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192 pages, Mass Market Paperback
First published August 9, 2018
Inhalt: Tsukiko Yano zieht aus dem Ausland zurück nach Japan und besucht die zehnte Klasse eines College. Dort sieht sie Aya Utsumi einsam ihre Bahnen im Pool ziehen...und ist fasziniert. Die schicksalhafte Begegnung am Pool verändert das Leben der beiden für immer...
Bewertung: Aufmerksam auf diesen Manga wurde ich vor allem durch den Titel (Nacht und Meer sind zwei interessante Dinge für mich) und den Zeichenstil. Heimlicherweise haben es mir vielleicht auch Dinge angetan, die ans Herz gehen. Die beiden Hauptfiguren könnten unterschiedlicher und zugleich identischer nicht sein. Tsukiko bleibt für sich. Nach außen hin ist sie unnahbar und unabhängig. Hübsch ist sie, lässt aber niemanden näher an sich heran. Die Leute bewerten sie generell mit Vorurteilen bezüglich ihres Auftretens, ihrer Haarfarbe usw. Ihre Mutter bezeichnete sie einst als "Puppe" - was vielleicht lieb gemeint war, sich aber tief in Tsukikos Gedächtnis gebrannt hat. Neben diesen Dingen ist sie vor allem eins - einsam. So geht es auch Aya Utsumi. Im Gegensatz zu Tsukiko versucht sie sich aktiv in Gruppen einzubringen. Da sie jedoch stets ausspricht was sie grade denkt, eckt sie oft an. Ihr liebstes Hobby ist das Schwimmen, weclhes sie gerne ebenso allein betreibt. Klassischerweise könnte man sie als "Einzelgängerin" betiteln. Andere empfinden sie als komisch. Mit den beiden Mädchen hat Goumoto ein liebenswertes Ensemble aus der Feder gekitzelt. Die Handlung ist wie erwartet voll von Gefühlen und ohne jegliche Action. Sie ist fest verankert in der normalen Welt und erzählt Geschichten aus dem Alltag zweier Menschen. Das finde ich herrlich authentisch und es hat mir schon bei Life is Strange gefallen (wobei diese Spiele und Comics einen übernatürlichen Hauch an sich haben). Schön ist mit anzusehen wie Aya und Tsukiko etwas Ruhe in der Gegenwart des anderen finden, wenngleich es den beiden schwerfällt, dies zu akzeptieren. Besonders kommt dies in den Szenen durch, in denen Tsukiko Aya ihren Regenschirm gibt (viel Überwindung notwendig aber glücklich es getan zu haben - beide erinnern sich daran) und die Sequenz, in der Aya ihre Zuneigung gesteht (und Tsukiko damit überfordert ist). Dieses Hin und Her mag nicht für jeden Leser etwas sein, ich finde es herrlich realitätsnah und süß. Etwas abgedrehter ist da schon der Zeichenstil. Goumoto lässt sich einiges einfallen, um den Leser zu überraschen. In Tsukikos Fantasie ist die ganze Welt mit imaginären Fischen zugedeckt, Aya ist selbst manchmal einer und ihr Zuneigungsgeständnis überspült die Panels mit einer großen Welle. Unterdessen ist sie für ihr Gegenüber eine Vampirin mit süßen kleinen Fangzähnen. Hier gibt es einige tolle Zeichnungen zu finden und diese sind definitiv das Aushängeschild der Reihe. Als besonderes Gimmick in der deutschen Erstausgabe gab es außerdem eine Picture-Card mit Glitzereffekt - tolle Idee!