Wohlfühlkrimi mit einer liebenswert chaotischen Detektivin vor der Kulisse der atemberaubenden Bretagne. Tereza Berger, vierzig, geschieden, süchtig nach Milchschokolade, erbt ein Haus in der Bretagne, auf der malerischen Halbinsel Crozon. Es entpuppt sich als neobretonische Bruchbude an der Dorfstraße von Camaret-sur-Mer. Trotzdem ist es Liebe auf den ersten Blick – hier will sie sich den Traum einer eigenen Buchhandlung erfüllen. Als ein Deutscher, der das Künstlerdorf zu einer Touristenattraktion machen wollte, tot am Strand gefunden wird, gerät Tereza unter Mordverdacht. Irgendjemand will sie aus ihrer neuen Heimat vertreiben. Doch ihr Kampfgeist ist geweckt ...
Krimiinhalt: Tereza Berger ist geschieden und grad nicht so gut drauf, als sie ein Haus in der Bretagne erbt. Eine totale Bruchbude mit Meerblick an einer absolut tollen Stelle, wo der Markt ist. Ihr gefällt es in Camaret-sur-Mer. Ein Deutscher, der ihr Haus kaufen wollte, wird tot am Strand gefunden. Zuvor gab es schon zwei weitere Tote. Und dazu gibt es noch einen brummigen, gut aussehenden Kommissar, der Tereza nicht gerade freundlich gesonnen ist. Zumindest tut er so.
Lokalkolorit: Der Lokalkolorit war umwerfend schön. Ich hatte eine wunderschöne Zeit auf der Halbinsel Crozon. Die Schokolade hat mich glatt ein paar kg mehr auf der Waage gekostet. Das Meer, der Wind, und die Eigenheiten der Menschen waren gut vorstellbar.
Cover: Das Cover ist sehr hübsch. Ich mag ja Leuchttürme total und tosendes Meer ebenso. Die Atmosphäre ist hier sehr gut gelungen und eingefangen. Nicht zu düster für einen Cosy Crime. Eine 1.
Schreibstil: Sofort fiel mir auf, dass der Schreibstil total anders war, wie in Nachtblau der See und Quittengrab. Er war lockerer, leichter, humorvoller und mit viel Lokalkolorit. Das einzige was gleich war, waren die vielen, vielen Menschen, bei denen ich genauso durcheinander gekommen bin wie beim Quittengrab.
Krimi: Der Krimi war durch die vielen Menschen total undurchdringlich und ich wäre nie auf den Mörder gekommen. Es war sehr spannend, die ganze Zeit. Gabriela Kasperski hat die Spannung bis zur Auflösung sehr schön aufrecht gehalten und es gab dann auch danach noch ein „Ausleitungskapitel“ wie ich das nenne, so dass man noch mehr erfährt und der Krimi nicht sofort zu Ende ist.
Charaktere: Die Charaktere waren wunderbar skizziert und ich hoffe, dass es viele Fortsetzungen gibt. Wenn man mal ein Buch einer Serie von Gabriela Kasperski gelesen hat, wird man süchtig nach mehr. Besonders hat mir Terezas Charakter gefallen, der ihrer verstorbenen Tante Annie, die Nonne fand ich absolut cool und natürlich der Kommissar. Da könnte noch was gehen mit Tereza, bei diesem stürmisch-bösen Duell. Aber auch Ayala ist ein Lieblingscharakter von mir.
Sonstiges: Das einzige, was mir nicht so gefallen hat, war, dass der Krimi zu schnell aus und aufgelöst war, das hätte noch länger dauern können und ausführlicher sein können. Der Beginn war so vielversprechend, da waren die zwei Toten erst mal Nebensache, der Krimi sprühte vor Witz (es ging auch so weiter) und dann dieser etwas schnelle Schluss, das fand ich etwas schade. Das hätte noch mehr beschrieben werden können. Und irgendwie war auch nicht alles so richtig aufgelöst. Am Schluss hatte ich dann den Eindruck, da blieben, noch ein paar offene Fragen.
Mein Mann fand, da steht zu viel französisches drin. Ich finde das super. Denn so kann ich mir mein Schulfranzösisch immer ein bisschen auffrischen.
Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
Ein Cosy Crime, der es in sich hat. Es ist ein Urlaubskrimi in dem man sich wohlfühlen kann und „zuhause“ ist. Per Kopfkino war ich mit Tereza am Strand und in ihrem (zum Schluss) renovierten und wunderschönen Haus samt Bücherei. Locker leicht geschrieben, der Krimi hat gesprüht vor Witz, und dann dieses Highlight, gefiel mir sehr gut. 8 von 10 Feensterne.
Bretonisch mit Meerblick hat mich einerseits schwer begeistert, andererseits wutschnaubend zurückgelassen
Beginnen werde ich mit der Begeisterung:
Das Buch ist wahrlich traumhaft. Wunderschöne Landschaftsbeschreibungen einer Gegend die recht speziell ist und in der auch sehr viele wundersame Menschen leben. Da hat Tereza mächtig viel zu entdecken und zu erleben. Auch die Geschichte rund um ihre Villa ist toll. Verwunschen, ruinös aber dennoch prachtvoll ist das Haus das Tereza erbt ein Abbild ihres Selbst. So werden die beiden auch irgendwann Freunde, und Tereza beschließt zu bleiben. Begeistert hat mich auch der Sprachstil. So wundervoll blumige Worte, eingebettet in perfekte Syntax. Ich wage in der heutigen Zeit der Sprachverrohung kaum noch an solch wundervolle Bücher zu glauben und freue mich sehr, wenn ich mal eins erwische. Tereza macht eine Wandlung, durch die man als Leser sehr gut nachvollziehen kann, wird sie doch eigenständig, rational und dennoch beginnt sie zu träumen. Von einem Leben in Frankreich. Trotz aller Widrigkeiten. So ist dieses Buch eine traumhafte Anleitung für jede Frau sich Wünsche zu erfüllen und den eigenen Weg gehen zu wollen.
Und nun die Wut:
Dieses Buch ist alles, was ich im obigen Absatz erklärt habe, jedoch für mich kein Krimi. Ja, da liegen tatsächlich ein paar Leichen am Strand. Und es ermittelt auch irgendwie jemand mal ein bisschen. Eventuell? Das bekommt man in dem Buch gar nicht so recht mit. Da knattert ab und zu mal ein Polizist umher, der die Protagonistin irgendetwas fragt, aber keine dieser Fragen oder Ermittlungsansätze ist in irgendeiner Art und Weise aufklärend. Und all die Nebenfiguren haben mich massiv verwirrt. Zumal das Buch auch in einem fremden Land spielt und mir die Namensgebungen nicht geläufig sind. Da habe ich tatsächlich irgendwann auf Durchzug geschaltet. War mir dann egal wann wer mit wem in der Kiste war und wer nicht. Außerdem ist Terezas Ermittlungsarbeit so verworren, dass ich ihr nie folgen konnte. Da fehlen sprachlich einige Nebensätze für die Fallanalytikerin in mir. Und häppchenweise wurde die Weisheit des Dorfzusammenlebens dann auch noch verteilt. Von jedem Nebenprotagonisten ein bisschen, unzusammenhängend. Eingebettet in die nächste Mahlzeit.
Fazit: Fünf Sterne für eine absolut wunderbare Frauengeschichte, die ich sehr genossen habe, aber leider nur einen Stern für eine desolate Krimihandlung, die ich kaum als Plot erkennen konnte.
Leseempfehlung: Für Krimifans nur bedingt geeignet, es sei denn man steht auf Cosy – Crime zum selber raten, aber für alle die gerne eine tolle Frauen – Selbstfindungsgeschichte in toller Kulisse lesen möchten: Eine glasklare Leseempfehlung. Macht insgesamt drei Sterne. Artikel teilen:
Die 40-jährige Tereza Berger erbt ein Haus in der Bretagne. Es entpuppt sich allerdings schnell als Bruchbude an der Dorfstraße von Camaret-sur-Mer. Dennoch verliebt sie sich sofort in das Haus und will dort ihre eigene Buchhandlung aufmachen. Dann wird ein Toter am Strand gefunden und Tereza gerät unter Mordverdacht. Doch so schnell gibt sie nicht auf.
Das ansprechende Cover und der spannende Klappentext haben mich wahnsinnig neugierig auf diesen Krimi gemacht. Das Buch ließ sich aufgrund des flüssigen und leicht verständlichen Schreibstils hervorragend lesen. Ich kam sofort in die Geschichte rein und war total gefesselt, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt habe. Ich musste es unbedingt in einem Rutsch fertig lesen. Sehr gut gefallen haben mir auch die wunderschönen und bildhaften Beschreibungen der Handlungsorte, des Hauses etc., ich fühlte mich dadurch wohl und mittendrin. Tereza fand ich unglaublich sympathisch. Ich mochte sie sofort und konnte mich prima in sie und ihre Gedanken- bzw. Gefühlswelt hineinfühlen. Ich konnte richtig mit ihr mitfiebern, dass der wahre Mörder entlarvt wird. Aber auch die weiteren Charaktere wurden großartig gezeichnet und fügten sich passend in die Geschichte hinein. Ich habe ganz vielen von ihnen misstraut, so dass es jede Menge Verdächtige gab. Der Fall war sehr gut durchdacht. Ich hatte viele Möglichkeiten zum Überlegen und Rätseln, so dass es nie langweilig wurde. Auch immer neue Entwicklungen und Wendungen hielten die Spannungskurve konstant oben. Das Ende war schlüssig und brachte hinsichtlich des Täters noch eine Überraschung für mich mit, denn ich hätte ihn nicht enttarnt.
Ein perfekter Wohlfühlkrimi mit einer äußerst sympathischen Protagonistin. Ich möchte unbedingt mehr von Tereza lesen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Als ihre Tante Annie plötzlich verstarb, war ihre Nichte Tereza Berger sehr überrascht. Dieses Haus stand in der Bretagne, am Ende der Welt. Sie wollte auch nur kurz dorthin und das Haus so schnell wie möglich wieder verkaufen. Doch als sie das Haus sah, kamen ihr doch Bedenken, ob ein Verkauf das Richtige sei. Es musste einiges an dem Haus getan werden, da es in einem schlechten Zustand war. An einem nahe gelegenen Strand hatte es zwei Todesfälle gegeben, sodass das der Verkauf sehr schwer werden würde. Während ihres Aufenthaltes gab es noch eine Toten und so rückt Tereza in den Fokus der Polizei. Es gab aber auch Unterstützung von den Frauen von Camaret und Gefahren durch die mysteriösen Kapuzenmänner. Alles andere als Gastfreundlich und die Frage war, wie würde sie sich entscheiden. „Bretonisch mit Meerblick“ von Gabriel Kasperski ist ein Krimi, der an der Küste der Bretagne spielt und seine Bewohner und deren Neigungen und Abneigungen in den Fokus nimmt. Schon das Cover zeigt, das die Küsten der Bretagne manchen Sturm auszuhalten haben und doch gibt es Leuchttürme, die den Weg zeigen. Genauso ist das in diesem Krimi, der zwischen den Menschen einige Gräben aufweist, aber die sind meist nicht persönlicher Art und Weise, sondern haben meistens auch geschäftliche Hintergründe. Der Hauptcharakter, die Schweizerin Tereza, deckt einiges auf, was unter der Oberfläche brodelt, und sie muss sich auch ihren Weg erobern. Diesen Weg hat die Autorin sehr interessant angelegt uns so ist manchmal Hassobjekt und manchmal Aufdeckerin der Geschichten, die die Menschen dort schreiben. Die Spannung nimmt deutlich bis zum Ende zu. Ein Krimi, der viele regionale Besonderheiten der Bretagne erzählt, liegt hier vor. Die Story ist leicht und einfach erzählt und ist spannend und amüsant zugleich.