Mahatma Gandhi once chided a Christian friend, "All you Christians, missionaries and all, must begin to live more like Jesus Christ." And what Christian among us would disagree with him? After the holy wars and witch-hunts, after persecutions and political machinations, there is a broad sense today that the Church, however well-meaning, is on the wrong side of history.
But do we really know our history? In this collaboration with historian Arnold Angenendt, best-selling German author Manfred Lütz dares to show us what contemporary historians actually say about Christianity's track record over the ages.
This detailed overview begins with the ancient pagans, passing through Israel, the early Church martyrs, Constantine's Rome, the reign of Charlemagne, the Crusades, the Inquisition, the Reformation, the Borgia popes, the Galileo affair, the conquistadores, the French Revolution, the slave trade, the Holocaust, the sex abuse crisis, and more.
The Scandal of the Scandals separates myth from fact, giving us a candid portrait of Christendom with its scars and all. Prepare to be amazed at how little you really knew about Christianity.
Anfangs habe ich (fälschlicherweise) angenommen, dass dieses Buch eine Kritik ans Christentum wäre. Jedoch wurde schon nach den ersten Seiten klar, dass dies nicht der Fall ist.
Wenn nämlich zu Beginn schon behauptet wird, Atheismus sei gescheitert, weil Stalin, Hitler und Mao über 160 Millionen Menschen getötet haben, dann muss schon etwas falsch sein.
Obwohl Stalin und Mao sicherlich Theisten töten ließen, so lässt dies nicht darauf schließen, dass Atheismus Schuld daran gewesen ist. Atheismus ist nicht der Glaube an keinen Gott, sondern Nicht-Glaube. Das wäre so als zu sagen, wenn Stalin und Mao Nicht-Radfahrer gewesen wären, das nicht-radfahren schuld gehabt hätte.
Dazu kommt noch, dass Stalin selbst religiös erzogen wurde und er selbst ein religiöses Amt annahm. Was Stalin wollte, war eine Diktatur. Er wollte keine Gegner, nur Untertanen. Er sah, dass Religiöse sich auflehnen konnten, und schaltete sie deshalb aus. Ähnliches ist wohl auch bei Mao der Fall.
Hitler hingegen ist ein anderes Phänomen. Es mag sein, dass er selbst ein Atheist war, jedoch benutzte er die Kirche dennoch für seine Zwecke. Er benutzte den Glauben der Menschen an einen Gott um die Nationalität zu stärken. Man könnte fast behaupten, dass das Christentum wieder einmal Schuld an einem Genozid war, dies zu behaupten wäre aber maßlos übertrieben. Schuld war natürlich Hitlers Politik, nicht sein Glaube, oder der Glaube des Volkes. Benutzt man Charakteristiken eines Menschen, so könne man auch behaupten, dass Vegetarismus oder Nicht-Rauchen schuld am Holocaust waren.
Wie man sieht kann man schon nach den ersten paar Seiten eine Kritik formulieren und es wird im Laufe des Buches nicht besser. Man müsste schon einen historischen Kontext haben um zu wissen, ob der Autor an dieser oder jener Stelle einfach nur übertreibt, es nicht besser weiß oder gar schon lügt.
Ich bin bis zur ca. der Hälfte gekommen um zu sehen ob es irgendwann doch vielleicht besser wird - wird es nicht.
Fazit: Ein tolles Buch um zu sehen wie Geschichtsrevisionismus funktioniert und wie einfach man Fallazien konstruieren kann.
Als der Autor versucht die Kreuzzüge dem gewalttätigen Charakter der Germanen zuzuschieben, die doch gerade durch ihre Christianisierung pazifiziert worden seien hörte es bei mir auf. Das widerspricht allem, was ich im Geschichtsstudium an der Universität Tübingen gehört, gelernt und selbst recherchiert habe. Von anderen haarsträubenden "Entschuldigungen" ganz abgesehen. Skandalös ist an diesem Buch nichts außer der Tatsache, dass so etwas in einem eigentlich seriösen Verlag wie Herder erscheinen darf. Wer Geschichtsrevision im Sinne des Christentums und den Kirchen sucht mag hier richtig sein. Allen anderen seien die richtigen Geschichtsbücher empfohlen.
Ganz okay, ich habe auch kein Problem mit Zuspitzungen, aber die Argumentation ist zu simpel: Alles Böse waren entweder die weltlichen Fürsten oder die Protestanten. Dass die aber auch beide christlich waren und nicht nur die katholische Kirche scheint der Autor irgendwie nicht so recht einsehen zu wollen.
Das Christentum ist die unbekannteste Religion der westlichen Welt...
- Der Skandal der Skandale, S. 1
DNF 8%, S. 23
Nachdem Satz 1 schon mal eine super unnötige Clickbait war (Hat der Autor das nötig? Hat er wirklich so wenig Vertrauen in sein Buch?), ging’s leider auch nicht besser weiter.
Das Vorwort hatte schon einen merkwürdigen Beigeschmack. Es wird gegen alles und jeden gewettert (außer gegen den Kapitalismus...), also von Neutralität eines Sachbuches keine Spur, eher reißerische Berichterstattung á la BILD. Dann wurden falsche Aussagen getätigt wie: ... dass dem Christentum ein Todesstoß versetzt wurde... Wo? Wie? Auch in 2018, als dieses Buch erstmals erschien, war das nicht so, wo doch die aktuelle (Juli 2025) politische Lage vor allem in den USA beweist, dass christliche Fundamentalisten die politische Führung übernommen haben.
Das es keine Differenzierung des Christentums gibt bzw. erklärt wird, ob es jetzt um eine bestimmte Richtung geht oder oder oder… ist beim totgesagten Christentum wohl eh überflüssig. Alles wird in einen Topf geworfen (katholisch, evangelisch...), wo es doch weltweit 100te verschiedene Richtungen gibt…
Zusätzlich noch: Was für eine herablassende und ekelhaft-klassistische Aussage, dass (neben verschiedenen Profs. und Dr., die alle auch namentlich erwähnt wurden) auch sein Friseur das Buch korrektur gelesen habe, "damit alles allgemeinverständlich, locker und lesbar bleibt"... Weil das "einfache Fussvolk" (wie zB Friseure) zu doof ist? Soll das ein Witz sein? Really? Dann sollte Herrn Lütz mal jemand erklären, dass guter Humor/Satire nach oben tritt...
Aber leider wirds nicht besser… Hier noch ein paar Notizen von mir: S. 16 - Our boy Manfred ist ein bisschen obsessed mit Nazideutschland/Kommunismus und dessen Downfall, den er religiösen Gründen zuschreibt? S. 20 - Manfred möchte aufklären und die "wahre" Geschichte des Christentums erzählen? Grundidee: 5 Sterne. Umsetzung: Keine Sachlichkeit und kein Quellenverzeichnis. Die einzigen Quellen werden im Vorwort schleißig erwähnt... S. 23 - Manfred is delusional. Man kann ihn nicht ernst nehmen. S. 23 - Jetzt ist es wirklich vorbei für mich. Nackenschmerzen von Kopfschütteln, WTF is this?
Schade! Die Grundidee finde ich ja eigentlich spannend, da man ganze Bibliotheken mit den Skandalen des Christentums füllen kann, wäre ein flüssig geschriebenes, von mir aus auch unterhaltsames, WISSENSCHAFTLICHES Überblickswerk sicher ein guter Einstieg, von wo aus man sich dann tiefer vorarbeiten kann…
Lütz bietet hier einen gut zugänglichen Überblick über die Fehlinformationen, Mythen und "fake news", die sich im Laufe von 2000 Jahren Kirchengeschichte angesammelt haben. Dabei legt er den Schwerpunkt auf die katholische Kirche, was, wie er erklärt, daran liege, dass diese eine bis zum Beginn des Christentums zurückreichende Tradition anerkenne und verantworte, während sich etwa die protestantischen Kirchen oder auch die Ostkirche erst im Laufe der späteren Geshichte von jener abgespalten und ihre eigene Identitäten ge- und erfunden haben.
Selbst historisch interessierte Leser, denen einige der Hauptpunkte wie die Geschichte der Kreuzzüge, die Rolle der Inquisition oder die eigentlichen Zusammenhänge der Hexenverfolgungen bereits bekannt sind, erfahren durchaus interessante Details und Forschungsergebnisse.
Gerade die Epoche ab dem späten Mittelalter mit den Kreuzzügen, Glaubenskriegen und der Auseinandersetzung mit einer säkularisierten Gesellschaft werden hier sehr überzeugend und erschöpfend abgehandelt. Der Beginn des Buches hinterlässt jedoch stellenweise ein Gefühl der fehlenden Tiefe, auch wenn es gerade hierzu in den letzten Jahrzehnten viel neuere Forschung gab.
Meine eigentliche Kritik bezieht sich jedoch darauf, dass Lütz stellenweise nur unzureichend zwischen Religion, Konfession und Kirche unterscheidet und der Leser bzw. in meinem Fall der Hörer, sich selbst zusammenreimen muss, in welche Richtung seine Argumentation zielt: eine Entlastung der christlichen Idee, der Kirche als politischem und sozialem Akteur oder der katholischen bzw. protestantischen, orthodoxen oder sonstwie gearteten Dogmen?
Ohnehin ist dieses Buch vielleicht kein ideales Hörbuchprojekt. Die vielen Verweise, Zitate und Fußnoten, denen man beim Lesen mit aller Ruhe nachgehen könnte, gehen beim Hören größtenteils unter. Außerdem merkt man Lutz an, dass er sich beim Einlesen seines eigenen Buches übernommen hat. Seiner eigentlich angenehmen Konversationsstimme hört man die ungewohnte Anstrengung an, an eigenen Stellen bricht sie sich. Auch nimmt er bisweilen einen etwas unangenehmen dozierenden Ton an statt, wie bei einem guten Erzähler, fast im Hintergrund zu verschwimmen. Insgesamt wird das Hörerlebnis dadurch beeinträchtigt.
Dennoch bietet sich dieses Buch für all jene an, die aufgeschlossen an das Thema herantreten und sich der unfreiwillig übernommenen Vorurteile und Fehlschlüsse entledigen wollen. Für jene, die allen Argumenten gegenüber verschlossen sind, ist dieses Buch natürlich ein Fehlgriff.
A student of history would be able to follow and appreciate this in-depth analysis of the Catholic Church throughout time. The research provides evidence of fake-news, (not a modern concept) and dispels past myths and false opinions that became facts, of the papacy and the Church's history. By explaining the climate of the times, the author presents well-documented historical analyses that shed light on the good and bad decisions and actions of the popes and the Church. I found it to be a challenging read and learned that basically the Catholic Church endeavored to make all decisions based on love.
Ein durchaus interessantes Buch. Viele Fehlleistungen der Christen mit Themen von Kreuzzügen, Katharern, Hexenverfolgung, Aufklärung, Reformation, Sklaverei, Frauenfeindlichkeit und anderen werden durchleuchtet und schonungslos dargelegt. Schwachpunkte sind m.E. folgende: Das Christentum und vor allem die katholische Konfession werden oft in Schutz genommen und die Schuld anderen zugeschoben. Die Kirchen hätten oft nicht zuerst und weniger grausam agiert als andere Institutionen. Zudem zitiert der sehr belesene Autor oft Schriftsteller und Historiker in Zitaten, um ganze Epochen oder Völker zu charakterisieren.