Das Buchcover und der Enthusiasmus, mit dem der Autor über das Buch redet, haben mich neugierig auf die Story gemacht. Da ich selten Bücher auf Deutsch lese, weil ich mit dem Schreibstil der meisten Autoren/Übersetzer nicht viel anfangen kann, habe ich befürchtet, dass mir dieser hier auch nicht zusagen würde. Aber ich war positiv überrascht, wie flüssig, leicht und schnell sich die Geschichte lesen ließ. Die einzelnen Begriffe, die speziell für das Universum des Weltenkreises gewählt sind, fand ich richtig gut. Von Weltenkern über Titanen bis hin zu Weltenschiffen, war alles aufeinander abgestimmt und bereicherte die Atmosphäre. Mein Lieblingsbegriff ist vermutlich Mittagsnacht, wie großartig ist das Konzept und dieses Wort dafür.
Die Welt ist auch mit Abstand der Teil, der mir an dem Buch am meisten gefallen hat. Ich habe mich in den Weltenkreis und die verschiedenen Planeten darin verliebt. Die Schauplätze der Handlung sind mit so viel Liebe zum Detail beschrieben und teilweise sehr episch. Die Stadt der letzten Wächter mit ihrer imposanten Technik, der Wasserplanet, den vielen Inseln und hohen Wellen, gegen die die Architektur schützen muss, die Akademie mit den großen Hallen für Titanen, die Bibliothek! Und dann der Wüstenplanet mit kolossalen Bauten und unterirdischen Anlagen einer ausgestorbenen Zivilisation. Ich fand auch die Geschichte des Weltenkreises, von der man immer wieder kleine Bruchstücke erfährt, sehr faszinierend. Ich würde da wirklich gerne mehr erfahren.
Leider wirkten die Charaktere und die Handlung dagegen eher oberflächlich. Was ich wirklich schade fand, denn das Potenzial war definitiv da. Die Geschichte hangelt sich von einem Plotpunkt zum nächsten und selten hat man genug Zeit, die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander tiefer zu erforschen. Es kam mir meistens so vor, als würden die Charaktere jeder für sich nebeneinander existieren, statt miteinander zu agieren. Und wenn Verbindungen anfingen, sich zu formen, wurden diese teilweise sehr abrupt aufgelöst. Auch die Charaktere an sich, ihre Gedanken und Gefühle wurden kaum ergründet, es blieb alles sehr distanziert. Ich fand es daher schwierig, eine Bindung zu den Charakteren und ihrer Geschichte aufzubauen, sodass selbst emotionale Wendungen mich kalt zurückgelassen haben.
Ein zentrales Element der Magie sind neben den Elementen die Erinnerungen. Was zu interessanten Diskussionen und Konflikten führen kann. Leider wurde auch das nur oberflächlich angerissen.