Düster, realistisch und packend. Ausgezeichnet mit dem 3.Platz beim Tolino media Newcomer Preis 2021! Vor 200 Jahren hat die Insel Selvia sich vom Festland abgeschottet. Eine gewaltige Mauer wurde gebaut, um die Bevölkerung vor den massiven Unruhen auf dem Festland zu schützen. Technisch und medizinisch hochentwickelt, ähnelt ihr gesellschaftliches System noch immer dem von vor 200 Jahren. Die Regierung unter Präsident Adam hält unangefochten an dem Herrschaftsrecht der Männer fest. »Nur wenn die natürliche Geschlechterordnung beibehalten wird, kann Frieden und Wohlstand herrschen.« (Präsident Adam in seiner Rede zum 200-Jährigen Jubiläum der Mauer) Eva, Tochter eines Kaufmannes, steht kurz vor einem bedeutenden Ereignis in ihrem 16-jährigen der Heiratsmarkt. Der Preis, den sie erzielt, bestimmt ihren Wert und ihre Zukunft. Eine Rebellion stellt diesen Wert in Frage und ihr Leben auf den Kopf. Was ist noch wahr in einer Welt, in der nichts so scheint, wie sie es jahrelang geglaubt hat. Eine feministische Dystopie für Leserinnen und Leser ab 16 Jahren. Enthält Szenen mit Gewalt und Angst. EVA Herrschaft ist der Teil der Selvia - Reihe, in sich abgeschlossen und kann eigenständig gelesen werden.
Franziska Szmania wurde 1984 in Berlin geboren. Sie schreibt Geschichten, seit sie denken kann, und verliert sich ebenso gerne in diesen. In ihren dystopischen Geschichten stellt sie sich der Frage: Was wäre, wenn.
Ich dachte ich war wütend als ich Martha gelesen hatte? Da hatte ich noch nicht Eva gelesen.
Selvia (ein Inselstaat) ist hoch entwickelt und sehr modern, wäre da nicht die Gesellschaftsordnung, die Frauen gefühlt an Wertigkeit noch unter Tiere stellt. Eva lebt in einer Einflussreichen Familie und beugt sich der Gesellschaftsordnung unter Präsident Adam. Sie sieht zwar die Probleme stellt sie aber nicht in Frage und wenn dann niemals offen. Sie glaubt an das was gesagt wird und vor allem was ihr Bruder Aaron ihr sagt.
Der Schreibstil ist wunderbar, man kommt gut durch und wird mitgezogen (wenn es auch die eigene Wut ist, die einen Mitzieht). Diese vielen kleinen Kapitel lockern das Buch auf.
Es geht darum zu beginnen Fehler zu sehen. Wir sind nicht perfekt, wir erkennen Fehler nicht sofort. Menschen sind beeinflussbar, Regierungen nicht gut, Informationen nicht immer korrekt. Man versteht Eva nicht immer, ich wollte sie oft schütteln und Lillit wollte ich ein bis zwei Mal küssen. Man versteht aber auch warum sie es glaubt, und in der Dunkelheit leidet man mit ihr.
Es macht Freude zu sehen wie sie sich mit den anderen Frauen verbündet und wie sie realisiert was in der Gesellschaft falsch ist. Evas Gedanken sind gut dargestellt und man glaubt das sie diese für uns so abwegigen Gedanken glaubt. Mir ist ihr Charakter ans Herz gewachsen auch wenn unsere Werte unterschiedlich sind und ich sie schütteln wollte.
Wie Eva andere Aufgaben übernimmt wie Martha und wie sie sich von ihr unterscheidet, ist spannend zu lesen, weil ich mich mehr mit Martha identifizieren kann. Die Rebellion wird nicht von der Position eines Kriegers dargestellt, sondern von der Position eines Außenstehenden, was eine willkommene Abwechslung ist.
Das Buch lässt aber auch Schauer über meinen Rücken laufen, den Evas Leiden sind sehr bildlich dargestellt. Es enthält wenige Actionszenen aber um Action geht es in dem Buch nicht, die Spannung ist gut aufgebaut und wird bis zum Ende nicht aufgelöst.
Es macht wütend, wütend zu sehen wie Eva manipuliert wird, wütend wie Frauen behandelt werden, wütend wie Frauenverkauft werden, wütend wie Frauen misshandelt wurden, alles macht einfach wütend.
Eva hat mich berührt, denn egal wie wütend ich war, war sie immer so unschuldig und gutmütig. Aber sie kann auch kämpfen, für sich, für andere, für alle Frauen und deshalb ist sie mir sympathisch.
Es ist eine Feministische Dystopie, die mir ans Herz gegangen ist und die ich deshalb immer wieder lesen werde. Ein Kampf für Gleichberechtigung, den nicht einzelne, sondern Frauen in einer Gemeinschaft führen.
Ein absolutes Lesehighlight und sehr zu empfehlen.
Wie dankbar bin ich, die Autorin auf der LBM angesprochen zu haben! EVA hat mich mitgerissen, mich leiden lassen und mir Mut gegeben.
Mit Eva haben wir eine Protagonistin, die keine typische Heldin in einer Dystopie ist. Sie gibt ihr Bestes sich dem System anzupassen und hat eigentlich genau gar kein Interesse daran, sich der Rebellion anzuschließen. Für mich persönlich war das eine sehr angenehme Abwechslung zu den betont starken Protagonistinnen anderer Bücher dieses Genres. Was auf keinen Fall heißen soll, dass Eva nicht stark ist. Sie ist es! Nur eben ohne direkt jemanden eine zu verpassen oder der Kopf einer Revolution zu sein. Neben meiner Wut über die äußeren Umstände, in denen sie lebt, habe ich mich so sehr über die Darstellung ihrer Gedanken, Gefühle und ihrer inneren Konflikte gefreut. Sie sind nachvollziehbar und fühlen sich echt an, auch ihrem Alter und ihrer Lebensrealität entsprechend.
Ebenfalls positiv erwähnen muss ich den Schreibstil, der sehr schön zu lesen ist und sich der Situation, sowie dem Zustand von Eva anpasst. Auch wusste ich lange nicht, wo die Geschichte hin möchte. Zu keiner Zeit wurde sie langweilig, lediglich der Mitteilteil war für mich schwer zu ertragen - bei der Thematik kein Wunder.
Ich konnte EVA kaum aus der Hand legen und wäre sehr sauer über das Ende, hätte ich nicht Band 2 schon hier liegen. Danke an die Autorin für diese Reise, ich bereue es kein Stück mir nach der LBM direkt EVA bestellt zu haben, obwohl ich MARTHA noch nicht mal angefangen hatte. Wenn MARTHA auch nur annähernd so gut wird, weiß ich schon welche beiden Bücher demnächst bzw. im Herbst ihren Weg in mein Regal finden werden.
Franziska Szmania hat es wieder geschafft: Nach den ersten Seiten war klar, dass dieses Buch harter Tobak ist und nach den ersten Kapiteln wusste ich, dass dieses Buch ein absolutes (mindestens) Jahreshighlight ist.
Die Wertvorstellungen, die auf der Insel Selvia gelebt werden, sind sehr schwer auszuhalten. Die Rolle der Frau beschränkt sich auf die der Mutter und Hausfrau, zu etwas anderem ist sie nicht in der Lage. In einem Dialog wird die Frau als “notwendiges Übel” bezeichnet. Die Wut im Bauch beim Lesen wird unermesslich groß, man bleibt fassungslos zurück. Und wie jede Dystopie ist auch diese in der Hinsicht leider gar nicht so weit entfernt von einer real eintretenden Wirklichkeit in Zukunft.
Ein großer Schwerpunkt der Geschichte liegt aber im Umgang mit all den Regeln, Maßregelungen etc. Und somit auch auf den Themen Depression und Angst. Denn die Frauen sind nicht hysterisch, sondern schwer depressiv bei dem Leben, das sie führen müssen. Evas Verhaftung und Unterbringung im Lager ist kaum zu ertragen. Was dort passiert, ist schlimmster Psychoterror und absolut traumatisierend. Der Weg aus dieser psychischen Dunkelheit ist sehr schwer. Vor allem Evas Gedankengänge, ihr Gedankenkarussell finde ich absolut großartig beschrieben - denn genau so fühlt es sich an.
Ich könnte hier noch sehr viel schreiben, aber viele Gedanken sind schwer zu transportieren. Lest dieses Buch!!!!
“Die Dunkelheit in mir wird durchsichtiger.”
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Diese Rezension zu schreiben, ist schwer. Zu einem will ich über dieses Buch reden. Jedoch ohne zu Spoilern, was einem schwer fehlt. Zuerst, es ist kein Buch, das man an schlechten Tage lesen sollte. Denn ist ein Buch, das unter die Haut geht. Für alle Rebellen unter uns ist es ein perfektes Buch zum Lesen. Also fangen wir an. Man begleitet Eva und das durch allem, vielen Tiefpunkte in ihrem Leben, aber auch ein paar Höhen. Die Tiefen sind dunkel, bedrückend, manchen eine Angst und gleichzeitig bringen sie einem auch zum Nachdenken. Jedoch ist man froh, wenn die Dunkelheit vorbei ist und man zurück ins Licht kommt. Es zeigt einem viel und ich habe mich gefragt, ob ich das so überlebt hätte. Das Ende ist schön, kein Happy End, das auch hier nicht wirklich zur Geschichte passen würde. Die Geschichte ist toll und ich bin gespannt auf das zweite Buch aus dieser Welt.
"Eva - Die Herrschaft" von Franziska Szmania ist eine Dystopie, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Das Gedankenspiel, wie eine Gesellschaft leben könnte, die an dem Punkt, an dem sich die Frauen emanzipiert haben, zurückgezogen hat und wie diese heute lebt, hat mich wirklich begeistert. Eva als Protagonistin ist vielschichtig und es war spannend mitzuerleben, wie sie mit den Herausforderungen umgeht, auf die sie trifft. Für mich hatte das Buch zwar ein paar Längen, aber die haben mir nichts ausgemacht, weil ich so drin war, deshalb ziehe ich dafür auch keine Sterne ab. Zusammenfassend kann ich "Eva - die Herrschaft" nur empfehlen. Dystopie-Fans werden voll auf ihre Kosten kommen.