Cover:
Für eine gute und kreative Horrorgeschichte bin ich immer zu haben und bei dem düsteren Cover und Klappentext war meine Neugierde direkt geweckt!
Die fast durchgehend positiven Bewertungen haben mich schließlich überzeugt und so griff ich ohne langes zögern zu.
Schreibstil:
Sprachlich gesehen ist der Schreibstil der Autorin völlig in Ordnung. Abwechslungsreich und dicht. Was allerdings den Satzaufbau angeht, empfand ich es leider gleichzeitig als vollkommen spannungslos und ausschweifend, was das Lesen für mich anstrengend gestaltete.
Eigene Meinung:
Halloweenkind ist ein Erstlingsroman verfasst von Kathryna Kaa, welcher bedauerlicherweise, und im Kontrast zu den lobenden Rezensionen, wirklich schlecht geschrieben wurde.
Damit meine ich, wie oben bereits erwähnt, nicht die Sprache, sondern den Aufbau, den Plot und die Figuren. Ja, ganz besonders die Figuren.
Aber darauf komme ich später zurück. Am besten beginne ich am Anfang, also beim Einstieg in die Geschichte.
Paulina Schwarz hat vor fast einem Jahr, Punktgenau um Mitternacht an Halloween, ein Spenderherz erhalten.
Bisher beschränkten sich ihre Probleme damit auf die gewöhnlichen Schwierigkeiten, die ein transplantiertes Organ mit sich bringt, bis es das nicht mehr tut und sich eine ungewohnte Kälte und Lust an Gewalt und Blut in ihrem Herzen ausbreitet.
Mittlerweile ist sie in das verlassene Haus ihrer Oma gezogen, welche sich zu Lebzeiten viel mit Esoterik beschäftigt hat.
Und damit habe ich bereits ein drittel des Buches zusammengefasst, denn mehr als das passiert dort nicht und Spannung kommt dabei erst recht keine auf.
Hier und da ein paar kurze Einschübe von etwas Übernatürlichem, ja, aber Größtenteils ist es ein ewiger innerer Monolog der Protagonist und ihren Erklärungen und Beschreibungen zu etlichen esoterischen Hilfsmitteln.
Das hat den Einstieg nicht nur unglaublich zäh gestaltet, es hat sich auch gezogen.
Dazu kam dann noch das unfassbar unlogische Verhalten der Protagonist, bei welchem mir nur zum Augen rollen zu mute war.
Beispielsweise findet sie eine Katze, weiß, dass diese ein beachtliches Risiko darstellt und ihr vom Arzt untersagt wurde, Haustiere zu halten.
Sie nimmt sie natürlich trotzdem mit, mit der Begründung, es sei Schicksal, wenn die Katze ihr bis nach Hause folge. Okay, klar, warum auch nicht. Sie lässt die Katze natürlich auch direkt in ihrem Bett schlafen.
In dieser Nacht hat sie Alpträume, findet das Bett am Morgen zerwühlt vor und die Katze hat panische Angst vor ihr. Was macht man logischerweise? Selbstverständlich die Katze in der nächsten Nacht wieder zu sich lassen. Diesmal wacht sie auf, die Hände um die Kehle des Tieres geschlossen und zudrückend.
Man meint spätestens da hätte sie dazugelernt, aber nein. Nächster Morgen, Katze wieder im Würgegriff.
Das mögen vielleicht nur Kleinigkeiten sein, doch auffallen tun sie trotzdem, besonders da sowas hier keine Seltenheit ist.
Im zweiten drittel hatte ich zum ersten Mal das Bedürfnis abzubrechen.
Zu dem Zeitpunkt wurden schon ein paar Charaktere eingeführt: Lotta, die beste Freundin und Farzinfahrr der Jahrmarktswahrsager.
Zeitweise ging ich tatsächlich davon aus, die Autorin würde eine Liebesgeschichte zwischen Paulina und Farzinfahrr entstehen lassen wollen, und war positiv überrascht, weil es mal nicht dem "unsterbliche Liebe auf den ersten Blick, weil heiß"-Klischee entsprach.
Das hat solange angehalten bis das "unsterbliche Liebe auf den ersten Blick, weil heiß"-Klischee aufgetaucht ist.
Ach ja, und natürlich hat er abgesehen davon auch keinen Charakter. Außer, dass er ein wenig hochgestochen spricht, ist seine Persönlichkeit so existent wie eine Pfütze zur Dürrezeit.
Stört Paulina aber nicht. Denn ganz nach Fünftklässler Manier wird ab jetzt Zeile um Zeile geschwärmt und wieder geschwärmt um einen Typen den sie seit 20 Minuten kennt. Es kommen keine Gefühle auf, nichts, und alles wirkt überstürzt, leidenschaftslos und blutleer.
Es war teilweise einfach nur nervig zu lesen, von dem angeschnittenen Liebesdreieck fange ich am besten gar nicht erst an.
Muss eine Romanze unbedingt mit rein, wenn man das nicht vernünftig schreiben kann?
Das letzte drittel stellte sich, wenig überraschend, als ebenso ernüchternd heraus.
Keine düstere Atmosphäre, kein Grusel, nicht einmal ein ungutes Gefühl hat sich an irgendeiner Stelle beim Lesen eingestellt.
Dabei dachte ich, zumindest am Schluss würde die Gefahr, die in Paulinas Spenderherz lauerte, endlich wenigstens ein winziges bisschen stärker ins Spiel kommen!
Aber nein, den Feind, den es eigentlich das ganze Buch über zu bekämpfen galt und der als ach so gefährlich hingestellt wurde, war am Ende bloß leeres Gerede und hat eigentlich nichts nennenswertes getan.
Für mich persönlich enttäuschend und langweilig.
Fazit:
Halloweenkind ist vieles, aber kein Horrorroman. Alles hat sich sehr unausgereift angefühlt und war sehr ungeschickt und schlecht in der Umsetzung. Die Figuren handelten oftmals sehr nervig und unlogisch, Spannung gab es keine und ebenso gab es keinen Nervenkitzel.
Keine Empfehlung von meiner Seite.