. Winter beginnt sich frei zu schwimmen. Ausgesprochen packend ist dabei mitzuerleben, wie sich aus den Ereignissen schließlich wenigstens zwei Fälle herauskristallisieren, die an Brisanz kaum zu überbieten sind. Die mit großem Verständnis für die politischen Rahmenbedingungen beschriebene Hintergrundgeschichte ist zudem sehr interessant und spannend. Dieser Roman ist ein Höhepunkt der Reihe, der keine Wünsche offen lässt.
Profile Image for Julie J..
620 reviews36 followers
January 7, 2021
4.5 Sterne

Vorweg: Ich habe das Buch gelesen und anschließend nochmals das Hörbuch gehört (dieses an einem Tag durchgehört) - Cornelius Obonya ist so genial!!! Wie er den Charakteren einhaucht, wie der Dialekte spricht, wie er August Emmerich darstellt, unglaublich.
Volle 5 Sterne und mehr für das Hörbuch! (was leider von Random House immer leicht gekürzt wird, was ich absolut nicht verstehen kann)

Zum Buch selbst ist zu sagen, dass ich hier nur 4 Sterne geben würde, da der Bösewicht zu klar war, das Ende war absehbar und früh zu erraten. Was mich aber nicht gestört hat, da das Buch dennoch sehr gut war, interessante Wendungen und Fakten beinhaltet hat und ein absolutes Lesevergnügen war. Die Krimihandlung selbst hat mich trotz allem in den Bann gezogen. Ich fand es super, dass diesmal nicht Emmerich, sondern Ferdinand Winter, sein Assistent, vorrangig ermittelt, woraus sich ein paar klasse Szenen ergaben. Lustiger Fakt am Rande, den Alex Beer mir erzählt hat, sie hatte kurz überlegt Ferdinand Winter sterben zu lassen. Glücklicherweise hat sie sich dagegen entschieden. Und jetzt kann er nicht mehr sterben, das ist unmöglich.

Zum Inhalt in Kurzfassung: August Emmerich schafft es auf einer Gala-Veranstaltung, auf der zudem noch unpassend gekleidet ist, den neuen Bundeskanzler, Schöberl, zu beleidigen und muss darauf hin einen 10tägigen Besserungskurs inklusive Ausgangssperre positiv absolvieren, um seinen Job zu behalten. Zeitgleich gibt es einen Doppelmord an zwei jungen Damen, die in einem Freudenhaus tätig waren, weswegen das Interesse am Fall mäßig ist. Die beiden Toten hatten aber auch noch eine dritte Mitbewohnerin, die verschwunden ist und dritten Oper oder Täterin sein kann. Emmerich möchte den Fall natürlich lösen, sitzt aber in der Besserungsanstalt fest. Folglich ermittelt Winter eben alleine.

Das Buch ist problemlos auch, ohne die vorherigen Bände zu kennen, lesbar, aber es ist natürlich schade, wenn man die Entwicklung der Beziehung zwischen Emmerich und Winter verfolgt hat und den Status Quo somit besser versteht.
Profile Image for Gabis Laberladen.
1,242 reviews
October 12, 2020
Darum geht's:

August Emmerich ist zwar ein erfolgreicher Ermittler, aber an gepflegten Umgangsformen fehlt es ihm gewaltig. Als er beim ehemaligen Polizeipräsidenten und künftigen Bundeskanzler Schober deswegen unangenehm auffällt, wird Emmerich zu einem Benimmkurs verdonnert. Sein Assistent Winter muss den Fall der beiden ermordeten Tänzerinnen ganz alleine bearbeiten und das, obwohl Winter sehr unbedarft und ganz und gar ahnungslos ist, was das Wiener Nachtleben angeht.

Meine Meinung dazu gibt’s hier
Profile Image for ➸ Gwen de Sade.
1,226 reviews112 followers
September 15, 2020
If you speak german good enough I higly recommend to listen to the audiobook adaption of this book/this series, read by the wonderful Cornelius Obonya. Honestly, one of the best audiobook readers I ever came across. Liebe <3

The books are solid crime novels set in Vienna shortly after WWII. Dark, atmospheric, authentic. I love them!
55 reviews
October 31, 2025
Spannender Kriminalroman mit viel Wiener Lokalkolorit, stimmig konstruierten Persönlichkeiten und einer immer wieder überraschenden Story.
Profile Image for Ascari Vau.
417 reviews
July 22, 2020
Im Vergleich zum letzten Teil fand ich hier die Geschichte wieder deutlich runder und stimmiger. Im Verbindung mit dem Wien der 1920er, das immer mehr zu einem Gegensatz zwischen Arm und Reich wird, gibt Beer hier einige neue Charakterzüge dem liebgewordenen Duo Emmerich-Winter, die beiden Figuren gut tun. Einzig und allein mit dem Ende bin ich nicht ganz warm geworden, denn das war mir fast etwas zu ratzfatz und glatt runtererzählt ... Der fast schon obligatorische Cliffhanger am Ende macht aber wie immer Lust, das Leben von Emmerich und Winter weiterzuverfolgen :).
Profile Image for K_frost.
167 reviews
November 23, 2020
Dieser Teil war mir etwas zu vorhersehbar, auch wenn er wieder spannend ist und die Stimmung Wien um 1920 überzeugend einfängt. Leseempfehlung definitiv!
Profile Image for Vicky.
284 reviews32 followers
June 30, 2020
“Regeln lenken den weisen Mann. Der Dummkopf befolgt sie.” Dieses Zitat des wunderbaren Oscar Wilde ist dem Buch vorangestellt. Ja, ja, die lieben Regeln. August Emmerich ist zwar Kriminalkommissar beim Dezernat “Leib und Leben” in Wien, aber an polizeiliche Vorschriften oder Regeln im eigentlichen Sinne hält er sich nicht allzu gerne. Schon gar nicht wenn sie ihm “von oben herab” aufoktroyiert werden von irgendwelchen Anzugträgern ( “Lackaffen”).
Als er den neu gewählten Bundeskanzler und ehemaligen Polizeipräsidenten Schober in dessen Anwesenheit persönlich beleidigt, ziehen seine Vorgesetzten die Reißleine. Ihre Meinung: Emmerich müsse diszipliniert und für 10 Tage in der Schwarzenbergkaserne weggesperrt werden. Erst nach erfolgreicher Absolvierung des polizeiinternen “Bennimmkursus’” darf er wieder “auf der Straße” ermitteln, schafft er es nicht, droht ihm ewiger Innendienst. Und das, wo gerade ein brutaler Mord an zwei Nackttänzerinnen in der Brigittenau auf dem Ermittlungsplan steht. Ferdinand Winter, ehemals Freiherr von Winter, ist nun auf sich allein gestellt und muss, um die Ermittlungen nicht an den ungeliebten Kollegen Peter Brühl zu verlieren, alleine in die gnadenlos undurchsichtige Wiener Unterwelt abtauchen.

Nicht nur der Wiener Hochsommer 1921 ist heiß. Das chaotische Wien der Nachkriegszeit und jungen Republik Österreich ist ein mehr als heißes Pflaster. Aufgrund der zunehmenden Inflation und des Devisenhandels werden die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer. Und jeder versucht sein Glück in dieser Stadt. Hier geht es um Alles oder Nichts, Himmel oder Hölle. Wunderbar spielt Alex Beer die Paradies/Höllen/Sündenpfuhl-Thematik auf ihrer metaphorischen Klaviatur. Das drückend warme Wetter untermauert das Gefühl des Lesers, an einem unerträglich heißen, höllischen Ort gelandet zu sein. Unerbittlich zeigt sich der “Moloch Wien” im Juli 1921 also von seiner besonders unangenehmen, diabolischen Seite.

Der vierte Band in der “August-Emmerich-Reihe” ist durch und durch politisch, ein historischer Politthriller allererster Güte. Der ursprüngliche Mordfall an zwei Freudenhaus-Mädchen zieht weite Kreise und die Parallelhandlung rund um Emmerich in der Kaserne ist auch nicht ohne Belang für das große Ganze, wie sich zunehmend zeigt. Die Autorin bringt ganz viele gesellschaftliche Brennpunkte und politische Brandherde der jungen Republik Österreich in ihrem feurigen Plot zusammen. Inhaltlich ist die Übervorteilung des Devisen besitzenden Geldadels, der den “echten” Adel in Österreich seit dem Adelsaufhebungsgesetz inoffiziell abgelöst hat, nur eine der sozialen Ungereimtheiten, die im Roman angesprochen werden. Das titelgebende “schwarze Band” fungiert dabei als Falkenmotiv und zieht die Erzählstränge am Ende zusammen.

Damit wären wir auch schon bei unserem “Antihelden-Ermittler”. Was August Emmerich angelangt, so macht er sich keine Illusionen über die gesellschaftlichen Zustände. Aus seiner Perspektive ist “das Leben, dieses elende Verräterschwein”, eine ungerechte Ausweglosigkeit. Um die Vergangenheit des ehemaligen Waisenkindes Emmerich besser zu verstehen, sollte man wohl die Vorgänger-Bände gelesen haben (auch ich werde und will das unbedingt nachholen). Es geht in diesem Band um seine private Situation als alleinerziehender Stiefvater dreier Kinder, der über seine Herkunft nur spekulieren kann. Schon lange habe ich keine literarische Figur mehr so “echt” und attraktiv gefunden wie Emmerich. Seine Figur ist einmal mehr Beweis dafür, dass Frauen glaubwürdige und anziehende männliche Protagonisten schreiben können.

Wenn es nicht so furchtbar kitschig klingen würde, würde ich sagen: Ich bin wie atemlos durch die Seiten geflogen. Aber irgendwie beschreibt es mein Leseerlebnis am besten. Ich war an einer Stelle richtig erschrocken, als ich plötzlich bei der Hälfte des Buches angekommen war.

Das Buch endet mit einem sehr fiesen Cliffhanger und ich kann nur hoffen, dass Alex Beer in der nächsten Zeit ganz viel Zeit zum Schreiben findet! Top - unbedingt lesen!


Profile Image for NiWa.
526 reviews9 followers
January 23, 2021
WIENER FLAIR IM HISTORISCHEM KRIMI-GEWAND

Juli 1921. Wien schmilzt unter einer Hitzewelle dahin, während sich Kriminalinspektor August Emmerich wie gewohnt daneben benimmt. Als Konsequenz wird er zur Besserung in eine Kadettenschule gebracht, wodurch Winter erstmals allein ermitteln muss.

„Das schwarze Band“ ist der vierte Teil der Krimi-Reihe um August Emmerich, der in Wien nach dem Ersten Weltkrieg als Kriminalinspektor seinen Lebensunterhalt verdient.

An der August-Emmerich-Reihe von Alex Beer habe ich mittlerweile einen Narren gefressen. Die ersten beiden Fälle haben mir gut gefallen, ab dem dritten Fall sind sie sogar zum heimlichen Highlight geworden.

Wieder hat Alex Beer ihrem August Emmerich alle Ehre gemacht. Zuerst hatte ich befürchtet, dass es langweilig wird, weil die Reihe schon einige Bände zählt und sie Emmerichs Assistenten Ferdinand Winter allein ermitteln lässt.

Diese neue Dynamik hat dem Fall gewiss nicht geschadet, und den Mördern wurde das Fürchten gelehrt.

Emmerich und Winter ermitteln anfangs im Fall von zwei ermordeten Tänzerinnen. Im gemeinsamen Wohnraum der Damen hat sich ein grausliches Blutbad ergeben. Es kann sich keiner erklären, wer es angerichtet hat. Währenddessen leistet sich Emmerich einen gewohnten Fauxpas, der diesmal Konsequenzen hat. Er wird in eine Kadettenschule interniert, wo er mit anderen polizeilichen Flegeln Manieren lernen soll.

Emmerich und Winter nehmen - jeder für sich - mitunter chaotische Züge an, die auf mich authentisch wirken. Ich schmunzle, wenn der Kriminalinspektor mit trockenem Wiener Schmäh hausieren geht, sich in Aufregung steigert und gleichzeitig die Coolness der Älteren bewahrt.

Ferdinand Winter hat es als Jungspund schwer. Dabei kommt ihm zugute, dass er aus adeligem Hause stammt, und er somit einen gehobenen Umgangston pflegt. Damit ist er das Pendant zu seinem flegelhaften Vorgesetzten, den als Kriegsveteran nicht mehr viel schrecken kann.

Amüsant-chaotisch waren die feinen Zufälle, die auf mich lebendig wirken und unterhaltsam zu lesen sind. Zum Beispiel versuchen Emmerich und Winter, sich gegenseitig zu erreichen, was im Jahr 1921 - telefonisch - nicht immer so einfach ist.

Winter hat sich definitiv tapfer geschlagen und sich dabei ganz an Emmerichs Rat gehalten. Der riet ihm, das Gegenteil von dem zutun, was er denkt. Dieses Verhalten hat Winter nicht nur auf die Erfolgsspur, sondern auch in die Bredouille gebracht.

Die Ermittlungen und der Fall selbst sind facettenreich geschildert und gelungen erzählt. Die Spannung bleibt von Anfang bis Ende erhalten, wobei der polizeilichen Arbeit neben kriminalistischem Scharfsinn der Zufall zu Hilfe eilt. Trotzdem empfand ich es wie aus dem Leben gegriffen, weil es insgesamt ein rundes Bild ergibt.

Bemerkenswert ist der Wiener Schmäh, der sich glanzvoll durch die gesamte Reihe zieht. Alex Beer schafft damit ein authentisches Bild der Wiener Kriminalisten, sie zeigt Liebe zum sprachlichen und historischem Detail, und lässt die Stadt und ihren düsteren Flair der 1920er-Jahre auferstehen.

Wien selbst ist vielschichtig und historisch umsichtig dargestellt. Als Ortskundige wurde ich mitten in die Stadt versetzt, die dank der gewählten Schauplätze im Roman Wiedererkennungswert besitzt.

Alex Beer fängt die Atmosphäre von Wien in vielen Facetten ein. Sie streift durch Straßen und Gassen, verweist auf gegenwärtige Einzelheiten, die damals bereits zum Ambiente beitrugen, arbeitet den aufkeimenden politischen Frust der 1920er-Jahre auf, und regt gleichzeitig die Lachmuskeln an, weil sich die gegenwärtige Kultur in der damaligen Attitüde spiegelt.

„Das schwarze Band“ ist eine brillante Fortsetzung einer genialen historischen Krimi-Reihe, die unterhaltsam, fesselnd und zeitgeschichtlich interessant zu lesen ist. Ich hoffe auf einen fünften Fall!

Die Reihe um August Emmerich:
1) Der zweite Reiter
2) Die rote Frau
3) Der dunkle Bote
4) Das schwarze Band
58 reviews
April 11, 2023
Wie alle Emmerich Krimis sehr spannend und rasch gelesen. Wenn man die ganze Reihe kennt wird das Schema irgendwann transparent, daher war es nicht mehr ganz so spannend wie die anderen. Dennoch sehr packend und gut geschrieben.
Profile Image for yesterday.
489 reviews4 followers
September 24, 2020
August Emmerichs aktuellstes Abenteuer (für diese Bezeichnung würde er mich rügen) im Sommer 1921 holt ihn kräftig aus seiner Komfortzone. Zwar ermitteln er und Kriminalinspektor Ferdinand Winter in einem Mordfall im Rotlichtmilieu aber Emmerich kann nicht so viel Zeit in den verzwickten Fall stecken wie er gerne möchte.

Auf Anordnung, der nicht einmal er sich widersetzen kann, muss er die Schulbank drücken und Lernstoff dort nachholen wo bei ihm am meisten fehlt: Umgangsformen und Stil. Die beiden kongenialen Protagonisten sind also einen Teil der Zeit voneinander getrennt.

Witzigerweise fiebert man währenddessen fast noch mehr mit Winter und Emmerich mit als sonst, da die Situation für beide auf unterschiedliche Weise sehr gefährlich und heikel wird.

Alex Beer zeichnet ein sehr düsteres Bild der Anfangsjahre der Österreichischen Republik. Der Kaiser ist weg, lang lebe… ja, wer eigentlich? Die Not nach dem Krieg ist immer noch greifbar, dem Großteil der Bevölkerung geht es nicht so gut wie ihnen versprochen wurde und andere wiederum sind überzeugt, dass es allen (oder zumindest ihnen selbst) in einer Monarchie besser ginge.

Eine explosive Mischung auf der dieser historische Krimi gründet.

Elektrisierend ist auch wieder einmal, wie Cornelius Obonya Handlung und Charaktere zum Leben erweckt. Einfühlsam, zurückhaltend, mit Witz in der Stimme an den richtigen Stellen und dann wieder polternd und überfallartig sodass man als Hörer öfter den Atem anhält als man mitbekommt.

“Das schwarze Band” ist Teil 4 der Reihe um Kriminalinspektor August Emmerich.
Profile Image for Shanoe.
1,946 reviews17 followers
April 25, 2021
Alex Beer und Cornelius Obonya übertreffen sich mal wieder selbst. Alex Beer, weil sie es wieder schafft, die Stimmung in der Zwischenkriegszeit und die Wiener Eigenheiten perfekt einzufangen. Sehr schön fand ich auch, dass die Perspektive nun öfter wechselt und wir den Fall nicht nur aus Augusts sondern auch aus Ferdinands und Koljas Sicht erleben. Die Wandlung, die gerade Kolja im Verlauf der Bücher gemacht hat, gefällt mir besonders gut und zeichnet eben die situativen Gegebenheiten wunderbar nach. Schön war auch, dass Ferdinand gezwungen war, selbstständiger zu werden - und die Kurzauftritte des "Hühnerhaufens" find ich auch immer ganz entzückend ;)

Cornelius Obonya überzeugt als Sprecher einmal mehr - er liest einfach so schön und selbst ohne einleitenden Text wüsste man fast immer, wer gerade spricht, weil jeder der Charaktere seine eigene Stimme bekommt. Er schafft es perfekt, den Wiener Ton umzusetzen und wahrscheinlich könnte er mir alles vorlesen und ich würde es toll finden - ja, ich stehe zu meinem Voice-Crush. Aber gerade die Kombination aus den von Alex Beer geschaffenen Figuren und der Stimme von Cornelius Obonya - das ist echt ganz großes Hörkino.
Profile Image for Reinhold.
551 reviews33 followers
December 23, 2020
Der vierte Band aus der Serie ist wohl der bisher beste. Schon alle anderen Werke aus der Feder von Alex Beer fand ich wirklich gut und unbedingt lesenswert. Hier aber hat alles perfekt gepasst. Die Figuren werden immer interessanter und flachen nicht ab. Die Konflikte, die sich über die Serie ziehen, werden angereichert und letztlich ist der Fall und die geschichtliche Darstellung höchst interessant.
Profile Image for Kerstin Pöschl.
130 reviews
March 3, 2022
Die ersten Romane waren besser, spannender. Aber nach wie vor eine gute Serie. Der 5. Teil hat mir dann wieder besser gefallen.
Profile Image for Sim Hel.
349 reviews1 follower
December 23, 2024
"Das schwarze Band" ist der vierte Teil der August Emmerich-Reihe.
Diesmal haben es Emmerich und Winter mit einem politischen Komplott zu tun. Mehrere Gegner der Republik wollen den Bundeskanzler ermorden. Natürlich stecken unsere beiden Polizisten (mehr oder weniger freiwillig) mittendrin.

Ich habe diesmal ein bisschen gebraucht, bis ich in der Geschichte drin war, und meine alte Begeisterung für die beiden Ermittler und das Setting wiederaufflammen konnte. Am Anfang habe ich mir komischerweise mit den beiden Hauptcharakteren schwer getan. Sowohl Emmerich als auch Winter werden wie Karikaturen dargestellt. Emmerich hat ständig schlechte Laune, meckert und mosert an allem herum und benimmt sich wie der Elefant im Porzellanladen. Ja, er war schon immer ein wenig unangepasst, aber diesmal wurde es - zumindest am Anfang - ziemlich auf die Spitze getrieben.
Ähnlich ist es bei Ferdinand Winter. Schon immer wurde er als etwas naiver und unbeholfener Sidekick Emmerichs dargestellt. Diesmal muss er zu Beginn eine Weile allein ermitteln und stellt sich dabei wirklich ziemlich dämlich und töpelhaft an, was doch ein wenig unglaubwürdig ist, immerhin ist er auch schon eine Weile Polizist.

Doch nach einiger Zeit ändert sich das und die Geschichte nimmt an Fahrt auf. Spätestens ab der Hälfte hatte sie mich dann wieder gepackt. Die Ereignisse überschlagen sich und es wird richtig spannend.

Man muss sich diesmal also darauf einstellen, dass sich die Geschichte Zeit lässt, bevor sie einen so richtig packt. Auch muss man sich darüber im Klaren sein, dass es (wieder einmal) um ein politisches Komplott geht; wer also mal einen ganz "normalen" Mordfall erwartet (was ja vielleicht auch mal ganz nett wäre), wird enttäuscht.
Profile Image for Uwe Pfaffmann.
233 reviews8 followers
February 3, 2024
Ich habe das schwarze Band als Hörbuch gehört. Es hat mir gut gefallen, insbesondere nachdem ich bereits den zweiten Band gehört hatte, der meiner Meinung nach ebenfalls ansprechend war. Dennoch empfinde ich diesen Band sogar noch besser. Es ist jedoch ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um die privaten Zusammenhänge von August Emmerich besser zu verstehen.

Der Charme der zwanziger Jahre wird in dieser Beschreibung hervorragend eingefangen, wobei diesmal eine deutlich politische Note hinzukommt. Interessanterweise beeinträchtigt dies jedoch keineswegs den Lesefluss, sondern verleiht der Krimigeschichte gerade die richtige Würze.

Das Hörbuch entfaltet eine fesselnde Spannung, indem es mit einem Cliffhanger beginnt, der geschickt den Weg zum eigentlichen Handlungsverlauf ebnet. Zum Ende hin erreicht die Spannung einen weiteren Höhepunkt, der das Hörerlebnis intensiviert.

Das Hörbuch bewerte ich mit 5 Sternen.

Der Hörbuchsprecher Cornelius Obonya ist genial, er hat mir sehr gut gefallen. Sehr differenziert hat die verschiedenen Figuren gesprochen.
Profile Image for Janine.
394 reviews
May 11, 2025
Nun ist mein Kommissar Emmerich Vorrat erst einmal erschöpft. Auch den vierten Band der Serie habe ich schnell verschlungen. Dieser Band war für mich deutlich leichter von der Stimmung her als der dritte Teil („Der Dunkle Bote“).

Hier gefällt mir erneut, wie Alex Beer das Nachkriegswien beschreibt, ohne dieses zu beschönigen oder romantisch zu verklären. Das Besondere an diesem Teil ist, dass es mehrere Parallelstränge gibt, da Winter und Emmerich unfreiwillig während ihrer Ermittlungen getrennt werden. So lernt man von dem eher vornehmen Winter eine neue Seite kennen. Tatsächlich fehlte mir das gemeinsame Ermitteln ein wenig, lebt diese Serie doch auch von dem Kontrast der beiden Polizisten. Insgesamt war der Fokus mehr auf die Personen gelegt und weniger auf das düstere Wien wie in dem dritten Teil. Ein solider Krimi, der sich gut lesen lässt und Spaß macht.
6 reviews
October 3, 2024
Zwei Frauen werden tot in ihrer Wohnung aufgefunden und eine dritte wird vermisst.
Emmerich und Winter ermitteln, zumindest solange, bis Emmerich abgezogen wird und einen Kurs belegen muss, um bessere Umgangsformen zu lernen. Nun muss Winter die Ermittlungen, welche ihn in gewisse Etablissement Wiens führen, alleine weiterführen.

Das Buch hat mir gut gefallen. Gerade das Winter hier auch mal alleine ermitteln könnte (oder musste) hat mir gefallen, da mir sein Charakter doch ein wenig ans Herz gewachsen ist. Zu sehen, wie der anständige Winter sich im Rotlichtmilieu schlägt hat mir gelegentlich ein Lächeln auf die Lippen gebracht.
Nichts desto trotz hat der Fall gezeigt, dass die beiden Ermittler am effektivsten sind, wenn sie zusammen arbeiten.
Profile Image for AGirlAndHerBooks.
59 reviews
September 21, 2025
Alex Beer und der wirklich herausragende Sprecher Cornelius Obonya, der das Buch zu einem Hörgenuss macht, überzeugen wieder. Der Fall war vielleicht etwas geradliniger als die vorherigen und die Lösung für das Ausmaß dieses Falls doch etwas zu geschwind und einfach abgetan, dafür glänzt er mit Charakteren wie Irina, Charakterentwicklung und dem bekannten Twist am Ende, der zum Weiterlesen anregt.
Profile Image for Lysergius.
3,164 reviews
September 30, 2021
Another excellent Krimi from Alex Beer. August Emmerich and Ferdinand Winter are two charcaters that grow in staure with each novel. This is a nicely complex plot with an elegant resolution. There is a lovely twist at the end that surprises Emmerich. On to the next.
59 reviews1 follower
November 5, 2022
Sehr dichte Atmosphäre, überraschende Wendungen. Die Charaktere sind ebenfalls gut gezeichnet.
157 reviews2 followers
July 15, 2021
Wien, Juli 1921. Mitten in einer Hitzewelle werden Emmerich und Winter zu einem Tatort mit 2 Frauenleichen gerufen - 2 Prostituierte wurden ermordet, eine 3. scheint auf der Flucht zu sein. Da Emmerich mal wieder wegen Beleidigung des Bundeskanzlers in Ungnade gefallen ist, muss er just zu diesem Zeitpunkt in eine Disziplinarschulung und Winter mit den Ermittlungen im Rotlichtmilieu alleine lassen. Doch auch sein Seminar stellt sich als bald als komplizierter dar, als es ihm lieb ist.

Dies ist der 4. Roman der Emmerich-Reihe. Wie immer zeichnet Beer ein hochinteressantes Bild der Nachkriegsgesellschaft zwischen bitterer Armut und offen gezeigter Dekadenz, zwischen junger verachteter Demokratie und dem Schwelgen in Monarchie-Erinnerungen und -Fantasien. In diesem Fall wird alles miteinander verwoben, heraus kommt ein spannend zu lesender Roman, wenn gleich auch der letztendliche Rädelsführer zu offensichtlich ist.

Aufgewogen wird dies allerdings durch die persönlichen Seiten, denn sowohl über Winter, der zumindest in Ansätzen diesmal alleine ermitteln darf, als auch über Emmerich erfährt man mehr. Dazu inkludiert Emmerich Winter immer mehr in seine kleine Familie, die irgendwie auch den Schmuggler/Neo-Politiker Kolja mitumfasst. Ich hoffe auch, dass Irina gekommen ist, um zu bleiben.

Beer vermag es spielend, ihren Figuren immer neue Facetten zu geben, aber auch schon bekannte weiter auszuarbeiten. Man lebt mit mit Winter, der sich endlich beweisen will, und Emmerich, der sein Leben als alleinerziehender Vater, Kriminalinspektor, Mentor für Winter und die Suche nach seiner Herkunft irgendwie jonglieren will. Und genau davon leben diese Romane! Natürlich werden auch die Fäden zu Band 5 gelegt, der im Herbst 2021 erscheinen soll - ich freu mich jedenfalls schon drauf.

Der einzige kleine Kritikpunkt betrifft die Edition: Das Taschenbuch umfasst 348 Seiten - aufgrund der verwendeten Schriftgröße und des Zeilenabstands hätte man hier durchaus auch auf 250 Seiten reduzieren können... Es muss ja nicht unbedingt ein größerer Umfang vorgegeben werden, als im Endeffekt da ist. Leider fiel mir das aber auch schon bei anderen Beer-Romanen auf.

Fazit: spannend, mitreißend... die Emmerich-Serie zeigt bislang keine Abnutzungserscheinungen. So soll's sein!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Pascal.
22 reviews
April 20, 2021
Spannender historischer Wien-Krimi. Gute Unterhaltung, angereichert mit Wiener Lokalkolorit und etwas Geschichtsunterricht. Kein Meisterwerk, aber gute Unterhaltung.
Profile Image for Ronsens.
114 reviews23 followers
April 26, 2021
3.5 Sterne aufgerundet - etwas schwächer als die vorigen also aus meiner Sicht, freue mich aber schon auf die Erscheinung des nächsten Bandes.
Displaying 1 - 29 of 29 reviews

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