Für alles braucht man ein Fähigkeitzeugnis, ausser fürs Kinder kriegen. Julia Weber erzählt in feinen Tönen von einer Frau, die zur Mutter wird, die ihre Kinder über alles liebt und sie braucht und trotzdem nicht für sie da sein kann. Die Diagnose manisch-depressiv taucht nicht auf aber schwingt immer mit. Die Tochter Anaïs wird dadurch selbst zur Mutter für ihren kleinen Bruder Bruno. Sie baut eine Fantasiewelt für sich und Bruno und bringt sie damit in grosse Gefahr. Die Geschichte hat viele zauberhafte Momente, die aufzeigen, wie fragil das Konstrukt “Kernfamilie” ist und wie einsam es in seiner vermeintlichen Unabhängigkeit der Gesellschaft macht. Die langen Listen mit Aufzählungen wurden mir zeitweise zu nichtssagend und die Gedankengänge von Anaïs erschienen mir immer wieder zu konstruiert, zu “erwachsen”. Aber die Bilder bleiben hängen, die mit Worten gezeichneten noch mehr als die Grafiken am Ende des Buches.
Ein ungeheures „Sprachgefühl“ oder wie soll man es nennen - poetische Potenz. Die Hälfte hat mich weggeblasen, dann aber entlarvt sich die sehr deutsche, sehr sprachige Sprache selbst, wagt nichts mehr, als die Poetifizierung der Welt durch Kinderaugen. Und warum die Mutter die Welt auch aus diesen Augen anschaut, hab ich nicht verstanden.
Loved it in the first half, then it gets a repetitive (and loses me on the fantasy world). Would have preferred to learn more about the mother and the giant, and would have expected the tone of voice of mother and daughter to be more different.
absorbierend, fesselnd, verrückend... Dieses Buch hat mich zeitenweise zur Kellerassel werden lassen, nicht wissend, wo ich aufhöre und wo ich beginne.